Tonga, das letzte Königreich im Pazifik – wir geniessen Vava’u

Neiafu Tonga
Blick auf die Bucht von Neiafu vom Mount Talau
Neiafu Tonga
Links der “Hafen” mit der Anlegestelle zum Einklarieren

Also sind wir jetzt hier im Königreich Tonga. Cool, wir freuen uns darauf!

Dabei haben wir auf dem Weg von Niue nach Tonga doch tatsächlich die Datumsgrenze überschritten.

Während wir in Niue noch unsere Zeit nach UTC -12 eingestellt hatten, ist es hier in Tonga in diesem Moment UTC +13.

Um uns vor Ankunft in Tonga der Zeit anzupassen, haben wir dies um Mitternacht beim Eintrag ins Logbuch umgesetzt. Somit hat für uns praktisch der 9. September 2017 nicht existiert.

“Einen Tag zuvor – am 8. September 2017 – haben wir von Trimmis aus gesehen die halbe Erde umrundet, und sind somit nun offiziell wieder auf dem Heimweg ;-)”, sagt Reto.
“Blödsinn eigentlich, denn wir sind ja viel weiter östlich in Marmaris gestartet”, sage ich, die es immer etwas genauer nimmt…

Wie auch immer, jetzt sind wir da. Und nach den Monaten in Polynesien mit französischem und zuletzt neuseeländischem Einfluss ist es hier irgendwie ganz anders, viel exotischer.

Neiafu Tonga
Mecki steigt einfach zu uns an Bord, um Schutz vor dem Regen zu suchen. Kurze Zeit später gibt er Reto eine Ukulele Lektion…

Als es am zweiten Tag hier so richtig schön zu regnen beginnt, kommt ein Mann in einem Boot zu unserem Schiff und meint ziemlich selbstbewusst, er würde jetzt zu uns ins Cockpit kommen, damit er nicht so nass werde. Ich überlasse Reto die Diskussion und kurze Zeit später, es regnet in der Zwischenzeit Bindfäden, sitzt er bei uns im Cockpit… Nach einer Weile entdeckt er Reto´s Ukulele, und es geht nicht lange spielen die beiden ein paar Ständchen zusammen und er erzählt Reto seine Lebensgeschichte.

Richtig herrlich ist zum ersten Mal im Südpazifik der Obst und Gemüse Markt.

Produce Market Neiafu Tonga
Der Markt in Neiafu, endlich macht Gemüse Kaufen wieder Spass 😉
Selbst “unser” Zollbeamter holt sich seine Ration Vitamine in Form von Taroblättern.

Die Auswahl ist für uns ungewohnt gross und auch wieder ziemlich bezahlbar.

Selbst schöne Tomaten gibt es mit ca. CHF 3,-/kg (anstatt in Franz. Pol an die CHF 8-10.-/kg) ganz erschwinglich.

Richtig günstig aber sind Pak Choi, Weisskraut und Taro Blätter. Mit den Taroblättern mache ich wunderbaren Spinat mit Zwiebeln, Ingwer und Curry und ein wenig Kokosmilch, herrlich!

Neiafu Tonga
Neiafu – ein paar Meter ausserhalb vom Zentrum wird es gleich recht ländlich…
… und an jedem Hauseck endecken wir eine Horde junger Schweine
Dem Schmuck und Plakat nach ist dies sicher die Grabstätte einer wichtigen Persönlichkeit…

Auf unserem ersten Spaziergang durch Neiafu fallen uns als erstes die vielen Schweine auf, die meisten davon sind umringt von einer ganzen Schar von Ferkeln.

Auch die Gräber sind hier wieder speziell geschmückt mit bunten Decken und künstlichen Blumen und oftmals sogar einer Plackatwand.

Nach ein paar Tagen denken wir, dass der Regen vorbei ist und machen unseren ersten Fahrradausflug über die Hauptinsel der Vava’u Gruppe.

Während man in Neiafu selbst kaum gegrüsst wird (klar, hier gibt es zu viele Palangi = Ausländer), freuen wir uns um so mehr, als uns Erwachsenen und Kinder in den Dörfern herzlich zu winken und lächeln.

Eine Horde neugieriger Kinder in Holeva – alle bis auf die Kleine rechts vorne können schon Englisch!
Tuanuku Tonga
Das südlichste Dorf der Insel – Tu’anuku
Der Computer Center in Longomapu
und wieder eine Horde Schweinderl

In Holeva ganz im Osten der Insel müssen wir Halt machen um etwas zu essen. Es geht keine 5 Minuten und wir sind umringt von einer ganzen Kinderschaar, alle neugierig und sehr aufgeschlossen.

Ein paar Kilometer weiter setzt dann der Regen ein, wir verholen uns unter das Dach einer Art Bushaltestelle und plaudern mit 2 Brüdern, die auf dem Rückweg von der Schule sind. Sie fragen “you like to eat pig?”.

Wir lehnen dankend ab obwohl es sicher eine interessante Erfahrung gewesen wäre. Als der Regen nachlässt fahren wir zurück nach Neiafu, sind am Ende dann aber doch pitschnass zurück…

Am nächsten Tag probieren wir es noch einmal und haben diesmal ein besseres Wetter.

Wir erkunden den Westen der Insel mit den Dörfern Tefisi, Tu’anuku und Longomapu und fahren an unzähligen fleissigen Menschen in ihren Taro Plantagen vorbei.

Neiafu Tonga
Die Sonntagsmesse in Neiafu ist ein eindrückliches Erlebnis…
…alle sind festlich gekleidet…
… besonders neu für uns der Hüftschmuck und dass auch die Männer jeweils einen Rock tragen
…und selbst die kleinsten sind herausgeputzt…

Am Sonntag lassen wir uns den Besuch der Kirche nicht entgehen. Hier können wir die Sonntagsgewänder bewundern und den Gesang geniessen.

Während die Männer traditionell über ihren Rock ein Stück Matte um die Hüfte gebunden haben, tragen die meisten Frauen einen Gürtel mit rundherum geflochtenen Streifen. Gute Idee, ich kann mir vorstellen, dass es unter diesen Matten furchtbar heiss wird…

 

 

 

 

 

 

 

 

Direkt nach der Messe machen wir uns endlich auf, die Inselwelt mit dem Schiff zu erkunden, wir segeln nach Port Maurelle, einem sehr gut geschützten Ankerplatz auf der Insel Kapa. Das Schnorcheln in Port Maurelle ist etwas enttäuschend.

Am nächsten Tag gehen wir mit dem Dinghy in den Norden der Insel A’a, doch leider sind auch hier die meisten Korallen am Riff abgestorben.

Swallows Cave Vavau Tonga
Der Eingang zum Swallows Cave im Norden von Kapa..
Swallows Cave Vavau Tonga
…auch eindrücklich innen oberhalb vom Wasser…
Swallows Cave Vavau Tonga
…aber auch Schnorchler…
Swallows Cave Vavau Tonga
…und ein riesiger Fischschwarm geniessen die Höhle.

Weiter gehen wir zum Swallows Cave, den wir über und unter Wasser geniessen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Noch am Nachmittag verholen wir uns in die Bucht von Vaka’eitu, denn hier in der Umgebung gibt es eine Vielzahl von Schorchel und Tauchspots.

Diving Vavau Tonga
Wir entdecken eine neue Farnart…
Diving Vavau Tonga
…treffen auf gewaltige Korallenstrukturen…
Diving Vavau Tonga
…aber auch viel Kleinzeugs, das uns Freude macht.
Diving Vavau Tonga
Mitten im Scharm dieser blauen Fische schwimmt mir der Clownfisch vor die Linse…
Diving Vavau Tonga
… und hintendran dann noch einer ;-).
Diving Vavau Tonga
Auch die lila Korallen sind sehr schön..
Diving Vavau Tonga
..oder diese gelbe “Hutkoralle” (Reto erinnert sich dabei an einen schweizer Militärhelm)
Diving Vavau Tonga
oder diese hier? Die Fischlein kucken leider grad alle weg.

Also geht es die nächsten zwei Tage mit dem Dinghy hinaus in den Kanal zwischen Vaka’eitu und Ovaka.

Wir betauchen die Korallenköpfe mittendrin, die Pagodas. Selten haben wir bisher so grosse Korallenköpfe und Teller gesehen, aber auch viele schöne kleine Sachen gibt es zu entdecken. Leider ist ein Grossteil der Korallen tot, so freuen wir uns über alles was lebendig ist…

Auch das Schnorcheln im Coral Garden auf der Westseite des Riffs zwischen Vaka’eitu und Nuapapu ist wunderschön, nur muss man es sich verdienen.

Nur kurz vor oder nach Hochwasser kommt man mit kräftigem Schmimmen durch die Brecher auf die andere Seite des Riffs. Dort finden wir eine bisher selten gesehene Vielzahl von Korallenformen und Farben. Am schönsten sind die grünen und intensiv blauen “Romanesco – Röschen” – Korallen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In der Bucht von Vaka’eitu leben Hika und David mit einem Teil ihrer 11 Kinder. Ein paar Söhne leben auf der Hauptinsel in Nuku’alofa, um dort in die Schule zu gehen. Das Geld dafür muss erst mal verdient werden, daher machen Hika und David zwei Mal in der Woche ein “Tongan Feast”, mit gebratenem Schwein und allerlei lokalen Gerichten und Unterhaltung für die Segler.

Tongan Feast Vakaeitu
Vorbereitung zum Tongan Feast bei Hika und David – Fred muss das Schwein drehen.
Vakaeitu Tonga
Am Südstrand von Vaka’eitu mit Blick auf Mounu und Euakafa
Vakaeitu Tonga
Bucht von Vaka’eitu mit Blick auf Lape

Natürlich lassen wir uns das nicht entgehen und begutachten schon am Nachmittag die Spanferkel über dem Feuer.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tongan Feast Vakaeitu
Hika und David laden ein zu Tisch, die Auswahl, Qualität und Menge ist reichlich!
Tongan Feast Vakaeitu
Rosemary and Roslyn führen mit sehr viel Scharm und Eleganz die hier typischen Tänze auf
Fred steigt für uns geschwind mal auf die Palme um ein paar Trinknüsse runterzuwerfen…

Am Abend beim Feast muss ich aber schnell feststellen, dass ich immer noch nicht besonders gerne Schwein hab, daher bin ich froh um die vielen anderen Gerichte mit Fisch, Huhn und viel Gemüse, allesamt super lecker zubereitet!

Im Austausch für ein paar Zigaretten holt uns Fred, der 22 jährige Sohn der Familie, eine ganze Reihe Trinknüsse frisch von der Palme.

Aber nicht einfach mit einem langen Stecken oder so, wie bisher. Fred klettert auf die Palme und noch in einem rechten Tempo (vermutlich ginge ihm sonst zwischendrin die Kraft aus…). Oben angekommen wirft er alle erreichbaren Nüsse vom Baum. Wir geniessen das Kokosnuss Wasser und machen aus dem Fleisch ein ordentliche Portion Kokos Glacé, das wir wiederum mit der Familie teilen.

Sie haben hier keinerlei Strom auf der Insel, da die Solaranlage beim letztjährigen Cyklon zerstört wurde. Das wichtigste – das heisst ihre Handys lassen sie auf den hier ankernden Segelschiffen  zum wieder aufladen…

Nach fast einer Woche in Vaka’eitu möchten wir nach Euakafa, dort soll es zwei Tauchplätze und eine interessante Wanderung geben. Leider hält unser Anker auf dem kleinen Fleck mit etwas Sand über den Felsen im Norden der Insel nicht. Auch der auf der Karte eingezeichnete Ankerplatz  im Westen gefällt uns nicht, es ist relativ tief und der Schwel kommt unangenehm um die Insel. Also verziehen wir uns wieder auf die Westseite von Kapa.

Mariners Cave Tonga
Wir tauchen ein in den Mariners Cave…
Mariners Cave Tonga
…und 13 Meter weiter unten wieder hinaus.
…und so langsam gewöhnen wir uns an das Tauchen in Höhlen.

Trotz einiger Bewölkung rüsten wir leicht genervt unser Tauchzeug. Mit dem Dinghy fahren wir die 2.4 Meilen zum Mariners Cave und siehe da, die Sonne kommt raus. Wir geniessen den Tauchgang und tauchen gleich zweimal durch die Höhle, die zwei Ein-/Ausgänge hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aufgrund der Wetterprognose verziehen wir uns am nächsten Tag in die Bucht von Tapana.

Hier sollten wir am Dienstag und Mittwoch von den angesagten bis zu 30 Knoten Wind und vielem Regen geschützt sein. Aber was passiert? Es ist beide Tage super schön, na prima. Trotzdem sitzen wir hier fest, denn Reto liegt mit einer lästigen Grippe für zwei Tage im Bett.

Kenutu Tonga
Die Westküste von Kenutu ist Riffaussenseite, man sieht es hier.
Kenutu Tonga
Der kleine Pass zwischen Kenutu und Lolo soll eigentlich schön zum Schnorcheln und Tauchen sein. Als wir dort sind, sind die Brecher eindeutig zu gross…
Kenutu Tonga
She San mutterseelenalleine vor Kenutu

Erst am Freitag morgen geht ein rechter Sturm über uns hinweg, ein paar Stunden später scheint wieder die Sonne. Auch gut, denken wir uns und verholen uns an den Ankerplatz Kenutu ganz im Osten der Vava’u Gruppe. Hier sind wir maus – allein und geniessen es.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neiafu Tonga
Im Süden von Neiafu…
Mala Tonga
…fahren wir ein letztes Mal mit den Rädern bis gegenüber von Mala Island – links unten die Schweinefamilie beim Strandausflug 😉
Pangaimotu Tonga
Häuschen in Pangaimotu – man beachte die Verwendung von alten Autoreifen als Dekoration und Blumentopf

Am Sonntag segeln wir zurück nach Neiafu, wir möchten noch Diesel und Gemüse bunkern, die Fahrräder noch einmal rausnehmen und im Anschluss von Sand und Erde befreien (für die Einfuhr nach NZ…) und dann in die Ha’apai Gruppe im Süden Tongas weiter zu ziehen.

Doch der Wetterbericht ist erst mal ein paar Tage lang nicht dafür.

 

 

 

 

 

 

 

 

So bleiben wir halt in Neiafu und nehmen am Blue Water Festival teil.

Neifau Tonga Blue Water Festival
Die Jungs sind sehr vielseitig, neben Musik, Gesang machen sie abwechselnd Tanz und Show – Einlagen…
Stolz begrüssen uns die Kinder in ihrem Festagsgewand…
…mit teils aufwendigen Konstuktionen mit Blütenund Blättern als Hals und Hüftschmuck…
dann wird aus Herz und Seele gesungen…
…und getanzt!
Für uns ist sie der Star des Tages, ein Mädchen, die immer fröhlich lächelt..
Dann sind die älteren Mädel dran..
Neiafu Tonga
…und am Schluss wird nochmal mit aller Inbrunst gesungen 🙂

Das heisst jeden Tag und Abend “Programm” mit viel Kultur und Essen aus Tonga, viele Infos für Neuseeland und immer inmitten einer grossen Gruppe von Seglern.

Vor allem die Cultural Show in der Hosea Schule gefällt uns gut. Die Kinder sowie Mütter sind alle fein herausgeputzt und mit natürlichem und künstlichem Schmuck behängt.

Grosse und Kleine singen und führen die typischen Tongaischen Tänze auf. Bei den Mädchen sind dabei vor allem die Handbewegungen wichtig, die Jungs hüpfen eher etwas wilder herum und schlagen sich “Schuhplattler – mässig” auf die Füsse.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Ende der Aufführung singen alle zusammen ein Lied mit dem Inhalt “Wir lieben Euch – möge Gott Euch auf Eurer Reise beschützen” und dann dürfen/müssen die Yachties noch 2 Lieder Polonaise und Disko mittanzen, herrlich!

Mike von der Quarantäne Behörde in Whangerei klärt uns endlich auf, was man an Lebensmittel mit nach NZ nehmen darf. Es gibt den einen oder anderen Aha Effekt und ich bin froh über jeden Tag, an dem wir die nicht “einführbaren” Lebensmittel noch verputzen können. Besonders interessant findet Reto als es Kichererbsen – Curry mit Hummus gibt ;-).

Dann tut sich Mitte der Woche ein Wetterfenster für den Schlag nach Ha’apai auf, wir klarieren “national” aus (muss man hier beim Wechsel der Inselgruppe) und gehen Anker auf Richtung Süden.

Zum Glück sind wir schon für am Nachmittag an dem Ankerplatz Maninita, denn nur bei dem Anblick der Einfahrt in diese Mausefalle dreht es mir schon den Magen um. “Bei diesem Wind und Schwel nicht machbar” beschliessen wir und versuchen zwei weitere der Ankerplätze im Süden der Gruppe, allesamt nicht machbar.
Nachdem wir 3 Stunden im Kreis rumgesegelt sind enden wir leicht entnervt kurz vor Taunga in Ngau.

Am nächsten Morgen um 5 Uhr gehen wir los für die 60 Meilen nach Ha’apai. Unterwegs sehen wir 7 Mal Wale, leider alle zu weit weg um ordentliche Fotos zu machen. Aufgrund der nachlassenden Winden schlupfen wir nachmittags um 5 Uhr kurz vor einem Regenschauer in die Riffgespickte Einfahrt der Ankerbucht vor Foa. Uff, dass wäre mal geschafft, ohne einen Kratzer am She San -li!!

Von Palmerston über Niue nach Neiafu, Tonga

Bob Marsters Palmerson
Bob Marsters Familie hat kurzzeitig 11 Personen mehr… nach 1 Woche ist es hart Abschied zu nehmen (Foto von Pelle Berg SY Loupan)

Also nehmen wir schweren Herzens von Bob und seiner Familie sowie all unseren Yachtie Kollegen Abschied.

Der Besuch auf Palmerston war wirklich ein einzigartiges Erlebnis.

Es hat immer noch 25 Knoten Wind und kaum sind wir aus der Abdeckung von Palmerston fängt unser She San-li ganz schön an zu schwanken. Es spritzt einiges an Salzwasser durch die Luft, also ziehen wir es vor, im Salon “in der trockenen Stube” zu sitzen.

Dann sehe ich, wie eine Welle in unser Cockpit schwappt, gerade noch rechtzeitig schliesse ich die Türe… Ich sehe zu wie das Wasser abläuft und über die Schiene unserer Schiebetür landen dann doch noch ein paar Liter Salzwasser in der Stube. Das hatten wir bisher noch nie, der Seegang muss also schon ordentlich sein…

Das Etmal vom ersten Tag ist 171 Meilen, ganz ordentlich. Aber so soll es nicht weiter gehen, bei einer besonders grossen Welle fällt das Segel etwas ein und als es wieder Wind fasst, gibt es einen ungewohnten Knall.

Mit ungutem Gefühl ziehe ich auf dem Weg nach draussen schon gleich mal meine Rettungsweste an und tatsächlich, irgendetwas ist ausgerissen, wir müssen das Segel schnellstens bergen.

Ein paar Minuten später ist das Segel irgendwie in die in Segelkajüte gestopft und der Schaden ist schnell analysiert. Das Band am Segelkopf ist ausgerissen, es hat wohl zu viel an den Dyneema- Leinen gerieben.

Nach 2 schnellen Tagen reisst unser Screecher aus aber Reto findet natürlich einen Weg ihn mit Bordmitteln wieder zu reparieren…

Während ich die Wache übernehme, geht Reto erst mal ein Nickerchen machen. Ich bin zuversichtlich, dass er im Anschluss eine Lösung parat hat.

Und tatsächlich ist es so. Die nächsten Stunden verbringt er bei dem grauslichen Geschaukel auf der WC Schüssel sitzend und arbeitet ein neues Dyneema ein, das das eh viel zu schwache Band ersetzt.

Als es am nächsten Nachmittag wieder etwas ruhiger ist, setzten wir den Screecher dann wieder problemlos im Windschatten der kleinen Genua. So langsam haben wir Übung in diesen Manövern…

Wir erreichen Niue am Morgen um 4 Uhr nach 385 Meilen und knapp 3 Tagen. Dank den Angaben von unseren Freunden auf der Loupan, die 3 Stunden vorher da sind, trauen wir uns bis ins Mooringfeld und machen an der ersten Boje fest, die wir sehen.

Wir kommen sonst nie nachts an, aber hier in Niue ist es wirklich unproblematisch. Mit je einem Bier und den Spaghetti Resterln im Magen, legen wir uns in die Koje, aber oh je, hier schaukelt es ja schlimmer als draussen unterwegs. Der Wind hat auf nördlich gedreht, der Schwel kommt um die Insel rum und lasst die Boote tanzen. Mürrisch verziehe ich mich in unsere “Reisekoje” hinter dem Salontisch, aber auch da ruckelt es noch zünftig…

Ein paar Stunden später machen wir uns zum ersten Mal auf zur Mole, wir haben Termin zum Einklarieren.

Niue Alofi
Der Pier mit dem Kran ist eine grosse Hilfe..
…einfach anhängen, aussteigen, hochziehen…
auf den Wagen runterlassen, dann Dinghy auf den Parkplätzen parkieren.

Wir sind höchst gespannt auf den Dinghykran, von dem wir schon gelesen haben.
Tatsächlich ist es (zumindest zu zweit) gar kein Problem.

Ich steige aus und manövriere den Hacken an die richtige Stelle, Reto hängt das Dinghy mit Hilfe von zwei Festmachern dran und steigt aus (das schaut jeweils noch ein wenig akrobatisch aus…).

Ich “hebe” das Dinghy bis über die Mauer der Mole, Reto holt das Wägelchen und ich lasse das Dinghy darauf runter.

Dann nur noch zum nächsten freien Dinghy Parkplatz schieben und vorsichtig vom Wägelchen runterheben.
Das ganze ist zwar etwas aufwendig, dafür steht das Dinghy während dem Landgang sicher an Land.

Das Einklarieren ist völlig unproblematisch, der Beamte für Einwanderung und Zoll holt uns unten am Pier ab und fährt uns die 200 Meter den Hügel hoch zur Customs Warenhalle. Dort füllen wir geschwind 2 Formulare aus, Stempel in die Pässe und fertig.

Im Anschluss wandern wir durch Alofi und sind überrascht wie sauber und modern alles aussieht. Bei Gills Indian Restaurant geniessen wir unser erstes neuseeländisches Bier und je einen Roti (indischer Teigwrap mit Hühnerkartoffelcurry) um CHF 3.50, sehr fein!!

Am Sonntag und Montag das Wetter dann so schlecht, dass wir grösstenteils an Bord bleiben und froh sind, jetzt nicht segeln zu müssen… Einzig zum fast schon traditionellen Kirchenbesuch am Sonntag schaffen wir es. Wir stellen fest, dass auch in Niue alle Frauen Hüte tragen, aber ausserdem noch in weiss gekleidet sind. So fallen wir nicht – Hut – tragende bunte und bleiche Touristen nochmal mehr auf…

Lakepa Alofi
Nach einer Stunde erreichen wir das Dorf Lakepa auf der anderen Seite der Insel.
Niue
Die ganze Insel ist voll mit Gräbern, hier direkt an der Kirche,…
…die meisten davon aber irgendwo am Wegrand…
…oder mitten im Garten…
…und manche sogar mit eigenem Häuschen.
Matelau Niue
Nördlich von Matelau ganz im Norden der Insel machen wir die erste Pause…

Am Dienstag morgen ist es dann endlich etwas freundlicher, also packen wir die Fahrräder aus und erkunden den Nordteil der Insel.

Die freundliche Dame von der Touristinfo hat uns all die Sehenswürdigkeiten gut beschrieben.

Da viele der Grotten und Schluchten vor allem bei Niedrigwasser gut zu besichtigen sind, timen wir unsere Tour dementsprechend.

Am Morgen fahren wir Richtung Osten, dann Norden und sind so ca. 1.5 Stunden vor Niedrigwasser an den ersten beiden ganz im Norden, dem Matapala Chasm und den Talava Arches.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beim Velo abstellen im Wald überfallen mich die Moskitos.

Matapala Chasm
dann geht es zum Chasm…
Talava Arches
und anschliessend über knapp 20 min Fussweg zu den Talava Arches
Talava Arches
…1 Stunde vor Niedrigwasser kann man schon auf das Korallenplateau rausgehen.
Naumkula Niue
Platz ist hier kein Problem, jedes Dorf hat eine riesige Dorfwiese…
Vanilla beans
Wir treffen auf unsere ersten Vanillebäume

Um Antimückenmittel zu sparen, verzichte ich auf das Bad im Matapala Chasm. Danach werde ich zum Glück verschont und kann die Wege durch den tropischen Wald und durch die Höhlen geniessen.

Die Talava Arches (Bögen) beeindrucken uns sehr, besonders aber gefallen mir die von oben gut sichtbare Korallen und Fischwelt in den Schluchten am Korallenplateau.

Etwas weiter südlich gehe ich in den Limu Pools Schorcheln, und trotz dem unheimlich klaren Wasser habe das Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt.

Ich sehe stellenweise komplett verschwommen, kann die Umgebung und die Fische gar nicht geniessen. Erst als ich wieder draussen bin, fällt mir der Bach mit Frischwasser auf, so dass ich meine Sehstörung durch die Vermischung von Süss- und Salzwasser erkläre.

 

 

 

 

 

 

Palaha Niue
In der Palaha Höhle
“Achtung, Übergang von Kokosnusskrabben” (auf Polyn. Uga)

 

 

Auf dem Rückweg nach Alofi sehen wir unter anderem noch die Palaha Caves, wunderbare Tropfsteinhöhlen mit allem was dazugehört.

 

 

 

 

 

 

Am nächsten Tag steht der Süden auf dem Programm, doch der Start wird etwas verzögert.

Zwischen der She San und dem Ufer steht eine halbe Stunde lang eine Walmama mitsamt dem Kleinen…
…und zufällig schnorcheln wir gerade mit der Go Pro um unser Schiff..
…mit langsamen Bewegungen schwimmen die beiden neben uns durch…
…und tschüss, weg sind sie wieder.

Am Morgen ist es teils regnerisch und wir müssen erst mal um unser Boot rumschwimmen, wobei wir zufällig auf ein Walbaby mit seiner Mama treffen.

Ein gewaltiger Anblick, alleine schon das Kleine. Und die Mama natürlich erst, was für ein enorm grosses Tier und wie elegant die beiden dann miteinander herschwimmen!!

Als wir dann endlich starten, kommen wir auf die Idee auch noch gerade auszuklarieren, dazu müssen wir zur Government Office am Flughafen, wo auch der Zoll sein Büro hat.

Wir radeln also dort hin, finden auch das nur auf Maori angeschriebenen Gebäude und treffen auf ein Grossraumbüro mit Beamten. Wir geben unsere Ausreisezettel, 80 NZ Dollar pro Person und unsere Pässe ab und sind 15 min später ausklariert.

Anapala Chasm
der Absteig zum Anapala Chasm
Togo Chasm
und etwas später der Abstieg zum Togo Chasm
Togo Chasm
…ein wunderbarer Weg führt durch die Felslandschaft nach unten…
…ein Sandstrand mal etwas anders…
Togo Chasm
das letzte Stück geht über eine steile Leiter- wir verzichten mit unsereren Veloschuhen ist es mir nicht ganz geheuer.
Togo Chasm
dafür werden wir mit einer tollen Aussicht auf die Felsen vor der Küste belohnt.

Jetzt also endlich Velofahren – im Nieselregen… Da wir den Weg bis in den Osten nach Liku nicht finden, geht es halt geradewegs zum Anapala Chasm, einer eindrucksvollen Schlucht, wo leider aber nur sehr wenig Licht einfällt.
Im Anschluss radeln wir zum Togo Chasm, ein herrlicher Ausflug.

Erst geht es durch den Wald, danach durch eine surrealistische Felslandschaft voll mit Korallenspitzen bis ans Meer hinunter.

Das heisst für uns fast bis ans Meer. Mit unseren Fahrradschuhen mit den Klicks unten dran verzichten auf die steile Leiter und geniessen lieber die Aussicht von oben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg Richtung Tonga. Wir sind noch keine 2 Stunden unterwegs, da rauschen wieder mal beide Angeln aus, und zwar schnell.

yellow fin tuna
Kurz nach Abfahrt in Niue beissen diese 2 Gelbflossen Thunfische (7.5 und 9 kg) …
..also schnell die Filets rausschneiden und dann ab in den Kühlschrank…
Nach 2 Tagen ist Tonga in Sicht – wir nähern uns Vava’u und Reto hisst die selbstgenähte Flagge.
Der rundherum geschütze Hafen von Neiafu wird von vielen Seglern geschätzt – an unserem ersten Tag scheint auch noch die Sonne
die Dorfkirche von Neiafu

Wir bekommen beide an Bord und freuen uns riesig über unsere bisher grössten Thunas, zwei Yellowfin mit 7.5 kg und 9 kg!!

Gut dass es diesmal nicht ganz so arg schaukelt, denn die nächsten Stunden bin ich mit Arbeit versorgt… ;-).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Leider stellt nach einem Tag der Wind ab, wir motoren den Rest und kommen nach 55 Stunden und 245 Meilen in Neiafu in der Vava’u Gruppe in Tonga an.

Die nächste Herausforderung ist das Einklarieren hier. Von unseren Schweizer Freunden bekommen wir wertvolle Tips…

Trotzdem geht das Prozedere ganze 4 Stunden, alleine um die Dokumente für den Zoll auszufüllen brauche ich 1.5 Stunden…

Als alles erledigt ist, plaudert der mittlerweile aufgetaute Beamte lustig noch eine halbe Stunde weiter mit Reto, während noch andere 5 Yachten auf ihre Abfertigung warten…

Unglaublich, aber irgendwie ein Erlebnis. Und wir werden so gerade etwas auf das neue Land eingestimmt und sind sehr gespannt mehr von Tonga kennen zu lernen, wenn das Wetter es dann mal zulässt!!!

Von Bora Bora über Maupihaa / Mopelia nach Palmerston, Cook Islands

Als die Schlechtwetterfront durch ist, erkunden wir noch den Osten und Südosten von Bora Bora.

Bora Bora
Wunderschöner Blick auf Lagune und Berg im Südosten von Bora Bora
Bora Bora
Am Strand von Taurere, im Südosten von Bora Bora

Im Osten besuchen wir den berühmten Mantarochen Schnorchel bzw. Tauchspot, doch durch den Schwel der letzten Tage ist die Sicht unter Wasser auf wenige Meter beschränkt.

Wir sind froh, dass wir zuerst einen Schnorcheltest machen und noch nicht die ganze Tauchausrüstung hervorgekramt haben.

Also verziehen wir uns in die Südostecke, ein prima Ort für einen ausgiebigen Strandspaziergang und sensationelle Aussicht über das hellblaue Wasser der Lagune und den Berg dahinter.

Mit Blick auf den Wetterbericht beschliessen wir zwei Tage später Bora Bora zu verlassen. Das heisst noch geschwind wieder in den Westen der Lagune verholen, Wäsche waschen, Einkaufen, Diesel bunkern, ausklarieren… Noch dazu hat Reto die Idee, dass wir ja doch noch den Gipfel von Bora Bora, den Pahia, erklimmen könnten.

Um das alles zu schaffen, legen wir uns in den Yachtclub an eine Boje. Hier ist man mitten in “der Stadt”, hat aber dafür auch dementsprechend Schwel von den Fischerbooten, die mit wenigen Metern Abstand an den Yachten vorbeibrausen.

Am nächsten Morgen um 10 haben wir tatsächlich fast alles erledigt, also gehts hinauf auf den Berg. Von Freunden haben wir schon gehört, dass die Tour nicht einfach aber machbar ist.

Vaitape Bora Bora
Erster Blick nach einer knappen Stunde Wanderung auf Vaitape und die Insel Toopua

Am ersten Aussichtspunkt geniessen wir schon mal die Aussicht und sind glücklich, den Berg in Angriff genommen zu haben.

Etwas später wird es immer steiler und durch den Regen der letzten Tage auch recht rutschig. An den meisten schwierigen Passagen sind zwar Hilfsseile angebracht, aber oft auch müssen die Bäume und Sträucher als Unterstützung herhalten.

Bora Bora
Blick auf die Lagune vom Gipfel Hue (619 m)

Nach ein paar recht steilen Passagen und dem letzten Stück, das etwas ausgesetzt ist, stehen wir dann glücklich auf dem kleinen Gipfelplateau vom kleineren der beiden Pahia Gipfel.

Die Aussicht rundherum ist sensationell! Mir graust es allerdings vor dem Abstieg, die Knie sind etwas weich, der Magen etwas flau.

Wir tasten uns vorsichtig wieder hinunter und ich bin erleichtert, als die obersten Schlüsselstellen vorbei sind. Nach 5 Stunden sind wir nachmittags um 16 Uhr wieder im Dorf, gerade recht, um unsere Papiere vom Ausklarieren auf der Gendarmerie abzuholen.

Bora Bora Mai Kai Yacht Club
anschliessend erfrischen wir uns im Pool vom Mai Kai Yacht Club.

Danach geht es eilig zurück aufs Schiff, Reto möchte noch in den Pool vom Yachtclub, bevor die Sonne weg ist und die Happy Hour startet. So geniessen wir noch kurz die Infrastruktur und machen uns parat für den Start am nächsten Morgen.

Die 134 Meilen Überfahrt nach Maupihaa ist sehr angenehm, es hat genug, aber nicht zu viel Wind und eine angenehme Dünung.

Am nächsten Tag mittags sind wir vor dem schmalen Pass von Maupihaa. Auf der Navionics Seekarte auf dem Chart Plotter ist dieser noch um 60 m verschoben, auf der neueren Version auf dem I Pad stimmt es bereits.

Pass Maupihaa Mopelia
Unser engster Pass bisher: Maupihaa oder auf französisch Mopelia

Die Sonne steht hoch am Himmel, ich gehe in den Ausguck und Reto steuert gemäss unseren Infos auf den Pass zu.

Er ist wirklich verdammt schmal. Mit 4 Knoten Gegenstrom dampft Reto mit Marschdrehzahl durch die Engstelle, zum Glück sieht man das Riff auf beiden Seiten sehr gut. Ein paar Minuten später sind wir durch, wir atmen beide auf.

Am Ankerplatz auf der Südseite der Lagune stehen bereits 7 Yachten, auch wir werfen unseren Anker hier im Schutz vor Wind und Welle. Der Wetterbericht sagt Starkwind von 30 Knoten und mehr in ein paar Tagen. Das ist dann doch angenehmer hier, als draussen auf hoher See.

Maupihaa Mopelia
Edgar und Hina bauen extra einen Tisch mit Bänken für die Yachties und natürlich dekorieren sie ihn mit geflochtenen Palmblättern
Maupihaa Mopelia
Monkey Fist, Solace, Matilda, Mi Corazon und She San fangen schon mal mit dem Apero an…
Pot luck
dann heisst es schnell essen fassen, bevor die fensten Sachen weg sind 😉
…Edgar, Paul, Hina und Reto machen erst einmal Musik

Am Nachmittag treffen wir die anderen Yachties und lernen Hina und Edgar, 2 Einheimische, die hier Kopra produzieren, beim Haus von Hina.

Für den nächsten Abend ist ein “Pot Luck” geplant, wo alle am Strand zusammen kommen und ein jeder was zu essen mitbringt.

Hina und Edgar bauen extra dafür einen Tisch mit Sitzbank und dekorieren diesen mit geflochtenen Palmenblättern und Kokosnüssen.

Neben dem Essen wird natürlich auch Musik gemacht. Wenn Hina und Edgar die polynesischen Lieder anstimmen, ist Reto mit Gitarre oder Ukulele mit dabei.

 

 

 

 

 

Am nächsten Morgen haben wir die Erkundung der Insel auf den Programm: wir möchten einmal in den Norden der Insel und wieder zurück wandern. Unterwegs treffen wir auf 5 Familien, wohl fast alle die zur Zeit die Insel bewohnen.

Alle verdienen ihren Lebensunterhalt hier mit dem Sammeln von Kopra (Kokosnuss), die einen mehr die anderen weniger stellen wir unterwegs fest.

Copra Maupihaa Mopelia
Bowie zeigt uns wie er Copra macht, und das wahrscheinlich am produktivsten von allen hier auf der Insel
Maupihaa Mopelia
Ich sage nur “du hast aber schöne Papayas” und schon beschenkt sie einen jeden von uns mit einer Papaya aus ihrem Garten…
Maupihaa Mopelia
Adrienne zeigt uns wie man Kokosnuss Krabben kocht
Maupihaa Mopelia
Hinano (Mitte) mit Schwester und Mann verwöhnen uns auch wieder mit frischen Trinknüssen
Kokosnuss am Strand
Hmmm. ist das aber wieder fein!!!
Maupihaa Mopelia
Kokosplame Nr. 51, dass heisst noch 5.1 km vom Südende der Insel entfernt…

Bowie, zum Beispiel macht mit seinem Sohn zusammen 10 Tonnen Copra pro Jahr, während andere nur 1, 2 oder 4 Tonnen schaffen.

Die Krux ist, dass das Kopraschiff erst kommt, wenn insgesamt 36 Tonnen abgeholt werden können…

Alle Familien sind ausgesprochen freundlich und natürlich müssen wir bei jedem stehen bleiben und erst Mal ein wenig plaudern.

Mehrere Male dürfen wir uns mit Trinkkokosnuss erfrischen und bekommen ein jeder 2 Papaya geschenkt.

Adrienne ganz im Norden hängt uns als Empfang wunderschöne Muschelketten um den Hals.

Gerne würde sie uns Ende der Woche zum Essen einladen, wenn der Wind weniger ist.

Leider bläst es aber auch dann noch zu viel, so dass wir ungern den Ankerplatz im Süden verlassen.

 

Haie black tip sharks
Und immer sind 4 bis 6 Haie rund um unsere She San anzutreffen…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir stellen fest, dass unter und um unser Boot bis zu 6 Black Tip Haie kreisen.

Das ist uns dann doch zuviel und wir vermeiden somit die ausgiebigen Schnorchel – Ausflüge, ausserdem ist innerhalb vom Riff wohl eh nicht so viel zu sehen.

Maupihaa Mopelia
…daher machen wir lieber ausgiegige Strandspaziergänge…
Stachelrochen
Ganz dicht am Ufer sehen wir einen Stachelrochen – misstraurisch guckt er uns an…
Kokospalmen
und alles ist voll mit Kokospalmen, zum Glück, denn davon leben sie hier ja alle.
Maupihaa Mopelia
Auf der Aussenseite geht es rau zu und und her – wir sind froh, innen geschützt vor Wind und Welle zu liegen…
Kokosnuss am Strand
Hmmm, auch ich geniesse den ersten Schluck nach dem Strand “Spaziergang”…
Langusten
ein paar Langusten gibt es noch als Abschiedsgeschenk

 

Dafür geniessen wir noch ein paar ausgiebige Strand – “Spaziergänge” – wenn man das bei dem Stechschritt (von meinem Schatzilein = Anmerkung von Reto..) so nennen darf.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf der anderen Seite der Insel sehen wir die Brandung der Wellen am Aussenriff und freuen uns, nicht dort draussen zu sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kokosnusskrabbe coconut crab
Eine Baby Kokosnuss Krabbe, die jagen wir natürlich nur mit der Kamera!
Kokosnusskrabbe coconut crab
…dafür wird diese hier aber gegessen…
Kokosnusskrabbe coconut crab
Kein Wunder, dass die Zahnreihe kräftig aussieht – mit diesem Gebiss muss die Kokosnusskrabbe ja schliesslich auch die Kokosnüsse aufbringen!!!

Dann wird es langsam Zeit aufzubrechen, aber ein letzter Wunsch muss noch erledigt werden: wir gehen zusammen mit Edgar auf Kokosnuss-Krabben – Jagd.

Abends um 7 gehen wir ausgerüstet mit Lampe und Messer durch den Palmenwald, teils auf Wegen, teils mitten durchs Gestrüpp.

Tatsächliche sehen wir insgesamt 8 Kokosnusskrabben, allerdings sind nur 2 davon gut erreichbar und vor allem auch gross genug.

Das Abenteuer ist perfekt, die Dinger landen im Kochtopf und trotz der späten Stunde verputzen wir gleich noch eine.

 

 

 

 

 

Am Samstag morgen, nach fast einer Woche auf Maupihaa gehen wir schweren Herzens Anker auf. Der Wetterbericht sagt gute Winde für die nächsten Tage, also auf nach Westen, mit dem nächsten Ziel Palmerston.

Draussen haben wir immerhin eine Dünung von gut 3 Metern, das Geschaukel ist gross, die Mägen etwas flau. Am nächsten Morgen schaukelt es zwar immer noch kräftig, aber wir haben uns daran gewöhnt.

Das ist auch gut so, denn kurz nach dem Mittag beisst endlich mal wieder ein Fisch. Ich höre die Angel ausrauschen und schreie nur “Fiiiiiiiiisch”, damit Reto auch ja schnell zu Hilfe kommt.

Mahi Mahi Goldmakrele Dorade
Endlich einmal wieder ein Mahi Mahi an Bord, und mit 1.28 auch unser bisher grösster!!
Mahi Mahi Goldmakrele Dorade
da strahlt natürlich die Proviantverantwortliche :-))) – so ein langes Filet hatte ich jetzt auch noch nie zu enthäuten…

Sofort sehen wir, dass es ein Mahi Mahi ist, den hatte ich mir auch gewünscht ;-). Wir machen 7 bis 9 Knoten Fahrt und ich kann nicht mehr einfach verlangsamen, das heisst also kämpfen…

Als er schon nahe am Schiff ist, übernehme ich die Angelrute und Reto holt ihn mit dem Gaff an Bord.

Gerade noch rechtzeitig, denn in dem Moment bricht die Öse von dem Wirbel – eine Sekunde langsamer und wir hätten ihn verloren!!!

Welch ein Glück, denn solche Fisch – Verluste, besonders im letzten Moment, lösen bei uns an Bord immer ein rechtes Zeter Mordio aus…

Die nächsten Stunden heisst es Fisch verarbeiten. Mit 1.28 m ist es unser bisher grösster Mahi Mahi, er gibt 3.4 kg feinstes weisses Filetfleisch 😉

Nach 3 Tagen mit 4-6 Beaufort stellt leider am letzten Tag der Wind fast ab. Bis am Abend kommen wir gerade noch so mit dem Parasailor voran, kurz vor Sonnenuntergang sind wir noch 60 Meilen von Palmerston entfernt und haben keinen Wind mehr.

Cook Inseln Fahne
Die Fahne der Cook Islands, frisch gedruckt und genäht 😉
Palmerston
Gut geschützt an einer Mooring hinter dem Aussenriff von Palmerston
Palmerston
Einkarieren problemlos – bei uns machen Goodley und Arthur die Abwicklung von Einwanderung, Zoll, Gesundheit und Agrar

Wir motoren bis morgens um 4, dümpeln noch ein paar Stunden und sind schliesslich kurz nach Sonnenaufgang im Norden von Palmerston.

Schon bald ruft uns Bob am Funk auf und zeigt uns, wo wir an einer Mooring festmachen können.
Er organisiert auch die Behörden.

Kurze Zeit später kommt Arthur, der Chief Administrator der Insel, besprüht unser Boot (die Nurse hat heute keine Zeit) und checkt uns ein.

Goodly, der auch Bürgermeister ist, stellt uns ein paar Fragen zum Teil Agriculture. Bill hat die beiden mit seinem Boot zu uns gebracht und wir plaudern mit ihm während die beiden am Papiere ausfüllen sind.

Auf Palmerston stammen alle vom gleichen Mann ab, William Marsters, ein Engländer.

Palmerston
Der Grabstein “des Patriarchen” William Marsters – von ihm stammen hier alle ab!

Er kam hier 1863 zusammen mit 3 Frauen an, die Schwestern waren. Mit ihnen hat er 21 Kinder “produziert” (steht so im Info Flyer von Palmerston) und die 3 Familienclans gegründet.

Bis heute heisst ein jeder auf der Insel Marsters, wer von aussen einheiratet, nimmt den Namen des Ehegatten an. “Auf der Insel darf jeder jeden heiraten, nur Bruder und Schwester sind tabu..” erklärt uns Bob.

Wir verstehen später, dass der erste, der mit dem Kapitän spricht, das Recht hat, der Gastgeber (Host) des Schiffes zu sein. Hier rivalisieren sich die 3 Familien seit Jahrzehnten. Bob hat Meerblick, so sieht er die Yachten als erster, Bill hat die Email Adresse auf der Palmerston Webpage und Edward aus der Familie von Goodley ist der Schnellste am Funk…

Bob Marsters Palmerston
Bob bringt uns jeden morgen und abend hin und zurück – hier die derzeitig anwesende Familie und Ulla und Pelle von der Loupan
…und am 3. Tag sind wir schon 11 Cruiser und Bobs Frau Tupou hat alle Hände voll zu tun, für uns zu kochen.
Palmerston
Traumhafte Insel – alles ist picko bello sauber und wunderschön
Palmerston
Die Schulstrasse in Palmerston ist besonders sauber, denn wer in der Schule Blödsinn macht, muss nachher die Strasse putzen 😉
Palmerston
das praktische Freiluft – Klassenzimmer, der “Outdoor Multi Purpose Class Room”
Palmerston
…und auch die Gesundheitsklinik scheint gut ausgestattet zu sein

Host zu sein, heisst einen Haufen Arbeit für die Familien: die Yachties an Land bringen, ihnen die Insel zeigen, sie zum Mittag essen einladen, ständig Kaffee und Limonade bereit stellen, auf alle möglichen Wünsche eingehen, und das solange sie hier sind.

Eigentlich ein absoluter Wahnsinn, aber das ist hier schon immer so Tradition gewesen.

Als Gegenzug versuchen wir natürlich, uns zu revanchieren, was geht.

Gleich am nächsten Morgen installieren wir mit einer Leine von Bob und einem Stück Kette aus unserer Backskiste eine neue Mooring für Bob, so kann er noch ein Schiff mehr betreuen ;-).

Ausserdem haben wir viele Sachen an Bord, die wir ihnen gerne hier lassen, wir sind ja sowieso zu schwer ;-).

So finden eine grosse Alukiste, eine Kühlbox, eine 800 W Wasserpumpe und diverse Küchenutensilien und diverse Vorräte ein neues Zuhause.

 

 

 

 

 

 

Das Wetter will es mal wieder, dass wir uns genügend Zeit nehmen, um Palmerston und seine Bewohner kennen und lieben zu lernen.

Es bläst mal wieder bis 30 Knoten und mehr, alle 8 Yachten entscheiden, das lieber hier hinter dem schützenden Riff auszusitzen als draussen auf hoher See.

Bob Marsters Palmerston
Bob mit seinen Kindern Mahau, Madeenia und Henry zu Besuch auf She San
Henry kann einen manchal ganz schön auf Trab halten 😉
Palmerston
Frühlingsstimmung auf Palmerston
und wieder einmal ein Einsiedlerkrebs – das zweite Füsschen von links piekst jetzt dann gleich Reto in den Finger…
Die Resultate vom Palmerston Umweltschutz Poster Wettbewerb… obwohl wir es ja wissen, finden wir trotzdem lustig, dass alle Kinder hier Marsters heissen 😉

Wir sind nicht traurig und vertreiben uns die Zeit mit Insel und Strand-Spaziergängen, dem täglichen Mittagessen mit allen Yachties und der Familie, Plaudern mit Bob und Tupou oder Spielen mit Henry und Madeenia.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die neue Solaranlage beeindruckt uns schwer!
Charlie zeigt uns die 2 Jahre alte Solaranlage, die heute fast komplett die 50-60 Einwohner versorgt!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Arthur und Charlie zeigen uns die vor 2 Jahren installierte neue Solaranlage, die 54 kW erzeugt.

Wir sind schwer beeindruckt und geniessen es von Arthur Informationen über die Infrastruktur und Herausforderungen der Insel zu bekommen.

So erzählt uns Arthur unter anderem, dass er seinen Vater in die Hauptstadt Rarotonga begleitet hat und im Anschluss auf das nächste Boot 3 oder 4 Monate später warten musste, um wieder zurück zu kommen.

Palmerston
Und immer wieder sieht oder hört man sie, die Buckelwale
Palmerston
…und schwupps ist er wieder abgetaucht…
2 Kaiserfische schimmen uns vor die Linse 😉

Wenn man gut aufpasst und Glück hat, kann man hier um diese Jahreszeit regelmässig Buckelwale sehen.

Sie kommen zum Kalben in diese Gewässer und sind daher öfter mit Kälbern unterwegs.  Viele Yachties haben sie auch schon singen gehört, wir leider bisher noch nicht…

Auch die Unterwasserwelt gefällt uns gut. 10 Meter hinter unserem Boot ist die Riffkante.

Dort geht es geradeaus nach unten, mir wird fast schlecht wenn ich mich zu weit nach draussen wage, obwohl das natürlich völliger Blödsinn ist.

Obwohl die Mehrheit der Korallen am Riff gemäss Arthur vor einem Jahr eine weisse Schicht bekommen haben und abgestorben sind, wachsen überall neue in allen Farben und Formen und die Anzahl an Rifffischen ist gross.

Besonders beeindrucken uns die riesigen Grouper, aber mögliches Ciguantera und die gelegentlichen Haie halten uns von der Idee ab, diese harpunieren zu wollen…

Am Ende der Sonntagsmesse strömen die Cruiser aus der Kirche…
Madeenia im Sonntagsdress
Familienfoto mit Tupou, Mehau, Bob, Madeenia und Henry

Am Sonntag morgen holt uns Bob schon um 8.45 Uhr ab, die Frauen werden mit Hüten ausgestattet und pünktlich um 10 Uhr fängt die Kirche an.

Die Frauen sitzen rechts, die Männer links. Als Reto meint “wie in Jenaz” muss ich lauthals lachen. Seine Mama Felicitas bestätigt uns später, dass das wohl heute in Jenaz nicht mehr so üblich ist.

Obwohl mehr wie 50% der Kirche mit Yachties besetzt ist, ist der Gesang wieder mal gewaltig. Bei den Liedern, die in Maori gesungen werden, klingt es wie ein 3 stimmiger Kanon. Eine ältere Frau singt vor, dann kommen die Frauen, dann die Männer. Gewaltig wie die Stimmen von nur 3 oder 4 Männern durch die kleine Kirche donnern!

Nach der anschliessenden Fotosession der Familie Bob werden wir wieder einmal fürstlich bewirtet.

Heute gibt es unter anderem die Vögel, die gestern von der Gemeinde an die Familien der Insel verteilt wurden. Wir verstehen, dass einmal im Monat für die Gemeinde Vögel auf der Vogelinsel geholt werden. Wenn die Population zu schwach wird, wird eine Schonzeit ausgesprochen.

Der Wind sollte sich in den nächsten Tagen etwas beruhigen, damit wird es langsam Zeit, Abschied zu nehmen. Nachdem wir nun eine Woche lang ein Teil dieser unglaublich gastfreundlichen Familie waren, fällt dies nun so richtig schwer.

Huahine, Tahaa und Bora Bora – wir geniessen die Berge und Lagunen

Dann ist es Zeit Huahine zu erkunden.

She San in der Bucht vor Fare
Banane und Ananas haben diese gestreiften Falterfische besonders gerne
Der Piccasso Drückerfisch mit der blauen Augenmaske ist ein besonders hübscher…

Von unserem Ankerplatz im flachen Wasser gegenüber von Fare gehen wir schnorcheln und treffen auf unzählige Falterfische , viele Drückerfische und ein paar Haie.

Wir lernen von Thomas und Anja, dass die Falterfische gerne gefüttert werden und nehmen unsere Ananasreste mit.

Schon ist alles voll von den Fischchen und sie picken einem direkt aus der Hand. Ein witziges Gefühl, denn das ein oder andere Fischchen pickt dann auch mal in den Finger…

Alles kein Problem, solange die Haie genug Abstand halten…

 

Wir machen unsere erste Fahrradtour rund um Huahine, die sogenannte “Übersichtstour”. Das heisst einmal rund um Huahine nui (gross) und Huahine iti (klein).

Eines der vielen Marae in Maeva
die Fischreusen in Maeva
die heiligen Aale mit den blauen Augen
Huahine ist überall grün und herrlich gepflegt
der Abdruck des Pi’Ihoro, der Legende nach der Hund eines Halbgottes

Erster Stopp ist bei den Marae von Maeva, dort sind einige interessante “Steinerhaufen” nahe am Wasser und weit den Hügel hinauf.

Nebenan sehen wir die alten Fischreusen, die früher dem Fischfang gedient haben.

 

 

 

 

 

Ein paar Kilometer weiter treffen wir auf die heiligen blauäugigen Aale in dem Dorfbach von Faie.

Danach geht es kurz mal steil den Hügel hoch, auf der anderen Seite liegt die Bucht von Maro’e, dann geht’s weiter nach Huahini Iti.

Ganz im Süden bei Parea machen wir an einem Marae ein Schläfchen und lassen die 2 Restaurants danach aus, wir haben ja gerade erst angehalten.

Die nächste Möglichkeit was zu trinken zu kaufen ist dann leider erst wieder Fare. Nach gut 60 km stürzen wir durstig was kaltes hinunter und geniessen das angenehme Wasser in der Bucht.

Noch zwei weitere Male packen wir unsere Velos an Land und erkunden die Strässchen der Insel, es ist überall grün und wunderschön!

 

die Wanderung den Berg hinauf hinter dem Hauptort endet bei der Wildsau, an ihr trauen wir uns nicht vorbei

Unsere Wanderungen auf Huahine sind leider nicht mit Gipfelglück belohnt.

Wir marschieren hinter Fare den Berg hoch und treffen auf eine “Kampfsau” (ein Wildschwein) mitten im Weg. Sie sieht zwar eigentlich ganz friedlich aus, aber wir trauen uns dann doch nicht an ihr vorbei.

Die frisch geklebten Wanderschuhe halten leider nur einen Teil der Wanderung…
…aber es lohnt sich, die Aussicht ist grandios..
die Fischreusen von oben
Sonnenuntergang vor dem Huahine Yacht Club

Ein paar Tage später machen wir zusammen mit Robusta und Mi Corazon eine Wanderung auf den Berg oberhalb von Maeva.

Reto klebt extra seine Wanderschuhe, doch leider halten die Sohlen wieder nicht daran. Etwas verunsichert machen wir unterhalb vom Gipfel kehrt und bewundern später neidvoll die Gipfelbilder der anderen…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schweizer Treffen – Jomay, Robusta, Pandora und She San – nach dem Sundowner essen wir bei den Roulottes zu Abend
am Sonntag Morgen treffen sich pünktlich um 9 Uhr die Crews von 5 schweizer Booten – Bonavalette, Robusta, She San, Pandora und Mi Corazon – zur Messe vor der Kirche
Maite von der Jomay zeigt uns ihre Kollektion von Schmuck – wir sind begeistert!

Am Wochenende zählen wir insgesamt 6 schweizer Boote in Fare.

Man trifft sich mehr oder weniger geplant zum Sundowner zur Happy Hour im Yacht Club und eher zufällig am Sonntag Morgen vor der Kirche…

 

 

 

 

 

 

Hotel auf dem Weg nach Süden in Huahine
vor dem Hotel in der Bucht Avea
der Hotelstrand läd zum Laufen ein
alles voll mit Anemonen voll mit Clownfischen
Von weitem denkt man noch “der steht aber nahe am Riff”…
trauriges Schicksal: die Tanda Maleika hockt oben auf dem Riff…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dann ist es Zeit, etwas neues kennen zu lernen. Wir verlegen uns 7 Meilen weiter südlich in die supergeschützte Bucht von Avea.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Leider geht es nicht allen Booten und Crews hier so gut wie uns.

Der Katameran Tanda Maleika steht seit einer Woche draussen am Riff.

Dort wurde er versehentlich abends um 7 Uhr von einer grossen Welle hingesetzt.

Die Familie wurde mit dem Heilcopter abgeborgen und hat im Laufe der letzten Woche das Schiff leergeräumt, um es im Anschluss dem Meer zu übergeben… Traurige Geschichte, die uns alle daran erinnert, dass dies jederzeit passieren kann…

Da 2 unserer Raymarine Anzeigen dabei sind sich zu verabschieden, kaufen wir sie ihnen ab. Ein kleiner Trost, aber immerhin ein Beitrag, und wir sind froh, haben wir Ersatz bevor die anderen ganz kaputt sind.

Blick auf Raiatea kurz vor der Passeinfahrt im Osten von Tahaa
ganz hinten in der Haamene Bucht auf Tahaa
in der Bergen von Tahaa
von Haamene aus Richtung Südosten
Reto entdeckt warum die Briefkästen hier alle so lang sind: es muss ein Baguette hinein passen 😉
Wow, unser erster Blick auf Bora Bora von Tahaa aus
…und gleich nochmal..

Nach 2 wunderschönen Wochen auf Huahine wird es Zeit weiter zu ziehen, wir segeln die 25 Meilen nach Tahaa und machen dort in der Baie d’Apu an den Bojen der Perlenfarm fest.

Am nächsten Tag geht es einmal rund um die Insel mit dem Fahrrad, es ist ein Traum.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als wir Bora Bora das erste Mal sehen, verstehen wir, warum so viele Menschen davon angezogen sind.

So gehen auch wir am nächsten Tag direkt weiter nach Bora Bora, aufgrund der Windprognose ein schlauer Schritt, denn die nächsten Tage ist es erst mal ruhiger.

 

 

 

 

 

Wir feiern den ersten August an Bord der Pandora. Franzi und Pesche laden uns stilvoll zum Raclette ein.

Pandora mit Festtagsdekoration zum ersten August vor Bora Bora

Zuerst aber spielen Pesche und Reto die obligatorische Schachrunde während Franzi in der Küche schuftet und ich gemütlich die Girlanden über das Schiff verteile.

Kurz vor Sonnenuntergang kämpfen die beiden im letzten Licht um die letzten Züge. In dem Moment fährt ein Touriboot nahe an der Pandora vorbei, die Welle lässt das Schiff ordentlich hin und her schaukeln und die Schachfigürchen kullern durchs ganze Cockpit. Gelassen und etwas erleichtert meinen beide unisono “wollen wir diesen als unentschieden gelten lassen?”

Das anschliessende Raclette ist eine Schau. Wir geniessen es sehr, unser letztes Raclette ist mehr wie 2 Jahre her…

…bevor wir mit Raclette Complette verwöhnt werden – Hmmm!
Und zum Abschluss gibt es Pesche`s berühmten Carajillo
Unser erster Mantarochen auf Bora Bora – wir sind fasziniert!

Mit 2 Pfännchen auf einigen Teelichtern schmelzen wir geduldig unsere Käse und teilen diese jeweils mit dem Partner. Nach einigen Pfännchen aber wird Pesche dann doch nervös.

Doch dann hat Pesche die leuchtende Idee: mit der Bratpfanne schmilzt er 6 Käse gleichzeitig und das in Recordschnelle, der Abend ist gerettet ;-).

aber auch die Adlerrochen sind wunderschön anzuschauen
Velorundfahrt um Bora Bora, überall sieht man Lagune und Berg
…hier die Ostseite…
…mit der Bucht Richtung Süden…
Das Bloody Mary’s Restaurant hat schon manche Berühmtheit zu Gast gehabt…

 

 

Bora Bora ist unter anderem bekannt dafür, dass man hier Rochen sehen kann. Wir haben Glück und sehen auf geringer Wassertiefe unsere ersten grossen Mantarochen und einige Adlerrochen.

Die Mantarochen sind mehrere Meter gross. Mir bleibt jedes Mal fast der Atem stehen, wenn einer vor mir auftaucht. Wenn er dann noch eine Purzelbaumrolle direkt vor mir macht, mache ich mir vor lauter Freude fast in die Hose…

Natürlich machen wir auch wieder die obligatorische Rundfahrt um die Insel, diesmal nur eine kleine Runde mit gut 30 km und wenigen Höhenmetern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dafür haben wir an einer Mooringboje vom Bloody Mary’s festgemacht.

Das Bloody Mary’s nämlich einen wunderbaren Steg zum Fahrrad ausladen und ausserdem ein ganz schönes Riff zum Schnorcheln.

Als nächstes möchten wir noch die Lagune im Osten der Insel erkunden. Wir waren aber etwas zu langsam, die Schlechtwetterfront hat uns eingeholt. Also warten wir hier nun im Regen un im Schwel, dass es mit etwas Sicht weiter in den Süden gehen kann. Der Vorteil ist, es gibt (nachts zumindest) Internet vom Hotel nebendran 😉

Tahiti, Moorea und Huahine – Heiva und schöne Landschaften

Die nächste Woche steht also die Erkundung Tahiti’s Schiffsausrüster und Heimwerkermärkte auf dem Programm. Am Samstag morgen geht es los, wir nehmen den Bus nach Papeete Stadt. Bis am Mittag haben wir die ersten 5 Läden abgeklappert und nichts gefunden ausser einer Ankerkette, bei deren Preis man meinen könnte sie sei vergoldet anstatt verzinkt.

Die 4 Musikanten starten die Ukulele Session am Samstag Nachmittag in Papeete..
…die Zuschauer sind vielzahlig und kurios…
…sind entsprechend geschmückt und singen mit.

Gerade als die Geschäfte mittags schliessen stossen wir gegenüber der Markthalle auf eine Gruppe Musiker. Das lassen wir uns nicht entgehen.

Die nächsten Stunden geniessen wir die traditionelle polynesische Musik mit Ukulelen und Gesang und natürlich auch ein paar Hinanos vom Fass. Während die ursprüngliche Truppe  nur 3 Mann waren, werden es im Laufe der Zeit immer mehr, die mitspielen.

Wir zählen im Maximum 12 Männer mit Gesang, polynesischer oder hawaianischer Ukulele, Gitarre, Löffeln.. Die Kellner zeigen Reto das Löffla mit der Heineken Flasche und sind ganz begeistert wie schnell er es lernt.

die Villen oberhalb der Marina Taina
Moorea liegt quasi vor der Tür

Den Sonntag verbringen wir mit Wäsche waschen (ich), Wasser in 5 bis 10 liter Flaschen abfüllen und in unseren Tank füllen (Reto) und einer Wanderung den Hügel hinauf durch die Villenviertel von Taina.

Dann wird es Ernst, am Montag und Dienstag laufen wir nochmal alle möglichen Händler von Generatoren ab, dann erstehen wir einen Benzin Generator der chinesischen Firma Kipor bei Polynesie Marine. Wir haben nämlich jetzt wirklich die Schnautze voll, unsere Motoren zur Stromerzeugung laufen lassen zu müssen…

Zufällig fallen wir bei unserer Pilgerung durch die Stadt auch noch über die Firma Solarcom, die genau die Solarpanele von Sunpower führt, die Reto von Anfang an haben wollte. Da generell in Französisch Polynesien keine Steuern auf den Solarpanelen sind, sind diese auch noch ein Stück günstiger als in Europa. Wir schlagen zu und erstehen 2 Stück 327 Watt Panele, ein jedes 1.50 m auf 1 m gross.

Blick auf Tahiti auf dem Weg Richtung Nord
Der Ausliegerkanufahrer ist so schnell wie die She San, bis ihm dann leider das Paddel entzwei bricht…

Da wir die Dinger ungerne mit dem Dinghy aufs Schiff transportieren möchten und ausserdem auch mal abends in Papeete in den Ausgang möchten, verlegen wir uns am Freitag morgen in die Stadtmarina.

Die Panele kommen pünktlich um 10 Uhr angeliefert und werden in den nächsten paar Stunden montiert.

Nach wenigen Stunden sind die neuen Paneele montiert und auch bald angeschlossen

Am Abend funktioniert wieder alles und am nächsten Tag freuen wir uns über zusätzliche 30 % Leistung auf der gleichen Fläche wie vorher.

Dann ist endlich noch ein wenig Zeit Papeete zu geniessen.

Am Abend besuchen wir die berühmten Roulottes, die mobilen Restaurants von Papeete.

Am Abend gehen wir auf den Platz, der sich allabendlich mit Roulottes füllt. Das sind fahrende Imbissbuden, die ihre Tische und Stühle aufstellen und ihre Spezialitäten anbieten.

Danach gibt es noch ein Bier in der Kneipe am Eck, die Gäste singen Karaoke mit polynesischen Liedern oder sehen Neuseeland gegen England beim Rugby spielen zu.

Am nächsten Tag gehen wir noch eine Runde durch die Stadt mit dem Ziel etwas für uns zu tun, denn unser She San-li wurde ja schon wieder mal ausreichend verwöhnt. In 4 verschiedenen Läden staunen wir über die Preise der Ukulelen, vor allem bei der nicht gerade umreissenden Qualität. Im letzten Musikgeschäft hilft uns ein Kunde eine Ukulele zu stimmen und spielt uns ein kurzes Ständchen. Wir geben es auf, gehen um die nächste Ecke.

Dort treffen wir auf Vaihana, die an der Strasse steht mit 4 Ukulelen zum Verkauf. Sie sagt uns gleich, wenn wir damit Musik machen möchten, sind wir bei ihr richtig, dafür seien ihre als Souvenirs nicht so toll, weil sie wenig verziert sind.

Vater und Sohn spielen auf und Reto spielt mit
Der Deal ist geglückt, wir kaufen Vaihana die Ukulele ab und alle sind glücklich

Reto fängt an, auf einer ihrer Ukulelen zu spielen, kurz darauf kommt ihr Sohn und der Kunde vom Musikgeschäft, in dem wir gerade vorher waren.

Es ist der Ehemann von Vaihana, wie sich herausstellt ;-).

Sie stimmen die Ukulelen und los geht es, Mann und Sohn schmettern ein paar Liedchen und Reto stimmt fleissig mit ein. Im Anschluss bekommen wir einen ganz ordentlichen Preis und sind glücklich doch noch unsere Ukulele gefunden zu haben.

Am Samstag abend haben die Pandora und wir Karten für das Heiva Fest in Papeete.

Auf dem Heiva Fest in Papeete…
…lassen wir uns von Musik und Kostümen, schönem und…
…wilden Tänzen…
… und der Choreographie beeindrucken…
Und endlich gibt es richtige Kokosnussschalen Bikinis…
…zum Teil verdeckt durch die Haare und nebensächlich bei dem strahlenden Lächeln

Heiva ist ein Fest jedes Jahr im Juli, bei dem die verschiedenen Tanz- und Gesangsgruppen im Wettbewerb miteinander auftreten. Gespannt tigern wir zur rechten Zeit in das Stadium, irgendwann geht es dann los mit einem Haufen Gerede und nach etwas Verspätung mit der ersten Gesangsgruppe.

Das ist ganz nett mal so zu sehen, aber auf dauer etwas langweilig. Danach kommt die erste Tanzgruppe und wir finden es alle ganz ok.

Als wir dann nach einer Pause wieder auf unsere Plätze kommen, startet die zweiteTanzgruppe das Abends und wir kommen für die nächste Stunde aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Die strahlenden Gesichter, die Bewegungen der Tänzerinnen und Tänzer, vor allem die Geschwindig keit und Anmutigkeit mit der die Frauen ihr Fütli (dt.: Hintern) bewegen und die Geschwindigkeit mit der die mehr wie 100 Frauen und Männer die verschiedensten Formationen bilden – wir sind begeistert, der Abend hat sich wirklich gelohnt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dann nehmen wir Abschied von Tahiti…
…und freuen uns Moorea kennenzulernen.
Trotz gut 20 Yachten hinter dem Riff in der Opunohu Bucht finden wir ein Plätzchen.
Blick auf den Ankerplatz vorne an der Opunhu Bucht

 

Am nächsten Morgen verabschieden wir uns von den Freunden in der Marina, für uns ist es Zeit nach Moorea zu segeln.

Nach ein paar Stunden unterwegs mit leichtem Wind passieren wir die berühmte Cook’s Bucht und werfen unseren Anker neben 20 anderen Yachten direkt hinter dem Riff in der Opunohu Bucht.

Hier ist das Wasser klar, der Blick auf die mit Felszacken umrahmte Bucht sensationell und es hat sogar ein kleines Dinghydock, wo wir trockenen Fusses an Land kommen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beim Fahrradfahren entdecken wir unsere ersten Ananas Plantagen…
…und sehen die erste Ananas im Feld.
Wir radeln auf den Belvedere, den Aussichtspunkt und geniessen den Blick auf Opunohu und Cooks Bucht mit dem Berg Rotui dazwischen
Etwas Kultur in der Natur, ein Marae im Tal vom Belvedere
Tapfer balanziert Reto das Ananasbündel auf dem Lenkertäschchen

Das ist hilfreich, denn wir packen die nächsten 2 Tage unsere Fahrräder aus und erkunden die Nordseite der Insel.

Ausser der Hauptstrasse entlang der Küste finden wir viele Mountainbike – Wege neben den Ananasplantagen bis hinauf zum Ausichtspunkt auf die 2 Buchten und den Berg Rotui dazwischen.

Auch die Rotui Saftabfüllerei besuchen wir und verkosten die verschieden Produkte mit und ohne Alkohol.

 

 

 

 

 

 

Als wir in einem Supermarkt 5 Ananas erstehen, kommt unsere Transportkapazität mit dem Fahrrad an ihre Grenze, da mein Rucksack schon voll ist mit Maracuja, die ich am Wegrand gefunden habe.

Reto nimmt den Bündel Ananas auf sein Lenkertäschchen, beim Start fallen die Anannas erst dreimal herunter, danach geht es 15 min ohne weitere Zwischenfälle nach Hause…

 

Am letzten Morgen besuchen wir noch morgens um 8 Uhr den Rochen und Haispot.

Zum Abschied besuchen wir noch kurz die Stachelrochen

Die Viecher werden hier wohl regelmässig gefüttert und sind deswegen immer hier anzutreffen.

Anfangs etwas skeptisch, schnorcheln wir dann doch bald zwischen einer Vielzahl von Rochen, einigen Haien sowie noch viel mehr Touristen.

Sonnenuntergang auf dem Weg nach Huahine

Im Anschluss starten wir zu einem kurzen Nachtschlag nach Huahine. Dank grauslicher Dünung aus Südwest und nur wenig Wind aus Südost, ist mir schon bald nicht mehr sehr wohl im Magen. Zum Glück nimmt der Wind dann in der Nacht zu und wir schaffen die 88 Meilen bis am Morgen früh.

Um Punkt 9 Uhr sitzen wir im Dinghy, es ist 14. Juli und somit französischer Nationalfeiertag. Das möchten wir nicht verpassen.

Morgens um 9 Uhr am 14. Juli – die Parade kann nun beginnen…
…zuerst kommen die ehemaligen Soldaten…
…dann noch die traditionellen Vereine.

 

Die relativ kurze Rede ist für ein paar dann doch langwierig…
…andere haben aber ihren Spass.

Es geht auch gleich los mit der Parade der ehemeligen Soldaten, der Polizei, der Feuerwehr, den Pfadfindern und den verschiedenen Vereinen.

Allesamt sind in ihren jeweiligen Uniformen und Kostümen herausgeputzt und marschieren vor die Bühne, wo Bürgermeisterin und Verwaltung sitzen.

Nach kurzer Rede, Fahnenaufzug und Hymnen kommt der Wettbewerb der Obstträger.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dann kommt der Wettbewerb der Obstträger, erst die Frauen…
…dann die Männer müssen mit den Balken mit Bananenstauden um die Wette rennen.

Zuerst Frauen, danach Männer müssen ca. einen Kilometer mit einem Stamm mit Bananenbündeln um die Wette laufen.

Die Unterschiede sind gewaltig, so manch eine(r) ist am Ende ganz schön atemlos.

 

 

 

 

Dann ist der offizielle Teil vorbei und die Bürgermeisterin lädt alle anwesenden zu einem Cocktail ein am Gelände neven der Marie. Wir trotten mal mit, um die Menge zu beobachten und erwarten Chaos und Anstehen.

Im Anschluss ist das ganze Dorf eingeladen zum traditionellen Essen…
…welches die Frauen in der 3. Generation zubereitet haben.

Tatsächlich finden wir aber ca. 20 Festbänke voll mit Töpfen voll traditionellem Essen und ein jeder darf sich holen was er möchte.

Wir verstehen, dass der Cocktail von der Gemeinde kommt und das Essen aber von den Grossmüttern gebracht wird. Es ist so viel, dass sicher alle etwas abbekommen, sogar wir Touristen.

Mit einem Bananenblatt als Teller und unseren Fingern als Esswerkzeug probieren wir uns durch die herrlichsten Gerichte, natürlich verschiedene Poisson cru, Fafa (Gemüse aus jungen Taroblättern) mit Huhn, Taro, Mandiok und natürlich Kokosnuss, Obst und Süssspeisen.
Am Ende bekommen wir sogar noch zwei Schälchen mit Obst und Fafa zum nach hause nehmen und ich bin mega gerührt über diese Freundlichkeit der Frauen.

Am Abend sind wir pünktlich zur Happy Hour im Huahine Yacht Club, dem Restaurant am Dinghy Steg. Es wird aufgespielt und nach den ersten paar Bier sind auch wir am Tanzen zu polynesischer Musik. Ein herrlicher Abend, wir haben sehr viel Spass!

Am nächsten Tag erkunden wir das Dorf, doch es ist Samstag, spätestens am Mittag ist alles zu. Nur der reichlich gut sortierte Super U ist sogar Sonntags offen. Es ist ein cooler Supermarkt, hat viel Auswahl (das meiste halt relativ teuer), hat aber auch ganz nette Sonderangebote.

Abends treffen wir eine grosse Gruppe von Seglern zur Happy Hour, der Tisch biegt sich fast vor lauter Pitcher mit je 1.5 l Bier. Im Anschluss gehen Reto, ich und Anja von der Robusta zum Heiva Festival. Wir sind spät und freuen uns, dass uns der freundliche Kostumdesigner einer der Gruppen in seinem Auto mitnimmt und uns zeigt, wo wir die Tickets kaufen können.

Heiva in Huahine, kostet nur ein Viertel von Papeete, ist aber ebenso ein besonderes Erlebnis…
Wildes Getanze der Männer
und der Nachwuchs trainiert auch schon mit.

Kaum sind wir im Festzelt, geht es los, heute werden die Gewinner bekannt gegeben und jede der Gruppen darf sich nochmal präsentieren. Der Schmuck der Bühne ist fantastisch und wirkt sehr natürlich, es hat sogar einen Wasserfall auf beiden Seiden und die Arena ist aus Sand. Wir haben den Eindruck, die Kostüme der Tänzer sind noch mehr aus natürlichen Bestandteilen hergestellt als in Papeete, die Tänzerinnen sind noch anmutiger und die Tänzer noch wilder. Wir fühlen uns ein paar hundert Jahre zurück versetzt, in eine Zeit, wo wir möglicherweise noch im Kochtopf gelandet wären…

Auf dem Heimweg nimmt uns eine Familie hinten auf ihrem Pickup Truck mit. Erst beim Aussteigen sehe ich, dass der Mann eine Polizeiuniform anhat. Ich bedanke mich sehr bei ihm und muss dann  recht grinsen, denn das Mitnehmen von Personen auf den Ladeflächen von Pickups ist eigentlich in Franz. Polynesien verboten 😉

Zurück im Dorf ist keine Spur von Thomas und dem Dinghy der Robusta, also bringen wir Anja auf ihr Schiff. Die Robusta ist umringt von Dinghies und das Cockpit voll mit den amerikanischen Seglerkollegen, natürlich setzten wir uns auch noch in die fröhliche Runde. Dank dem Pisco Sour und Caipirinha von Anja schlafen wir tief und fest und sind am nächsten Tag aber nicht zeitig genug wach, um in die Kirche zu gehen.

Abends gehen wir ein letztes Mal zum Heiva Fest, die Gewinner singen und tanzen nochmal, es ist sehr schön, aber jetzt haben wir es dann auch oft genug gesehen.
Jetzt ist es an der Zeit die Insel zu erkunden, wir freuen uns auf ein paar Ausflüge zu Fuss und mit dem Fahrrad.

Tuamotus – wunderschöne Wochen auf Fakarava und Toau

Wir geniessen noch ein paar Tage in Fakarava Süd und packen unsere Tauchausrüstung aus.

Die Tetemanu Lodge und Tauchcenter in Fakarava Süd
hier mit Blieck auf den Südpass, ein wahres Taucherparadies

Mit dem Dinghy im Schlepptau tauchen wir ab in den Pass und sehen direkt weit unter uns die erste Gruppe an Haien mit schwarzen Schwanz und Seitenflossen.

Kurz darauf steuern wir unmittelbar auf die nächste Gruppe Haie zu, und ich erinnere mich nur noch an die Warnung vom Tauchcenter “nicht direkt auf die Haie zu tauchen”… Kunststück, wenn man ein Dinghy zieht ist das gar nicht so einfach zu entscheiden, wo es denn hingehen soll… Ich gebe etwas mehr Leine und weiche aus nach rechts, uff! Mit ein paar Metern Abstand dazwischen sehen wir uns die Gruppe gerne von der Seite an. Das gleiche passiert uns kurz darauf nochmal aber da sind wir es ja dann schon gewohnt ;-).

Am nächsten Tag möchten wir dann nochmal los für einen zweiten Pass Drift Dive, aber gerade bevor Reto sich ins Wasser fallen lässt, fällt ihm auf, dass wir die Gewichte vergessen haben. Mist, wir haben keine Zeit nochmal zurück um die Gewichte zu holen. Dann halt ein Drift Schnorcheln… Mist, auch die Schnorchel vergessen. Das kleine Pizza Fest auf der Pandora am Vorabend, bei dem nicht nur Pizza getrunken wurde, lässt grüssen.

Kahoui and the cruisers, diesmal in Hirifa bei Laiza
Laiza und ihre Nichte feiern mit
vielen Dank euch allen für den wundervollen Abend!
zum Sundownder am Strand bei Laiza
die Sonne geht unter im Paradies..
unsere She San vor der Strandbar und unserem Yogastrand rechts aussen
die kleine ist ein wenig scheu gegenüber all den fremden Menschen
Jetzt geht das Schachspielen los! Pesche hat aus Bordmitteln ein Schachbrett zusammen gestellt!

In Hirifa, 6 Meilen weiter östlich, warten die Freunde, um am Nachmittag bei Laïza Musik zu machen und im Anschluss mit einem Buffet verwöhnt zu werden.

Wir geniessen die Gastfreundschaft der Familie und die prima geschützte Bucht und verbringen 3 Tage mit Yoga am Strand (die Frauen), ausgiebigen Schachpartien (die Männer) und herrlichen Sundownern alle zusammen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dann verholen wir uns 20 Meilen weiter nördlich nach Pakokota. In der Lagune braust unsere She San ohne Welle dahin, wie ein Schnellzug auf Schienen.

Achtung, nicht alle Riffe sind so gut erkennbar und betonnt wie dieses hier vor Rotoava in Fakarava Nord

Nur muss man unheimlich auf die Korallenköpfe achten, die immer mal wieder sogar in der betonnten (markierten) Fahrrinne auftauchen…

In Pakokota bei Agnes und Mathieux hat es mit Abstand das beste Internet der Tuamotus.

Endlich mal wieder einen Tag Fahrrad fahren!
Am Anfang wundern wir uns noch über die Berge von aufgehäuften Kokosnussschalen
dann treffen wir auf Vaiteiki, die uns den Prozess der Copraherstellung nochmal zeigt – erst werden die Nüsse halbiert und zum Trocknen für 3 Tage aufgeschichtet
dann wird das Fleisch mit einem Messer mit runder Klinge herausgelöst
und im Anschluss in grossen Flächen für eine weitere Woche getrocknet, es sieht dann nicht mehr sehr lecker aus…
Zur Abwechslung ein Sundowner mit Sektantenunterricht an Bord der She San
Am Freitag abend im Rotava Grill zusammen mit Franzi und Pesche von der Pandora

Zu guter Letzt besuchen wir noch Rotoava, das Hauptdorf im Norden von Fakarava und bleiben auch hier wieder ein paar Tage.

Wir erkunden das Dorf zu Fuss und die Insel so weit die Strasse reicht mit den Fahrrädern. Immerhin zählen wir am Abend 58 geradelte km, nur natürlich so gut wie keine Höhenmeter. Es reicht trotzdem für einen Muskelkater, wir sind es halt nicht mehr besonders gewöhnt…

Unterwegs treffen wir Vaiteiki, die ursprünglich aus den Marquesas kommt. Sie erklärt uns die Kopraproduktion und lässt Reto von der schon etwas angegammelten Nuss probieren. Er probiert wagemutig und meint es hat etwas wie alter Käse… Auch stellen wir wieder einmal fest, das hier jeder jeden kennt und auch meist noch mit allen verwandt ist.

Beim Fakarava Yacht Services lassen wir unsere panamesische Gasflasche auffüllen und sind froh, jetzt reicht das Gas wieder für weitere 4 Monate.

 

 

 

 

 

 

 

 

Zur Abwechslung gibt es zum Sundowner mal nicht nur Drinks und Snacks sondern Sextanten – Training.

 

 

 

Und zum Abschluss lassen wir uns am Freitag abend im Rotoava Grill mit einem Hamburger verwöhnen.

Insgesamt haben wir zwei wunderschöne Wochen in Fakarava verbracht, was anfangs eigentlich gar nicht auf unserer Auswahlliste stand. Alle 4 Ankerplätze waren bei den derzeitigen Bedingungen perfekt, fast immer total ruhig.

Gemeinsam mit der Pandora brechen wir am Samstag morgens um 6 Uhr auf, um die 40 Meilen rund um Toau bis in die Anse Amyot zu segeln.

She San unter Parasailor auf dem Weg nach Anse Amyot
ein wahrlich selten schönes Bild, unterwegs unter Segeln von oben!!
und weil es so schön ist, hier nochmal von vorne 😉

Es ist herrliches ruhiges Segelwetter, wir nutzen die Gelegenheit den Parasailor zu setzen und die Pandora um ein Foto zu bitten.

Nach einer Weile hören wir das uns mittlerweile bekannte Surren von Pesche’s Drohne. Wir hoffen nur, dass sie den Rückweg bis zum segelnden Schiff wieder gut schafft. Alles geht gut, wie ihr hier an den Fotos sehen könnt 😉

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In der Anse Amyot empfängt uns Jakob von der Jonas uns hilft uns an den zwei letzten Bojen fest zu machen.

angekommen in der Anse Amyot
die Langusten auf dem Grill bewegen sich noch lange
und danach gibt es polynesische Musik mit Valentine an der Ukulele und Gesang und Gaston am Eimerbass
Pesche macht für uns seine Kaffespezialität, den Carachillo – mit ordentlich viel feinem Rum!

Die Anse Amyot ist ein falscher Pass und demnach von fast allen Seiten rundherum mit Riff oder Insel umgeben und demnach sehr gut geschützt.

Für die Bojen zahlt man entweder oder man nimmt an einem der Abendessen teil, die Valentine und Gaston für die Segler zubereiten.

Wir haben Glück und dürfen am nächsten Abend fangfrische Langusten, Papagaienfisch gegrillt mit Honig mariniert und “cru” (roh) in Kokosmilch geniessen.

Die Langustenhälften waren bis kurz vor dem Grill noch lebendig und zappeln noch eine ganze Weile auf dem Grill weiter…Im Anschluss werden natürlich polynesische Lieder gesungen, Valentine singt und spielt die Ukulele und Gaston den “Eimerbass” oder die Löffeltrommel.

 

 

Ab gehts es in die Tiefe…
und wir tauchen ein in die Welt der Korallen und Fische
Raccoon Butterfly Fish – Mondsichelfalterfisch
vorne Mitte ein Wimpelfisch
unzählige dieer Grundeln ziehen vor unseren Augen hin und her
2 kleine bunte, auf engl. Ornate Butterfly fish
vor mir mitten in der Hirschkoralle ein Raccoon Butterfly fish – Mondsichelfalterfisch
Reto installiert eine neue Tauchboje am Ort des Tauchspots Soggy Paws Nr 1
man beachte den Feuerwehrschlauch und die Kabelbinder zur Sicherung!
Lemonpeel Angelfish – Spätblauer Doktorfisch
Emperor Angelfish – Eigentlicher Kaiserfisch
und etwas später treffen wir einige davon wieder auf dem Grill!

 

 

 

In den folgenden Tagen erkunden wir die verschiedenen Tauchplätze und freuen uns an der farbigen und fischreichen Unterwasserwelt.

Gaston holt uns eine Trinknuss vom Baum
Reto geniesst das professionelle Werkzeug zum Schälen der Nüsse

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Tauchspot Nummer 1 müssen wir uns das Vergnügen erst verdienen und setzen die Boje, die denen nach uns das festmachen des Dinghys erleichtert.

Im Anschluss an die Tauchgänge inspiziert Reto noch die Mooringbojen für die Yachten und erstattet Gaston Bericht, in welchem Zustand diese sind.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wieder mal an Land stellen wir etwas erstaunt fest, dass auch die schönsten farbigsten Fische auf dem Grill landen.

Na ja, für die Menschen hier sind die Fische halt wichtiger zum essen als zum ansehen…

 

Wir sammeln ein paar Kokosnüsse und erfahren von Gaston, dass die grünen, die auf den Boden fallen, nicht gut sind. Also holt er uns geschwind ein paar Trinknüsse vom Baum.

Dank dem guten Werkzeug aus Edelstahl schält Reto die Nüsse um einiges leichter als beim letzten Mal mit dem Dinghyanker.

Nachdem selbstgemachte Kokosmilch und Kokosraspeln für Müsli und Kuchen schon Standard an Bord der She San sind, gehen wir jetzt dann bald auch über in die serienmässige Produktion von Kokosbier und Kokosglacé..

Superlecker, vor allem das Glacé. Das Bier dagegen ist noch in der Testphase ;-).

Die nächsten Tage zieht eine Schlechtwetterfront im Süden von uns durch. Wir sind froh über die gute Mooringboje in der geschützten Bucht, sammeln Wasser und lassen die Front an uns vorbei ziehen.

Unsere französischen Nachbarn haben Glück im Unglück. Morgen um 6 Uhr scheuert ihre (falsch festgemachte) Festmacherleine die Leine der Mooringboje durch und ihr Schiff driftet an den Nachbarn vorbei direkt aufs Riff zu.

Der Nachbar ruft, ich fange an zu schreien was geht, da endlich wachen sie auf und der Papa wirft den Motor an, gerade bevor das Schiff auf das Riff aufschlägt…

auch die Schweine haben die Kokosnüsse gerne
Einsiedlerkrebs in der Abendsonne
ein grosse Napoleonbrasse erscheint täglich bei Gaston am Steg
Etwas weiter hinten zwischen den Palmen ist die Dosen und Glasmülldeponie

Wir erkunden die Insel und treffen die Schweine, unzählige Einsiedlerkrebse (auf franz. “bernard l’ermite” genannt) und die grosse Napoleon Brasse, die regelmässig von Gaston gefüttert wird und daher auch fast zu den Haustieren zählt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Leider treffen wir auch auf die Berge von Dosen und Flaschen, die scheinbar hier schon seit langer Zeit langsam respektive vergeblich verrotten sollen…

Lili, Lulut und Rockie begrüssen und begeistert am Steg, um so mehr seit dem sie wissen, dass wir ihnen ihr Fresschen bringen
hmmm, ist das nicht fein! Reis mit Fleischwürfeli und Kokosstückli schmeckt ihnen mal zünftig

 

 

Als Valentine und Gaston für ein paar Tage nach Fakarava fahren, übernehmen wir die Verantwortung die 3 Hunde und die Katze für ein paar Tage zu füttern.

Sie kennen schon das Geräusch von unserem Dinghymotor und kommen uns jeweils begeistert am Steg begrüssen.

 

 

 

 

 

Sonnenuntergang auf dem Weg nach Tahiti

Dann ergibt sich ein gutes Wind und Wetterfenster und wir nützen es, um die 230 Meilen nach Papeete zu segeln.

Am Abfahrtstag nehmen wir es gemütlich, wir möchten ja nicht grad wieder mitten in der Nacht ankommen.

Ja, denkste. Wieder einmal ist der versprochene Wind lange nicht so wie er sein soll, und so kommen wir nur mit ein paar Stunden Motoren nach ca. 50 Stunden am Freitag nachmittag an.

Wir machen an einer (für uns mit 120 CHF\Woche teuren) Mooringboje an, laufen noch ein paar Schritte durch die Marina un zum nächsten Carrefour und sind insgesamt entsetzt über die Preise. Mit 2 Baguette, einem Päckchen Butter, 2 Päckchen Milch und 3 Auberginen trotten wir wieder heim… Wir hoffen, in den nächsten Tagen die wichtigsten Punkte auf unserer to do Liste erledigen zu können, damit es so schnell wie möglich weiter geht nach Moorea 😉

Von den Marquesas zu den Tuamotus

Die Bucht Hakahetau auf Ua Pou – unsere Freunde von der Acapella, Jonas und Pandora sind auch schon da

Die 26 Meilen von Taiohae auf Nuku Hiva nach Hakahetau auf Ua Pou segeln wir in knapp 5 Stunden inklusive Ankermanöver.

Kaum haben wir den Anker geworfen begrüsst uns Martin von der Acapella mit einem Sack Zitronen und der Info, dass es gleich BBQ für die Segler am Strand gibt.

Auf diesem neuen Pier tischen an dem Abend Martin (der Taxifahrer und Internatwächter) zusammen mit Cecile und Aurore den Seglern zwar keinen BBQ auf, aber dafür leckeres Hühnchen, Poisson Cru und gebratenen Fisch mit Brotfrucht, Reis und Spagetthi.

…danach sind die Frauen mit dem Vogeltanz an der Reihe..
Die Männer müssen den Schweinetanz aufführen begleitet von dumpfem “Hu Ha Hee” Gebrüll…
..und im Anschluss dürfen wir polynesischem Gesang mit Gitarre und Ukulele lauschen

Es werden alle satt und im Anschluss müssen die Frauen den Vogeltanz “la dance des oiseaux” und die Männer den Schweinetanz “la dance des cochons” üben und sich gegenseitig aufführen. Es ist sehr lustig, alle haben viel Spass an der Abwechslung.

Nach dieser gelungenen Attraktion setzt Martin dann kurzerhand den Preis pro Nase von 500 auf 750 hoch, ein geschickter Zeitpunkt analysiert Pesche. Es ist tatsächlich so, denn wir finden es eher amüsant und die 15 Franken pro Pärchen haben sich doch allemal rentiert für das leckere Essen und die gute Unterhaltung. Danach wird noch gesungen und Gitarre und Ukulele gespielt und so holt auch Reto trotz dem hohen Schwel noch geschwind die Gitarre von der She San.

Manfred, der Schokimann, lebt weit oben im dichten Moskito – Urwald…
… und unterhält uns mit seiner Lebensgeschichte und seinen Erfindungen

Am nächsten Tag wandern wir in Richtung Wasserfall und zum Schokimann Manfred aus Deutschland. Den Wasserfall finden wir erst auf dem Rückweg, doch da ist es zu spät, die feine (und natürlich nicht ganz billige) Schoki muss dringend nach Hause in den Kühlschrank.

Manni unterhält uns während fast 3 Stunden und erzählt aus seinem ganzen Leben während wir das Programm durchmachen: Fotoalbum und Zeitungsartikel ansehen, Kekse und Nüsse verkosten, Selbstverteidigung lernen, Schoki verkosten und zum Abschluss sehen wir uns noch die Energieversorgung an, eine aus halben Rohren gebaute Turbine von einem Wasserstrahl gedreht, die eine Lichtmaschine antreibt.

Am Nachmittag füllt sich die She San dann wieder mal zum Sundowner mit den Crews von Pandora, Accapella und Jonas. Der Zufall will es, dass zusammen mit den grad frisch geöffneten Kokosnüssen ein Ananassaft im Kühlschrank ist, daher gibt es Piña Colada…

Früh am Samstag morgen machen wir uns wieder mal mit den Fahrrädern auf. Der Schwel ist riesig, aber wir schaffen es die Bikes trocken ans Land zu bringen. Trotz den dunklen Wolken machen wir uns auf nach Hakahau, dem Hauptort von Ua Pou.

Hakahau Hafen
Hakahau, der Hauptort von Ua Pou von oben

Die Strasse ist meist Schotter und mit den Bikes sehr gut befahrbar. Nach kurzem auf und ab geht es am Flughafen knapp 300 Meter bergauf, danach haben wir eine schöne Abfahrt mit Aussicht auf Hakahau.

Nur 3 Yachten liegen dort etwas geschützt vom Wellenbrecher in dem kleinen Hafen, trotzdem muss das Geschüttel hier grauenvoll sein, hören wir von den Seglern, die wir treffen.

Heute ist Abfall – Aufräumtag…
…und danach wird noch die Jungfrau Maria mit Blumen geschmückt

Im ganzen Dorf laufen die Kinder herum und klauben den Abfall zusammen. Das soll die Bewohner und die Kinder erziehen, dass kein Müll in die Landschaft geworfen wird, erklärt uns eine der Aufsichtspersonen. Wir finden es prima, und es sieht auch wie überall auf den Marquesas sehr sauber aus.

 

Hühner und Kalbsspiesse hatte ich verstanden…
Beim Rückweg müssen wir erst mal wieder ein paar hundert Meter den Berg hinauf…
…mit wunderschöner Aussicht auf die Felsnasen…
…und Buchten…
…so wie hier die Bucht mit der Flugpiste
Der Pier ist beliebt bei Alt und Jung, hier als Spielplatz und Badeplatz

Während Reto das Wifi an der Post nützt, erstehe ich 3 Fleischspiesschen als Mittagsessen, lecker! Dass das eine Spiesschen nicht Kalb, sondern das Herz vom Kalb ist, realisiere ich zum Glück erst, als es schon runtergeschluckt ist.

 

Danach geht es in der Mittagshitze über die Hügel zurück nach Hakahetau.

Zurück auf der She San gibt es erst mal einen Liter kaltes Getränk, einen Sprung ins Wasser und eine kühle Dusche, dann ein wohlverdientes Bier…

Im Anschluss besuchen wir Pierro, das! Restaurant im Dorf und geniessen dort ein weiteres Hinano und das doch sehr langsame Internet. Es ist Samstag nachmittag, wahrscheinlich ist die ganze Insel gerade am Surfen…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Sonntag vormittag möchten wir Yvonne in ihrem Haus auf dem Hügel oberhalb vom Dorf besuchen. Sie hat uns versprochen, uns Obst zu geben und wir sollten doch die Hüte ansehen, die sie selber herstellt. In einer Regenpause machen wir uns auf, kommen aber nicht sehr weit, bis es wieder giesst in Strömen.

Bei Marie oberhalb der Bucht mit Aussicht auf den Fels voll mit Geissen

Wir stellen uns unter bei Marie, der Nichte von Yvonne, erfahren wir. Sie schenkt uns Mangos und Bananen und nach einer Weile trauen wir uns weiter, doch leider zu früh! Innerhalb von ein paar Minuten sind wir trotz Regenschutz durchweicht bis auf die Unterhose.

Als wir bei Yvonne ankommen, sollen wir in ihrer Gartenküche erst mal Mittag essen. Gute Entscheidung, denn im Haus hätten wir alles vollgetropft… Anstandshalber nehmen wir ein paar Löffel von dem Reisgericht.

Reto bei Yvonne in der Aussenküche beim Versuch die Nähmaschine zu reparieren…

Dann darf Reto sich den kaputten Elektrogeräten widmen: Microwelle, Kühlschrank, Nähmaschine und Kokosraspler. Die Erfolgsquote ist 50%, der Kühlschrank und der Kokosraspler funktionieren wieder, die Nähmaschine ist mechanisch ausgeschlagen, leider trotz aller Mühe nichts mehr zu machen und die Microwelle hat sonst den Geist aufgegeben.

In der Zwischenzeit friere ich wie ein Hund, es regnet immer noch in Strömen und meine Kleider trocknen nicht. Als es dann endlich leichter wird, sammelt Yvonne für uns schnell einige Früchte zusammen, schenkt uns noch eine Flasche Heilsaft von den weissen Früchten, die wir seit San Blas überall sehen und noch 2 Flaschen Chilischoten.
Fast vergessen, die Hüte muss sie uns auch noch zeigen! Reto braucht eh schon lange einen. Es passt ihm gerade der schönste mit dem hiesigen Schmuck aus den roten und braunen Samen, perfekt, wir kaufen ihn. Dann werden wir noch von einer anderen Nichte zurück zum Pier gefahren, sie will natürlich nichts dafür, sooo nett!

Vor lauter Regen läuft uns die Zeit davon, wir müssen nochmal zu Pierro zum Internet, der Wetterbericht fehlt immer noch und noch unsere bei Alfons bestellten Pampelmusen vor Sonnenuntergang abholen.
Nachdem bei Alfons irgendein Fest im Gange ist, beschliessen wir erst zu Pierro zu gehen, dort geht es natürlich länger und es ist schon deutlich dunkel, als wir endlich bei Alfons auftauchen.
Dieser ist ganz enttäuscht und sagt vorwurfsvoll “was jetzt kommt ihr erst, vor Sonnenuntergang war doch abgemacht! Mann! Möchtet ihr was essen?” Erst in dem Moment verstehen wir, dass wir zum Fest hätten mit dazu kommen sollen… wie schade, aber er hätte halt auch ein Wort sagen müssen..

Am Montag morgen läutet der Wecker um 4 Uhr, eine Stunde später gehen wir Anker auf mit dem Ziel Tuamotus.

Regenbogen unterwegs zwischen Marquesas und Tuamotus

Als wir von der Abdeckung der Insel rauskommen bläst es 15 Knoten aus Ost, etwas später bis 20 Knoten. Cool, wir surfen so schnell wie noch nie mit konstanten 8 bis 10 Knoten Fahrt bei nicht allzu hoher Welle. Trotzdem ist es ganz schön ruppig und immer wenn ich zu lange in der Küche stehe, wird mir ganz schön flau im Magen. Am Nachmitag fangen wir einen mittleren Bonito, am nächsten Tag noch einen kleinen.

Dann stellt entgegen allen Prognosen der Wind wieder mal ab. Für 17 Stunden muss der Motor arbeiten. Gut, die Niveaus der Batterien und Wassertanks sind endlich wieder mal auf Voll, immerhin etwas. Dann stellt der Wind wieder an, gerade genug, dass wir nach 3 Tagen morgens um 8.20 Uhr am Pass sind. Unsere erste Passeinfahrt in ein Atoll, etwas nervös sind wir ja schon…

Raroia in Sicht – unser erstes Atoll in den Tuamotus
Vorsichtshalber stehe ich bei der Einfahrt im Ausguck

Je nachdem welcher Information man glaubt, soll es zwischen 8.30 und 10 Uhr “slack water” haben. Das ist der Zeitpunkt zwischen Ebbe und Flut, wenn die Strömung im Pass am niedrigsten ist.

Es gibt eine sogenannte “leading line”, eine Leitlinie mit Hilfe von 2 Tonnen, die in einer Reihe sein müssen. Wir finden die Ausgangsposition, beobachten die Wasseroberfläche und entscheiden uns, es zu probieren. Ich stehe im Ausguck auf den Maststufen zwischen dem Baum und der ersten Saling und Reto steuert.

Nach wenigen Minuten sind wir problemlos die knapp halbe Meile durch den Pass durch, mit 2 Knoten Strom mit uns, stellt Reto im Pass fest. Wie schon erwartet waren wir wohl etwas früher als der Zeitpunkt “slack water”. Eine Stunde später werfen wir den Anker in der Nähe vom Dorf neben der Pandora. Es hat nicht allzu viel Wind, daher geht dieser Ankerplatz, der gegen Osten ziemlich ungeschützt ist.

Sonnenuntergang hinter Raroia

Wir geniessen den Tag, springen endlich wieder mal zum Schnorcheln ins relativ klare Wasser, machen ein ordentliches Nickerchen und lassen uns am Abend auf der Pandora bei indischem Hühnchen verwöhnen.

Das Dorf ist pickobello sauber und gepflegt
…ein jedes Haus hat seine eigenen Solarpanel…
…selbst die Strassenlaternen haben allesamt ihr Solarpanel incl. Batterie und Dämmerungsschalter…

Am nächsten Tag besuchen wir das Dorf und werden sofort freundlich begrüsst. Laris klärt uns auf, dass es knapp 300 Einwohner, 4 Autos und einen Haufen Fahrräder gibt, die Bürgermeisterin eine Frau ist und zeigt uns die 2 “Magazins”, die Dorflädeli sozusagen.

Auf unserem Rundgang durchs Dorf sind wir wieder einmal begeistert wie blitzsauber alles überall ist. Kein Wunder, vor jedem Haus stehen mit dem Gemeindenamen beschriftete Mülltonnen. Zudem sind wir erstaunt über die vielen Solarpanele. Ein jedes Haus ist ausgestattet mit seiner eigenen Energieversorgung und sogar die Strassenlampen sind alle Selbstversorger.

 

 

 

 

Besuch der Perlenfarm
der Gemüseanbau ist schwierig auf dem kargen, salzhaltigen Boden…
Und dort wo ein Dorf ist, gibt es Post und Telekommunikation – immerhin eine E- Datenverbindung für Whatsup und bestenfalls Email

Wir besuchen die Perlenfarm und schauen neugierig zu, wie ein jeder der Mitarbeiter einen anderen Arbeitsschritt durchführt. Einer öffnet die Muscheln einen Spalt und steckt eine halbe Wäscheklammer hinein, dann werden die Fremdkörper in Form von gelben Kügelchen eingesetzt. Die nächste Station ist ein Loch bohren, dann auffädeln, …

 

 

 

 

 

 

 

 

Vor dem Magazin von Vaea zusammen mit links Vaea und in der Mitte der Bürgermeisterin von Raroia

Im Magazin bei Vaea trinken wir ein fast eisgekühltes Hinano, nach unserem Spaziergang in der Mittagshitze eine herrliche Wohltat. Wenn keine Kunden da sind, setzt sie sich zu uns zum Plaudern. Ein kleiner Junge kommt mit seinem Vater. Vaea küsst den Jungen auf den Kopf. Im nächsten Moment fragt der Junge den Papa für irgend etwas um Erlaubnis und steht sogleich vor mir mit nach vorne gebeugtem Kopf. Ich stutze kurz und kapiere dann doch noch, dass ich ihn jetzt auch auf den Kopf küssen darf.

Eine lokale Spezialität – die Kokoskrabbe
Schonender Liegeplatz
Strand von Raroia

Nächste Station ist das Magazin von Regis. Hier gibt es am Freitag nachmittag eine Trommelsession. Etwas später findet hier heute die Verkostung einer Kokoskrabbe statt, die unsere Freunde auf ihrem Ausflug zusammen mit Regis gefangen haben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Regenbogen empfängt uns an der Einfahrt nach Makemo
Der Pass Arikitamiro
Makemo ist gemäss unserem Segelführer eines der produktivsten Atolle der Tuamotus

 

Am Sonntag mittag machen wir uns gemeinsam mit der Pandora auf den Weg nach Makemo. 70 Meilen in 29 Stunden, das sollte eigentlich gut machbar sein. Es hat fast keine Welle, und gerade genug Wind, dass wir nur die letzte Stunde noch den Motor mit dazunehmen um etwas schneller zu sein.

Die Passeinfahrt in Makemo ist wiederum recht einfach, wir haben auch genau den richtigen Zeitpunkt erwischt und nur ein bis maximal 2 Knoten Gegenstrom.

Das unglaublich klare Wasser lockt uns sofort mit Schnorchel und Brille unsere Umgebung zu erkunden. Herrlich, klasklar und voll mit all diesen Fischerl von denen wir die Namen noch gar nicht kennen. Es fehlt uns noch das Pazifik – Fisch – Bestimmungshefterl.

Makemo Hauptstrasse mit Schule und Gemeindegebäuden
Ein Regenbogen empfängt uns an der Einfahrt nach Makemo
am Leuchtturm von Makemo
Veloparkplatz vor der Schule
Die Gemüsetheke in Makemo bleibt diese Woche wieder einmal leer…

Im Anschluss spazieren wir durch Makemo, was um einiges grösser ist als Raroia.

Die Menschen grüssen ebenso freundlich, sind aber insgesamt etwas reservierter als in Rarioa.

Es gibt 3 Magazins, in einem davon finden wir sogar Karotten zum stolzen Preis von 540 Polyn. Francs, ca. CHF 5 pro Kilo…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am nächsten Tag steht unser erster Drift Snorkel auf dem Programm. Bevor wir das Tauchequipment auspacken möchten wir uns erst mal ansehen wie das so funktioniert. Promt steuern mittags gleichzeitig mit uns noch 4 andere Dinghys auf die andere Seite vom Pass.

Wir springen ins Wasser und schon geht die Reise los, die Strömung zieht uns zurück ins Atoll, wir schweben über den Korallen und ihren Bewohnern dahin und das nicht langsam. Es geht nicht lange kommt der erste “Black tip reef shark”, auf deutsch Schwarzspitzenhai, und schwimmt völlig uninteressiert an uns vorbei. Insgesamt 3 Stück sehen wir, obwohl es hier irgendwo Dutzende haben soll.

Dann warnt uns die Wetterprognose, dass der Wind bis über 20 Knoten zunehmen wird. Wir entscheiden uns weiter nach Tahanea zu gehen, wo wir geschützter ankern können als in Makemo. Die 70 Meilen segeln wir wiederum über Nacht. Diesmal wird die Genua schon früh gerefft, denn vor morgens um 7 möchten wir nicht durch den Pass fahren.

Am Pass sind wir gemäss der Tidentabelle auch etwas zu früh, doch wir versuchen es. Die Einfahrt ist diesmal ziemlich unruhig, wir fühlen uns wie in einer Waschmaschine. Doch nach ein paar Minuten ist alles vorbei, wir sind drinnen und bald am ruhigen Ankerplatz.

Seglerleben in Tahanea; Reto beim Kokosnüsse entschalen

Dort geniessen wir die nächsten Tage mit Lesen, Kokosnüsse sammeln und Schnorcheln.

An den beiden kleineren Pässen schnorcheln wir diesmal bei slack tide. Wir fangen mit der Innenseite vom Pass vorsichtig an, als das Wasser noch nach draussen strömt. Erst als das Wasser dann wirklich reinfliesst, machen wir noch die Aussenseite mit dazu. Der östlichste und kleinste Pass gefällt uns besonders gut.

Die Kirche in Faaite ist voll geschmückt mit Muschel – Leuchtern und Muschelkettchen

Von Tahanea aus gehen wir in einem Tagesschlag weiter nach Faaite, wo wir nachmittags um 16 Uhr ausserhalb vom Pass auf 12 Meter den Anker werfen. Unser Segelführer schreibt “in Sand”, jedoch stellen wir nachher fest, dass es eher “in Koralle” heissen sollte. Da wir nun aber schon mal da sind, machen wir am nächsten Tag unseren Gewöhnungstauchgang, der erste seit letzten September in Bonaire. Wir finden es herrlich und geniessen es unbeschwert zwischen all den Korallen und Fischen zu schweben.

Das Haifischbecken an der Tetamanu Lodge
Heute spielt Kahoui and the Cruisers pünktlich zum Sonnenuntergang
Die drei Geburtstagskinder werden besungen…
Als Reto die Kokosnuss ins Wasser wirft sind innerhalb von 1 Sekunde sofort die Haie da…
Beim Drift Schnorcheln umkreist uns mehrere Male dieser Schwarzspitzenhai
Acapella, Anna Carolina und She San zu Gast auf der Jonas zu Ehren von Hanni’s Geburtstag
Erstes Training von Kahoui and the Cruisers auf der She San
Sonnenaufgang in Fakarava Süd

Am Freitag morgen verholen wir uns die 12 Meilen weiter nach Fakarava Süd, denn von der Acapella haben wir gehört, dass hier heute Live Musik ist, wo Martin auch noch mitspielt. Das passt prima, denn es ist mein Geburtstag ;-).

Wir geniessen die super Musik von Kahoui and the cruisers, das ganze pünktlich zum Sonnenuntergang, die Stimmung und die Farben sind fantastisch.

 

 

 

 

 

 

 

Dann müssen wir natürlich den berühmten Pass von Fakarava abschnorcheln und wir sehen tatsächlich Gruppen von Haie mit bis zu hundert Stück.

Wir gewöhnen uns so langsam daran und sie scheinen auch die vielen Schnorchler und Taucher gewöhnt zu sein, die hier her kommen um sie zu bestaunen…

 

 

Hanni von der Jonas hat ein paar Tage nach mir Gebursttag, wir feiern an Bord der Jonas.

An Bord der She San findet dann schliesslich eine erste Trainingsstunde für Jakob und Reto statt, mal sehen, ob sie den Anforderungen von Steve gerecht werden können.

Auf jeden Fall ist jetzt bei uns ständig Musik, entweder laufen die Stücke, die einstudiert werden oder ist Reto an der Gitarre am üben bis die Finger Blasen haben…

Marquesas – wir geniessen 2 weitere Wochen auf Nuku Hiva

Also werden die nächsten Tage erst Mal die wichtigsten Punkte unserer to do Liste erledigt.

Reto flickt das Vorsegel mit Hilfe der guten alten Bernina Nähmaschine

Die Nähte vom UV Schutz vom Vorsegel müssen nachgenäht werden.

Strukturelle Verbesserung – die hohlen Stützen der Badeleiter werden mit Epoxi aufgefüllt

 

Die grösste Arbeit ist die Halterung der Badeleiter, wo die Schrauben wieder mal Wasser in den Rumpf lassen.

Daher werden die 4 Auflagepunkte aufgefräst, ein Schwämmchen reingestopft und das ganze mit Epoxi aufgefüllt.  Am Schluss eine Lage Gelcoat drüber und eine Schicht weisses Dichtungsmaterial zur Dämpfung und Dichtung und schon ist 2 Tage später die Badeleiterhalterung perfekt.

Paepae mit Tikis
ein heiliger Baum, unter dem die Ahnen begraben wurden, erfahren wir

Daneben machen wir viele kleine Wanderungen in der Umgebung von Taiohae.  Als erstes besuchen wir die 45 min entfernte Kulturstätte von Kaoeva oberhalb von Taioahe.

 

 

 

 

 

hübsche Mädchen geschmueckt mit Blumenkränzen
Autsch – das sieht so aus als tut es weh…
die Schülerinnen bestaunen Taetowierer und Taetowierten.
die Kunst der Holzschnitzer
aus einer Schicht der Äste entsteht das Taro, Basis für Kleider oder Kunstwerke
Teller und Körbchen aus Bananenblättern
heute benuetzt als Handtäschchen, früher um Essen im den Erdofen zu garen
was für eine Arbeit, die Kokosnuss zu schälen…
hier die moderne Herstellung der Kokosmilch…

 

Zusammen mit Ellen und Martin wandern wir in die nächste Bucht etwas weiter westlich.

Als wir am College vorbei kommen, dürfen wir dort die “Journée Marquesienne” besuchen.

Anstatt Schule lernen die Schüler an diesem Tag die Traditionen und Handwerkskünste ihrer Vorfahren.

Wir bewundern die einzelnen Stationen angefangen mit dem Tätowieren,
den Holzschnitzern,
dem Flechten von Körbchen und Tellern, die als Behälter für Essen verwendet werden,
dem Herstellen von Taro für Kleider oder zum Bedrucken und
natürlich die traditionelle Art der Herstellung von Kokosnussmilch.

Auch sehen wie wie einfach die Kokosraspeln mit Hilfe der Maschinen gemacht werden…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Blick auf die Bucht von Taiohae von Westen aus
die Nachbarbucht – gruen soweit das Auge reicht..
neugierige Pferde beenden unser Picknick
neugierige Welpen auf dem Weg zurueck.
Tiki am Strand
am Samstag ist Stich – Wahltag in Nuku Hiva
dank Alkoholverbot ein nüchterner geselliger Event…
die Kinder geniessen die Wellen

 

endlich erledigt – die riesige Flugkakerlake hat sich für 3 Tage gut versteckt, und hoffentlich keine Eier gelegt…
wir liegen im Trainingsgebiet der Auslegerkanus
Frauenmannschaft am trainieren
das Eingangsportal ist ein Überrest der alten Kirche

In der grössten Hitze wandern wir über den Hügel in die nächste Bucht, wo uns bei unserem Picknick die Pferde neugierig aufsuchen.

Auf dem Rückweg treffen wir die 2 neugierigen Welpen, die uns gerne folgen würden und geniessen ein erfrischendes Hinano auf der Terasse vom Hotel.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Festtagsstimmung – die Kirche ist voll

 

Dann ist Sonntag. Um 5 vor 8 Uhr kommen wir an der Kirche an und bekommen freundlich einen Platz in der mit Menschen gefüllten Kirche angewiesen.

Pünktlich um 8 Uhr geht die Messe los und natürlich wird als erstes Mal gesungen. Und wie schön!

Der ca. 1.5 m grosse aber relativ runde Marqueser hinter uns trifft jederzeit seinen Einsatz und donnert mit seiner dunklen Stimme im Gegensatz zu den weissgekleideten Mädchen, deren helle Stimmen von ganz vorne klingen. Ganz natürlich singen die verschiedenen Stimmen auch noch zusätzlich im Kanon.

Holzschnitzerei in der Kirche von Taiohae
kleine Kapelle hinter der Kirche

Wir verstehen zwar kein Wort, den alles ist Polynesisch, aber wir geniessen die 1.5 Stunden, die Zeit vergeht wie im Flug. Auch die Kirche selbst ist sehr sehenswert.

Sie wurde im 1975 aus Stein und Holz erbaut. Die vielen Skulpturen aus dunklem Holz haben alle eher polynesische Gesichtszüge.

 

 

 

 

und alle bewundern wir den Flug der Drohne..
She San von weit oben
ob sie wohl auch wieder zurück kommt?
endlich wieder mal auf dem Velo!
und nocheinmal – die Bucht von Taiohae
auf > 500 m ist fertig mit Palmen und tropischem Regenwald
der Weg zum Sendemast ist voll mit Matsch und Pferden
Ausblick auf die Bergkette von Nuku Hiva – hier drueber fuerhrt die Strasse zum Flughafen…
unten links die Baye du Controlleur
und nochmal Taiohae..;-)

Am Nachmittag besuchen uns Franzi und Pesche mit ihrer Drohne im Gepäck. Gespannt bewundern wir wie das Gerät um die She San fliegt und uns filmt und fotographiert.

Coole Sache, leider ist die Sonne gerade weg…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Montag ist es dann soweit: zum ersten Mal seit Santa Marta in Kolumbien packen wir früh am morgen die Fahrräder aus und radeln den Berg hinauf.

Dank anfänglichem Nieselregen wird es auch nicht zu heiss und weiter oben ist es automatisch wieder ein paar Grad kühler.

Nach 850 Höhenmetern stehen wir überglücklich am Aussichtspunkt vom Sendemasten, mit wunderschönem Rundumblick und Blick runter in die Bucht von Taiohae.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Moana startet mit dem Tatoo
jetzt nur noch die Eckli ausmalen…
und schon ist der Marquesische Kompass fertig

Am nächsten Tag möchten wir eigentlich los, da chattet Reto morgens mit seinen Söhnen und erfährt, dass die beiden einen Kompass als Tatoo am Arm haben.

Die Herausforderung ist gelungen, unsere Abfahrt wird verschoben, denn Moana, der Tätowierer, hat erst am Donnerstag Zeit.

Erst wird das Ding mit präzisen Strichen freihändig angezeichnet, dann mit dem Gerät gekonnt nachgezogen.

Hier das Resultat, Reto ist zufrieden, es ist wirklich eine schöne Arbeit!

Also können wir jetzt Anker auf, nächstes Ziel ist Ua Pou, danach wird es weitergehen auf die Tuamotus!!

Wir erkunden die Marquesas zusammen mit Sylke und Michel

Endlich angekommen!
Der Regen hat auch seine schönen Seiten…
Tikis und Paepaes in Atuona, Hiva Oa
Zwischendurch sieht man auch mal die Berge

Und so kommen wir endlich an unserem lang ersehnten Zielort an, Hiva Oa, auf den Marquesas. Unsere Augen sind entzückt über die grünen steilen Berge, nach 37 Tagen auf hoher See eine wunderschöne Abwechslung. Aber schon bald nach den ersten paar Schauern wissen wir auch warum hier alles so grün ist…

Am ersten Morgen ist unser erster Gang ins Dort auf die Gendarmerie zum Einklarieren und unsere Beine freuen sich über die 45 Minuten Fussmarsch. Der Polizist empfängt uns freundlich, der Papierkram ist schnell erledigt, wir fühlen uns direkt wohl.

Im Anschluss suchen wir die wenigen Läden nach Obst und Gemüse ab, und obwohl der Pampelmusenbaum an der Strasse fast vor lauter Früchten zusammen bricht, finden wir in den Läden nichts frisches außer natürlich gutes luftiges echt französisches Baguette. Es gibt kaum Gemüse, weil es zur Zeit so ungewöhnlich viel regnet, erfahren wir.

Auf der Post erstehen wir ein Kärtchen, um mit dem Internet zu verbinden. Dieses funktioniert allerdings nur direkt vor der Post und sonst nirgendwo. Beim ersten Hinano und Heineken erfrischen wir unsere Kehlen bevor wir die 45 min Fussmarsch zurück zum Hafen machen. Dort erstehe ich ein paar Gurken an der Tankstelle, immerhin.

Die nächsten 2 Tage sind wir beschäftigt mit Wäsche waschen (ganz schöne Herausforderung bei dem Wetter), Internetzeugs erledigen (Blog schreiben auf dem I Pad ist auch nicht ganz so einfach lerne ich), klar Schiff machen und Gästeschwimmer aufräumen und putzen, denn am Donnerstag, den 13.4. kommen am Mittag unsere Freunde Sylke und Michel aus der Schweiz an.
Uff, gerade haben wir alles erledigt, bis auf das Auffüllen vom Diesel, und schon stehen die beiden pünktlich am Hafen.

Die Freude über das Wiedersehen ist gross, aber das Geschaukel auf der SHE SAN auch und Sylke ist erst mal eher blass im Gesicht. Also beschliessen wir, am Nachmittag noch Autona zu erkunden. Ordnungsgemäss melden wir die beiden mit einer “autorisation d’embarquement” auf der Gendarmerie an, unser Beamter ist wieder super freundlich und unterhält sich prächtig mit unserem francophonen Besuch.

am Grab von Päuli (Paul Gaugain)

Da das Paul Gauguin Museum gerade schon am schließen ist, müssen wir den Päuli halt auf seiner letzten Ruhestâtte besuchen. Der Friedhof liegt 100 Meter oberhalb vom Dorf und bietet auch noch einen netten Ausblick. Im Regen geht es zurück zum Dorf, wo wir uns nach einer kurzen Rast zur Pizzeria aufmachen – super knusprige dick belegte Pizza und Wifi, dazu Hinano und Heineken und das alles ohne hin und her zu wackeln. Alle sind zufrieden und der Rückweg zum Hafen tut der Verdauung auch sehr gut.

Am Freitag morgen bekommen wir das Papier, mit dem wir steuerfrei tanken dürfen, also füllen wir  die Tanks und Bidons. wie immer landet ein guter Schluck Diesel irgendwo wo er nicht hin gehört, diesmal ist es die ganze Backskiste, die eine Diesellache abbekommen hat. Also alles ausräumen, putzen, wieder einräumen… Dabei fällt uns auf, dass einer unserer Anker kräftig verrostet. “Sollen wir ihn entsorgen?” fragen wir uns auch angesichts unserer Wasserlinie, entschließen uns aber dann doch ihn lieber mal herzuschenken oder zu tauschen.

in der wunderschönen Hana Moe Noe Bucht in Tahuata

Mittags verlegen wir uns 10 Meilen weiter Richtung Westen in die wunderschöne Bucht Hana Moe Noa im Nordwesten der Insel Tahuata. Endlich klares Wasser, der Sprung ins Wasser ist bei allen erste Priorität. Nach einem späten Brunch machen Reto und ich uns daran, unser SHE SAN-li sauber zu machen. Die Algen und Pockenmuscheln haben sie auf der langen Überfahrt stark befallen.

Am nächsten Tag geht die Putzerei weiter, Reto macht weiter mit Hilfe der Tauchausrüstung und hat innerhalb von zwei Stunden nicht nur das Unterwasserschiff sauber, sondern auch die Opferanoden an den Saildrives ausgewechselt. Das war höchste Zeit, obwohl erst 9 Monate seit dem letzten Wechsel im Boatyard in Grenada vergangen sind.

Mittags haben wir Ellen und Martin von der Accapella zum Brunch und müssen nochmal staunen wie die beiden uns auf dem Pazifik 8 Tage abgenommen haben. Tolle Leistung von ihnen aber auch von ihrem Wetterteam, deren Prognose bis auf die kleinsten Details immer exakt war. Davon träumten wir nur…

Am Ostersonntag verlegen wir uns ein paar Meilen weiter sūdlich in die Bucht Hana Tefua nördlich des Dörfchens Hapatoni. Das Dörfchen soll sehr nett und die Bewohner sehr freundlich sein und wir freuen uns alle sehr auf ein paar Schritte an Land. Gerade als wir in das Dinghy steigen möchten schaut Sylke in die Richtung des Dörfchens und stellt nüchtern fest “nein, das ,macht ja wohl jetzt grad keinen Sinn!”. Sie spricht aus was wir alle denken, das Anladen mit dem Dinghy ist bei diesen Bedingungen zu gefährlich, denn der Schwell kommt heute ausnahmsweise relativ stark aus westlicher Richtung….

Also bleiben wir halt den Nachmittag an Bord. Zum Sundowner laden wir unsere Nachbarn Christie und Dan von der Te Poa Rava – die schwarze Perle – ein und haben viel Spass und gute Unterhaltung bei frischem Pop Corn, Chips und Rumpunch.

Fatu Hiva in Sicht
die Aranui 5 ist auch gerade angekommen
die imposanten Felsen in der Bucht von Hanavave
die Dorfstrasse von Hanavave, Fatu Hiva
in Hanavave an der Dorfbrücke
und wieder mal ein Sonnenuntergang

Am Ostermontag morgens um 5 heisst es Anker auf und ab nach Fatu Hiva, der südlichsten Insel der Marquesas.

Wir motoren fast den ganzen Tag, gut um den Wassermacher laufen zu lassen und die Batterien zu füllen. Kurz vor Ankunft auf Fatu Hiva darf der Parasailor noch ein wenig ziehen, so haben ihn Reto und Michel wenigstens nicht umsonst ausgepackt.

Schön von weitem sehen wir, dass die Bucht voll ist mit Yachten. Ausserdem läuft gerade vor uns die Aranui 5 ein, ein Passagierschiff, das zusätzlich auch Waren auf die / von den Inseln weg transportiert. Während wir also in dem hohen Schwel zwischen den vielen Yachten ein Ankerplätzchen suchen, gehen unzählige Touristen und Warentransporte der Aranui neben uns vorbei. Wir sind heilfroh als unser Anker hält und wir dem Bunten Treiben in Ruhe zusehen können.

Am späteren Nachmittag trauen wir uns zu einem ersten Spaziergang ins Dorf und freuen uns riesig über die ersten Kontakte mit den Bewohnern Hanavave’s. Die Menschen sind freundlich und offen, ein jeder lächelt uns zu, wir fühlen uns willkommen und unglaublich wohl. Im Dorflädeli finden wir dank der Aranui eine Kiste frischer Karotten und erstehen gleich mal 5 davon.
Am Heimweg hören wir aus der kleinen weissen Kirche Gesang, wir setzen uns dazu und geniessen den letzen Rest des Ostermontagsgebets und Gesangs.

schönes buntes Vogerl
der Wasserfall, bei uns besonders kräftig…

Tags darauf steht als erste Wanderung die Cascade – der Wasserfall – auf dem Programm. Hinter der Dorfstrasse geht es vorbei an den hübsch gepflegten Gärtchen. Michel plaudert mit einem Marquesianer, der seine Hecke schneidet. Weiter geht es zwischen den eindrucksvollen Felshängen etwas den Berg hinauf, dann das Tal hinter, vorbei an Bananenstauden, Limonen- und Pomelobäumen (Grapefruit) und Kokosnusspalmen. Nach einer Stunde sind wir am Wasserfall, der an diesem Tag dank der morgendlichen Regenfälle besonders eindrucksvoll ist. Leider ist er aber auch dementsprechend nass und wir werden von den Moskitos regelrecht gefressen. Selbst das Antibrumm hält sie nicht ab, so dass wir nach kurzem Stehpicknick wieder flüchten.

Von Rodolpho bekommen wir einen ganzen Schubkarren voll mit Früchten
Rodolpho stolz mit dem frisch entrosteten Anker

Schon am Vorabend lernten wir Veronika und Rodolpho kennen, und vereinbarten Früchte im Austausch gegen unseren alten Anker. Als Veronika uns sieht, serviert sie uns erst mal gekühlte Pomelo, was für eine köstliche Erfrischung! Dann werden die Früchte in die Schubkarre eingeladen: eine Staude Bananen (eine Staude hat ca 100 Bananen), 8 Pomelos, 6 Papayas, ein ganzer Sack Limonen und Pommes Citernes, die wir bisher noch nicht kannten.
Rodolpho hilft uns das Obst mit der Schubkarre zum Hafen zu bringen und erhält dort im Gegenzug unseren alten Anker, der ein paar Tage vorher fast ūber Bord gegangen wäre. “Er strahlt wie ein Honigkuchenpferd” sagt Reto. Aber auch wir strahlen – endlich ist Schluss mit dem Obstnotstand ;-)!

Blick runter auf die Ankerbucht

im Jogging Outfit mit I Phone am Arm, natürlich. Sie erholen sich etwas im Schatten auf der steilen Strasse, wir setzen uns zu Ihnen. Sie erzählen uns, dass sie täglich die steile Strasse gehen, sie hätten es aber lieber wenn es regnet und weniger heiss ist.

wir sind in Frankreich, das Gras am Strassenrand wird gemäht!
das Bergrestaurant entpuppt sich beim Näherkommen als Traktor

Etwas weiter oben treffen wir auf einen Strassenpfleger, der den Rasen seitlich an der Strasse abmäht – ich bin beeindruckt! Dann kommen wir an ein schönes Plätzchen mit guter Aussicht und einem Mäuerchen zu hinsetzen, nur schwer raffen wir uns auf, noch weitere 200 Meter nach oben zu wandern, um den Ausblick noch etwas zu toppen. Der Traktor, der von unten wie ein Hüttchen aussah, hat in so manchem von uns die Sehnsucht nach einem kalten Bier geweckt.

Rodolpho macht für uns Kokosmilch
Sylke verkostet die Kokosraspeln
Rodolpho zeigt Reto wie er die Nuss drehen muss
dann wird die Milch rausgepresst

Wieder unten im Dorf bekommen wir von Veronika eine eisgekühlte selbst gemachte Limonade serviert, herrlich! Kaum haben wir die Limonade in der Hand, fängt Rodolpho schon an, uns wie versprochen zu zeigen, wie man selbst Kokosnussmilch macht. Erst wird die Nuss mit einem grossen Hebel vom Bast befreit, dann mit der Machete halbiert. Was mich erstaunt ist, dass die Nuss voll mit Kokoswasser ist, aber gleichzeitig ein dickes Fruchtfleisch angesammelt hat.

Dann schabt er die halbe Nuss mit Hilfe von einer Raspel aus. Die Raspel ist auf einem Holzbrett angebracht, auf das man sich drauf setzt. Nach der ersten Nuss übernimmt Reto und wenn auch viel langsamer als bei Rodolpho, die Nuss wird ausgekratzt und der Topf ist voller Kokosspäne. Rodolpho mischt eine halbe Schale Kokoswasser auf 1.5 geraspelte Nüsse.

Als nächster Schritt wurden früher mit dem Bast, der die Nuss umgibt, die Späne ausgedrückt. Heute macht man es mit Hilfe eines Tuches. Und siehe da, wir erhalten einen halben Liter feinste, frische Kokosmilch und zwei Schalen Kokosspäne, die immer noch sehr geschmackvoll sind und ausgezeichnet in Kuchen oder Müsli passen.

Auf dem Weg zurück zur SHE SAN treffen wir David und Pearl, die unter zwei kleinen Regenschirmen versuchen, ihr aufblasbares Kajak mit der Hand zu nähen. Gerne nimmt David Reto’s Angebot an, er solle doch bei uns an Bord die Nähmachine benützen.

während David das Kajak näht, repariert Reto das Radio von Rodolpho
Regenbogen in Hanavave

Während also David sein Kajak näht, nimmt Reto den Radio von Rodolpho auseinander. Beim Öffnen des Radios springen ihm eine Schar von Kakerlaken entgegen. Die Aufregung ist gross, wir hoffen, sie alle mit dem Spray erledigt zu haben, bevor sie sich in die Ritzen unserer SHE SAN verstecken…

Zwischen all dem Tumult backe ich Kokoskuchen, um gleich mal die Kokosspäne zu verwerten. “Hmmm – wie fein” finden alle, die Hälfte des Kuchens wird sogleich verputzt.

natürlich werden alle Bananen gleichzeitig reif, zum Glück haben alle gerne Bananenkuchen

Als wir Rodolpho am späten Nachmittag das Radio zurückbringen, bekommen wir nochmal eine halbe fast Reife Staude Bananen, 4 Kokosnüsse und weitere 3 Pomelos und wieder einmal haben wir fast Mühe, das Obst an Bord der SHE SAN unterzubringen…

Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Rückweg nach Tahuata, diesmal haben wir wenigstens für die Hälfte der Strecke Wind und die Batterie freut sich auch mal wieder geladen zu werden..

In Tahuata gehen wir wieder in die wunderschöne Hana Moe Noa Bucht, wir freuen uns alle auf das relative klare Wasser und auf ein wenig Schnorcheln. Trotz vielen Schauern finden wir ein paar Momente mit besserem Licht und geniessen die Unterwasserwelt mit den uns grösstenteils unbekannten neuen Fischsorten. Als Highlight sehen Reto und ich einen kleinen Blacktip Hai direkt neben uns vorbei schwimmen. Obwohl er klein war, pumpt mein Herzerl doch ganz schön beim Anblick dieses eleganten aber doch schon etwas gefährlich aussehenden Tieres.

Nach 2 Nächten gehen wir Anker auf und legen einen kurzen Wifistop im etwas südlicheren  Vaitahu ein, doch es ist zu langsam und die Flüge von Sylke und Michel können nicht online gebucht werden…

diie Einfahrt in die Bucht Hanamenu im Nordosten von Hiva Oa
unverkennbare Rückenflosse

Dann geht es in die Bucht Hanamenu im Nordosten von Hiva Oa. Der Schwel ist gross, das Wasser ist braun, wir sind die einzigen weit und breit…

Am nächsten Morgen sehen wir wie eine Hairückenflosse um uns herum durch die Bucht kreist, aber schon dank des tiefbraunen Wassers kommt keiner auf die Idee hier zu schwimmen.

Wir starten kurz nach Mittag zum Nachtschlag nach Nuku Hiva, ca. 75 Meilen entfernt. Während wir die Bucht verlassen sehen wir die riesigen schwarzen Schatten von 3 Manta Rochen bedächtig in die Bucht hinein schwimmen. Eindrucksvoll! Nach der ersten Stunde Motoren und Trinkwasser machen kommt der versprochene Wind, wir fahren 5 Knoten mit dem Screecher und sind happy.
Der Schwel ist nicht allzu gross und so geht es allen an Bord zunächst mal gut.

2 Bonitos mit je 5.5 kg – der Thunfisch für die nächsten paar Tage ist gesichert

Irgendwann sieht Reto Vögel hinter unserem Schiff und sagt zu Michel “da hat es bestimmt Fisch”. Keine 5 Sekunden später rauschen beide Angeln gleichzeitig aus und wir holen zwei schöne 5.5  kg Tunas an Bord. Neben Bananenkuchenbacken fange ich an Fisch auszunehmen, wohl meine Lieblingstätigkeit auf hoher See…

Im Anschluss zaubern Sylke und Michel wieder eine superfeine Cocoda, das Südseegericht mit dem rohen Fisch in Limone und Kokosmilch mit viel kleingeschnittenem Gemüse. Nur leider muss sich Sylke kurz vor dem Essen Richtung Bett verabschieden, ihr Magen macht kann die Schaukelei bei Nacht zusammen mit dem rohen Fisch noch nicht ganz so vertragen.

Mit 3 Mann hoch um die Wache aufzuteilen vergeht die Nacht wie im Flug und tatsächlich sind wir 2 Stunden vor Sonnenaufgang kurz vor der Bucht Taiohae in Nuku Hiva. So schnell waren wir über die ganze lange Passage von Panama bis hier her nur selten… Wir warten bis die Sonne aufgeht und finden problemlos einen Ankerplatz in der riesigen Bucht mit gut haltendem Ankergrund.

Nach einem kurzen Frühstück wird das Dinghy gewassert, Landgang ist angesagt und zwar dringend ins Krankenhaus. Eine kleine Wunde an Michels Schienbein von einem Kratzer beim Einsteigen ins Dinghy hat sich nach einer Woche durch das Salzwasser wieder entzündet und ist während der letzten Nacht zu einer grossen Infektion angeschwollen. Das Bein ist heiss, Michel hat Fieber und Schüttelfrost.

im besten Zimmer vom Krankenhaus Nuku Hiva wird Michel gut gepflegt
ein modernes Tiki
Blick auf Taiohae
wenn es so regnet, heisst es besser abwarten…

Glück im Unglück – wir sind froh, dass sich hier das einzige Krankenhaus der Marquesas befindet und dass ihn die Notaufnahme gleich professionell versorgt. Er bekommt das einzige Einzelzimmer mit Klimaanlage, wird über den Tropf mit Antibiotika und Paracetamol versorgt und gleich 2 Tage dort behalten bis Fieber und Schmerzen weg sind.

Der Rest der SHE SAN Crew geniesst inzwischen den teilweise funktionierenden WIFI Empfang in den 2 Kneipen neben dem Pier.

Es funktioniert vor allem morgens und vormittags, mittags ist die Geschwindigkeit dann gerade noch gut zum Whatsup schicken. Auch die 3 Supermärktchen und der Eisenwarenladen sind schnell ausgekundschaftet.

Es gibt erstaunlich vieles, nicht immer ganz günstig, versteht sich. Wir erstehen ein WD 40 um knapp 12 Franken, 2 x 5 l Motorenöl und einen Kokosraspelhobel aus Edelstahl.

Blick auf Taiohae
die Tikis und Paepaes in Taipivai

Am vorletzten Tag von Sylke und Michel mieten wir ein Auto um die Insel zu erkunden. Zuerst geht es in den Osten und Nordosten von Nuku Hiva, jeweils steil den Berg hinauf, an diversen Steinen und Erdrutschen vorbei, bis hinunter nach Taipivai.

Dort treffen wir auf das erste Gelände mit Paepaes (grosse Hausplattformen aus Stein) und Tikis (Figuren), schön restauriert zum Anlass von einem Festival. Einen Pass weiter rauf und wieder runter sind wir kurz vor Hatiheu an einer alten Kulturstätten  mit unzähligen Paepae und Me’Ae (Tempelplatformen).

Die Einwohner hier waren früher berüchtigt als ziemlich extreme Kannibalen. Heute hingegen beissen mich die Moskitos in Scharen, obwohl ich gerade die zweite Lange Antibrumm (15% Deet) aufgesprüht habe. Ich flüchte zurück ins Auto und verzichte auf die alte Kultur.

am Strand von Hatiheu
beim Picknick, zum Glück geschützt vom Regen…
die “Dents du Midi” von Aakapa

Wir fahren weiter nach Hatiheu, Biegen dort am Strand nach links ab, folgen der Strasse, die zwischendurch unbefestigt ist.

Am Aussichtspunkt machen wir Picknick mit selbstgebackenem Sauerteigbrot, Gruyère aus der Schweiz, Hartwurst aus Panama bzw. Spanien und Hummus mit Kichererbsen aus der Türkei.

 

Dabei geniessen wir die Aussicht auf die Felsformationen, die uns an die Dents du Midi südlich vom Genfer See erinnern.

 

 

fast wie in der Schweiz, vor allem die Strasse ist beachtlich…
am “Aussichtspunkt” vor dem Grand Canyon, heute leider etwas diesig…

Am nächsten Morgen erkunden wir die andere Seite der Insel über die Strasse bis zum Flughafen im Nordwesten.

Auf ca. 800 m wird die Landschaft schon deutlich anders, vorbei an Kuh- und Pferdeweiden fahren wir über eine Ebene, die mich an eine Skistation in den Vogesen erinnert. Die Palmen und Bananenstauden sind abgelöst durch Nadelbäume. Ein Bild, dass uns schon an die Schweiz erinnert.

der Flughafen von Nuku Hiva

Am Flughafen verabschieden wir Sylke und Michel, die noch für ein paar Tage Moorea besuchen möchten. Wir haben noch 1.5 Stunden für den Rückweg, um das Auto pünktlich zurück zu bringen.

Aber so einfach soll es dann nicht sein.

auf dem Rückweg ist die Strasse verschüttet und die tiefen Furchen vom LKW vor uns machen die Passage unmöglich

Ein neuer grosser Erdrutsch blockiert die Strasse und der LKW vor uns fährt eine so grosse Riefe in das Erdreich neben der Strasse, dass eine Passage selbst mit 4×4 unmöglich ist. “Was tun?” fragen wir uns. “Lass uns mal mit denen auf der anderen Seite reden, evtl wissen die mehr” sag ich und laufe auf dem Erdhaufen dem Wagen auf der anderen Seite entgegen.
Es sind Aniata und Jerome. Sie wissen, dass das Räumfahrzeug erst in einer Stunde da sein wird. Jerome muss auch auf den Flughafen und fragt uns, ob wir ihn fahren können. “Aber wir sollten doch unser Mietauto zurückgeben” – kein Problem, Aniata kennt Antonio von der Autovermietung und ruft ihn an, um unsere Verspätung zu melden. Wir bringen Jerome zum Flughafen und stellen ihm Sylke und Michel vor, denn Jerome lebt in Moorea, was für ein Zufall…

Auf der Rückfahrt ist die Strasse gerade passierbar, als wir dort sind. Nur ist natürlich die Tankgestelle geschlossen, als wir das Auto auffüllen möchten… Da die Tante in der Pizzeria/Autovermietung uns etwas grantig bis zu Öffnungszeit der Tanke den Schlüssel abnimmt, trollen wir uns etwas enttäuscht von dannen. Wenn sie nett gewesen wäre, hätten wir zur Überbrückung der Wartezeit eine Pizza gegessen. Kurz vor der Pizzeria treffen wir Ellen und Martin von der Accapella, die gerade auch Pizza essen gehen. Der Zufall will es also, wir sind überredet und Geniessen bald später ein Hinano und eine knusprige Chorizopizza. Hmm, war wirklich fein!

Nun sind wir wieder alleine auf der SHE SAN und es steht wieder mal ein Haufen Arbeit an: Blog schreiben, Wäsche waschen, Boot putzen, Wartung der Motoren, die kleineren Schäden rundherum reparieren… gut dass der Wetterbericht eh kein Segel- oder Badewetter meldet, wir haben hier wohl noch ein paar Tage gut zu tun..

Panama bis Marquesas – 37 Tage durch den Pazifik

Erste Woche im Pazifik

Am Samstag, den 4. März ist es dann endlich soweit. Wir meinen, dass wir alles erledigt haben, was wir vor der Abfahrt erledigen “müssen”. Am Morgen darf Reto noch ein letztes Mal hoch in den Mast, die neue Blitzschutzantenne wird nochmal extra abgesichert, wir möchten schliesslich nicht, dass sie uns auf den Kopf fällt…

Dann noch kurz den Müttern Bescheid geben und los geht es, Anker hoch und ab Richtung Südwest.

Der Pazifik empfängt uns freundlich. Deswegen hat ihm Magellan damals vor rund 500 Jahren ja wohl auch den Namen Pazifik gegeben… Am ersten Tag haben wir keinerlei Welle und das bei bis zu 25 Knoten Wind, wir rauschen also förmlich dahin und machen ein erstes Etmal (= die Wegstrecke von mittags um 12 bis am nächsten Tag um 12 Uhr) von 163 Meilen, ein guter Start.

In der Nacht segeln wir lange Zeit parallel zu dem Verkehrstrennungsgebiet im Süden von Panama City, ein grosser Dampfer nach dem anderen fahren in beiden Richtungen neben uns durch. Fast am Ende des Verkehrstrennungsgebietes kommt mir einer ziemlich nahe, ich rufe ihn beim Namen über Funk auf und er antwortet mir unmittelbar und sehr freundlich- “no problem lady, I will correct my course to increase our CPA (=closesed point of approach)”.

Noch keine 24 h unterwegs holen wir in kurzer Zeit 4 Fische heraus
Luftgetrockneter Thon – fast wie Bündnerfleisch 😉

Am nächsten Tag fangen wir morgens um 8 Uhr innerhalb einer Stunde 2 mal hintereinander 2 grosse Bonitos, also insgesamt 4 rechte Prackl Fisch. Also erst Mal ein paar Stunden in die Küche, dann 3 Tage lang Thon- Carpaccio und Thon in Soja und Sesam kurzgebraten. Für 2 weitere Mahlzeiten friere ich ein und der Rest wird testweise zum ersten Mal getrocknet, “hmmm – fast wie Bündnerfleisch” stellt Reto fest.

Dann stellt am 2. Abend der Wind komplett ab und Reto meint nur ganz cool “dann gehen wir halt jetzt mal Schlafen, das AIS weckt uns dann schon, falls ein grosses Schiff in die Nähe kommt”. Morgens um 2 geht es mit leichtem Wind weiter, das bleibt dann so für ein paar Tage und die Etmale sind eher zurückhaltend: 70, 74, 94.. Gähn…

Mit dem Parasailor in den Sonnenuntergang

Wir nehmen es mit Fassung, dafür ist es gemütliches Segeln und wir finden viel Schlaf. Tagsüber fahren wir meistens mit dem Parasailor, dem grossen Spinnaker mit der “fliegenden Lippe” vorne raus. Nachts ziehen wir den einfacher handzuhabenden “Screecher” vor, eine 75 m2 Genua. Der Screecher ist schnell eingerollt, wenn eine Gewitterzelle, ein Squall zu nahe kommen sollte und braucht deutlich weniger Aufmerksamkeit und ist auch nicht so viel langsamer.

Wir sehen in den Wetterberichten, dass sich ein Tiefdruckgebiet östlich der Galapagos bildet, das uns im Norden davon schöne Winde Richtung West bringen sollte. Wir passen unseren Kurs täglich etwas an, um von diesen Winden so viel wie möglich abzubekommen und freuen uns als die Etmale wieder ansteigen auf 101, 106 und schliesslich wieder 128 Meilen pro Tag.

kurz nach seiner Landung auf She San, ganz nass und verstrubbelt ist er…
Unser Vogel während dem Putzmanövoer
…hier fertig geputzt schaut er sich zufrieden um

Nachdem gerade schon keine Fische mehr beissen, doch – einen grossen haben wir noch verloren, er hat einfach den Hacken vom Vorfach weggebissen – bekommen wir wenigstens regelmässig Besuch von den Vögeln.

Der erste kommt pitschnass an und setzt sich auf den Grossbaum. Erst trocknet und putzt er sich, dann wird natürlich unvermeidlich ein grosses Geschäftchen gemacht, dann etwas zu einem sauberen Ort nachgerückt, etwas geschlafen und weg ist er wieder.

Zwei Tage später kommen 2 Kollegen mit blauen Schnäbeln und

Der erste der Rotfusstölpel traut sich auf SHE SAN zu landen
…das Weibchen traut dem Frieden noch nicht so..
Landet aber dann doch auch…
Dann sind sie schon zu dritt
Kurz vor dem Abend sind es dann schon 7 vorne und noch weitere hinten am Schiff, dann wird es uns zu bunt…

roten Füssen und nach etwas Zögern des Weibchens sitzen sie zufrieden beide am Bug und es geht los mit Küssen, Putzen, Schlafen, ….
Wir freuen uns sehr über den Besuch und beobachten und fotografieren sie. Schon bald kommt auch noch ein dritter von der gleichen Art dazu, sie sitzen alle drei nebeneinander und verstehen sich prächtig.

Dann allerdings kommt ein schwarz weisser dazu und bringt Unruhe in den Vogelfrieden an Bord. Sie scheinen sich nicht so gut zu verstehen… Als dann kurze Zeit später insgesamt 8 Vögel auf der SHE SAN sitzen wird es uns zu viel – die Hinterlassenschaften auf dem Bimini von unserem Freund vor zwei Tagen immer noch präsent – wir verscheuchen sie vor allem vom hinteren Teil des Schiffs. Die ersten 4 Vögel kommen wieder und bleiben vorne am Bug bis am Morgen sitzen, gut dort ist das Putzen nicht ganz so aufwendig..

Unser erst vor 2.5 Jahren in der Türkei erstandenes Trampolin Netzli reisst ein, zum Glück haben wir das alte dabei und montieren dieses darüber zur Sicherheit.

Mitten im Nachmittagsgewitter beissen nochmal zwei grosse Bonitos, am nächsten Morgen nochmal ein mittlerer, wieder 3 Tage lang Fisch…

Ansonsten wir sind beschäftigt mit der Bordroutine:
neben Schlafen, Essen, Kochen und Putzen (ich) Funken (Reto) und Wetterbericht anschauen heisst es Kuchen backen aus Obst, das weg muss, die letzten Orangen auspressen, täglich die Eier drehen und nach faulen Eiern durchsuchen…

Zweite und dritte Woche im Pazifik

Sonnenaufgang in den Kalmen
Sonnenuntergangs Stimmung mit vielen Wolkentürmchen
Ein wunderschöner Squall neben uns 😉
Und wieder ein Squall
Ein Squall auf dem Radar, blöd, da gibt es kein Entkommen mehr…

Wir ziehen also weiter Richtung Westen, nur leider stellt sich der versprochene Wind nur eher selten ein. Die meiste Zeit dümpeln wir mit wenig Wind und flappenden Segeln, und nur dank dem Strom der uns mit bis zu 2 Knoten westwärts trägt machen wir Geschwindigkeiten von anfangs 5, bald aber eher 2.5 bis 4.5 Knoten.

Wenn der Wind ganz abstellt, kommt der Motor zum Zug, vorher nicht. Wir rechnen auch südlich des Äquators mit zünftigen Flauten, daher müssen wir die Motorenstunden noch einteilen. also heisst es Segel rauf, Segel wechseln, Segel wieder runter und Motor rein, so geht das in einer Tour.

Dazu kommen häufige Squalls, die uns vor allem nachts aber auch tagsüber ärgern. Na ja, teilweise bin ich sogar froh, dann hat es wenigstens in der Nähe der Squalls mal wieder etwas mehr Wind und wir kommen für eine kurze Zeit voran.

Unsere ersten Tümmler passieren uns eine ganze Stunde

An einem Abend kurz vor Sonnenuntergang passieren uns ein grosser Schwarm von dunklen, richtig grossen Delphinen. Es sind Tümmler, lernen wir später. Wir sind schwer beeindruckt und filmen und fotographieren was geht. Leider taucht aber diese Art nicht so regelmässig auf wie die, die wir aus dem Mittelmeer und dem Atlantik kennen, so ist es gar nicht so einfach, sie “zu erwischen”…

Endlich, nach 2 Wochen haben wir den Äquator erreicht 😉

Nach 15.5 Tagen ist es schliesslich soweit – wir überqueren den Äquator! Gerade zufällig bei Wachwechsel um 2 Uhr morgens ist es so weit, unser SHE SAN-li fährt zum ersten Mal auf die Südseite der Erde! Wir spendieren dem Meeresgott einen ordentlichen Schluck Schnapps und sparen uns unser Äquator – Bier für den nächsten Tag auf, wenn wir beide ausgeschlafen sind 😉

Dann ist es ganz flach, das sind wirklich die Doldrums

Am Morgen stellt der Wind ganz ab und wir motoren mehr wie 24 h über das flache Meer, das sind nun wirklich die Doldrums, das Gebiet ohne Wind.

Aber auch die nächsten Tage stellt sich der Wind natürlich nicht oder nur selten gemäss den Prognosen ein nach denen wir doch immer wieder versuchen unseren Kurs zu optimieren. So schön langsam sind wir beide schon recht genervt..

Aber es kommt noch schlimmer, die nächsten 2 Tage haben wir zusätzlich auch starkem Strom von der Seite, selbst mit Motor auf Marschdrehzahl machen wir nur 4 Knoten Fahrt, Reto sagt “das ist ja zäh wie Pudding”.

Dann, am Donnerstag, den 23.3. fängt morgens der Wind an, aber aus der anderen Richtung als vorhergesagt. Wir denken uns noch nichts dabei und geniessen den Segeltag. Irgendwann nachts holt uns natürlich das ganze dann ein, die Squalls pfeifen uns nur so um die Ohren und wir haben zu viel Segel draussen. Mit höchster Anspannung segeln wir durch die Squalls, die schon Böen bis 25 Knoten Wind bringen. Als es grad mal leichter ist, bergen wir das Grossegel, und fahren erleichtert mit dem Vorsegel weiter.

Am nächsten Morgen ist der Spuck vorbei, der Wind weg, bis er dann kurz vor 12 endlich aus der richtigen Richtung einsetzt – uff – wir scheinen das schlimmste geschafft zu haben.

In der Zwischenzeit tun uns beiden von den Segelwechselmanövern die Arme weh, ich hab mir trotz langärmligen T-Shirt am MIttag einen Erkältung eingefangen und wir sind beide hundemüde. Aber was für ein Glück es läuft endlich!!!

Wir ziehen noch leicht Richtung Süden bis zu 8.5 Grad Süd, und nehmen dann endlich direkt Kurs auf die Marquesas. Jetzt können wir förmlich zusehen, wie unser Ziel täglich näher kommt.

Vierte und fünfte Woche im Pazifik

Doch so einfach soll es dann doch nicht sein. Am Sonntag morgen erfahren wir aus der Windprognose für die nächsten 10 Tage von einer komischen zusätzlichen ITKZ, die in der nächsten Woche auf unseren Kurs bis 10 Grad Süd in den Süden kommt. “Ja so ein Schmarrn, jetzt müssen wir schon wieder ausweichen” rufe ich verärgert aus. “Ja, sei froh, dass wir rechtzeitig davon erfahren, als direkt dort auch noch rein zu fahren” versucht Reto mich zu beruhigen.

In der Folge fahren wir bis auf 11 Grad Süd, müssen uns aber trotzdem mit eher leichten Winden und geringen Etmals zufrieden geben. Ausserdem bleibt es eher bewölkt und die Squalls suchen uns regelmässig jede Nacht und so manchen Tag heim.

Unsere ersten Wahoos

Dafür fangen wir weiterhin regelmässig Fische. Nummer 8 und 9 sind zwei Wahoo, wir freuen uns über das weisse Fleisch nach all dem Thunfisch. Fische Nummern 10 und 11 sind wiederum ein kleiner und ein mittlerer Thon mit 3.3 kg, dann holen wir eine Woche lang keinen mehr an Bord.

Eines Morgens, ich stehe gerade in der Küche mit beiden Händen in der Brotteigschüssel, da höre ich Reto schreien “muascht cho go helfa- schneeeeelll!!”. ich also mit Brotteigfingern in die Schwimmweste und nach draussen, da sehe ich dass unser Screecher unten los ist und über Bord fliegt. Also schnell das Segel runternehmen und aus dem Meer ziehen und erst Mal mit ganzem Körper auf das flatternde Segel legen. Tropfnass wie es ist, packen wir es direkt in die Segellucke.

Schnell ist klar, was passiert ist: der Schnappschäckel von dem teuren Rollmechanismus ist ausgerissen und komplett verbogen. Einen Ersatz haben wir dank weisem Aufstocken in Panama City zum Glück wieder an Bord. Aber nun, wie sollen wir das Segel wieder hoch bringen? Reto lässt sich von Bobby Schenk’ s Tips inspirieren und findet eine coole Lösung mit Hilfe einer Leine, die nach unten gespannt als provisorisches Vorstag wirkt. Ausserdem hilft das komplett ausgeräumte Grosselgel den Wind etwas wegzunehmen. So haben wir das Segel am gleichen Tag wieder oben und sind froh, dass nichts weiter passiert ist.

Eines Abends kurz nach Sonnenuntergang beisst ein grosser, ein sehr grosser sogar. Natürlich an der kleinen Angel… Nach einer Stunde Kampf ist er ca. 10 Meter hinter dem Schiff. Mit einer guten Lampe – es ist inzwischen finster – sehe ich nur einen riesigen hellen Schatten im Meer, Ich tippe auf einen mittelgrossen Hai. Mittlerweile ist uns klar, der ist eine Nummer zu gross und zu gefährlich für uns, wir möchten ihn trotzdem gerne näher ranholen, um die Leine möglichst kurz abschneiden zu können. Als Reto das Segel rein nimmt, um das Schiff zu stoppen, reisst zum Glück das letzte Stück Leine mit dem Hacken ab, er ist frei. Wir sind froh, das war die beste Lösung …

Als nächstes holen wir zwei Thunfische mit je 4 und 5 kg an Bord, unsere bisher grössten.

Fast hatten wir die Rute verloren
Neuer Rekord: die zwei 6 kg schweren Prachtexemplare

Aber keine 3 Tage später rauschen die beiden Angeln wieder gleichzeitig aus, in einer unglaublichen Geschwindigkeit und bevor wir unsere Schwimmwesten anhaben und dort sind, sind beide Leinen bis zum Ende ausgetauscht. Ein grosser Kabelbinder der einen Halterung bricht, die grössere Angel wird aus der Halterung gerissen und ist nur noch Dank dem Sicherungbändchen mit dem Schiff verbunden. Nach einiger Ackerei haben wir 2 weitere 6 kg Thunas an Bord, aber die Aufregung geht dann erst richtig los. Vor lauter Fisch haben wir den Squall hinter uns übersehen, dank Böen bis über 20 Knoten und dem Parasailor machen wir kurzzeitig 15 Knoten Geschwindigkeit, ein neuer Rekord auch für unsere SHE SAN.

Regenbogen nach dem Squall

Die letzen paar Nächte sind wir immer wieder umgeben von Gewitterfronten, was neu dazu kommt sind die furchterregenden Blitze, die ringsum leuchten und das zugehörige Donnergrollen. Den Vollmond nützen wir vor allem, um die Gewitterzellen zu identifizieren, aber wir freuen uns trotzdem, dass er für uns leuchtet.

Dann, am 10.4.2017 ist es endlich soweit. Ich möchte gerade morgens um 6 Uhr nach dem Setzen des Parasailors noch ein Mütze Schlaf nehmen, da schreit Reto ” Laaaaaaand in Siiiiicht” – die Konturen von Hiva Oa zeigen sich Schwächen im Morgendunst. Nach gut 5 Wochen auf hoher See doch ein herrliches Gefühl!!

Reto ist sehr stolz auf die selbstgemachte Flagge von Franz. Polynesien

Bis wir dort sind, unseren endgültigen Ankerplatz haben ist es 17 Uhr – die ersten 2 Mal sind wir zu nah an den anderen Yachten, dann hält der Anker nicht, dann verlegen wir uns nach draußen vor den Wellenbrecher. nach ein paar Bier fallen wir in unsere Koje, nach 37 Tagen endlich mal wieder gleichzeitig und mehr wie 4 Stunden am Stück…