Gaby und Markus Traumurlaub in der Südsee bei Angie & Reto auf der She San

Von unserer 3. Runde durch die Mamanucas und Yasawas lasse ich diesmal gerne unseren “Freelancer” Markus berichten:

Fiji – Die Südsee von der schönsten Seite

Unser Besuch bei Angie und Reto beginnt einige Wochen vor unserem eigentlichen Urlaub. Zunächst gilt es einen sowohl zeitlich gut passenden als auch finanziell vertretbaren Flug zu finden. Die Wahl fällt schließlich auf Singapur Airline. Hier liegt die Anreisezeit mit rund 28 Stunden im Bereich der schnellsten Verbindungen zwischen Europa und Fiji. Und auch der Preis bewegt sich mit rund 3.000€ im unterem Drittel der Angebote.

Weiter gilt es die Einkaufsliste von Angie und Reto abzuarbeiten und vielen Amazon Bestellungen von den beiden in Empfang zu nehmen, auf Vollständigkeit zu kontrollieren und schließlich sicher einzupacken. Am Ende werden es rund 30kg Gepäck was da vom Angelhaken bis zum Anlasser zusammenkommen.

Am Sonntag, 21. Oktober ist es dann endlich soweit. Wir reisen in rund drei Stunden mit dem Auto von Erfurt nach Frankfurt. Von dort fliegen wir mit dem Airbus A380 zunächst nach Singapur. Es ist ein sehr angenehmer von Lufthansa durchgeführter Flug. Für uns ist es ein riesen Erlebnis, mit diesem größten Passagierflugzeug der Welt fliegen zu dürfen. Die schiere Größe selbst neben einem Jumbojet ist einfach unglaublich. Und einmal im Flugzeug angekommen wirkt alles gigantisch. Nicht nur die Platzverhältnisse sind, wenn auch nur im Zentimeterbereich, sehr großzügig, auch die Fluggeräusche sind kaum hörbar. Der neue Noisecancelling Kopfhörer konnte jedenfalls in der Tasche bleiben.

Nach rund 12-stündiger Flugzeit landen wir am Changi Airport in Singapur. Nachdem unsere drei Koffer mit knapp 60kg Gewicht leider nicht bis nach Fiji durchgecheckt werden konnten, gilt es zunächst einmal die Koffer abzuholen und wieder einzuchecken. Nach rund eineinhalb Stunden ist das problemlos erledigt. Dazu war es für uns auch nötig nach Singapur einzureisen. Ein kleines Formular ausgefüllt und einmal durch die Passkontrolle ist alles was es braucht. Da könnte sich Amerika gleich mehrere Scheiben abschneiden.

Mit der restlichen Zeit bis zu unserem Weiterflug erkunden wir den riesigen Flughafen.

Fahren mit dem Skytrain, wobei das eher ein selbstfahrender Bus ist, zwischen den Terminals hin und her.

Am Ende gefällt uns aber der Transitbereich am besten. Hier gibt es nicht nur ein Shoppingparadies mit Geschäften ohne Ende, sondern zahllose Restaurants und Imbissstände warten auf die abertausenden Flugreisende. Dennoch von Hektik haben wir nichts gemerkt und fanden die ganze Atmosphäre sehr „chillig“.

Vielleicht lag es am Ende auch dem Bier was wir uns vor unserem Abflug in einem kleinen Supermarkt kaufen und anschließend gemütlich trinken um dabei die abertausenden Reisenden aus aller Herren Länder zu beobachten.

Die Gelassenheit wird beim Check in am Abfluggate und beim anschließenden Boarding fortgesetzt. Vielleicht schon ein Vorgeschmack auf Fiji, getreu dem Motto: die Europäer haben die Uhr, wir haben die Zeit. Wir sind jedenfalls gespannt was uns erwartet.

“Ihr habt die Uhren, wir haben die Zeit.”
Fiji Sprichwort

Am Dienstag, den 23.10. pünktlich um 11 Uhr steigen wir auf Viti Levu in Fiji aus dem Flugzeug. Wir sind ein wenig nervös, Schließlich haben wir bei den 30kg Gepäck auch Lebensmittel dabei. Laut Einreisebestimmungen sind viele pflanzliche oder tierische Produkte für die Einfuhr verboten. Und so ist es nicht verwunderlich, dass gleich neben dem Gate eine große Tonne mit einem Schild steht alle verbotenen Sachen, wie Nüsse, Früchte, Fleisch usw. hier einzuwerfen. Die Strafe für unerlaubte Dinge ist mit 10.000 Fiji-Dollar schon happig. Auch wenn der Fiji-Dollar nur bei rund 40% zum Euro steht.

Die Passkontrolle verläuft erst einmal außerordentlich freundlich. Der Beamte beeindruckt uns mit seinem Deutsch. Ein „Wie geht es dir“ haben wir hier nicht erwartet. Also Augen zu und durch gehen wir zur finalen Einreisestation mit großen Röntgenautomaten zum durchleuchten des Gepäcks. Wir nutzen das etwas ungeschickte Auftreten der Dame vor uns, die doch glatt mit ihrer Handtasche am Band vorbei wollte, damit hat sie die volle Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Wir legen im Rekordtempo unsere Sachen hin und sind schon durch bevor irgendwelche Nachfragen möglich sind.

Jetzt stehen schon Angie und Reto parat um uns abzuholen. Was für ein Wiedersehen, es fließen Tränen der Freude.
Mit dem Taxi geht es Schnur stracks in die Marina und schon sind wir auf der She San. Für uns ein wenig wie heimkommen. Und kaum angekommen werden die Koffer geleert. Schließlich gilt es den guten Schweizer Käse und die Schokolade nicht verderben zu lassen. Die Koffer haben aber gut isoliert und so kam alles heil ans Ziel. Auch alle Bestellungen und unsere Mitbringsel haben wir gut nach Fiji gebracht.

Am Nachmittag brechen wir mit Bus auf um uns auf dem Markt mit frischen Sachen einzudecken. Im Supermarkt kaufen wir den Rest. Am Abend gehen wir trotz großer Müdigkeit, dank Jetlag, in die Pizzeria in der Marina und gönnen uns eine echte Holzofenpizza mit dünnem Teig, knusprig und lecker. Mit dabei ist jetzt Maren, Angie’s Studienfreundin. Dank Happy Hour und unserer super netten Bedienung Debbie, gibt es reichlich, günstig und leckeres Fiji Bitter bzw. Gold Bier dazu.

Am Mittwoch früh sind wir nach unserer ersten Nacht auf der She San gut ausgeschlafen. Bald heißt es Maren zu verabschieden, die ihre Heimreise mit Zwischenstopp in USA nach zwei erlebnisreichen Wochen antritt.

Wir kaufen in der Marina ein wenig Wein für die nächsten zwei Wochen und heben am Geldautomaten noch Fiji Dollar ab, da auf den kommenden Inseln Bargeld nicht ohne Weiteres zu bekommen ist.

Am Mittag laufen wir bei herrlichem Sonnenschein aus.

Unser Ziel ist Malolo die Nachbarinsel von Viti Levu.

Die Überfahrt verläuft absolut ruhig, auch weil wenig Wind herrscht.

Leider müssen wir deswegen mehr motoren als segeln. Die Gelegenheit um Trinkwasser zu machen.

Am Riff vor der Insel legen wir noch einen Zwischenstopp ein um ein wenig zu schnorcheln. Unser erster Eindruck ist überwältigend. Im Vergleich zur Karibik gibt es viel mehr Fische zu bestaunen. Auch die Farbenvielfalt ist beeindruckend.

In Malolo angekommen dürfen wir Angie’s Weissbier verkosten, lecker, schmeckt noch viel besser als zu Hause in Bayern!!

Am Abend gehen wir zum grillen auf die Insel. Dort gibt es Grillplätze zu mieten. Dazu kühles Bier und wir legen ein gutes Stück Rindfleisch und viel Gemüse auf den Grill.

Für den nächsten Tag steht ein Inselerkundung auf dem Plan. Trotz subtropischen Temperaturen geht es auf die Anhöhe und einmal halb um die Insel. Wir werden mit tollen Aussichten und Papayas, die Reto vom Baum pflückt, belohnt. Nachdem uns das Grillen am Vortag so gut gefallen hat wiederholen wir das Ganze am Abend.

Am Freitag steht eigentlich weitersegeln auf unserem Plan. Leider ist die Wettervorhersage nicht ideal und so beschließen wir einen weiteren Tag auf Malolo zu bleiben. Wir haben Glück und Pech zugleich. Glück weil wir ein Wetterfenster mit gutem Licht für unseren Schnorchelausflug erwischen. Pech weil wir feststellen dass das angeblich wasserdichte Gehäuse der 360 Grad Kamera doch nicht dicht ist.

Am Ende genießen wir trotzdem die tolle Unterwasserwelt. Viele Fische zum Greifen nah. Der Nachmittag wird mit einer kleinen Inspektion an beiden Motoren verbracht. Und am Abend verwöhnt uns Angie mit einem Filet vom Mahi Mahi.

Samstag 27.10.: Es erwartet uns ein Regentag und wir überlegen ob es Sinn macht raus zu segeln. Nach kurzer Besprechung entschließen wir uns für bleiben. Angie und Gaby gehen an Land um unsere bestellten geschnitzten Schildkröten abzuholen. Reto und ich Surfen im Internet auf der Suche nach einer 360Grad Kamera.

Nachdem die Schildkröten noch nicht fertig waren gehen wir am Nachmittag noch einmal gemeinsam hin.

Dabei vereinbaren wir mit John einen Besuch in seinem Dorf für den späten Nachmittag. Nach einer etwas längeren Fahrt erreichen wir die kleine ursprüngliche Siedlung. Es ist für uns ein Sprung zurück in der Zeit. Einfach Wellblechhütten. Kinder kommen auf uns zugelaufen. Wir lernen Maria kennen, die uns sogleich mit zwei Papaya beschenkt und redet wie ein Wasserfall.

Später trifft dann John ein. Reto sieht erst einmal nach seiner Solaranlage. Das Highlight ist aber die Kava-Zeromonie. Die leicht berauschende Wurzel vom Pfefferstrauch wird in Pulverform mit Wasser vermischt in eine kleine Schale gegeben und reihum jeweils in einem Zug geleert. Tief beeindruckt treten wir bei eintretender Dunkelheit mit dem Dinghy die Rückfahrt zur She San an. Am Abend gibt es ein tolles Hühnchen Curry.

Sonntag 28.10.: heute ist auslaufen angesagt. Ziel ist Navadra Richtung Norden.

Es erwartet uns eine ruhige Überfahrt teils auch unter Segeln. Wir fahren u.a. an den Inselchen vorbei wo Cast Away gedreht wurden.

Am Ende erwartet uns eine wunderschöne Bucht vor einer unbewohnten Insel und wir genießen einen GinTonic als Sundowner.

Montag 29.10. Wir gehen auf das kleine Island um den Berg zu besteigen.

Für uns fühlt es sich wie ein kleines Abenteuer an. Und die Aussicht von dort ist grandios. Die Farben vom Meer von türkis bis Marine blau unglaublich. Der Strand in einem fast weiß, dazu das Grün der Pflanzenwelt. Im Anschluss gibt es noch einen Strandspaziergang zu einem Schrein der Fiji’s.

Gegen Mittag laufen wir Richtung Manta Pass bei leichtem Wind aus. Angie und Reto entscheiden sich dann den Parasailor zu setzen. Toll dieses große Segel auf der She San zu sehen.




Am Abend genießen wir den Sonnenuntergang bei einem Bier gemeinsam vielen jungen Menschen aus dem dortigen Resort am Strand.

Für den Morgen, Dienstag 30.10. steht die Manta Passage zum Schnorcheln an. Leider sehen wir keine Mantarochen. Dafür umso mehr Fische über Fische in allen Farben. Dank der Strömung muss man nicht einmal viel schwimmen sondern kann sich einfach treiben lassen. Nur zum Staunen das Ganze.

Mittag gehen wir weiter Richtung Blue Lagoon. Nach kurzem Wind herrscht annähernd Windstille und wir müssen den Motor anwerfen. Die Gelegenheit um den Frischwassertank voll zu machen. Und die Fahrt ist absolut ruh ig, kaum Wellen in der Südsee. Dann laufen wir in die Traumbucht von Nanuya ein. Das es immer noch schöner geht ist unglaublich aber wahr. Kaum angekommen müssen wir das Standuppaddle ausprobieren. Zum einen ist das Meer glatt wie ein Spiegel und zum anderen wollen wir testen ob unsere Reparatur des Boards erfolgreich war. Reto zuerst. Kurze Runde und für gut befunden. Dann ich. Noch nie auf einem Standuppaddle gestanden wackelt das Teil schon mächtig beim ersten aufsteigen. Es werden dann immerhin drei Runden um die She San, ein schönes Erlebnis. Angie zeigt uns dann wie es richtig geht und legt ne riesige Runde hin.

Mittwoch 31.10. wir gehen nach dem Morgenkaffee zum Schnorcheln.

Der erste Spot ist schnell gefunden. Eine riesige Krautkopf Koralle mit vielen bunten Fischen. Einen Adlerrochen und eine Meeresschildkröte gibt es ebenfalls zu bestaunen. Am zweiten Spot zunächst nur ganz viele kleine Fische. Dennoch beeindruckend das bunte Treiben. Und als wir schon fast am rausgehen sind entdecken wir einen 1,50m langen Riffhai. Oder hat er uns entdeckt? Wohl eher. Ganz ruhig schwimmt er in rund 20m Entfernung an uns vorbei, dreht um und verschwindet wieder in der Tiefe. Wow was für ein Gänsehaut Moment.

Am Nachmittag fahren wir mit dem Schlauchboot zur Farm von Miri und Doki.

Zunächst einmal die Bucht entlang und dann in einen kleinen Fluss mit Mangroven. Es folgt ein kurzer Fußmarsch zum Haus der beiden. Wir werden von Doki sehr freundlich begrüßt und Miri geht anschließend mit uns aufs Feld. Es gibt frischen Salat, Auberginen, Pakchoi und am Ende viele Mangos. Doki hat frischen Mangosaft für uns gemacht. Eine sehr leckere Erfrischung.

Anschließend gehen wir mit Angie zu einer eineinhalbstündigen Wanderung über Nanuya. Als Belohnung gibt es ein Sundowner Bierchen.

Ein weiteres Highlight folgt am Abend an Bord. Angie hat ein Rinderhackfleisch aus Neuseeland in der Tiefkühltruhe gefunden und wir beschließen Hamburger daraus zu machen. Ein weiteres Festmahl an Bord. So gab es schon tolle Fischfilets vom Mahi Mahi, Falafel, Hühnchencurry und Rindersteaks.

Da Windbericht am 01.11. nicht besonders ist um unsere Rückreise Richtung Nadi anzutreten, beschließen wir noch eine weitere Nacht hier zu bleiben. Nach dem Kaffee schnell mal ne Runde ums Boot geschwommen. So kann der Tag beginnen.

Nachmittags nutzen wir den herrlichen Sonnenschein für einen Strandspaziergang.

Abgesehen von einem Kreuzfahrtschiff der Fiji Cruises mit vielen Deutschen, Schweizern und Österreichern ist es herrlich einsam.

Das Farbenspiel von Sand, Wasser und Himmel ist unbeschreiblich.

Den Sundowner genießen wir mit weiteren Cruisern in der Strandbar. Die Sonne zaubert uns dazu ein traumhaftes Abendrot. Der Tag klingt mit einem marinierten Thunfisch, frischem Gemüse und Bratkartoffeln aus.

Jetzt heißt es von unserem nördlichsten Punkt in Fiji Abschied nehmen. Wir planen je nach Wind zurück zum Mantapass zu gehen oder wieder nach Navadra. Am Ende kommt es ganz anders. Nach kurzem Motoren aus der Bucht setzen wir Vor und Hauptsegel und es geht gut voran. Nach rund einer Stunde wird der Wind immer heftiger und bläst uns direkt auf die Nase. Also laufen wieder die Motoren. Am Mantapass angekommen müssen wir erkennen, das der Schwell zu groß für ein ruhiges Nachtquartier ist. Also weiter Richtung Süden. Es wird dank 30 Knoten Wind ziemlich ruppig. Navadra ist uns deswegen zu weit und wir gehen in Waya vor Anker. Ist zwar auch nicht ganz ruhig, aber doch zum Aushalten.

So erleben erleben wir unverhofft eine weitere Trauminsel von Fiji. Nach dem Aufstehen gehen wir zum Sevusevu, dem Begrüßungsritual in Fiji, ins nahe Dorf. Erkunden den Strand und einen nahen Wasserfall. Haben immer wieder Kinder um uns, die Angie mit Keksen und am Ende ihren Flipflops beschenkt. Zum Schluss treffen wir endlich den Chief und übergeben ihm unsere mitgebrachten Kavawurzeln. Richtig herzlich war das Sevusevu zwar nicht aber unfreundlich auch nicht. So nehmen wir, neben zahlreichen tollen Muscheln, auch viele Eindrücke von der hiesigen Lebensweise mit. Einfach und trotzdem modern, mit Handy‘s und Satellitenschüsseln. Absolut relaxed von Hektik und Stress überhaupt keine Spur. Jedenfalls eine ganz andere Sichtweise auf das Leben, das in unserer Gesellschaft immer nach mehr strebt und hier mit einer Art inneren Zufriedenheit und Gelassenheit ein alternativer Ansatz wäre.

Am Sonntag früh morgens um 5.20 Uhr klingelt dann der Wecker, wir müssen zurück nach Denerau und möchten den morgendlichen Wind nutzen. Doch was ist das? Es ist noch stockfinster draussen. Erst beim Uhrenvergleich in der Küche fällt uns auf, dass die Telefone automatisch die Zeit umgestellt haben, so ein Mist – nach alter Zeit ist es 4.20 Uhr. Auch in Fiji gibt es Daylight Saving…

Nach 9 Stunden segeln und motoren machen wir wieder an der Mooring in Denerau fest, packen und eilen zu Debbie zu Happy Hour und Pizza, die wieder sensationell schmeckt.

Angie und Reto begleiten uns am nächsten Tag zum Flufhafen – jetzt heisst es leider wieder Abschied nehmen. Doch wir blasen kein Trübsal, denn die nächsten Ferien auf She San kommen bestimmt 😉

Und hier noch der Trailer zum Film, damit ihr schon mal einen kleinen Vorgeschmack bekommt:

 

Auf und ab in Fidschi West – Lautoka, Mamanucas und Yasawas

Lautoka
Vor Anker in Lautoka
Lautoka
Palmenallee und Bahnlinie entlang der Hauptstrasse
Markt in Lautoka
Der Markt ist überwältigend, vor allem nach 10 Wochen ohne…
im Liquor Store
Im Liquor Store erschrecken uns dafür die Preise…
beim Bierholen
dafür bekommen wir beim Bierbunkern Transporthilfe…
Lautoka Sugar Festival
Parade beim Lautoka Sugar Festival
Lautoka Sugar Festival
Die Miss Lautoka City Council segelt in Richtung sauberer und grüner Umwelt und zwei Wachmänner bewachen die davonschmelzende Weltkugel
Lautoka Sugar Festival
Die Gruppe Hare Krsna signt und tanzt in ihren bunten Gewändern vorbei

Nach 12 Wochen seit Savusavu, der letzten Stadt, wird es langsam Zeit für einen Grosseinkauf. Wir segeln nach Lautoka, werfen den Anker vor der Insel Bekana und nutzen den Steg des Hotels, um unser Dinghy zu parken.

Als erstes Visa verlängern, dann geht es los auf den Markt und in die Supermärkte.

Ich bin regelrecht überfordert, der Markt biegt sich vor Tomaten, Auberginen und Ananas, die gerade in Saison sind und spot billig abgegeben werden.

Herrlich, endlich mal wieder Abwechslung nach wochenlangem Kürbisgemüse…

In anderthalb Tagen haben wir das Wichtigste erledigt, ausser Gas, Benzin und Diesel. Dazu möchten wir am Montag früh kurz in die Vuda Marina.

In der Nacht auf Sonntag jedoch brennen gegenüber die Hügel. Die Einheimischen verbrennen die Zuckerrohrfelder nach der Ernte. Unser She San-li ist am Morgen ganz schwarz…

Nach einer Stunde putzen meint mein Skipper verzweifelt „ich beantrage einen Tag Marina, das Zeug bring ich nur mit einer Menge Frischwasser weg“.

Vuda marina
She San und Foxy Lady in der Vuda Marina, die schräge Wand ist beim Eindampfen etwas unklever….

Etwas wiederwillig füge ich mich, ich hätte eigentlich genug an Bord zu tun, ohne Marina. Nun gut, wir bekommen einen Platz entlang der schiefen Mauer, wenn das nur gut geht…

„Kein Problem“ versichern uns die Marineros, „der Cat vor euch steht schon ne ganze Woche da.“

Kurz darauf fahren Rick und Remko mit der Foxy Lady ein und bekommen den letzten Platz in der Marina, bei uns längseits. Wir freuen uns, sie wiederzusehen und bekommen gleich ein Ankunftsbier rübergereicht.

Nur leider sind wir ja nicht zum Spass da, doch unsere to do’s erledigen sich mühsam. Die Münzen für die Waschmaschine sind alle, der Hochdruckreiniger muckt und braucht erst eine Reparatur, danach ist der Strom in der Marina weg. Bis die Gasflasche gefüllt ist muss Reto 4 mal hinlaufen und der Diesel ist alle, wir warten ein paar Stunden bis der Tank wieder aufgefüllt wird.

Als Resultat bleiben wir eine zweite Nacht in der Marina. Wir verbringen einen lustigen Abend mit Hakuna Matata, die uns zum Grillen einladen.

Am Morgen als wir ablegen zeigt sich dann nochmal dass der Platz an der schrägen Mauer doch nicht so clever ist. Wir haben Wind von der Seite und müssen in den Fender eindampfen, nur kann ich leider nur überhalb der Wasserlinie abfendern… Durch die Schräge touchiert unser Rumpf die Mauer unterhalb, es knirscht und ich knirsche mit den Zähnen….

Navadra
Navadra, wir haben den Strand (fast) für uns
Delfine
Delfine begleiten uns

Ein paar Stunden später fällt unser Anker mitsamt der ganzen Kette auf 25 m Wassertiefe in der wunderschönen Bucht von Navadra.

Einsames unbewohntes Paradies, nur 15 andere Segler hatten die gleiche Idee… Aber es hat Platz für alle, wir entspannen und geniessen es.

Sawa-i-Lau
Wir wandern auf den Hügel von Sawa-i-Lau
Sawa-i-Lau
interessante Kalksteinformationen
Nanuya Lailai
Ananasplantage in Nanuya Lailai
Nanuya Lailai
Wunderschöne Aussicht auf die Riffe rundherum
Nanuya Lailai
…auf alle Seiten der Insel

Ein paar Tage später nützen wir den Südwind und segeln bis in den Norden zur Insel Yasawa.

Am Rückweg nach Süden checken wir die populären Ankerplätze Sawa-i-Lau, Blue Lagoon und Manta Pass aus. Wir möchten vorbereitet sein, denn bald erwarten wir Gäste.

BBQ
BBQ mit Loupan und Mezzaluna

Zurück in Malolo lailai (Musket Cove) geniessen wir 3 Abende in Gesellschaft von Loupan und Mezzaluna, dann geht es weiter nach Port Denerau, wo wir im Süden von Yakuilau vor den nördlichen Winden Schutz finden.

Zahnarzt in Nadi
Abenteuerliche Erlebnisse beim Zahnarzt in Nadi

Mit dem Dinghy oft recht ruppig geht es in die Marina, von dort mit dem Bus nach Nadi, Visa-verlängerung abholen, Zahnarzt und vor allem Bunkern stehen auf dem Programm. Wir freuen uns einen Abend mit Karen und Reinhard von der Findus zu verbringen, wir haben sie seid Moorea nicht mehr gesehen und staunen nochmals über die Details ihrer 24 Stunden andauernden Walbegleitung

Sri Siva Subramaniya Hindu Tempel Nadi
Der Sri Siva Subramaniya Hindu Tempel in Nadi
Markt Nadi
Nochmal Bunkern von Obst und Gemüse auf dem Markt in Nadi

Am Sonntag mittag verlegen wir uns an eine Mooring in der Marina, meine Freundin Maren kommt an.

Mit ihr zusammen geht es ein letztes Mal in die Stadt und auf den Markt in Nadi, dann sind die Obstnetze, Körbe und der Kühlschrank pumperlvoll.

unter Wasser
Am Riff bei Malolo Lailai…
unter Wasser
…fühlen wir uns wie im Aquarium…
unter Wasser
…und werden von unzähligen Sergent Major umringt

Wir motoren wieder retour nach Musket Cove und geniessen bei ruhigem Wetter den Schnorchel Spot in der Einfahrt. Die Fische kommen uns bis ans Boot entgegen, die Korallen – Landschaft und eine grosse Seeschlange empfangen uns.

Dann machen wir an der Mooring neben der Acapella fest, die Freude ist gross, wir haben Martin und Ellen seit Papeete nicht mehr gesehen.
Musket Cove
Wiedersehen mit Acapella und Loupan in Musket Cove
Yoga
Entspannung und Stretching am Morgen – unser Yoga Platz im Musket Cove
Musket Cove
Musket Cove, ein guter Ort um sich ausgiebig die Beine zu vertreten 🙂
Ertappt bei der Mangoernte 😉

Am Abend wird ge-sundownert und grilliert, so gehört sich das in Musket Cove.

Am nächsten Tag machen Maren und ich erst Yoga am Strand, dann die Inselrunde, die vorbei geht an einem von uns gut besuchten Papayabaum und mehreren Mango bäumen.

Kava session
Reto verkostet seinen ersten Kava erst mal selbst
Kava session
Martin dagegen ist sichtlich nicht so begeistert…
Kava session
…und auch für Ellen ist der Geschmack neu und nicht so angenehm 😉

Abends dann zur Abwechslung mal Kavaparty auf der She San mit Acapella und Loupan. Es ist das erste Mal für Ellen und Martin Kava zu trinken, dementsprechend verziehen sie die Gesichter 😉

Navadra
Die wunderschöne Sandbarre in Navadra ist wird von beiden Seiten umspült, nur wie lange noch?
Navadra
Der Weg auf den Hügel ist steil, aber durchaus lohnend…
turtle
Eine der vielen Schildkröten schwimmt ruhig vor uns her
Barberi Clown Fish
Barberi Clown Fisch mit einem Streifen
Barberi Clown Fish
und die Kollegen mit zwei Streifen
Crown of Thorn's
Der Crown of Thorn’s Seestern frisst Korallen und kann ganze Riffe kaputt machen. In Navadra hat es sicher zu viele davon…
Barakuda
Ein grosser Barakuda hatte es auf unseren Köder abgesehen…

Als nächstes motoren wir weiter nach Navadra, wir besteigen den „Berg“ und geniessen die Aussicht.

Dann zurück zum Manta Pass, Mantas sehen wir leider dort keine mehr, dafür ist die Sicht super und das Meer ruhig, dass wir stundenlang durch die Korallengärten schnorcheln.

Obwohl der Wind zunimmt, beschliessen wir weiter in Richtung Norden zu segeln, doch leider stimmt die Richtung nicht, der Wind ist fast auf der Nase, bei um die 30 Knoten kein wirkliches Vergnügen.
Anstatt Blue Lagoon also doch lieber nach Somosomo. Immerhin hat es dort ein Dorf und einen Berg auf den wir gerne rauf möchten.
Somosomo
Beim Sevusevu in Somosomo…
Somosomo Lady chief Andi
.. Lady chief Andi ist stolze 92 Jahre alt!
Somosomo
Gleich nach dem Sevusevu müssen wir “Handicrafts” ansehen, leider sieht ein grosser Teil eher maschinell gefertigt aus…

Als wir ins Dorf kommen ist am Anfang alles normal, wie immer. Gut, Va, die uns zur Hütte des Chiefs bringt, erwähnt, dass sie zufällig gerade 3 Frauen in Massage fertig ausgebildet haben, und sie sei eine davon.

Ihre Mutter Koro stellt uns Andi vor, diese ist seit 70 Jahren Lady Chief und stattliche 92 Jahre alt.

Das Sevusevu ist schnell gemurmelt, dann dürfen wir ein Foto machen und werden nach unseren Plänen gefragt.

Auf den Berg wandern kostet FJD 5 pro Nase, wir machen für den nächsten Tag ab. „Der mit der Antenne“ sage ich noch, „Ja, da gehen alle Touristen von dem Resort hinauf“ antwortet Koro zustimmend.

Gleich findet übringens ein „Fund Raising Tee“ neben der Kirche statt, ob wir denn nicht Interesse haben. „Oh, wir haben gar kein Geld dabei“ antworte ich und blicke in ein verārgertes Gesicht. Ob wir denn die Handarbeiten ansehen möchten kommt als nächstes und schon sind die Damen draussen am Ausbreiten ihrer Ware. Wir haben fast keine andere Wahl als einer jeden ein Stück abzunehmen, damit Ruhe ist.

Zurück an Bord erzählen wir Maren von einer stürmischen Nacht zu Beginn unserer Reise, dann dreht der Wind auf Nord und es fängt an zu stürmen. Die nächsten 2 Stunden tanzt unser Schifferl auf und ab wie auf hoher See, es regnet sintflutartig. Zum Schlafengehen normalisiert sich die Lage, wir sind froh und schlafen einigermassen gut.

Am nächsten Morgen rüsten wir uns zur grossen Wanderung, an Land werden wir erst mal zum Tee gebeten. Wie aufmerksam denke ich, aber die Frage nach Nadeln für die Nähmaschine, Fischködern und Batterien folgt ziemlich unmittelbar.

Somosomo
Wati und Familie laden uns zum Tee ein

Wir versprechen später was vorbei zu bringen und werden von der kleinen Andrea zur Grossmutter Koro gebracht.

Koro geht mit uns zu dem Mann, der uns den Weg zeigen soll. Er ist nicht da, dann zeigt sie auf einen Hügel und meint wir müssten diese Richtung. Ich schaue auf das mickrige Hügeli und bin sichtlich enttäuscht, und dafür sollen wir ausserdem 15 FJD bezaheln?

Koro kommt mir entgegen und reduziert auf 10, ich gebe ihr das Geld. Kurz danach kommt der Mann, der uns führen soll, ich frage Koro „ihn müssen wir aber dann nicht mehr bezahlen?“. „Doch“ sagt sie, dafür nehme ihr prompt die 10 Dollar wieder aus der Hand.

So ein Zirkus, wir gehen auf den Hügel, geniessen kurz die Aussicht und sind in einer guten Halben Stunde wieder zurück beim Dinghy.

Eine Gruppe von Männern steigt gerade in ein Longboat, ein älterer Herr frägt Reto „Skipper, hast du nicht ein Bündel Kava für uns? Wir gehen zu einem Fund Raising Event und benötigen noch Kava…“ Reto verneint, jetzt reicht es uns wirklich…

Am Nachmittag verdauen wir die Eindrücke, es zieht uns nicht nochmal ins Dorf.

Am nächsten Morgen ist der Wind wieder weniger, wir verlegen uns noch für eine Nacht in die Vlue Lagoon und geniessen den Inselrundgang, Lo‘ s Schokokuchen und den Sundowner mit Mezzaluna.

Zurück im Mantapass ist das Schnorcheln wiederum schön, nur ganz schön ruppig und Mantas sind leider wieder keine da…

Einige Stunden segeln und motoren wir am nächsten Tag zurück nach Malolo Lailai, rund um uns herum ist es finster, doch wir schaffen es trocken hinein in die Bucht.

Beim Inselrundgang treffen wir auf John aus Fulaga. John lebt hier ums Eck auf der grossen Insel in der Siedlung “Cubi” zusammen mit 12 Familien aus Fulaga. Als ich frage, ob sie eine Kirche in ihrer Siedlung haben, läd er uns prompt zum Sonntagsgottesdienst ein und verspricht einen Lovo zu machen.

Kurz bevor wir uns verabschieden sagt er noch „You could bring,,,“ und noch etwas gebrannt von den Erfahrungen in Somosomo drehe ich mich gespannt um – „…some pictures from Fulaga“. Keine Frage, gleich am Nachmittag sortiere ich die wichtigsten Bilder aus, backe Kuchen und packe eine Wuzel Kava ein.

Trotz einem feuchtfröhlichen Bier und Schnapps Verkostungsabend mit Rick und Remco von der Foxy Lady sind wir am nächsten Tag um kurz nach 9 in Cubi. John freut sich sehr als wir ihm die Bilder zeigen.

Cubi Church sevice
Beim Gottesdienst in der Kirche in Cubi, auch Klein Fulaga genannt werden wir herlich empfangen.

Im Gottesdienst dürfen wir zum Glück auf einer Bank sitzen, die 1.5 Stunden hätten wir wohl kaum auf dem Boden geschafft. Ausserdem bekommen wir zum ersten Mal ein Liederbuch und können so mitbrummeln während alle anderen natürlich wie immer wunderbar 5 stimmig singen.

John and family in Cubi
und anschliessend von John zu einem ausgiebigen Sonntagsmahl eingeladen

Im Anschluss tischen die Kinder ein Gericht nach dem anderen auf, da hat er wahrlich fleissig gekocht, wir hoffen dass sie die Reste am Abend gut brauchen können.

Auf dem Rückweg zu unserem Dinghy treffen wir Lala, eine bemerkenswerte Frau, die uns sogleich mit Kokosnüssen beschenkt. Wir machen ab, sie am Nachmittag ins Nachbardorf zur Schule zu fahren, wo sie arbeitet.

Eigentlich möchten wir alle nochmal zurück ins Dorf, doch ein Plastkschlauch verschwindet in unserem schlecht zugänglichen Dieseltank und hält uns für ein paar Stunden beschäftigt. So fährt Reto kurz alleine und verspricht, dass wir bald wieder vorbei kommen, denn in ein paar Tagen lösen meine Schwester Gaby und Freund Markus Maren ab und wir starten von neuem in die Mamanucas und Yasawas.

Von Fulaga bis Musket Cove – über Wale, Haie, Manta Rochen und einen riesigen Mahi Mahi

Schweren Herzens nehmen wir also doch nach 6 Wochen Abschied von Fulaga. Morgens um 10 gehen wir Anker auf und tuckern durch den uns mittlerweile sehr gut bekannten Pass.

Yangasa
Yangasa – wir haben die Bucht für uns

Schon 12 Meilen nördlich von Fulaga biegen wir ab ins Yagasa Cluster, eine Gruppe von Inseln umgeben von einem Riff mit einer sehr breiten Einfahrt.

Ich stehe an Deck auf Ausschau nach Bommies (Korallenköpfen). Prompt sehe ich kurz hinter so einem Boomie einen Blas und eine Flosse
Buckelwale
Eine Gruppe von Buckelwalen, die ersten der Saison 😉

„Schau mal Reto, da sind Wale! Das müssen die sein, die wir in Fulaga beim Tauchen immer gehört haben.“

Wir legen den Anker auf den felsigen Boden der Südlichsten Insel. Ein Eingraben ist hier wohl nicht zu schaffen, muss ich beim Schnorcheln feststellen. Schon jetzt vermissen wir den sandigen Boden von Fulaga, wo der Anker immer und überall in Sekunden gegriffen hat und Schleifgeräusche der Kette an Fels oder Koralle sehr selten waren…

Unter einem Fels finde ich einen grossen Lobster. Nur leider will er sich nicht schiessen lassen, denn als Reto mit der Harpune kommt, zieht er sich immer weiter unter den Fels zurück.
Am nächsten Tag versuchen wir es nochmal, aber er hat das Weite gesucht…

Dafür habe ich morgens um 6 einen ordentlichen Schreck, als ich nachschaue, warum sich unsere Angel so durchbiegt. Wir hatten sie über Nacht in der Hoffnung auf einen Fisch draussen gelassen.
„Reto, muascht ma cho go helfa“ hole ich meinen Liebsten, der gerne länger schläft, aus dem Bett.

Hai am Hacken
Ein kleiner Weissspitzenriffhai hat angebissen

Ein Babyhai hat sich unseren Köderfisch einverleibt und zappelt ziemlich unglücklich an unserer Rute. „ Magscht na net essa?“ werde ich gefragt, „Sicher net, des bringt Unglück!“. Also schneiden wir die Leine von dem Burschen kurz vor dem Maul ab und hoffen das er und seine Artgenossen es uns nicht zu übel nehmen…

Buckelwale
Parade der Buckelwale direkt vor unserem Schiff…
Buckelwale
…sind es einer, zwei oder drei…
Buckelwale
???

Ein paar Stunden später bekommen wir nochmals Besuch von der Gruppe von Walen, diesmal schwimmen sie relativ nahe an unserem Ankerplatz vorbei.

Wir brünzeln vor Freude fast in die Hosen, es ist wunderschön.

Es sind ganze vier Erwachsene, die abwechselnd auf und untertauchen. Als sie ums Eck verschwinden, hüpfen wir ins Dinghy, aber die Motorengeräusche stören sie, sie verziehen sich und halten ordentlich Abstand.

Wir erkunden die umliegenden Stände, öffnen Kokosnüsse für Milch und finden eine ganze Ladung grüne Papaya. Damit ist der nun schon ein paar Wochen andauernde Gemüsenotstand erst einmal aufgehoben. Leider sehen wir, dass viele Cruiser, die hier vorbeikommen, die Papayas durch ein Fällen des Baumes ernten. Kurzfristig zwar effizient, aber langfristig?

Am nächsten Morgen machen wir nochmal gründlich klar Schiff, essen einen frühen Zmittag und segeln raus aus der Lagune. Sobald wir den Schutz des Riffes verlassen schaukelt es ordentlich. Mir ist etwas unwohl. Dann hören wir eine Angel ausrauschen, stürzen beide sofort in unsere Schwimmwesten und schnell ist anhand der leuchtenden Gelb und Grünfarben klar, dass es ein Mahi Mahi ist.

Natürlich ist nichts vorbereitet – Einreffen, Alkohol, Messer, Gaff holen, Schnur für die Schwanzflosse, alles geht etwas zäh. Dann ist er hinter dem Schwimmer, Reto haut mit dem Gaff auf ihn ein… mit dem Erfolg, dass der Kopf vom Gaff abbricht anstatt das Gaff im Kopf vom Fisch steckt.
„Was kaufen wir auch immer so billiges Glumpert“ schimpft mein liebster Skipper lauthals und holt den riesigen Fisch der Leine auf die unterste Stufe.

„ Tu dir nicht wieder weh“ warne ich in Erinnerung an den letzten Mahimahi, nach dem Reto eine Platzwunde an der Lippe hatte.
Mahi Mahi
Unser bisher grösster Fang – Goldmakrele Mahi Mahi mit 1.55 Meter
Mahi Mahi
…trotz rauhem Seegang und flauem Magen muss der Fisch in den Kühlschrank…
Mahi Mahi
…nur das Filet hat schon so 1.20 m Länge

Doch diesmal ist es die Seite mit der Badeleiter, Reto klemmt den Fisch einfach unter die Leiter und sichert ihn mit den Füssen bis die Schwanzflosse fest verzurrt ist.

So ein schöner Fisch, und noch dazu so ein riesiger. Auf ein Hochheben und Wiegen verzichten wir wegen dem Geschaukel, aber mit 1.55 Meter mit Abstand der grösste Fisch, den wir jemals rausgezogen haben…

Die nächste Stunde schneide ich tapfer die riesigen Filets raus, dann schnell ab damit in den Kühlschrank und mit mir auf die Couch, mir ist inzwischen ordentlich schlecht…

2 Stunden später geht es wieder, dann kommen die ersten Filets grad mal in die Pfanne. Die nächsten 6 Tage gibt es 2x täglich Fisch, der Rest  wird eingefroren und getrocknet…

Morgens um kurz vor 9 Uhr werfen wir den Anker am Pier hinter Naroi in Moala. Gerade genug Zeit, um vor der Kirche noch Sevusevu zu machen, also los. Auf der anderen Seite vom Dorf finden wir den Chief, er freut sich, dass wir die Tradition so Ernst nehmen, nimmt unser Bündel Kava entgegen und entlässt uns in die Kirche.

Moala Kirche
Rechtzeitig zum Sonntagsgottesdienst sind wir in Moala

Direkt vor uns sitzt der Chor, der wieder einmal phantastisch singt. Gleichzeitig können wir durch die grossen Öffnungen das Dorf und den Strand begutachten, die Kirche liegt wie in Naividamu am höchsten Ort im Dorf.

Nach der Kirche ein paar freundliche Gespräche, dann will keiner mehr was von uns. Gut, wir sind eh müde und haben ausserdem noch ein Päckchen für Senimili im Nachbardorf.

Das Päckchen haben uns Kristy und Dan von der Te Poe Rava mitgegeben, sie haben es von Epi aus Kadavu für seine Tochter Senimili, aber leider Moala selber nicht erreicht.

Trotz Müdigkeit versuchen wir also die gut 3 Meilen zu Senimili nach Maloku mit dem Dinghy. Vergeblich, es ist Niedrigwasser und wir stehen vor einem riesigen Riff. Also wieder zurück auf She San, Fisch verarbeiten, Internet geniessen… Reto schickt Senimili ein SMS, weiss aber nicht ob sie es erhält.

Senimili und Familie
Ului mit Jope und Buivane, Senimili mit dem 1 jährigen Eroni und Filipe und Rosi kommen um das Päckchen bei uns abzuholen
Senimili und Familie
am nächsten Tag freuen wir uns sie nochmal an Bord zu haben
Senimili und Familie
bevor es heisst “Moce! Auf Wiedersehen!”

Kurz vor Sonnenuntergang kommt ein Longboat auf uns zu, grosses Hallo, da sind sie. Senimili mit Mann Ului, Tochter Buivane, Sohn Jope, Baby Eroni, Nichte Rosi und Neffe Filipe.
Ich verteile Eistee und Kokosglacé, da ist Aktion im Cockpit ;-).

Am nächsten Vormittag kommen sie nochmals vorbei, bringen uns einen schönen Strunk Bananen und Kohl und eine Tasche, die wir nach Daku nach Kandavu mitnehmen sollen.

Kurz etwas irritiert bin ich ja schon immer von den Unmengen von braunen Fussabdrücken auf dem weissen Deck der She San. Als dann noch das Mädchen vor lauter Schiss zu fragen, was sie denn tun soll, ins Eck vom Cockpit Pipi macht, muss ich wirklich nochmal kurz schlucken. Anschliessend weint sie grosse Kullertränen, Reto putzt das Pipi auf und meint „es is ihra niana recht“ (dt. sie schämt sich sehr)…

Wir besuchen noch kurz das Dorflädeli, wo wir neben Mehl und Zucker zum ersten Mal auch wieder Kekse und Softdrinks finden. Erst da wird mir eigentlich bewusst, wie sich in Fulaga das Angebot in den Lädchen auf „das notwendigste“ beschränkt hat. Süssigkeiten, Soft Drinks, Kekse oder gar Chips habe ich dort nirgendwo gesehen.

Der Wetterbericht meldet Wind aus Ost, Nordost, dafür ist Naroi nicht gut geschützt. Kurz nach Mittag gehen wir Anker auf, Ziel Kadavu.

Morgens umrunden wir den Nordteil des Astrolab Riffes, es gibt uns schön Schutz, um hart am Wind Richtung Süden zu segeln. Reto geniesst auf seiner Wache einen guten Internet Empfang, wir sind der Meinung, das bleibt nun so.

Denkste, kurz darauf haben wir in der Südwestbucht von Ono geankert, kein Internet. Also weiter 5 Meilen südlich in die Kavala Bucht.

Auch fast kein Digicel Empfang, immerhin sporadisch.
Internet in Kavala Bay
Am Hügel finden wir etwas Datennetz von Digicel, am nur in 2.50 Höhe 😉

Für ein Hochladen vom Blog wird es leider nicht reichen…

Dafür ganz hinten Schutz vor nordöstlichen bis nördlichen Winden, also bleiben wir halt doch.

Wieder mal etwas müde vom Nachtschlag wandern wir die 15 min über den Hügel ins Dorf.
Charlie Chief von Solotavui
Charlie, der Chief von Solotavui und seine Frau Seru heissen uns herzlich willkommen
Vunivaivai Store
Tevita’s Sohn Tui im gut sortierten Vunivaivai Store – wir können sogar mit Karte zahlen!!
Kava
Kavawurzeln werden in der Sonne getrocknet

Chief Charlie empfängt uns mit Handkuss und hat eine riesige Freude an Reto‘s selbstgenähtem Sulu.
Er trinke keinen Grog, hätte auch Freude an einem Fisch, lässt er uns wissen fürs nächste Mal ;-). Wir unterhalten uns eine Zeit lang, seine Frau Seru spricht ein sehr gutes Englisch. Zum Abschied schenkt er uns einen riesigen Kürbis, ich bin ganz gerührt.

Im gutsortierten Laden von Tevita in Vunivaivai herrscht reges Kommen und Gehen. Auch wir finden fast alles, was das Herz begehrt.

Zwiebeln, Knofi und etwas ausgewachsene Kartoffeln, Mayonaise, frisches Brot, Digicel Topup Kärtchen und Benzin und zwei Bündel Kava für unsere nächsten Sevusevus. Zum grossen Erstaunen können wir sogar mit der Kreditkarte bezahlen, auch das ist prima, denn auch unser Bargeld geht irgendwann zur Neige.

Auf meine Frage hin, ob das Versorgungsboot denn auch Gemüse bringen würde, schenkt mir Tui, Tevita’s Sohn, 2 Kohlköpfe und nochmals einen riesigen Kürbis. Ich bin überglücklich, jetzt sind wir wieder für eine Weile mit Gemüse versorgt.

School Kavala Bay
Das Schulgelände der Kavala Bucht, die Primary School links und die Kadavu Provicial Secondary School rechts
School Kavala Bay
Wir treffen eine Gruppe von Mädchen aus der obersten Klasse
School Kavala Bay
Die Schlafsäle der Mädchen sind aufgeräumt, alles Hab und Gut wird in den Kisten verstaut.
School Kavala Bay
Nicht unter dem Kopfkissen sondern darüber soll helfen, dass die physikalischen Formeln in den Kopf rein gehen

Auf Anraten von Tui wandern wir über den Hügel zur Schule, auf der anderen Seite im Tal gelegen. Wir sind recht überrascht über das grosse betriebsame Gelände, das uns mehr an ein Dorf als an eine Schule erinnert.

Tatsächlich wohnen die Lehrer alle hier und die Secundary School ist eine Boarding School, das heisst so etwas wie ein Internat.

Es ist gerade Mittag, wir treffen zufällig direkt auf Maraia, die Vize Schuldirektorin. Wir werden allen Lehrern vorgestellt, dann führt uns ein junger Lehrer durch das ganze Gelände, zeigt uns die Schlafsäle der ältesten ganz oben am Berg und erklärt uns alles.

In der Secundary school ab der 9. Klasse wird in English unterrichtet, das erklärt, warum fast alle so exzellentes Englisch sprechen.

Vor allem die Agenda erstaunt uns. Morgens um 5.45 ist Wecken, dann Frühstück, Zeit für letzte Hausaufgaben, Schule bis nachmittags, dann Chores [Pflichten) vom Putzen, über Gartenarbeit ect. Auch die Wäsche müssen sie natürlich selbst per Hand waschen.
Danach Zeit für Sport, Abendessen, nochmals 2 Stunden Hausaufgaben und um 9 Uhr wird das Licht gelöscht.

Am Ende erzählt uns Maraia über ihr Entsetzen, als sie an ihrem ersten Tag hier als “Stadt-Mädchen” ankam. „Was, dieser Dreckweg ist die einzige Strasse und der alte verrottete Traktor das einzige Transportmittel? Und in diesem schäbigen Häuschen muss ich wohnen?“. Heute ist sie dankbar hier in der Provinz zu sein, die Kolleginnen und Kollegen in Suva erzählen von Problemen mit der Disziplin, Klebstoff schnüffeln ect. Auch seien die Kinder aus den Dörfern die fleissigeren und besseren Schüler, kein Wunder, was sollen sie auch sonst tun. Internet ist rar, einen Film gibt es nur ab und zu mal am Wochenende im Speisesaal.

Bevor wir gehen macht sie noch ein Foto von uns und stellt uns ein paar Fragen was wir über die Schule erfahren haben und was wir den Lehrern und Schülern raten möchten, kurz darauf postet sie das kleine Interview im Internet.

Am nächsten Morgen regnet es zum ersten Mal seit Ankunft in Savusavu einen ganzen Vormittag lang. Gut, denn das Schiff war nicht nur salzig, sondern auch noch voll mit schwarzen Flusen, die von irgendeinem Feuer auf uns rübergeblasen wurden.

Als es aufhört nutze ich das gesammelte Wasser und mache Grosswaschtag. Nicht nur die Kleider sind dran, sondern auch mal Bettwäsche, denn wer weiss wann wir auf die nächste Waschmaschine treffen…

Samstag morgen dreht der Wind auf Ost, Südost, wir segeln nach Norden und werfen vor der kleinen Insel Vurolevu den Anker. Hier hat es erstens ein passables Internet und zweitens soll es Mantarochen geben.

Also los, trotz schlechter Sicht schnorcheln wir an die Nordecke der Insel. “So ein Blödsinn” denke ich für mich, “das kann ja gar nicht funktionieren” und die Sicht ist wirklich auf ein paar Meter begrenzt.

Im gleichen Moment tauchen ein paar riesige Schatten direkt vor mir auf, Jessas Maria, da sind sie.
Manta Rochen
Unglaubliche Riesen – die Mantas schwimmen mehrere Male direkt an uns vorbei!!

Ich zähle ganze 6 Stück, als sie direkt neben mir vorbei gleiten, unglaublich. Reto ist kurz darauf auch da, er hat sie verpasst. Wir warten ein paar Minuten, da kommen nochmals 5 Stück auf uns zu, ich werd verrückt. Wir beschliessen zurück zu schwimmen und treffen noch ganze 3 Mal auf die Riesen, ein jedes Mal schrecken wir uns, dass der andere sofort hört, sie sind wieder da…

Am Sonntagmorgen segeln wir mit leichten Winden ein Stück in Richtung Südwest, dann muss der Motor mithelfen, es ist zu wenig Wind. Das Dorf Daku ist unser nächstes Ziel, wir müssen die Tasche von Senimili bei ihrem Vater abgeben. Clever denken wir uns, am Sonntag zu segeln, dann sparen wir uns den obligatorischen Kirchgang.

Daku
She San in der Bucht hinter Daku
Daku
unser “Privatstrand”

Wir ankern in Daku in einer gut geschützten Lagune, essen erst mal zu Mittag, ich backe noch einen Kuchen für die Familie, die Tasche von Senimili und das Bündel Kava fürs Sevusevu ins Gepäck und ab ins Dorf.

Epi Junior und seine Frau Wati empfangen uns herzlich mit „welcome home!“ wir fühlen uns gleich wie wenn wir sie schon ewig kennen würden.

Nach einer Tasse Tee fragt Epi „möchtet ihr mit in die Kirche kommen, der 3 Uhr Service fängt gleich an“.

Kirche Daku
Wir kommen rechtzeitig zur Nachmittagsmesse in Daku…
Kuh
…kurz danach läuft eine im Nachbardorf ausgebüchste Kuh panisch durchs ganze Dorf, der Hahn versucht vornedran zu fliehen
Epi Junior beim Kavatrinken
Epi Junior bei der Kava Zeremonie
Daku
Regenbogen in der Bucht hinter Daku
Daku
Abendstimmung in unserer einsamen Bucht
Daku
Gegenüber wird der Wald abgefackelt, zum Glück weht der Wind in die andere Richtung…

„Natürlich“ meint Reto, wir haben auch gar keine andere Wahl. Epi Senior liest die Predigt, die ganze Familie ist schwer engagiert.

Erst im Anschluss nimmt Epi Senior unser Sevusevu entgegen, danach gibt es eine Runde Kava und vor dem Dunkel werden, machen wir uns schleunigst auf den Weg durch das Riff zurück zum Boot.

Daku
Für die Mädchen sind wir jeweils die Attraktion des Tages
Daku
Beim Tee bei Epi und Kata – mein Sauerteigbrot kommt gut an obwohl die kleine sagt “es sieht aus wie Stein”
Riesen Banyan
Gemäss Epi einer der grösste Banyan Bäume von Fidschi

Die nächsten paar Tage sind wir ein paar Mal im Dorf. Immer wenn wir näher kommen, laufen die Kinder auf uns zu, rufen unsere Namen und halten unsere Hände auf dem Weg zum Haus.

Über einer Tasse Tee plaudern wir mit Epi, seiner Frau Kata und Wati oder machen Faxen mit den Kindern. Epi ist ein sehr gebildeter Mann, es macht Spass sich mit ihm zu unterhalten.

Vunisei
die Primary School von Vunisei
Daku
Beim Wandern treffen wir auf Pinienwälder

Über eine frisch gebaggerte Strasse marschieren wir bis zur Schule von Vunisei und noch ein paar Kilometer weiter. Per Zufall entdecken wir den „Digicel Spot“ und schaffen es Wetter, Mail und Whatsapp anzuschauen. Denn auch hier am Ankerplatz und der ganzen Umgebung ist sonst kein Empfang vom Digicel Datensignal…

Als der Wind endlich mal normal auf Südost dreht machen wir den nächsten Nachtschlag bis nach Malolo Lailai in die Mamanucas im Westen der Hauptinsel Viti Levu.
Regatta Muscet Cove
Wir kommen “rechtzeigtig” zur Regattawoche in Musket Cove…
Rick
…und freuen uns riesig Rick von der Foxy Lady wieder zu treffen…
Regatta week
…wir staunen über die Horden von Menschen…
Regatta week
…und haben Spass beim Catamaransegeln zuzuschauen.

Dort findet gerade die Regatta Week statt, die Bucht is übervoll mit Yachten, der Südwind bläst mit 20 Knoten direkt hinein.

Wir flüchten auf die Nordseite der Insel, kurieren ein jeder eine Erkältung aus, und besuchen den Rummel im Musket cove nur sporadisch.

Hier hat es nun endlich gutes Digicel Netz, denn wir brauchen viele Infos um zu entscheiden wie es die nächsten Wochen und Monate weitergehen soll.

Vor allem, wo wir die nächste Zyklon Saison verbringen wollen…?

Fidschi – sechs traumhafte Wochen in Fulaga, Süd Lau

Sandspit
She San in der Sandspit Ankerbucht
Fulaga Ankerplatz
Blick auf den Ankerplatz vor dem Weg zum Hauptdorf

Angekommen am “Sandspit”, im Südosten von Fulaga. Erste Aktion natürlich erstmal Dinghy ins Wasser und bewaffnet mit Mückenspray, Sulu und dem Kavabesen düsen wir die 2 Meilen zur Anlegestelle vom Hauptdorf Munaicake zum Sevusevu.

Nach 15 Minuten einfachem Fussmarsch erreichen wir das Dorf.

Dort ist es ruhig, fast unheimlich ruhig, wir sehen keinen Menschen. Dann kommt ein junger freundlicher Mann auf uns zu, gekleidet ganz in schwarz, sein Name ist Tui. “Unser Chief ist diese Nacht verstorben” erklärt er uns. Kurz darauf kommt ein Hüne von Mann dazu, Joe. Er verspricht bei den Ältesten nachzufragen, wann wir denn für unser Sevusevu wieder kommen sollen.

Ausserdem sollen wir bei den anderen Yachten nachfragen, ob sie von uns Kava kaufen können, im Dorf ist Kava knapp und gerade jetzt werden sie einiges davon brauchen, denn gemäss Tradition “müssen” sie jetzt 3 Tage lang Kava trinken.

Pilz Insel
Wie lange wird er wohl noch stehen?

Wir ziehen unverrichteter Dinge wieder davon, immerhin war es ein wunderschöner Ritt mit dem Dinghy und ein schöner Fussmarsch hin und zurück.

Kaum zurück auf der She San kommt schon ein Longboat vorbei, es ist Joe auf Kavasuche. Nach einer Runde Eistee und ein bisschen Plaudern verkaufen wir ihm 2 Bündel Kava. Wir vereinbaren, am nächsten Tag vor der Beerdigungszeremonie zum Sevusevu ins Dorf zu kommen. Praktisch eigentlich, denn zum Anlass der Beerdigung des Chiefs muss sowieso jeder nochmal ein Bündel bringen.

Die nächsten Stunden durchsuchen wir unsere Kleiderschränke nach schwarzen passenden Kleidern… Nur Pelle ist fein heraus, er hat einen dunkelblauen Sulu, das ist perfekt.
Der Sulu ist ein Rock auch obligatorisch für Männer an Sonntagen und wichtigen Ereignissen. Reto hat sich aus einem beigen Leintuch von Ulla und mit Hilfe der original Vorlage von Pelle einen Sulu genäht und schon viel Lob geerntet 🙂 )
Beige geht aber nicht für die Beerdigung, also improvisiert sich Reto nochmals einen Sulu aus unserer dunkelblauen Lufthansa Couchdecke. Für den Zweck in Ordnung, aber halt ein bisserl warm…

Ich finde zwar viele schwarze Kleider, die ich fast nie trage, aber die Knie müssen gut bedeckt sein, also doch nicht so einfach. Am Ende entscheide ich mich für ein Kleid, dass ich bis auf Hüfte runterziehe und den oberen Teil in ein paar Shorts einschlage, so sieht es aus wie ein längerer Rock. Ulla passt eines meiner Kleider, mit einem T-Shirt darüber sieht es aus wie ein eleganter Rock.
Beerdigung
Auf dem Weg zu Sevusevu und Beerdigung des Chiefs
beim Kava mischen
Die Männer sind beim Grog (Kava) trinken
Beerdigung Chief
Die Hütte des Chiefs ist abgesperrt…
Wächter
…und bewacht…
Begräbnis Chief
…im inneren wachen die Frauen und unzählige Matten sind ausgebreitet
Triton Horn Bläser
und die ganze Zeit bläst einer das Horn
Grab Chief
Das Grab nach der Zeremonie

Am Donnerstag morgen traben wir also pünktlich um 9 Uhr zum Sevusevu an.

Die männliche Bevölkerung sitzt unter einer Plane hinter dem Haus des Chiefs und ist am Kava trinken.

Wir dürfen uns dazusetzen, die Ältesten sprechen das Sevusevu über unseren Bündeln.

Wir sind angenommen und dürfen zur Zeremonie bleiben, als erstes bekommen wir ein jeder eine ordentliche Schale Kava.

Das Haus des Chiefs ist mit einer Absperrung geschützt, ein junger Mann bewacht es, eine traditionelle Waffe geschultert.

Im Haus des Chiefs wachen die Frauen neben dem Sarg mit dem Leichnam. Alles ist voll mit riesigen Matten aus dem Pandanusbaum und bunten Farben.

Ein paar Männer blasen abwechselnd in ein Triton Horn (eine riesige Muschel).

Dann findet der Trauergottesdienst statt, im Anschluss die Bestattung im Friedhof. Der Sarg wird noch umwickelt mit einigen Matten, die ganze Zeit über werden die Triton Hörner weiter geblasen.

Im Anschluss lernen wir unsere Gastfamilie kennen. In Fulaga ist es seit einigen Jahren so üblich, dass man zusätzlich zum Sevusevu erstens 50 Dollar dem Dorf “spendet”, und zweitens einer Gastfamilie zugewiesen wird. Diese “Hosts” sind dann für die Dauer des Aufenthaltes Ansprechpartner für alle möglichen Aktivitäten, und am Sonntag zuständig für das Mittagessen nach der Kirche.
unsere Gastfamilie
Unsere Gastfamilie Bossi, Tara, Jonny, Mere und Sarah geniessen unser mitgebrachtes Kokoseis mit Schokikuchen
Mere
Mere liebt Kokosnüsse!

Unsere Hosts sind Tara und Jo mitsamt ihren Enkelkindern Jonny und Bossy, die bei ihnen leben während die Eltern in Suva sind.

Enkeltochter Sara ist wegen der Beerdigung des Chiefs von der Nachbarinsel gekommen.

Als erstes holt sie uns ein paar Trinkkokosnüsse vom Baum, die süssesten, die ich je getrunken habe! Und weil wir für Sonntag Kuchen und Kokoseis versprechen, bleibt Sara gleich ein paar Tage länger.

Lagune
Beim Spaziergang um die Insel…
Krebs
…treffen wir auf Krebse…
Vogel
…Vögel mit Fisch im Maul…
Insel auf Aussenseite
…und wunderschöne Landschaften

Freitag und Samstag geniessen wir erstmal mit ausgedehntem Strandspaziergang und erstem Schnorcheln und Tauchen im Pass. Die Unterwasserwelt ist grandios. Wegen der Strömung und der Sicht im Pass ist ein gutes Timing aber wichtig.

Den Sonntag verbringen wir dann von früh bis spät im Dorf, insgesamt 3 Stunden Gottesdienst, einen super leckeren Mittagessen und wir lernen Tara und Joe etwas besser kennen.

Fulaga Radio
Pelle stiftet die Antenne, wir die Halterung – zusammen installieren sie Fulanga Radio professionell

Am Montag und Dienstag gehen Reto und Pelle wiedermal die Elektrogeräte reparieren, das Highlight ist die Installation einer neuen Antenne für “Fulaga Radio”. Dank einer Halterung von uns und einer Antenne von Pelle und der fachmännischen Reparatur der beiden wird die Station in den nächsten Jahren sicher immer gut erreichbar sein (vorausgesetzt es hört jemand denn zu…). Joe und Sikeli sind super dankbar und versprechen einen Ausflug mit uns zu machen.

Am Dienstag ist dann endlich das Wachen der Frauen nach gut 5 Tagen und Nächten zu Ende, man darf wieder fröhlich sein. Es gibt ein grosses Fest mit viel zu Essen einschliesslich von einigen Schweinen. Die Männer allerdings sitzen nach wie vor in der Runde beim Kavatrinken, die werden wahrscheinlich erst am nächsten Tag wieder hungrig sein…

Am Mittwoch besucht uns unsere Gastfamilie an Bord. Nach Kaffee, Kokoseis und Kuchen warten wir Schweizer Käse und deutsches Sauerteigbrot auf. Selbst Jonny und Bossy finden auch Käse und Brot lecker, ich bin ganz erstaunt.

So ist die erste Woche rum wie nichts. Wir waren gerade einmal am Pass tauchen und stellen fest, dass die Unterwasserwelt hier alles mit Abstand schlägt, was wir bisher auf unserer Reise gesehen haben!

Die nächsten Wochen vergehen aber genauso im Flug.

Korallen
Korrallen aller Art und Farbe…
Korallen
…soweit das Auge reicht 😉
Barracudas
Regelmässig treffen wir auf Schwärme von Barracudas in der Nähe vom Pass
Adlerrochen
auch 2 riesige Adlerrochen (Spotted Eagle Ray) schimmen majestätisch an uns vorbei
Weissspitzen Riffhai
und natürlich umkreisen uns einige neugierige Riffhaie
Clown Fisch
aber auch Nemo darf nicht fehlen

Immer wenn wenig Wind ist fahren wir mit DInghy und Tauchausrüstung durch den Pass und erkunden das Riff rechts und links vom Pass sowie den Pass wenn noch genug Luft übrig ist und ich nicht schon vor lauter Kälte schlottere… Man bedenke hier ist Winter, brrr…

Auf der einen Seite gibt es unzählige Schluchten und Höhlen, eine Berg- und Tal – Landschaft voll mit den unterschiedlichsten Formen und Farben von Korallen und voll mit kleineren Rifffischen.

Auf der anderen Seite ist eine senkrechte Wand, durchbrochen von vielen Canyons und wir treffen auf eine grosse Schule von Barrakudas, mächtige Adlerrochen und am Eingang vom Pass auf gigantische Schwärme von Snappern und Jacks.

Blick vom Gipfel
Blick vom Gipfel neben dem Hauptdorf Munaicake
Knochen und Schädel
auf dem Weg ein paar Erinnerungen an frühere Zeiten…
Korallen von oben
bei Niedrigwasser kann ich mit dem Paddelboard die Korallen ansehen gehen

Aber auch sonst gibt es einiges zu entdecken. Wir wandern auf jeden Hügel, auf die andere Seite der Insel, gehen Muschel sammeln und wenn sonst gerade nichts zu tun ist, geh ich ausgiebig Paddelboarden ;-).

Alle paar Tage verlegen wir uns an einen neuen Ort eine Meile weiter, prima, um dann die neue Gegend zu erkunden…
Kirche Naividamu
Die Kirche in Naividamu hat den besten Platz im Dorf
Glocke
und das hier ist die Kirchglocke!
bei Sailosi
Zu Besuch bei Sailosi
bei Una und Tomasi
Am Plaudern mit Una im Haus der Familie
Una und Kinder
Una und die Kinder erwarten uns am Strand
Kinder
…besonders die Kleinen sind immer begeistert wenn wir kommen
Kinder
und cool muss man sein vor der Kamera!
Früchte
Wir bringen ein paar Geschenke und werden mit Obst und Gemüse eingedeckt

Auf Sailosi’s Einladung hin verbringen wir einen Sonntag in Naividamu, dem Dorf westlich in der Lagune.

Nach Gottesdienst und Mittagessen machen wir mit Una einen Spaziergang zum Aussenstrand, am nächsten Tag bringen wir ein paar Geschenke und bekommen dafür eine Ladung Obst und Gemüse. Ich freue mich sehr, denn beides ist zur Zeit etwas knapp an Bord.

Ein jedes Mal werden wir umringt von einer Horde Kinder, schon wenn wir uns mit dem Dinghy nähern schallt es “Palangi, palangi” (=Weisse) durchs Dorf.

Sunset
Sonnenuntergang in Malakuja
Joe
Joe verkostet mein Weissbier und ist begeistert, es ist aber auch super lecker 😉
Höhle
Die Höhle ist riesig und einen Besuch wert!

Einer unserer Lieblingsplätze ist Malakuja, dort sind wir fast alleine und unsere She San steht super geschützt zwischen ein paar Inselchen.

Joe zeigt uns eine riesige Tropfsteinhöhle am Nachbarstrand und einen Buschweg, auf dem wir in 20 min zu Fuss im Hauptdorf sind. Sehr praktisch, vor allem da wir fast kein Benzin mehr für das Dinghy haben und ausserdem auch noch etwas Bewegung bekommen.

An den Inselchen direkt neben unserem Ankerplatz weiht uns Sikeli in die Geheimnisse der Oktopus Jagd ein.
Tintenfisch
Der Tintenfisch wehrt sich und verspritzt seine Tinte
Reto und Sikeli
danach werden die Dinger mit einem Stock geschlagen, damit sie weich werden
Tintenfisch im Topf
dann kurz aufkochen und schon kann man das Viecherl essen 😉

Erstmal die Löcher ausfindig machen, dann schauen, ob einer drinnen sitzt, mit der Harpune reinschiessen, dann mit Hilfe eines zweiten Pfeils den Kerl aus der Höhle ziehen. Natürlich findet der Tintenfisch das nicht so lustig und wehrt sich dementsprechend, ausserdem verspritzt er ordentlich Tinte, so dass man gar nichts mehr sieht…

Im Anschluss muss man ihn ordentlich klopfen, damit er weich wird. Das ist eine ganz schöne Sauarbeit, Sikeli meint mehrere Male “I really hate this work, that is a women’s job…”. (Ich hasse das wirklich, das ist Frauenarbeit).

Ich bin die einzige Frau in der Runde, halte mich aber dezent zurück und greife das Tier nicht an, bis es mit Sauce umgeben in appetitlichen Stücken auf meinem Teller liegt ;-). Tatsächlich hat sich der Aufwand gelohnt, es ist superzart und total lecker!

Pre School day
Der Pre school day ist ein grosser Event…
Pre School day
…den ganzen Vormittag führen die Kinder Tänze auf…
Miss world
sogar eine “Miss World Wahl” dindet statt…
beim Kavatrinken
…die Männer dagegen sind am Kava trinken…
beim Kavatrinken
und auch Reto bekommt die 5. gut gefüllte Schüssel von unserem Host Jo

An einem Freitag morgen tapsen alle Segler ins Dorf, es ist der Abschlusstag der Pre-School Week. Natürlich haben wir keine Ahnung, was auf uns zukommt.

Nach der Prozession der Schüler und Lehrer durchs Dorf folgt ein Gottesdienst.

Dann führen alle Altersgruppen stundenlang einstudierte Tänze auf, die Männer fangen an Kava zu trinken.

Auch Reto sitzt neben Jo und wird abgefüllt, so dass der geplante Tauchgang am Nachmittag wegen zu viel Kava Konsumation abgesagt werden muss.

Im Anschluss gibt es Mittagessen, erst die Kinder, dann wir Yachties, dann die Frauen, die Männer bleiben lieber beim Kava trinken.

“Am Sonntag um 9.30 Uhr seid ihr da zur Kirche” sagt uns unser Host Jo bestimmend. Da traut sich Reto nicht zu widersprechen. Bepackt mit grossem Schokoladenkuchen machen wir uns auf, nach der Kirche ist eine Gedenkfeier für den kürzlich in Suva verstorbenen Bruder von Jo, der ganze Clan kommt zusammen. Jede Familie trägt etwas dazu bei, es ist wieder mal super lecker.

Trauermahl
Trauerfeier zu Gedenken des verstrobenen Bruders von Jo

Zusätzlich zu den sonst üblichen Speisen gibt es Kürbiscurry und Sikeli hat 2 geschmackvolle Sösschen auf Basis von Sojasauce und Kokosmilch mit Zitrone gezaubert. Ich bin sehr dankbar für die Abwechslung.

An das Essen am Boden sitzend und meist mit den Fingern mangelns Besteck haben wir uns mittlerweile gewöhnt 😉 Am Ende packt mir Ma noch Gemüse, Fisch und die Mandiok -Kokosbällchen ein, so dass wir wiederum für die nächsten paar Tage zu Essen im Kühlschrank haben.

am Fischfritieren
Ma brät fleissig Fische für das Picknick
Picknick
Der Tisch ist voll, doch kurz dafauf ist alles weggegessen

Und schon 2 Tage später lädt das Dorf zum “Picknick”, alle treffen sich am Sandspit. Dort wird Kokosmilch gemacht und Fisch darin gekocht, Fisch gebraten und im Erdofen gekocht. Auch alle Yachties haben ein Gericht mitgebracht, im Handumdrehen sind all die Leckereien verputzt…

Ich verstehe von Tara, dass vor allem “richtige italienische” Nudeln hier beliebt sind. Im Laden (kurz nach Ankunft des Versorgungsbootes) werden nur asiatische Schnellkoch- Nudeln verkauft. Beim nächsten Gang ins Dorf bringe ich ihr einen grossen Pack voll Pasta mitsamt Sauce.

Versorgungsschiff
Endlich, nach 7 Wochen kommt das Ersatz – Versorgungschiff!
Versorgungsschiff
…am Strand wird die Ware verteilt auf die Dörfer.

Dann kommt (mit 3 Wochen Verspätung) endlich das von allen ersehnte Versorgungsschiff aus Suva an. Das letzte war 7 Wochen vorher, dementsprechend sind viele Vorräte schon lange zu Ende. Der Mangel an Mehl, Zucker und Reis ist nicht ganz so kritisch, da es ja genügend Mandiok, Yams und Süsskartoffeln gibt.

Viel kritischer allerdings ist, dass der Vorrat an Tabak (Suki) langsam komplett aufgebraucht ist… Auch wir bekommen das zu spüren, jemand klaut die 2 Pack Camel, die wir in unserem Rucksack als Geschenk für unsere Hosts haben. Wir sind kurz etwas erschüttert und enttäuscht, können uns das ganze anhand der herrschenden Tabakknappheit irgendwie erklären.

2 Tage nach Ankunft des Versorungsschiffes besuche ich erwartungsvoll das neue Lädeli in Muneira, dem Nachbardorf von Munaicake, dem Hauptdorf.
im Shop bei Tani
Tani schenk mir eine Tasche als ich zum 3. Mal einkaufen komme
Küche mit Feuerstelle
Typische Küche – gekocht wird mit Holz
Joe beim Flechten von Kokosbast
Jo beim Flechten der Kokosfaserseile
1. August
Wir feier den 1. August mit unseren Freunden Kristie und Dan von der Te Poe Rava, als Hauptspeise gibt es Älpler Macarona 😉
Hermann's Abschied
Sikeli, Mini und Joe musizieren wunderbar beim Abschiedfest von Hermann
Schule Fulaga
In der Schule – Antreten zum Nachmittagsunterricht…
Zähneputzen
…als erstes werden die Zähne geputzt
beim Kavamischen
Ma bei der Kavazubereitung
Heli in Fulaga
Seltene Attraktion – der Heli kommt um eine grosse Yacht einzuklarieren
Blue crowned lory
Zwei Blue crowned lory am Futtern auf einer Kokospalme

Vor einer gefüllten Regalwand strahlt mich Tani an, ich strahle zurück und freue mich über frische Eier, Zwiebel, Nachschub an Milchpulver und Zucker.

5 Mal frage ich ob es ok ist, wenn ich was kaufe, nicht dass die Dorfbewohner dadurch zu kurz kommen. “Kein Problem, es ist gut, wenn Geld ins Dorf kommt.”

Denn hier wird meist mit den Waren getauscht, wie die Holzschnitzereien oder die geflochtenen Seile aus Kokosbast, die früher zum Zusammenbinden von Segelkanus oder Dächern verwendet wurden und heute als Deko – Schmuck für Hotels auf der Hauptinsel exportiert werden.

Holzschnitzen ist immer noch eine der Haupteinnahme – Quellen von Fulaga. Unser Host Jo schnitzt wunderschöne Masken mit Schildkröten als Verzierung, leider schickt er sie unbehandelt nach Suva, wo sie denn fertiggestellt werden.

Gegen Ende der vierten Woche im Atoll sind wir eigentlich bereit weiterzuziehen, auch wenn uns noch lange nicht langweilig ist. Doch das Wetter spielt verrückt.

Ein Tiefdruckgebiet nach dem anderen zieht südlich von uns durch und bringt wechselnde Winde aus Südwest. Nicht gut für unsere nächsten Ziele. “Also bleiben wir halt noch ein paar Tage” denken wir alle paar Tage, daraus werden am Ende nochmal ganze 2 Wochen…

Krebs
Beim Ausflug in Sailosi’s Garten fangen die Hunde einen Krebs, den ich dann tragen darf
Bananenstaude
Am Rückweg schultert Reto gekonnt den Bananenstrunk
Vorbereitung Fest
Vorbereitungen für ein Fest – jeder hat einen Job auch der Junge, der Kava ausschenkt
Bananenstaude
Klar, was es bei uns die nächste Zeit zu essen gibt 😉

Noch zweimal machen wir einen Ausflug nach Naividamu, kaufen dort Benzin und besuchen Sailosi. Natürlich bringen wir ein paar Geschenke und bekommen von ihm nochmal eine ganze Staude kleiner Ladyfinger Bananen und eine Staude an Kochbananen, so ist der Vorrat an Obst erst mal wieder gewährleistet.
Reto möchte nochmals einen Tintenfisch fangen. Schon bald habe ich einen ausgespäht, aber der Wiederhacken vom Pfeil der Harpune bricht, der Tintenfisch lässt seine Tinte los und wir stehen beide im “Finsteren”. Als wir endlich wieder etwas sehen können ist das Viecherl natürlich verschwunden…

beim Tintenfischklopfen
Dan und Reto beim Tintenfischklopfen
Tintenfisch
und ich halte mich wieder dezent zurück 😉
Jam Session
Jam Session auf der She San…
Abendessen
…mit Te Poe Rava, Me Too und Rouser

Am nächsten Tag kommt Dan mit dazu, die beiden sind erfolgreich und holen 2 Stück heraus, die sie dann tapfer am Strand weichklopfen. Zusammen mit Te Poe Rava, Rouser und Me Too gibt es am Abend Jamsession und Tintenfisch auf der She San.

Giant Trevalli
abends um 9 Uhr beisst dieser Giant Trevalli – Reto mit Shorts dank Fotoshop 😉

Zwei Tage später beisst abends um 9 Uhr ein Giant Trevalli an unserer Angelleine, wir schneiden die Schwanzflosse ab und packen den Kerl erst Mal als ganzes in den Kühlschrank… Am nächsten Tag löse ich das Fleisch aus, es ist grau und fest aber sehr lecker 😉

Müscheli
Auch Kleinvieh macht Mist – hunderte von Müscheli ergeben wunderbare Spaghetti alle Vongole

Auch grosse und kleine Muscheln sammeln wir. Die grossen müssen lange gekocht werden, um weich zu werden und sind sehr schwierig zu entsanden. Die kleinen dagegen sind in ein paar Minuten durch, nur halt etwas viel Arbeit zum Auslösen. Wir zählen 900 Stück und laden Me Too und Rouser zu Spagetthi Aglio i Vongole ein, hmmm, was will man mehr?

Jonny
Jonny ist überglücklich, dass wir sein Fahrrad wieder repariert haben
Abschied
Abschied von Tara, Jo und Bossi

Die letzten 5 Tage geniessen wir mit täglichem Tauchen vor und in dem Pass und in der Gesellschaft von Sarah und Giles von Rouser und Jill und Clay von Me Too, es ist ständig was los.

Dann ist es soweit, wir verabschieden uns von unserer Gastfamilie, so langsam wird es halt doch mal Zeit. Als Abschiedsgeschenk bekommen wir ein selbstgeflochtenes Täschchen von Tara und eine geschnitzte Kavaschale von Jo, wir freuen uns riesig, die bekommen natürlich beide einen Ehrenplatz auf der She San.

Fidschi – Savusavu bis Vanua Balavu in der Lau Gruppe

savusavu waitui marina
Die Waitui Marina in Savusavu wirkt ein wenig heruntergekommen, ist aber gemütlich und hat gutes und günstiges Essen
inisches essen in fidschi
Leckeres indisches Buffet in der Waitui Marina
Kava in Lambasa
Beim KavaWurzeln Einkaufen in Labasa
Markt Savusavu
Der Markt in Savusavu, für die nächsten Wochen die letzte Gelegenheit frisches Gemüse einzukaufen

Eine gute Woche geniessen wir die Vorzüge der Kleinstadt Savusavu.

Wir gehen fast täglich auswärts essen – um 4 bis 6 Franken kann man sich das schon mal leisten…

Mit dem Bus fahren wir um 3 Franken pro Nase in gut 2.5 Stunden nach Labasa, wir finden dort noch das ein oder andere mehr als in Savusavu und geniessen die Inselrundfahrt.

Wir bunkern Diesel, Wasser, Bier und Lebensmittel, dann dreht der Wind für ein bis zwei Tage nach Süd, ideal – wir segeln nach Osten in die Viani Bay gegenüber von Taveuni.

Viani bay
Viani Bay – schön aber ein bescheidener Ankerplatz

Die Bucht ist schon ziemlich voll mit allesamt befreundeten Yachten, der Ankergrund hält schlecht und ist mit vielen Korallenköpfen durchsetzt. Nach 2 Stunden üben nehmen wir hin, dass der Anker kaum hält, es ist ja wenig Wind angesagt…

Der Grund warum alle hier sind? Das vorgelagerte Rainbow Reef ist eines der berühmtesten Tauchreviere in Fiji, auch ich war vor 23 Jahren schon mal hier zum Tauchen. Rick von der Duplicat organisiert für den nächsten Tag ein Boot mit Führer William, der uns dank Hilfe seiner Freunde dann auch zum vereinbarten Tauchspot bringt. Sehr bequem und es erwartet uns eine wunderschöne Unterwasserwelt ein paar meter unter der Wasseroberfläche. Weiter unten leider sehen wir, dass auch hier viele Korallen tot sind, wahrscheinlich von Hurricane Winston zerstört.

Erdofen Lovo
Der Erdofen ist gefüllt mit Lebensmitteln und wird nun noch abgedeckt

Am Abend machen die Familien am Strand einen “Erdofen” für die Segler. Das ist die traditionelle Methode zu kochen, wie es hier auf den Pazifik Inseln schon seit Jahrhunderten üblich ist. Dazu graben sie ein Loch und heizen mehrere Stunden Steine auf, auf die dann in Bananenblättern gehüllt das Gargut aufgelegt wird. Oben drüber dann noch ein paar Stauden als Deckel, und schon eine Stunde später ist das Essen fertig.

Kava Zubereitung
Die Männer bereiten Kava zu, jetzt noch ein wenig Wasser drauf und fertig ist die braune Brühe…

In der Zwischenzeit dürfen alle mal vom Nationalgetränk, dem Kava probieren. Das braune Wasser wird aus zerstampften Wurzeln gewonnen, sowohl das Resultat als auch das Vorgehen sieht etwas gewöhnungsbedürftig aus. Tapfer probieren Ulla und ich als erstes, und ich muss feststellen, dass es gar nicht mal so schlimm ist.

Am nächsten Morgen machen wir uns diesmal alleine mit unserem Dinghy auf zur berühmten Great White Wall und prompt finden wir die unter Wasser versteckte Tauchboje. Wir erleben einen schönen Tauchgang, allerdings ist die Wand nicht weiss, da dies nur beim Gezeitenwechsel morgens um 5 der Fall ist.

Parasise Bay
Sonnenuntergang am Paradise Bay Resort in Taveuni
Beim Spaziergang zum Supermarkt auf Taveuni zusammen mit Vega, Blue Lilly und Duplicat
Papagei
Der neugierige Papagei lässt sich gerne fotografieren

Zurück auf der She San entscheiden wir uns einen besseren Ankergrund zu suchen und verlegen uns 10 Meilen weiter westlich vor das Paradise Bay Resort.

Der Ankergrund dort ist auch nicht super, aber mit dem erwarteten Wind aus Süd hoffen wir in den nächsten Tagen in die Lau Gruppe segeln zu können.

Der Plan geht auf: in einem kurzen Nachtschlag segeln wir mit wenig Wind gemütlich nach Vanua Balavu.

Bay of islands Vanua balavu
Angekommen in der Bay of Islands in Vanua Balavu – wir ankern umgeben von unzähligen Pilzinselchen

Einmal durch den Pass laufen wir zusammen mit der Blue Lilly die berühmte Bay of Islands an, eine gut geschützte Bucht mit unzähligen Pilzinseln, ideal zum Paddel – Boarden und Kajaken.

Fast 5 Meilen entfernt von der Bay of Islands liegt das Dorf Dalikoni, am nächsten Morgen machen wir uns im Dinghy auf, um dort unser “Sevusevu” zu machen.

Der Ritt durch die Lagune ist etwas weniger geschützt als wir uns das so vorgestellt haben. Schon nach kurzer Zeit sind wir waschelnass. Trotz dem Aussenriff baut sich eine rechte Welle auf, dazu erwischt uns ein ordentlicher Squall, wir tropfen bis auf die Unterhose.
Gut dass ich mich am Strand mit dem trockenen Sulu umziehen kann, so bleibt nur ein Teil tropfnass. Eine Frau begleitet uns zum Haus des Chiefs, dort erleben wir unsere erste Sevusevu Zeremonie. Im Anschluss dürfen wir Fotografieren und erfahren ein paar Fakten über das Dorf.

chief dalikoni
Unser erstes Sevusevu beim Chief in Dalikoni
dalikoni
Spaziergang im Dorf Dalikoni
Dalikoni Village Vanua Balavu
Der Rasen ist frisch gemäht, alles ist sauber und gepflegt, die Obstbäume wuchern hinter dem Haus.
Die Auswahl im Dorfladen beschränkt sich auf Cracker, chinesische Nudeln und Dosenfisch, der Laden ist integriert in den Wohnraum

“Sevusevu machen” bedeutet, den Chief vom Dorf aufzusuchen und mit einem Bündel Kava um Erlaubnis zu bitten, in seinem Stammesgebiet zu sein.

Der Chief oder sein “Turanga-ni-koro” (engl. “spokesman” oder dt. “Dorfsprecher”) murmeln dann einige Sätze über den Bündeln von Kava und am Ende heisst es “es ist gut, ihr dürft bleiben”.

Jam Session She San
Jam Session auf der She San

Wir geniessen die Abende mit der Blue Lilly entweder bei feinem Essen oder mit der ein oder anderen Jam Session.

Absolutes Highlight ist das “Lied der Schlümpfe”, bei entsprechendem Internet Empfang lassen wir euch gerne mal daran teilhaben ;-).

batavu harbour vanua balavu
She San und Blue Lilly in der Bavatu Bucht
Bavatu Farm
Beim Spaziergang durch die Farm – geschätzt die Hälfte der Kokosnusspalmen ist Winston zum Opfer gefallen
Blick auf Bay of Islands Vanua Balavu
Blick vom Aussichtspunkt auf die Bay of Islands

Nach 3 Nächten verlegen wir uns auf die andere Seite der Insel in die Bavatu Harbour, dort gibt es eine schöne Wanderung zum Aussichtspunkt über die Bay of Islands.

Little Bay Raviravi Vanua Balavu
Einfahrt in die Little Bay – Raviravi

Am nächsten Morgen motoren wir noch ein paar Meilen weiter in Richtung Süden in die “Little Bay”.

Dort empfangen uns Tui und Sotia, die Hüter des Anwesens, das neben der Bucht liegt. Mit einem ganzen Eimer voller Früchte begrüssen sie uns und erinnern uns, dass wir bei ihnen oder im Dorf unser Sevusevu abgeben müssen. Wir entscheiden uns fürs Dort, besuchen aber Tui und seine Frau Bui am gleichen Nachmittag, so als Art “lokales Sevusevu”.
Little Bay Raviravi Vanua Balavu
Tui zeigt uns wie man richtig Kava trinkt…
beim Kava trinken
wichtig ist, dass man die Schale auf einmal austrinkt

Das kleine Päckchen Kava, das wir eigentlich Tui mitgebracht haben, wird prompt für uns angemacht und Tui und Bui erklären uns nochmal das Ritual.

Man nimmt die halbe Kokosnussschale mit beiden Händen entgegen, sagt “Bula”, trinkt das Zeug auf ex und sagt beim Abgeben der Schale “Mara” oder so ähnlich. Danach sitze ich entspannt und zufrieden da und werde immer ruhiger. Es wirkt also doch!

Tags darauf machen wir uns pünktlich 2 Stunden vor Low Tide auf den Weg ins Dorf, Tui begleitet uns. Nach eineinviertel Stunden erreichen wir die Gärten vor dem Dorf, dort pfeift Tui den Chief aus seinem Garten, wir gehen zusammen ins Dorf, wo wir uns dann alle umziehen.

Sevusevu in Mavana
Beim Sevusevu in Mavana – rechts der Chief
Mavana Vanua Balavu
Spaziergang durch Mavana, viele Häuser mussten nach Winston repariert werden
Schule Mavana Vanua Balavu
Hannes zeigt den Kindern welchen Weg wir von Europa nach Fidschi gesegelt sind
Schule Mavana Vanua Balavu
Social Media und Drogen sind überall Themen in der Schule
Obst und Gemüsetransport
Der Mann bringt Bananen und Mandiok aus dem Garten nach Hause und freut sich, dass wir Kava ins Dorf gebracht haben.
Mavana Vanua Balavu
Die jungen Männer machen Pause von der Gartenarbeit

Beim Sevusevu das gewohnte Gemurmel über den Kawabündeln, dann die kurze Übersetzung “ihr gehört jetzt zum Dorf und dürft gehen wohin ihr wollt”. Trotzdem begleitet uns Tui durchs Dorf, zeigt uns das Haus vom Präsidenten, die Schule und stellt uns rundherum vor.

Als wir zurück kommen, tischt uns Bui Fisch fritiert und in Kokosmilch auf, dazu gekochten Mandiok und als Nachspeise Kompott aus Kochbananen. Gerade rechtzeitig vor Hochwasser erreichen wir unsere Bucht.

mit Bui beim Fischen
Am Abend zeigt uns Bui, wie man den Salala fischt – Fischen ist hier nämlich Frauensache
Fischen Little Bay Vanua Balavu
Bui auf ihrem “Angelfloss”, einer Plastikpalette, die an den Strand geschwemmt wurde

Am Abend gehen wir alle zusammen fischen, doch leider beisst keiner.
Am nächsten Tag versuchen wir es nochmal. Bui rudert auf einer (vor ein paar Tagen am Strand angeschwemmten) Plastikpalette sitzend bis zu uns in die Bucht, wirft ihren Korallenklotz als Anker und zeigt uns wie es geht.

Während ich nur Steine am Grund einfange, fängt Reto wenigstens einen und Bui dafür 3 oder 4 Stück. Wir bekommen 2 für unser Mittagessen, ich lehne dankend ab, hab aber keine Chance.

Hannes und Lydia verabschieden sich, ihr Zeitplan drängt. Kaum sind sie draussen aus der engen Bucht kommen dafür Vega, Loupan und Hakuna Matata dazu. Damit sind wir dann mit Sula und Osprey ganze 6 Yachten in dieser kleinen Bucht.

Am Wochenende ist Starkwind angesagt, wir denken gut geschützt zu liegen. Tun wir auch, nur hat keiner damit gerechnet, dass so starke Böen aus dem Schluff rausblasen. Es dreht uns alle wie verrückt und oft auch ganz schön nah aufeinander zu…

Trotzdem verlassen alle am Sonntag morgen die Bucht, wir fahren mit dem Boot nach Mavana in die Kirche. Wieder einmal kommen wir waschelnass an, zum Glück haben wir diesmal ordentliche Wechselkleider dabei.
Kirche Mavana
In der Kirche in Mavana
Sonntags Lunch Mavana
danach gibt es Mittagessen, der Tiasch biegt sich mit Fisch, Gemüse und Taro
Mavana Vanua Balavu
Früh übt sich – auf Bildern muss man cool posieren…
Mavana Vanua Balavu
beim Rückmarsch von Mavana nach Little Bay passieren wir die Gärten des Dorfes

Nach der Kirche werden wir zum sonntäglichen Mittagessen eingeladen, der Tisch biegt sich vor lauter voll beladenen Platten mit in Kokosnussmilch gekochtem Fisch, Taro und Gemüse aus Taroblättern. Gut dass wir den anschliessenden Heimweg zu Fuss machen können…

Little Bay Vanua Balavu
Tui und Sotia musizieren am Lagerfeuer

Am Montag abend machen Tui, Bui und Sotia mit Familie am Strand ein Lagerfeuer mit ausführlicher Kavarunde. Nach dem 4. Minitässchen Kava reicht es mir, mein Kopf dröhnt. Wir Frauen steigen alle aus, die Männer trinken fleissig weiter.

Am Mittwoch morgen gehen unsere Wege auseinander, nur die Loupan bleibt noch in Vanua Balavu und geht mit uns in den Süden nach Susui.

Sevusevu Susui
George-i, der Chief von Susui, beim Sevusevu
Strand Susui
Jacob zeigt uns den Aussenstrand von Susui
Kinder Susui
Nach Schulschluss werden wir von einer neugierigen Kinderschar umringt
Frauen in Susui
Frauentreffen am Haus von Jacob und Bale (links vorne)

Dort angekommen gehen wir natürlich als erstes mit unserem Kava an Land. Jacob, der Dorfsprecher empfängt uns am Strand und Chief George-i gibt uns die Erlaubnis zu bleiben, so lange wir wollen.

Schule Susui
Im Klassenzimmer der 3. bis zur 6. Klasse
Schule Susui
Am Ende des Schultages steht Volleyball auf dem Programm, wenn jemand einen Fehler macht wird fröhlich gekichert 😉
Susui
Spaziergang auf Susui durch den Busch
Reparierteam in Susui
Von 5 DVD Playern ist leider nur einer zu richten
Reparierteam in Susui
dafür ist die Ausbeute bei den Fernsehern um so grösser…
Reparierteam in Susui
Auch die Installation der Satellitenschüssel ist ein zähes Projekt
Reparierteam in Susui
dafür ist Anna glücklich, dass ihre Nähmaschine wieder funktioniert

Etwas unvorsichtig frage ich, ob sie denn irgendwelche Elektrogeräte haben, die Reto sich vielleicht mal ansehen soll. Also geht es am nächsten Tag los in der Schule, Pelle ist natürlich auch live mit dabei. Die kommenden 4 Tage schrauben sie mal zu zweit, mal alleine an allem was nicht mehr geht.

Am dritten Tag machen Ulla und ich einen Marsch über die Insel, wir landen in verschiedenen Gärten, am Ende bei Anna, die wir nach dem Weg fragen. Anna lacht lauthals “Was machen denn 2 weisse Frauen wie ihr mitten im Busch?” und schenkt uns einem jeden eine Papaya und 2 Bund Inselkohl. Das ist ein für mich komplett neues Gemüse, herrlich scharf und ich erkläre es sogleich zum neuen Lieblingssalat!

Als Jacob am 4. Reparaturtag meint “die Dorfbewohner möchten euch am Nachmittag Obst verkaufen” kommt von mir nur scharf “I will not buy any fruits after Reto working here for 4 days repairing everything”.

Er versteht was ich meine, organisiert eine Ladung Bananen von der Familie, die gerade wieder einen Fernseher “bekommen” hat und eine ordentliche Ladung Papayas und Zitronen für den nächsten Tag.

Bilanz: die Computer in der Schule können wieder geladen werden, 2 Waschmaschinen repariert, 1 von 5 CD Playern (das Zeug ist wirklich Schrott…), 3 Fernseher (die guten alten mit der Röhre sind doch immer noch gut zu reparieren), 1 Nähmaschine.

Am meisten freut sich Anna, die endlich weiss, wie ihre Nähmaschine richtig funktioniert und die Bobine nun auch wieder aufrollen kann. Beim Öffnen des Plastikgehäuses der Maschine “Made in Thailand” ist Reto fast verzweifelt. Die Dinger werden wohl nicht wirklich gebaut, um repariert zu werden. Zum Dank bekommen wir neben einer weiteren Ladung Papaya nochmal ein ganzes Bündel voll Inselkohl, hmmmm!

Mit dem Schulboot machen wir einen Ausflug nach Lomaloma, zum Kennenlernen, aber hauptsächlich zum Gemüse einkaufen. Gemäss Jacob findet Montag bis Freitag ein Markt statt, auf dem wir frisches Gemüse kaufen können. Angekommen in Lomaloma finden wir nichts dergleichen, der “Markt” ist wohl schon zu Ende…
Wir durchstreifen die zwei nebeneinander liegenden Dörfer, das Fiji Dorf Lomaloma und das Tonga Dorf Sawana. “Heutzutage vertragen sich die beiden Dörfer” erzählt uns ein freundlicher grosser Mann, “man heirate auch untereinander.” Früher war das Verhältnis scheinbar nicht immer so gut.
Dorfladen Sawana
Der Dorfladen in Sawana ist erstaunlich gut sortiert

Auf der Sawana Seite finden wir schliesslich einen recht gut sortierten kleinen Laden, ich bunkere Mehl, Zucker, Cracker und Eier und wir gönnen uns ein Glace.

Sonntag in Susui
Sonntagmorgen in Susui, die Mächen tragen ihre Sonntagskleider
Sonntag in Susui
Nach der Kirche dürfen wir mit den Männern zuerst essen…
Sonntag in Susui
…dann kommen die Kinder…
Sonntag in Susui
…und Kindergartenkinder.
Sonntag in Susui
Sonntägliche Attraktion – Pelle lässt seine Drohe fliegen…
Susui Luftbild
… daher dieses schöne Bild vom Dorf von oben 😉

Am Sonntag putzt sich das ganze Dorf heraus, die kleine provisorische Kirche ist brechend voll, der Gesang ist umwerfend, ansonsten verstehen wir wie immer nichts.

Nach der Kirche werden wir auch hier zum Mittagessen eingeladen. Es gibt riesige Mengen an Fisch frittiert und in Kokosmilch mit Mandiok und Inselkohl und wir “Palangi” (Weissen) dürfen mit den Männern anfangen, dann kommen Frauen und Kinder, es ist für alle genug da.

An unserem letzten Nachmittag in Susui gehen Chris und Ross von der Sula mit den Kindern zusammen am Aussenstrand “papierla” (schweizerdt. für “Müll einsammeln”).
Müllsammeln Susui
Erfolgreiche Müllsammelaktion – in nur einer halben Stunde sind die Säcke voll!

Wir helfen natürlich mit und freuen uns, wie die Kinder aufmerksam alles auflesen, vor allem Plastikmüll, der angeschwemmt wurde. Aber auch von den Einheimischen finden wir einige Berge an Müll, so wie die 20 Packete Windeln, die Akisi und ich in den Büschen hinter dem Strand finden.

Wir bringen alles zurück ins Dorf, wo leider die einzige Entsorgunsmöglichkeit das Verbrennen ist. Besser die Schadstoffe in der Luft als das Plastik im Bauch von Fischen und Vögeln? Wahrscheinlich schon, aber halt auch nicht gerade super…

Zum Abschied bekommen wir noch 2 frittierte Fische von Jacobs Frau Bale geschenkt und wir fühlen dass unsere Mitbringsel und Arbeitseinsatz doch wertgeschätzt wurden.

Zusammen mit der Loupan machen wir uns auf in Richtung Süden, Fulaga (gesprochen Fulanga) wäre das Ziel.

Nach der Tongan Passage möchten wir auf Kurs gehen, ohhps, wir schaffen es fast nicht! Der Wind kommt noch etwas zu sehr aus Süd, so wird das wohl nichts…

Über Funk verabschieden wir uns schon mal von der Loupan, die sicher besser hart am Wind segeln als wir.

Trotzdem tun wir unser bestes, und siehe da, der Wind ist gnädig und dreht immer gerade rechtzeitig. 21 Stunden später stehen wir tatsächlich vor dem Pass von Fulanga, wir freuen uns riesig!

Es ist morgens um 11 Uhr, die Wellen in der Passeinfahrt sehen ziemlich ruppig aus, Waschmaschine, wie erwartet. Wir drehen ein paar Runden vor dem Pass, essen gemütlich zu Mittag, dann kehrt die Tide. In dem Moment wo Strömung und Wind in einer Richtung sind wird es ruhig und wir fahren durch den Pass ins Atoll ein.

Fulaga Sandspit Lau
Angekunft in Fulaga im Süden der Laugruppe – Welcome to Paradise!

Türkisblaues Wasser und unzählige Inselchen erwarten uns, 3 Segler stehen in der riesigen wunderschönen Südostbucht vor einem langen Sandstrand, geschützt von allen Seiten. Hier gefällt es uns, hier werden wir wohl ein bisschen bleiben ;-).

Von Neuseeland über Minerva nach Fidschi

Der Wind bläst kräftig durch die Marsden Cove Marina, Gewitterschauer ziehen vorbei, aber wir haben gerade in Neuseeland ausklariert, ab gehts nach Fiji.

Marsden Cove Marina NZ
Marsden Cove Marina, der Himmel klart wieder auf, es wird Zeit zu gehen
Tschüss Neuseeland, jetzt wird es Ernst!

So haben wir beide etwas weiche Knie, ich dazu leicht Kopfweh und Reto hat ein flaues Gefühl im Magen und das schon vor der Abfahrt (ich hab natürlich Appetit wie immer…) .

Aber wir warten einfach ab, bis das schlimmste des Tiefs vorüber ist und kurz nach dem Mittag helfen uns Lydia und Hannes beim Ablegen.

Draussen im Fluss segeln wir ein paar Meter ruhig mit der Genua und schwupps sind Wind und Strom und bald auch Welle bis zum Bream Head ganz schön gegen uns.
Wir werden gleich mal ordentlich eingesalzen und durchgeschüttelt, nun ist auch bei mir das flaue Gefühl im Magen da.

Ums Eck rum raus ins offene Meer wird es ruhig, der Wind und eine kleine Welle kommen von hinten, wir geniessen den Nachmittag und machen letzte Kommunikation, der Telefonempfang reicht noch weit ins Meer hinaus.

Den Versuch das grössere Vorsegel zu setzen, geben wir übereinstimmend schnell wieder auf, 8-10 Knoten Speed ist uns dann doch zu schnell für den Anfang. Immerhin sind wir ja seit letzten Herbst nicht mehr gesegelt.
Als dann mit Abstand von der Küste die Wellen höher werden, spüren wir das auch deutlich. Es wird uns zwar zum Glück nicht schlecht, aber fit sind wir auch nicht gerade.

Fischen auf hoher See
Beim Ausbringen der Fischerleine, so richtig gemütlich ist es ja nicht…

Auf meinen Enthusiasmus hin, sofort die Angelleinen auszubringen meint Reto nur trocken „Was, du willst fischen? Na, die darfst du gerne selber reinholen…“ Grummel, ich sehe es nur ungern ein, aber bei dem Geschaukel und Gespritze kann ich mir auch grad nicht vorstellen, mit einem Fisch zu kämpfen.

Die nächsten beiden Tage werden die Wellen noch etwas ruppiger, auf unserer She San hüpfen Gegenstände rum, wie bisher selten.

Dann entdecke ich ein paar Tropfen Wasser am Boden, wo kommen die wohl her? Es schmeckt salzig, noch dazu. So ein Mist aber auch, das Polster vom Sofa ist nass, von der Notlucke kommt etwas, aber lange nicht so viel.

Während Reto die Verkleidung wegreisst und das Bücherregal demontiert, muss ich draussen reffen, ein Squall geht über uns drüber. Ich bin eigentlich auch ganz froh um die Ausrede, denn mein Magen verträgt es noch gar nicht, so lange im Schwimmer rumzusuchen.

Leckage an der Schraube der Notlucke
Leckage an der Schraube der Notlucke
Absaugung
Tapfer saugt Reto das Wasser ab, das hinter der Verkleidung immer noch steht, hmm, lecker!

Schon bald findet Reto eine Leckage, die wohl schon seit Anfang an da ist: eine verdeckte Schraube der Notlucke ist erstens lose und zweitens nicht gut abgedichtet. Trotz dem Notfallepoxi dass auch auf nass aushärtet rinnt weiterhin Salzwasser von irgendwoher.

Am Ende vermuten wir ein Leck im Ablauf vom Kühlschrank und stopfen erst mal einen Lumpen rein. Mal sehen, wir sind schon froh, solange es kein Riss im Schiff ist!

Nach 3 Tagen Geschaukel sind wir beide wieder eingewöhnt, dann nimmt auch der Wind ab. Auch wird es täglich wärmer, Alle 2-3 Tage kommt eine Decke weg. Bei der Abfahrt in NZ haben wir morgens noch 12 bis 15 Grad in der Stube und auch das Wasser hat gerade mal 15 Grad. Mit jedem Breitengrad in Richtung Norden steigt die Wassertemperatur um 0.5 bis 1 Grad an.

Sonnenuntergang
Schöne Stimmung auf hoher See

Die letzten 2 Tage vor Minerva wird das Meer flach und der Wind ist im An – und Abschaltmodus. Er wechselt zwischen 5 bis 12 Knoten zwar im 3-5 Minutentakt.
Wir dümpeln einen Moment lang mit 3-4 Knoten „flap, flap“ und im nächsten Moment rauscht es wieder und wir fräsen mit 8 Knoten dahin. Unglaublich! Was uns sehr freut ist, dass unser (doch recht beladenes) Schifferl mit nur 5-6 Knoten bei halbem Wind schon ganz ordentlich Fahrt aufnimmt 😉

Sensationell begleitet uns der Mond. Er leuchtet uns jeden Abend und erleichtert den regelmässigen Rundumblick.
Nach 4 Tagen ist er “voll” und da es weniger schaukelt und spritzt macht es auch wieder Spass den Sternenhimmel und Mond anzustarren.

Jetzt ist auch endlich Fischen angesagt und es geht gar nicht so lange und ein erster Mahi Mahi (Goldmakrele) hängt an der Angel.

Am Tag vor Minerva erfahren wir, dass in den kommenden Tagen der Einfluss eines Tiefs über Neuseeland das Wetter bis hier herauf stören wird. Wir entschliessen uns, demnach das Minerva Riff (Nord) nochmal anzulaufen und das dort auszusitzen.

In der Nacht übernehme ich die Wache und Reto sagt zu mir „und mach mir dann ja keinen auf “Tanda Malaika”! (siehe Blog von Huahine im Jul 17).

Wir bremsen ein wenig und fahren am Freitag, den 1. Juni morgens um 9.30 mit guter Sicht durch den Pass. 5 Jachten ankern bereits im Süden, aber da stärkere Winde aus Ost/Nordost erwartet werden stellen wir uns in die Nordostecke in die Nähe des Wracks.
Ankunft auf Minerva
Erste Etappe von knapp 6 Tagen und 832 Seemeilen geschafft…
Ankunft auf Minerva
…wir ankern im Minerva Riff

Im Laufe des Tages gesellen sich 10 andere Yachten zu uns, und zweit Tage später sind es bis zu 30! Was wir von den Ankömmlingen so hören zeigt uns, dass wir die richtige Entscheidung gefällt haben zu stoppen. Die meisten haben ein oder zwei schlaflose Nächte mit Windstärken bis über 35 Knoten erlebt.

Wir geniessen, dass wir in Ruhe hinter dem Riff liegen, bei Hochwasser schüttelt es etwas, aber sonst ist es recht angenehm. Um 9 Uhr abends fallen wir ins Bett.

Nach 9 Stunden Schlaf stehe ich um 6 Uhr voll ausgeschlafen auf, es ist mein Geburtstag, ich möchte unsere Eltern anrufen.

Unser Satellitentelefon, das wir eigentlich zur Kommunikation in Notsituationen gekauft haben hat schon bei den Textnachrichten wieder mal nicht zuverlässig funktioniert.

Jetzt müssen wir aber auch noch erfahren, dass auch das Telefonieren nicht super ist. Meine Eltern können mich fast nicht verstehen, wahrscheinlich ist grad eine Wolke vor dem Satelliten… Verärgert stellen wir fest, dass das Inmarsat wahrscheinlich nur bei Sonne und ohne Geschüttel funktioniert…Grummel!

Scheisswetter auf Minerva
An meinem Geburtstag scheint diesmal nicht die Sonne
Scheisswetter auf Minerva
…es schifft und stürmt den ganzen Tag…
Geburtagsfest mit Loupan
Zum Glück haben Ulla und Pelle es geschafft! Zu Mahi Mahi und türkischen Oliven geniessen wir eine feine Flasche Sekt
Chartplotter trackt Position
Der Track sagt alles – es ist nicht gerade ruhig auf Minerva (und unsere Kette ist am Ende um 2 Korallenköpfe gewickelt…)

Den ganzen Tag über stürmt und regnet es, ich backe Kuchen und bereite das Abendessen vor.

Am Nachmittag kommen unsere schwedischen Freunde Ulla und Pelle von der Loupan an, gerade rechtzeitig um ein wenig mit uns zu feiern.

Reto lässt unser Dinghy ins Wasser, um sie abzuholen. Dabei haut es das Dinghy umeinander, dass mir ganz Angst und Bang wird.

Zum Glück geht alles gut, ausser dass sie mehrere Salzwasserduschen abbekommen.

Einen Tag später kommen Hannes und Lydia von der Blue Lilly an, auch sie haben einen rechten Sturm da draussen erlebt.

Wir stellen uns gedanklich ein, die nächste Woche auf Minerva zu verbringen, ich überlege schon ob ich Bier braue, denn der Alkohol wird langsam knapp.

Am nächsten Morgen erfahren wir jedoch von 3 verschiedenen Seiten, dass für das folgende Wochenende ein unangenehmes Tief von Vanuatu nach Fiji ziehen soll, also doch weg hier, obwohl wenig Wind angesagt ist.

Diese Prognose trifft dann auch zu, wir müssen immer wieder den Motor zu Hilfe nehmen, da der Wind schlicht abstellt.

Und wieder mal strahlt die Verproviantierverantwortliche...
Und wieder mal strahlt die Verproviantierverantwortliche…
Abendrot im Pazifik
Sensationelles Abendrot, verheisst aber bekanntlich nicht gerade Wetterbesserung, oder?
Thunfisch
und dann noch 2 Thuna dazu, so ist es recht 😉

Immerhin haben wir Fischerglück mit einer weiteren 1.20 m grossen Goldmakrele und 2 kleinen Bonitos mit je 2.5 kg.

Die Goldmakrele ist diesmal allerdings hart erkämpft, als Reto sie an der Schwanzflosse packt springt sie ihm erst mal ins Gesicht und mir wird halb schlecht, weil ich nicht weiss ob das ganze Blut nun vom Fisch oder von meinem Liebsten kommt.

Nach der ersten Reinigung des Decks wird die gesprungene Lippe inspiziert, zum Glück ist es nur ein Riss, der hoffentlich in ein paar Tagen wieder verheilen sollte.

Nach gut 3 Tagen am Donnerstag Abend sind wir schon mitten in Fiji Gewässern und haben noch 30 Meilen bis Savusavu.

Der Wind stellt mal wieder ganz ab, wir lassen aber das Grosssegel stehen, es könnte ja wieder auffrischen. Mittlerweile sind 6 andere befreundete Yachten in unserer Nähe, zur Sicherheit haben wir den Radar laufen.

Kurz nach Beginn meiner Wache entdecke ich einen fetten Squall (Gewitterzelle) auf dem Radar und sehe, dass er sich uns nähert. “Ich glaube wir sollten besser das Gross runterholen” wecke ich Reto auf, der prompt aufsteht und sich die Rettungsweste überstreift. Ich fahre kaum in den Wind, er lässt das Segel runterfallen und in der gleichen Sekunde (ohne Witz!) springt der Wind von Null auf gut 20 Knoten, im nächsten Moment auf gut 30 Knoten und mehr. Es schüttet waagrecht, wir räumen schleunigst Segel, Schoten und Cockpit auf, bei jedem Mal Türe öffnen kommt ein ganzer Schwall Wasser in unsere Stube…

Zum Glück kommt der Wind “von hinten”, das heisst wir können erst Mal ohne Probleme die Insel Koro passieren. Als nach 2 Stunden immer noch gleich stark aus der gleichen Richtung bläst wird uns klar, dass das wohl mehr als ein einzelner Squall ist. Komplett ohne Segel fahren wir mit immer noch 6 Knoten in Richtung Savusavu, viel zu schnell um nicht mitten in der Nacht auf Land aufzuschlagen.

Dann kommt Reto die rettende Idee, nur mit Einschlagen des Ruders drehen wir bei, und so reduzieren wir auf 1.5 bis 2 Knoten Geschwindigkeit. Damit wäre erst mal Zeit geschunden. Nur sind hinter uns eben auch noch Bonnie, Blue Lilly, Loupan, Vega und Hakuna Matata unterwegs und bei dem Sauwetter haben wir erstens draussen Null Sicht und zweitens wird es unheimlich schwierig auf dem Radar zu erkennen, was jeweils ein Segelboot sein soll.

Wir rufen uns gegenseitig auf dem Funk auf und identifizieren so, wo ein jeder steckt. Nach ca. 6 Stunden nimmt wenigstens der Regen ab und wir erkennen wieder die Positionslichter unserer Freunde, uff. Als es um 6 Uhr langsam hell wird nimmt auch der Wind langsam ab, um 7 Uhr fahren wir um die Landzunge bei Savusavu, das Wasser wird ruhig, jetzt erst mal einen Kaffee trinken…

Flaggenwechsel
Kurz vor Savusavu hisst Reto die Fiji Flagge

Direkt hinter der Loupan fahren wir in Savusavu ein und machen an einer Mooringboje fest. Uff, das wäre geschafft.

Wir brauchten insgesamt für Masden Cove bis Savusavu gut 9 Segeltage (10 Nächte), haben 1269 Seemelen zurück gelegt, 2 Fische verloren und 4 gefangen und haben 3 Tage auf Minerva verbracht.

Bis auf die letzten 10 Stunden hatten wir gute Verhältnisse und im Vergleich zu manch anderer Yacht nur sehr geringe Sorgen und Schäden.

Als nächstes wird “klar Schiff”gemacht, denn die  Vertreter der Behörden kommen an Bord.

Einklarieren in Fji
Bula, welcome to Fiji – Jona von Health und Quarantäne heisst uns willkommen!
Einklarieren in Fji
Nach effizient getaner Arbeit warten Alivina, Lorraine und Eseroma darauf abgeholt zu werden
Einklarieren in Fji
und weiter geht es zum nächsten Schiff

“Bula, willkommen in Fiji!” grinst uns  Jona  mit breitem Lächeln an. Er ist der erste und zuständig für  Health und Quarantäne.

Auch Alivina, Lorraine und Eseroma von Customs, Immigration und Biosecurity sind super freundlich, sehr effizient und geben uns bald das ok an Land zu gehen.

Etwas ferngesteuert machen wir dies am Nachmittag, Geld holen, Behörden zahlen, SIM Karte kaufen, mit unseren Freunden die Erlebnisse der letzten Nacht austauschen… Wir erfahren, dass unsere Freunde bis zu 45 Knoten Wind (83 km/h) gemessen haben, also doch schon ganz schön ordentlich…

Savusavu
und am Abend auf die andere Seite der Bucht
Savusavu
Savusavu Mooringfeld im Morgenrot
Savusavu
Savusavu, ein freundliches überschaubares Städtchen

Komplett erschöpft fallen wir um 17 Uhr beide in den Tiefschlaf und wachen erst kurz vor Mitternacht von dem geplanten “Nickerchen” wieder auf.

Karaoke in der Waitui Marina
Reto und Hannes beim Schmettern eines Country Songs

Am zweiten Abend gehen wir mit Blue Lilly und Bonnie ins Waitui Restaurant und fallen dabei in eine Karaoke Party.

Wir sind fast die einzigen Gäste und nach dem ersten Bier fällt die Scheu. Hannes wünscht sich als erstes Bohemian Rapsodie von Queen, ein wahrlich schwerer Song.

Er schlägt sich gut und im Anschluss schmettern Hannes und Reto eine Vielzahl von Songs, mehr oder weniger gut bekannt. Auch Helen und ich trauen uns etwas zaghafter, es macht riesigen Spass!

Jetzt freuen wir uns mega auf Fiji, seine Inseln, Unterwasserwelt und vor allem seine Einwohner kennen zu lernen.

4 weitere arbeitsreiche Wochen in Whangarei und Umgebung

Parua Bay
Parua Bay – eine Front zieht durch
am Netzli spannen
Ein “letztes” grosses Projekt – das neue Netzli einfassen und spannen

Brrr – ist das eine Schweinskälte!! Ich sitze hier mit 2 langen warmen Hosen, 2 Faserpeltzen, Socken und warmen Pantoffeln.  Innen, wohlgemerkt, Reto ist draussen am Netzlispannen…

Eines von mehreren Tiefs diese Woche zieht grad über uns durch und wir sind ganz froh, dass wir noch gemütlich in der Parua Bay vor Anker liegen.

Dennoch wird es langsam Zeit, dass sich ein Wetterfenster auftut, dass uns erlaubt nach Fiji zu segeln.

Immerhin, langweilig ist es uns bisher noch nicht. Es sind jetzt gut 4 Wochen seitdem unser She San-li wieder im Wasser ist, und bis auf 3 Tage Wandern haben wir jeden Tag voll am Schiff gearbeitet.

Also lasst mich mal von vorne erzählen: aus dem Boatyard verlegen wir uns zurück in die Marina im Townbasin Whangarei, erste Priorität She San wieder zum Segeln parat zu machen.

Bernina upgrade
“Pimp my Sewing Machine” – die alte Bernina wird hochgerüstet

Als erstes rüstet Reto die Nähmaschine hoch – “pimp my sewing machine” nennt er den Vorgang. Ausgerüstet mit dem grösserem Motor, schwereren Schwungrädern, angepassten Zahnriemen und auch noch einem passenden Walking Foot soll die ca. 50 Jahre alte Bernina in Zukunft auch schwereres Tuch nähen können.

Lazybag Reparatur
und schon kann sie den Lazybag problemlos reparieren…

Die nächsten 3 Tage steht dann erstmal die Reparatur des Lazybags auf dem Programm. Neue Reissverschlüsse und unzählige Löcher möchten geflickt werden.

Gut, dass wir aus unserer alten Rettungsinsel auch noch einiges an solidem Material gebrauchen können.

Im Anschluss kommen die Segel wieder rauf und das Ankerlicht möchte repariert werden. Unzählige Male darf ich mit dem Fahrrad quer durch die ganze Stadt, um “ein letztes Mal” die fehlenden Teile zu besorgen. Ich bin eigentlich ganz froh, denn für Sport ist schon lange keine Zeit mehr gewesen.

Hmm feini feini – das Wasser im Fluss lädt nicht gerade zum Baden ein…

Nach einer Woche flüchten wir aus dem Townbasin, wir haben Angst, dass unser schön sauberes Unterwasserschiff wieder anfangt zuzuwachsen.

Parua mit Mt Manaia
Die Parua Bay mit dem Mount Manaia rechts hinten
Andy und Samuel
Andy und Samuel zu Besuch auf der She San – das gibt mal einen stolzen Kapitän!

Nach kurzem Stop vor dem Norsand Boatyard (gut für die “allerletzten” Erledigungen mit Dinghy und Fahrrad) gehen wir weiter in die Parua Bay, wo auch schon die Blue Lilly am Ankern ist.

Juhui! Dort bekommen wir Besuch von Andy und Samuel, die beide ganz begeistert unsere She San kennenlernen. Gute Gelegenheit um endlich mal aufzuräumen und eine erste Pause zu machen in lieber Gesellschaft!!

Winschenservice
Winschenservice . eine rechte Sauerei…
Windmesser Probelauf
der Windmesser im Probelauf

Es folgt der Service der Winschen und das Windmesserli tut auch schon wieder nicht mehr.

Am Mittwoch nach 6 Wochen ohne Sport habe ich die Schnauze voll und wünsche mir einen Tag Wandern. Der Te Whara Track über die Whangarei Heads ist ganz in der Nähe und wir hoffen mit Autostop hin und zurück zu kommen.
Smugglers Bay Mount Lion
Die Smugglers Bay im Aufstieg zum Mount Lion
Ocean Beach
Blick auf den Ocean Beach – fast geschafft 🙂

Wir haben auch Glück – Michael, ein netter hier ansässiger Deutscher fährt uns extra bis zum Einstieg in der Urquarts Bay.

Tatsächlich geht es ganz ordentlich auf und ab, in der Summe geschätzt knapp 1000 Höhenmeter und das noch grösstenteils auf Treppenstufen bis wir dann auf der anderen Seite am Ocean Beach wieder runterkommen… Trotz ein bisserl Knieweh bin ich glücklich über die Abwechslung. Am Ende nimmt uns ein Koreanisches Pärchen zurück bis in die Parua Bay, wir sind froh, denn es sind kaum Autos unterwegs.

Im Mast
Und wieder und wieder muss Reto in den Mast…

Einige Male muss Reto in den Mast, der Windmesser tut wieder nicht mehr, das Fall vom Vorsegel will besser montiert werden, der Radarstecker neu isoliert, eine Schraube am Mastschlitten braucht ein neues Gewinde…

Gewinde schneiden
Das neue Gewindeschneidset – ein tolles Werkzeug!!

“Was haben wir eigentlich all die Zeit ohne Gewindeschneid – Satz getan” fragen wir uns immer und immer wieder. Seitdem wir diesen vor ein paar Monaten (günstig) gekauft haben, haben wir ihn sicher schon bald 10 Mal gebraucht 😉

neues Reffsystem
Reffleinen, Grossfall und Dirk neu nach hinten ins Cockpit gezogen
Ordnung an Bord
und alles ordentlich aufgehängt 😉

Nochmals zurück in der Stadt holen wir die letzten Teile ab, um das Projekt “Reffleinen ins Cockpit” abzuschliessen. Wenn alles gut geht, sollen wir so um einiges sicherer (d.h. ohne immer nach vorne zum Mast zu müssen) vom Cockpit aus reffen können.

Damit nicht alle Leinen an Deck rum liegen haben wir Seilhalter gebastelt, Ordnung ist angesagt!!

Ein paar weitere Tage Arbeit brockt uns Predict Wind ein, das ist der Wetterservice, den wir seit einem Jahr abonniert haben. Beim Check der Systeme wird Reto gefragt, ob er nicht das App updaten möchte.

Ihr neues App-Update aber leider verlangt, dass man erst die alte Version löscht und sagt einem im Anschluss, dass die neue Version sich aber nur mit der neuesten Softwareversion vom jeweiligen Betriebssytem laden lässt… Diese zu updaten ist uns nun weder gelungen am Windowsrechner, den wir eigens für den Funkverkehr haben noch am Mac, trotz gut 25 GB Daten, die wir deswegen verbraten haben.

Abschied Maya
Abschied von der Maya Crew – Sniff!
Townbasin nach Regen
Das Townbasin nach dem Regenschauer

Ein letztes Mal besuchen uns Asma, Herbert, Adam und Sammy von der Maya zu einem etwas improvisierten Raclette. Wir müssen Abschied nehmen, denn sie sind bald auf dem Weg zurück in die Schweiz, snif!

Abenstimmung bei Riverside
Abendliche Abfahrt aus dem Townbasin
Te Matau a Pohe Brücke öffnet
Die Brücke Te Matau a Pohe öffnet eigens für uns

Am Dienstag Abend kurz vor Sonnenuntergang machen wir zum letzten Mal die Leinen los im Townbasin, die Brücke öffnet für uns um 17.35 Uhr, wir geniessen die Stimmung und brausen zum Ankerplatz vor dem Norsand.

Nachdem der Anker fällt noch ein Telefonat in die Heimat – ich darf meiner Tante Liesl zum 95. Geburtstag gratulieren! Von ganzem Herzen viel Gesundheit und bleib noch lange so fit wie Du bist!

Abschied von Robusta und Maya
Abschied von Robusta und Maya

Dann ein allerletztes Mal Abschied von unseren Schweizer Freunden und ein letztes Mal gemütlich grillieren im Boatyard. Liebe Maya, wir sehen Euch irgendwann in der Schweiz, liebe Robusta, wir sehen Euch hoffentlich bald in Vanuatu!

Abfahrt
…ein hoffentlich letztes Mal den Fluss hinunter…
Mt Manaia
Weil die Gipfelzacken so schön aussehen, möchte ich auf den Mount Manaia..
Mt Manaia
Schöner Ausblick auf die Raffinierie 😉
Mt Manaia
Die Zacken von der anderen Seite
Mt Manaia
Blick auf die Bergkette, die wir eine Woche vorher (von recchts nach links) überschritten haben

Am Mittwoch verlegen wir uns erneut in die Parua Bay, eigentlich soll es am Donnerstag nach Opua weitergehen.

Vor lauter Wetterdaten analysieren sitzen wir am Donnerstag um 10 Uhr immer noch da. Wir sehen, dass wir für Opua schon zu spät sind und bleiben einfach da.

Am nächsten Tag steht der Mount Manaia auf dem Programm, ist zwar nicht besonders hoch, dafür geniessen wir das Panorama.

Werkzeug
Kaum Werkzeug an Bord…
Grünspan
Ein bisserl Grünspan über die Jahre

Und langweilig haben wir immer noch nicht. Wir korrigieren den weitgehend waagrecht verlegten Küchenabfluss, bauen neue Wasserhähne ein und während Reto Werkzeug sortiert, bin ich am Vorhänge verschönern…

Motukiore
Gegenüber der Insel Motukiore – bei Niedrigwasser soll man hier rüberlaufen können
Wanderweg Motukiore
..für uns ist selbst der normale Weg noch nicht wirklich begehbar..
Wanderweg Motukiore
…da un sich die Vögel etwas leichter…

Ein ausgedehnter Spaziergang führt uns zur Motukiore Insel, ein wunderschöner Weg am Strand, bei Niedrigwasser zumindest… Auf die letzten paar hundert Meter landen wir in den Mangroven im Sumpf, aus dem wir uns nur über den Golfplatz retten können.

“So, und wann fahrt ihr denn endlich los?”, werdet ihr Euch fragen. Seit Wochen studieren wir täglich die Wetterkarten, und alle Modelle sagen Tag für Tag ein anderes Szenario als am Vortag. Den einen Tag sind wir enthusiastisch und denken es geht bald los, den nächsten enttäuscht…
Heute aber sieht es so aus, als kommt jetzt doch ein Slot für uns. Wenn alles gut geht, machen wir morgen, Samstag, den 25. Mai die Leinen los um nach Fiji zu segeln.

 

4 Wochen Schuften im Norsand Boatyard Whangarei

Trailer Norsand Boartyard
She San auf dem Trailer im Norsand Boatyard
Trailer Norsand Boartyard
dann zieht sie der Traktor “einfach” aus dem Wasser
Mussels from Townwasin Whangarei
Oha – gut 4 Monate im Townbasin haben deutliche Muschelkolonien hinterlassen
Mussels from Townwasin Whangare
Das gröbste ist abgeschabt, es gibt einige Schubkarren voll…

Nach Heimatbesuch und Landreise ist es nun höchste Zeit, dass wir uns wieder um unser Schiffchen kümmern.

Am 26. März wird unsere She San von David und Kevin vom Norsand Boatyard auf den Trailer gehockt und aus dem Wasser gezogen. Wir sind dabei ganz entspannt, alles geht sehr professionell und kontrolliert vor sich.

Nicht ganz so kontrolliert wie wir das gewohnt sind war die kurze Fahrt von der Marina im Townbasin zum Boatyard, denn trotz vorherigem Check hat der Backbord Propeller nicht mehr besonders viel Schubkraft erzeugt.

Als wir dann näher hinsehen, ist auch klar warum: die 4 Monate im Townbasin haben ihre Spuren hinterlassen: eine dicke Schicht von Pockenmuscheln überzieht das Unterwasserschiff. Den ersten Abend verbringen wir mit grobem Abkratzen und Murray muss am nächsten Morgen mehrere Schubkärren voller Muscheldreck wegkarren.

Nach dem Hochdruckreinigen erwartet uns eine erste Überraschung –
Antifouling Cracks
Nach dem Hochdruckreinigen wird die erste Überraschung sichtbar…
Antifouling Cracks
…das Antifouling löst sich überall dort wo es bisher immer hartnäckig war
Antifouling abnehmen
Mühsame Arbeit, mit dem Stechbeutel krazt Reto Zentimeter für Zentimeter vom Antifouling ab
Die 2 Osterhasen Reto und Berry in der Arbeitsmontur

die bisher gnadenlos dicke Schicht von Antifouling hat sich an vielen Stellen abgelöst und das ganze sieht aus wie ein Flickerlteppich.

Wir diskutieren die Optionen, kaufen uns eine Schleifmaschine und machen uns an die Arbeit. Während Reto die losen Stellen vom Antifouling entfernt, versuche ich die tausenden verbleibenden Pockenmuscheln mit dem Stechbeutel abzukratzen.

Beides ist super mühsam aber nach ein paar Tagen sehen wir Fortschritte. Dann meint Hannes von der Blue Lilly ganz locker: “Jetzt seids eh schon so weit, jetzt könnts es auch grad noch richtig machen, alles abnehmen und mit Epoxi wieder neu aufbauen. Des habts eh in 2-3 Tag.”

Wir nehmen uns seinen Rat zu Herzen, schliesslich wären dann wirklich endlich mal die 15 Jahre Antifouling überall weg und wir hätten eine einheitliche Basis rundherum. Tatsächlich heisst es aber nochmal eine Woche lang mit dem Stechbeutel (dt. Stemmeisen) Zentimeter für Zentimeter abtragen, alles abschleifen und die letzten dicken hartnäckigen Stellen wieder und wieder mit Abbeizmittel wegnehmen…

Während Reto sich also voll und ganz dem alten Antifouling widmet, kümmere ich mich um die Reinigung vom Gelcoat. Mit den richtigen Mitteln gehen die Algen der Pazifiküberfahrt endlich weg, zusammen mit Roststellen und sonstigem Dreck. Mir macht es Spass, dabei geht wenigstens etwas vorwärts.

Zum Essen bleibt tagsüber oftmals nicht viel Zeit, ausserdem ist Reto zu dreckig, um das Schiff zu betreten. Unsere herzliche Nachbarin Carole von der Grey Goose sieht Reto am Mäuerchen hocken und teilt ihre Toffies mit ihm.
Ostereier
Fröhliche Ostern! Etwas improvisiert mit Edding bemalten Eiern und selbst gemachter Mayonaise

Am Ostersonntag jedoch gibt es im Schnellverfahren bemalte Eier mit selbstgemachter Mayonaise. “Ist nicht schwer” meint Reto, der generell mehr Geduld hat als ich. Ich brauche ganze 3 Eigelb, damit ich endlich die Sauce dick bekomme…

Reto spielt ein Ständchen auf Jade’s Ukulele
Der Boatyard ist voll mit befreundeten Schiffen, unsere Nachbern Jadean zum Beispiel haben wir schon in Huahine kennen gelernt. Man hilft sich gegenseitig mit Know How und Tips und Tricks, Werkzeug und Material. Anja und Thomas von der Robusta leihen uns ihren Staubsauger, wir sind froh, so müssen wir den wenigstens nicht kaufen.

Trotzdem wir unsere Fahrräder haben sind wir froh von Jadean, Anna Caroline, Grey Goose und oftmals Blue Lilly mit zum Einkaufen genommen zu werden, vor allem die Baumärkte muss ich häufig besuchen…

Band Norsand Boatyard
David (am Schlagzeug links hinten) spielt mit seiner Band auf im Boatyard
Maya und Carapitanga zu Besuch im Boatyard

An den Abenden treffen sich alle Segler rund um den Gasgrill. Das ist erstens gesellschaftlich sehr schön, zweitens für die Bordfrau sehr praktisch, denn somit ist Kochen und Küchenarbeit ausgelagert und drittens kann an Bord alles Werkzeug und Material liegen und stehen gelassen werden, man braucht es am nächsten Tag ja sowieso gleich wieder.

Auch das ein oder andere Festchen wird gefeiert: David spielt mit seiner Band, Luci hat 25. Geburtstag und unsere Freunde von der Maya und der Carapitanga besuchen uns.

Endlich kann der Wiederaufbau losgehen
Einige Kilo altes Antifouling gehen in den Abfall
Der kritische Tag: Noch eine Lage Epoxi, dann sobald “Daumennagelfest” das Antifouling darüber…
…die Hälfte ist geschafft…

Die Wetterprognose meldet schön bis am Wochenende, das möchten wir zum Malen nützen bevor ab Montag ein Sturm angesagt ist.

Wir schleifen und kehren und entfetten was geht, so dass wir am Samstag dann endlich sind, die 1. Schicht Epoxi aufzutragen.

Am Sonntag morgen sobald die Luftfeuchte in Ordnung ist malen wir die 2. Schicht Epoxi und direkt im Anschluss die erste Lage Antifouling. Wir lernen von Hannes wie wichtig es ist, hier den richtigen Zeitpunkt zu erwischen, damit das Antifouling auch auf dem Epoxi haften bleibt.

Juhui! Die erste Lage Antifouling ist im Trockenen und wir atmen erst mal auf!

Uff, wir sind erleichtert, jetzt können wir uns endlich in Ruhe auch um andere Sachen kümmern…

Als nächste Priorität sind da die Ruderschäfte, die schon einige Löcher haben und aus denen Wasser raus tropft. Reto bohrt den Lochfrass aus wie ein Zahnarzt und macht ein paar Testbohrungen in das Ruder, um den Schaden zu beurteilen.
Lochfrass Ruder
Die Ruderschäfte zeigen Lochfrass – hier wurde aber schon mal irgendwann geschweisst…
Ruderlager Ausbau
Ausbau der alten Ruderlager, zum Glück gibt es das Multitool!
Ruderlager Einbau
Ein paar Stunden später sind die neuen Lager wieder eingepasst

Zum Glück gehen die Löcher im Metall nicht sehr tief und im Ruder scheint die Struktur auch noch in Ordnung zu sein.

Eine nächste Überraschung aber sind die Ruderlager.

Während wir die Innenteile schon von Deutschland mitgebracht hatten, zeigt sich aber trotzdem ein zu grosses Spiel.

Wir bestellen die Lager am Donnerstag abend von Foutaine Pajot in Frankreich und bezweifeln, dass es rechtzeitig für unseren Einwasserungs termin klappt.

Eine Woche später am Freitag früh (3 Tage vor dem Termin) bringt mir David das Päckchen aus Frankreich, wir können es fast nicht glauben! Eine hervorragende Leistung von Muriel von Fountaine Pajot und Fedex! Reto macht sich sofort daran, die alten Lager rauszuschneiden und schon am Abend hat er die neuen Lager fertig einsilikoniert.

Gelcoat Politur
Endlich das richtige Poliermittel, so macht die Arbeit Spass 😉

Fast eine Woche lang poliere ich das Gelcoat, die Arme und Schultern fallen mir fast ab. Das erste Mittel, das mir empfohlen wurde, ist ein richtiger Scheiss. Es trocknet viel zu schnell ein und ich muss dann alles mit der Hand wegrubbeln… Zum Glück finde ich nach ein paar Tagen ein besseres Poliermittel, dass sich fast von selbst nur mit der Maschine ins Gelcoat polieren lässt. Dann macht es wieder Spass und unser She San-li glänzt endlich wieder wie seit Jahren nicht mehr ;-).

Auslösen Rettungsinsel
Reto zieht an der Leine, um die Rettungsinsel auszulösen
Aufblasen Rettungsinsel
Eine Minute später ist sie aufgeblasen
und sorgt für eine schöne Abwechslung im Boatyard

Am Samstag nachmittag machen wir eine kleine Pause und blasen unsere 15 Jahre alte Rettungsinsel auf. Gespannt sehen wir alle zu, und tatsächlich, sie bläst sich auf (Link zum Video siehe Facebook).

Im Anschluss testen wir die 8 Mann Rettungsinsel auf der Wiese und können uns nicht vorstellen, darin unterwegs sein zu müssen. 24 Stunden später ist sie fast platt, an den Ventilen waren 2 Löcher… – gut dass wir nun eine neue dabei haben!

Nächste Prio – das Gäste WC. Schon beim Ausbau des Tankes stellen wir fest, dass dieser noch nie ausgebaut worden war. Die dicke Silikonschicht, mit der der Stutzen eingeklebt war, lässt daran keinen Zweifel.
WC Tank
Ein Geniestreich! Der Ablaufstutzen ist einsilikoniert und kann nur durch Abschneiden entfernt werden…
Revision WC
Schöne Sonntagsarbeit – die WC Teile möchten geputzt werden…
Eno Ofen
Reparatur des Backofens – um die Türe zu richten, muss Reto den ganzen Ofen zerlegen…

Also hilft alles nicht, Reto muss als erstes den Auslaufstutzen absägen, damit das Ding überhaubt raus kommt.

Im Anschluss hilft nur der Schraubstock, den abgesägten Stutzen auch noch rauszubekommen.
Es folgen einige Tage des Reinigens und Entkalkens.

Am Sonntag morgen habe ich die wunderbare Aufgabe, die WC Teile zu säubern… “ Welcome in Paradise” sagt unser Bootsnachbar nur, als er mich an der Arbeit sieht.

Vergleich von vorher…
…und 3 Wochen später
Und nochmal weils so schön ist – vorher…
… und 3 Wochen später 🙂
Fest mit Carapitanga und Maya
Abschied von unseren Freunden Vivi, Felipe und Moana von der Carapitanga – wann werden wir uns wohl wiedersehen?
Lucy and friends
und nochmal Musik Session mit Herbert, Lucy und Freunden
2 Tage später ist das wichtigste für das Einwassern getan und schwupps liegt unsere She San wieder im Wasser.
Eigentlich schade, dass man den neuen Unterwasseranstrich nur beim Schnorcheln sehen wird…
…und ab geht es wieder ins Wasser…
…nach 4 Wochen harter Arbeit strahlen wir beiden von Ohr zu Ohr 😉
Wir motoren, diesmal ohne Probleme zurück ins Townbasin und machen uns daran, die “letzten” Arbeiten und Einkäufe zu erledigen.

5 1/2 Wochen Neuseeland im Campervan

Juhui, endlich geht es los. 10 Tage lang haben wir wie verrückt nach einem geeignetem Auto gesucht. Wie man das hier so macht, wollten wir eines kaufen, und zwar am besten nicht zu teuer und gross genug um darin zu schlafen.

Tokerau Beach in der Doubtless Bay
Der erste Hammer Camping Platz – Tokerau Beach in der Doubtless Bay
Mit 1.73m kann ich genau gerade auf dem Rücken liegen…

Aber etwas spät in der Saison finden wir nichts mehr, was sich ganz am Ende der Saison auch wieder verkaufen lassen würde.

Also mieten wir einen Toyota Estima als ausgebauten Campervan mit Zertifikat “Self Contained”.

Das soll in der Theorie heissen man ist unabhängig von irgendwelchen Serviceeinrichtungen und kann somit an allen Plätzen übernachten, an denen Free camping erlaubt ist.

Gerade als wir den Deal mit dem Vermieter abschliessen entpuppt sich bei Reto eine fette Ohrenentzündung und draussen im Pazifik zerstört Cyclon Gita den Süden von Tonga und Fiji. Gita soll bis nach Neuseeland weiter ziehen und wir sind dementsprechend beunruhigt.

Also erstmal ab in den Norden, dann ist der Abstand zur She San noch nicht so gross.
Cape Reinga
Ganz oben im Norden der Nordinsel: Cape Reinga…
Leuchtturm von Cape Reinga
… mit dem berühmten Leuchtturm
Etwas weiter südlich die riesigigen Sandünen von Te Paki

Über Kerikeri und den Tokerau Beach erreichen wir Cape Reinga, gerade rechtzeitig als die grossen Busse sich wieder verziehen.

Dann passiert das erste Malheur:
Auf dem Weg zum Campingplatz verlieren wir unser Reserverad und finden es am nächsten Morgen wieder…
…dann heisst es wieder montieren und ausgeschlagene Halterung verbessern…

Wir hören ein ordentliches Geklapper, steigen aus und stellen fest, dass der unter dem Kofferraum angebrachte Käfig vom Reserverad auf der Strasse schleift.

Wir sehen das Rad nirgendwo und denken “das hat uns einer geklaut”.

Die folgenden Whatsups mit dem Vermieter lassen uns etwas an unserer “No worries- Full insurance” zweifeln.
Am nächsten Tag fahren wir an der Stelle vorbei und siehe da, da liegt ja ein Reifen! Der muss wohl unserer sein…

Wir arbeiten uns über Kaitaia, Ahipara und das uns schon bekannte Kohukohu Richtung Süden
Der Tane Mahuta im Waipoua Wald ist mit ca. 2000 Jahren wohl einer der ältesten Baume der Welt – hier der untere Teil…
und hier der obere.
Dafür ist der Te Matua Ngahere mit seiner Breite von 16.4 m wohl einer der dicksten…

und setzten mit der Fähre über nach Rawene. Ziel sind die riesigen Kauri Bäume.

Am nächsten Tag ziehen wir an Auckland vorbei mit einem Halt in Muriwai.
In Muriwai bewundern wir die Küste und die Basstölpelkolonie
Streiten oder küssen sie jetzt?
Und endlich einer der in die Kamera sieht 😉
Gemütliches Grillieren am Horahora Domain am Lake Karapiro
Nach erneutem Besuch des Ohrendoktors in Rotorua
Das ehemalige Badehaus in den Goverment Gardens von Rotorua
Zusammen mit tausend anderen beobachten wir wie der Geysir Lady Knox mit Waschpulver zum Leben erweckt wird – natürlich gehen dann alle gleichzeitig im Anschluss in den Park…
Dieser farberfrohe Tümpel trägt den Namen “Artits Palette”, ein interessantes Farbschauspiel dank der Mineralienablagerungen
Ganz am Ende überrascht uns noch das intensive Grün des Teufelsbades (Devils Bath)
Gratis zu besuchen sind die Mud Pools, zwar weniger farbig, durchaus aber sehr lohnenswert
Auch das Thermalbad im Kerosene Creek ist gratis, nur der Bikini war danach etwas sandig 😉
Huka Falls – das Nadelöhr im Abfluss aus dem Lake Taupo
Campen im Regen am Lake Taupo – was alles in so ein kleines Auto reingeht 😉

folgen wir dem Touristenstrom und besuchen das Wai-O-Tapu Thermal Wonderland pünktlich um 10 Uhr zum “Erwecken des Geysirs”.

Was für ein Fehler! Wir landen mitten im ärgsten Touristenstrom und werden regelrecht durch den Park geschoben…

Wir flüchten von dem Regen in Taupo und Umgebung und machen uns auf den Weg nach Wellington.
Erster Blick auf die Südflanke des Mount Ruapehu…

Der Wetterbericht vom Vortag meldet gerade mal 35 Knoten Wind obwohl Gita dort ziemlich drüber geht. Gerade 100 km vor Wellington hören wir im Radio “all flights cancelled in and out of Wellington”, halten Kriegsrat und verziehen uns hinter die nächste Bergkette. Dort schüttelt uns der Sturm zwar ordentlich durch, aber sonst sind wir in Sicherheit.

Wellington von Mount Victoria

Nach dem Ausblick vom Mount Victoria parken wir direkt neben dem Nationalmuseum und erkunden die lebhafte Innenstadt.

Die Bluebridge Fähre bringt uns in 3.5 Stunden von Wellington nach Picton

Am nächsten Morgen noch ein paar Stunden durch das Museum und schon geht es ab mit der Fähre nach Picton auf der Südinsel.

Dort treffen wir Bob und Liz und verbringen ein paar schöne Stunden mit ihnen
Beim Wandern in den Marlborough Sounds…
…am Snout view point treffen wir auf einen einsamen verspielten Seelöwen…
..und am Weg auf ein California Quail mit 2 Küken
Die nächsten Tage steigern wir den Anspruch der Wanderungen und machen den Cable Bay Walk nördlich von Nelson und den Mount Robert am Lake Rotoiti.
An der Westküste zwischen Westport und Greymouth
Die Punakaiki Pancake rocks sind auch bei Ebbe einen Besuch wert
Abendessen mit Sonnenuntergang am Strand bei Greymouth
Wie in “Mittelerde” von Lord of the Rings…
…mit wundersamen Gestalten…
…und knallblauen Pilzen
Endlich mal wieder Brauereigeruch – wir besuchen Rob in der Monteith’s Brewery

Dann erreichen wir die Westküste, plagen uns noch den Mount Te Kinga hoch und trotz allen Wetterberichten ist für die nächsten Tage Regen vorausgesagt. Der kommt dann auch. Wir nutzen die Gelegenheit für einen Brauereibesuch bei Monteith’s und Brewery Manager Rob nimmt sich viel Zeit für uns.

Am Nachmittag verziehen wir uns nach Okarito in einen gemütlichen Camping mit überdachten Gemeinschaftsräumen, da kommen plötzlich Lydia und Hannes von der Blue Lilly ums Eck. Wir freuen uns riesig und endlich gibts mal wieder “Bootgespräche” 😉
Trotz anfänglichem Regen marschieren wir zum Aussichtspunkt auf den Franz Josef Gletscher
und sind beeindruckt auf rund 400 m Höhe auf einen Gletscher zu treffen!
Blick auf den Fox Gletscher vom Lake Matheson
Als der Regen im Westen weiter zunehmen soll, verziehen wir uns schleunigst über den Haast Pass.
Am Lake Wanaka erste Anzeichen von blauem Himmel…
…am Lake Hawea gleich noch mehr.
Wanderung auf den Hügel hinter dem Kidds Bush Camping
Gut dass man es ihnen schon ansieht, dass man sie besser nicht isst !
Regenbogen am Lake Hawea
Abendstimmung am Kidds Bush Campground
und Sonnenuntergang
Fast 16 km und 1170 hm für diesen und viele andere herrliche Blicke: Lake Hawea vom Istmus Peak aus

Wir geniessen 2 Tage am Kidds Bush Camp Ground und mit Wanderungen am Lake Hawea.

Über Wanaka und Cromwell
Endlich mal wieder grillieren…
…hmmm, sieht das nicht fein aus?
fahren wir weiter nach Arrowtown und Queenstown.
Der Kawerau Gorge auf dem Weg nach Queenstown bietet etwas für Natur- und Weinliebhaber…
…und Adrenalinsuchties.
Arrowtown wird den Touristen verkauft als Historical Site 😉
…und in Queenstown ist die Hölle los!
Dafür sind wir etwas ausserhalb von Queenstown umringt von Berg und See…
… haben einen schönen Ausblick auf das Nordende des Lake Wakatipu und die Gletscher des Mount Earnslaw
und finden einen wunderschönen, nur leider sandfliegenreichen Platz direkt am See
Zum ersten und einzigen Mal übernachten wir gratis mitten in der Stadt – hier am alten Bahnhof von Lumsden (zusammen mit ca. 80-100 anderen…)
Nächstes Ziel ist der Milford Sound.
Die Mirrors Lakes auf dem Weg zum Milford Soundmachen ihrem Namen alle Ehre
Kurz vor dem Homer Tunnel werden die Berge steil und eindrücklich
Und endlich – das ist er der Blick auf den Milford Sound mit Mitre Peak (links) und seine verschneiten Kollegen gegenüber
Den grossen Wasserfall sehen wir nur von der Seite, da wir auf die Schiffsfahrt durch den Sound verzichten (machen wir ja sonst immer…)
und ist das nicht ein schönes Foto 😉 ?
Am Hollyford Camp verweilen wir uns mit dem Besuch des Museums und lesen die Geschichten über Davey und Murray Gunn…
und staunen über so manches 🙂
Gemütlich geht es bergauf von The Divide zum Key Summit
…wieder einmal durch den Märchenwald

Wir planen die Hinreise ab Mittag und die Rückreise ebenfalls ab Mittag und tatsächlich- wir haben keine Busse und auch sonst nicht viel Verkehr!

Und als wir gerade wieder in Te Anau Empfang haben, sind unsere Freunde Hugh und Annie von der Vega gerade mal 15 km weiter südlich in Manapouri.
In Manapouri treffen wir Hugh und Annie von der Vega und werden von ihnen zum Abendessen verwöhnt.

Also nichts wie hin, wir haben uns viel zu erzählen.

Mit ihren Tips und Infos und einem Blick auf das Wetter entscheiden wir so schnell wie möglich zu Mount Cook zurück in den Norden zu fahren. “Der Berg ruft!” Und was für ein eindrücklicher!

Brotzeit am Lake Ruataniwha vor Twizel
Wir gesellen uns zu vielen anderen am White Horse Hill Camping vor dem Müller Gletscher…
… und treffen Lydia und Hannes am Hooker Valley Track
Und endlich ist er da, der Mount Cook..
…ein beliebtes Ziel, wie man sieht!
Und noch so ein schöner Zufall, wir treffen auch Dan und Christie von der Te Poe Rava
Der Müller Gletscher beim Aufstieg Richtung Sealy Turns/Müller Hut
Die Gipfel des Mount Cook
Ebenso ein Highlight ist der Lake Pukaki und die Wanderung um und auf den Mount John.
Wanderung auf und rund um dem Mount John am Lake Pukaki
und wieder spiegelt der See 🙂
Dann gehen wir weiter auf den Arthurs Pass während die Blue Lillys schon mehr nach Norden ziehen müssen.
Die Kalksteinfelsen am Castle Hill, Arthurs Pass
Blick vom Bealy Spur track auf das Tal vor dem Arthurs Pass
und noch etwas höher kommt noch ein Moorseeli dazu
Schön aber kalt und voller Sandfliegen – Camping am Lake Lyndon
Weiter gehts Richtung Kaikoura und Picton, mit Abstecher nach Hanmer Springs.
Hanmer Springs Ferry Bridge
Die Ferry Bridge kurz vor Hanmer Springs
Lobster Kaikoura
Frische Langusten am Parkplatz in Kaikoura
Seals Kaikoura
Ein junger Seelöwe
Seals Kaikoura
und hier der grimmige Papa, der uns anfaucht, als wir zu nahe kommen…
Peninsula Walway Kaikoura
Unsere Wanderung auf der Kaikoura Peninsula ist sehr schön…
…aber ganz schön stürmisch!
Am Abend bleiben wir mal wieder gerne im Auto sitzen und kochen zur Abwechslung mal Päcklisuppe und Schnellkochnudeln…
Surfer am beliebten Meat Works Camping und Surf Spot
Cape Campbell Leuchtturm
Sonnenaufgang am Marfells Beach
Wanderung auf den Mount Robertson – leider ein Berg ohne Gipfelblick
Wir sind erstaunt – wo wir wandern fahren die jungen Burschen mit ihren Motorrädern rauf und runter!
Wettbewerb der verrückten Postkästen – hier ein Männchen aus drei Gasflaschen
Unsere Fähre läuft ein in Picton – wir “müssen” wieder in den Norden 😉
Von Wellington fahren wir in einem Tag zum Tongariro National Park, der Wetterbericht scheint ok für eine Bergtour.
Aber auch auf der Nordinsel ist es schön – wunderbarer Platz am Meer am Ngatitoa Domain nördlich von Parirua
Dort fragen wir die Einheimischen, was sie denn am Strand sammeln – siehe da, es sind Muscheln…
Eine Stunde später geniessen wir unsere ersten selbst geplückten Muscheln – lecker!
In Wanganui steigen wir auf den War Memorial Tower
und werfen einen Blick in das wirklich hübsche historische Städtchen
Abendstimmung im Tongariro National Park: Tongariro (links) und Ngaurohoe (rechts)
Trotz einiger Bewölkung machen wir uns morgens um 7 auf den Weg auf den Ruapehu.
Der Ngauruhoe beim Aufstieg zum Ruapehu
…und nochmal von fast zuoberst.
Am Kraterrand des Ruapehu…
…leider kommt genau dann der Nebel über die Kante, wir verpassen die Sicht auf den Kratersee um ca. 5 min…
..und es reicht grad so für ein Gipfelfoto…
…schnell mach ich mich an den Abstieg
Nächstes Ziel Auckland.
Am Lake Taupo dampft es aus dem Wald…
Mein erster Kiwibaum!
In Auckland geben wir unser Auto ab, ohne Probleme, uns fällt ein grosser Stein vom Herzen
In Auckland besuchen wir Andy – wir haben uns zuletzt vor ca. 25 Jahren gesehen
Hafenrundgang mit Andy und Ian – wir erfahren alles über die wichtigsten Schiffe…
…und dürfen sogar den original America’s Cup (mitte) bewundern, umgeben von Luis Vuitton Challenger (li) und Luis Vuitton Cup (re)

Wir werden von meinem Studienkollegen Andy abgeholt und verbringen einen letzten unvergesslichen Ferientag in Auckland.
Heute geht es mit der She San in den Boatyard, jetzt ist endlich wieder mal arbeiten angesagt 😉

Heimatbesuch

Liebe Familie, liebe Freunde, liebe Blog Leser,

hier ein paar kommentierte Fotos aus unserem Heimaturlaub in Europa.

Weihnachtsbaum
Wir geniessen Weihnachten mit voll geschmücktem Baum und vielen Geschenken… obwohl wir uns ja seit Jahren NICHTS schenken 😉
..mit viel feinem Essen und dem ersten Teil der Familie…
Graubünden
…dann gehts ins winterliche Graubünden…
Weihnachten Calanda
…und wir feiern weiter mit feinem Bier…
Weihnachtsguazli
…und geniessen die Kunstwerke von Felicitas, die sicher kaum Kalorien haben 😉
Skitour Graubünden Grüsch
Als Ausgleich die erste Skitour…
Skitour Graubünden Grüsch
und ich bin froh, dass ich es nach 3 Jahren Pause noch kann..
Dann endlich – der Kompassvergleich !
Eisbahn Schiers
und am Neujahrstag müssen alle zum Schlittschüahla aufs Eis
Eishalle Schiers Hockey Match
Jannik (mitte) und Fionn (rechts) in Action bei bestimmt unter 0 Grad in der Eishalle in Grüsch
Schneeketten
Und wieder mal heisst es im Schneesturm Ketten montieren
Lawine Safiental
Wegen dieser Lawine war das Safiental ein paar Tage lang gesperrt
Auch in der Westschweiz bei Sylke und Michel schneit es heftig…
so dass wir uns gerne in der gemütlichen Hütte aufwärmen…
und uns abends zusammen mit Kathrin und Paul von ihnen mit Flammkuchen verwöhnen lassen
Skitour Avers Graubünden Roman
Dann endlich mal ein Tag mit Sonne UND Pulver und ich darf mit Christa und Roman auf Skitour im Avers
Skitour Avers Graubünden
Nach gut 1100 Höhenmetern Aufstieg geniessen wir den Rundumblick…
Skitour Avers Graubünden Roman
…aber noch viel mehr die jungfräulichen Hänge und den optimalen Pulverschnee auf dem gesamten Weg runter!!!
In der Zwischenzeit ist Reto mit Jannik und Gabirela am Hockey spielen…
Pany Schneesturm
Dann kommt endlich nochmal der richtige Schnee…
Pany Schneesturm
…der das Spuren schon fast unmöglich macht.
Zuletzt wünschen wir uns noch ein paar Mal Fondue und Raclette und Jannick, Fionn und Fabienne kommen gerne mit dazu.
So einen Klapf Schnee gibts es 4 Tage hintereinander
Wiedersehen nach 9 Jahren – wir treffen meine Önkel Hanshorst und Erich
Tokyo Skytree
Und zurück gehts mit halben Tag Stop in Tokyo, wo der Besuch des Skytree leider nicht lohnenswert ist…
Senso-ji temple Tokyo
…dafür erstaunen die fleissigen Besucher des Senso-ji Tempels…
Senso-ji temple Tokyo
…die sich trotz strömenden Regen nicht abhalten lassen.
Und während ich in Faserpelz und Regenjacke friere bewundere ich die Damen in ihren Kimonos und vor allem den Flip Flops ;-)!
Shibuya Crossing Tokyo
Shibuya Crossing: neben all dem Verkehr und den Menschen trägt ein jedes Hochhaus eine Grossleinwand, die alle lautstark und farbenfroh auf sich aufmerksam machen

Vielen Dank Euch allen, die uns allesamt verwöhnt haben und entschuldigt bitte, wir haben kaum richtig gute Fotos gemacht.
Wenn ihr noch gute Fotos habt, könnt ihr uns diese gerne zuschicken, wir können sie dann auch gerne noch einfügen :-).

Ausserdem bitten wir alle, die wir nicht geschafft haben zu sehen, vielmals um Entschuldigung!

Viele Grüsse aus dem zur Zeit mega verregneten Whangarei