Von Neuseeland über Minerva nach Fidschi

Der Wind bläst kräftig durch die Marsden Cove Marina, Gewitterschauer ziehen vorbei, aber wir haben gerade in Neuseeland ausklariert, ab gehts nach Fiji.

Marsden Cove Marina NZ
Marsden Cove Marina, der Himmel klart wieder auf, es wird Zeit zu gehen
Tschüss Neuseeland, jetzt wird es Ernst!

So haben wir beide etwas weiche Knie, ich dazu leicht Kopfweh und Reto hat ein flaues Gefühl im Magen und das schon vor der Abfahrt (ich hab natürlich Appetit wie immer…) .

Aber wir warten einfach ab, bis das schlimmste des Tiefs vorüber ist und kurz nach dem Mittag helfen uns Lydia und Hannes beim Ablegen.

Draussen im Fluss segeln wir ein paar Meter ruhig mit der Genua und schwupps sind Wind und Strom und bald auch Welle bis zum Bream Head ganz schön gegen uns.
Wir werden gleich mal ordentlich eingesalzen und durchgeschüttelt, nun ist auch bei mir das flaue Gefühl im Magen da.

Ums Eck rum raus ins offene Meer wird es ruhig, der Wind und eine kleine Welle kommen von hinten, wir geniessen den Nachmittag und machen letzte Kommunikation, der Telefonempfang reicht noch weit ins Meer hinaus.

Den Versuch das grössere Vorsegel zu setzen, geben wir übereinstimmend schnell wieder auf, 8-10 Knoten Speed ist uns dann doch zu schnell für den Anfang. Immerhin sind wir ja seit letzten Herbst nicht mehr gesegelt.
Als dann mit Abstand von der Küste die Wellen höher werden, spüren wir das auch deutlich. Es wird uns zwar zum Glück nicht schlecht, aber fit sind wir auch nicht gerade.

Fischen auf hoher See
Beim Ausbringen der Fischerleine, so richtig gemütlich ist es ja nicht…

Auf meinen Enthusiasmus hin, sofort die Angelleinen auszubringen meint Reto nur trocken „Was, du willst fischen? Na, die darfst du gerne selber reinholen…“ Grummel, ich sehe es nur ungern ein, aber bei dem Geschaukel und Gespritze kann ich mir auch grad nicht vorstellen, mit einem Fisch zu kämpfen.

Die nächsten beiden Tage werden die Wellen noch etwas ruppiger, auf unserer She San hüpfen Gegenstände rum, wie bisher selten.

Dann entdecke ich ein paar Tropfen Wasser am Boden, wo kommen die wohl her? Es schmeckt salzig, noch dazu. So ein Mist aber auch, das Polster vom Sofa ist nass, von der Notlucke kommt etwas, aber lange nicht so viel.

Während Reto die Verkleidung wegreisst und das Bücherregal demontiert, muss ich draussen reffen, ein Squall geht über uns drüber. Ich bin eigentlich auch ganz froh um die Ausrede, denn mein Magen verträgt es noch gar nicht, so lange im Schwimmer rumzusuchen.

Leckage an der Schraube der Notlucke
Leckage an der Schraube der Notlucke
Absaugung
Tapfer saugt Reto das Wasser ab, das hinter der Verkleidung immer noch steht, hmm, lecker!

Schon bald findet Reto eine Leckage, die wohl schon seit Anfang an da ist: eine verdeckte Schraube der Notlucke ist erstens lose und zweitens nicht gut abgedichtet. Trotz dem Notfallepoxi dass auch auf nass aushärtet rinnt weiterhin Salzwasser von irgendwoher.

Am Ende vermuten wir ein Leck im Ablauf vom Kühlschrank und stopfen erst mal einen Lumpen rein. Mal sehen, wir sind schon froh, solange es kein Riss im Schiff ist!

Nach 3 Tagen Geschaukel sind wir beide wieder eingewöhnt, dann nimmt auch der Wind ab. Auch wird es täglich wärmer, Alle 2-3 Tage kommt eine Decke weg. Bei der Abfahrt in NZ haben wir morgens noch 12 bis 15 Grad in der Stube und auch das Wasser hat gerade mal 15 Grad. Mit jedem Breitengrad in Richtung Norden steigt die Wassertemperatur um 0.5 bis 1 Grad an.

Sonnenuntergang
Schöne Stimmung auf hoher See

Die letzten 2 Tage vor Minerva wird das Meer flach und der Wind ist im An – und Abschaltmodus. Er wechselt zwischen 5 bis 12 Knoten zwar im 3-5 Minutentakt.
Wir dümpeln einen Moment lang mit 3-4 Knoten „flap, flap“ und im nächsten Moment rauscht es wieder und wir fräsen mit 8 Knoten dahin. Unglaublich! Was uns sehr freut ist, dass unser (doch recht beladenes) Schifferl mit nur 5-6 Knoten bei halbem Wind schon ganz ordentlich Fahrt aufnimmt 😉

Sensationell begleitet uns der Mond. Er leuchtet uns jeden Abend und erleichtert den regelmässigen Rundumblick.
Nach 4 Tagen ist er “voll” und da es weniger schaukelt und spritzt macht es auch wieder Spass den Sternenhimmel und Mond anzustarren.

Jetzt ist auch endlich Fischen angesagt und es geht gar nicht so lange und ein erster Mahi Mahi (Goldmakrele) hängt an der Angel.

Am Tag vor Minerva erfahren wir, dass in den kommenden Tagen der Einfluss eines Tiefs über Neuseeland das Wetter bis hier herauf stören wird. Wir entschliessen uns, demnach das Minerva Riff (Nord) nochmal anzulaufen und das dort auszusitzen.

In der Nacht übernehme ich die Wache und Reto sagt zu mir „und mach mir dann ja keinen auf “Tanda Malaika”! (siehe Blog von Huahine im Jul 17).

Wir bremsen ein wenig und fahren am Freitag, den 1. Juni morgens um 9.30 mit guter Sicht durch den Pass. 5 Jachten ankern bereits im Süden, aber da stärkere Winde aus Ost/Nordost erwartet werden stellen wir uns in die Nordostecke in die Nähe des Wracks.
Ankunft auf Minerva
Erste Etappe von knapp 6 Tagen und 832 Seemeilen geschafft…
Ankunft auf Minerva
…wir ankern im Minerva Riff

Im Laufe des Tages gesellen sich 10 andere Yachten zu uns, und zweit Tage später sind es bis zu 30! Was wir von den Ankömmlingen so hören zeigt uns, dass wir die richtige Entscheidung gefällt haben zu stoppen. Die meisten haben ein oder zwei schlaflose Nächte mit Windstärken bis über 35 Knoten erlebt.

Wir geniessen, dass wir in Ruhe hinter dem Riff liegen, bei Hochwasser schüttelt es etwas, aber sonst ist es recht angenehm. Um 9 Uhr abends fallen wir ins Bett.

Nach 9 Stunden Schlaf stehe ich um 6 Uhr voll ausgeschlafen auf, es ist mein Geburtstag, ich möchte unsere Eltern anrufen.

Unser Satellitentelefon, das wir eigentlich zur Kommunikation in Notsituationen gekauft haben hat schon bei den Textnachrichten wieder mal nicht zuverlässig funktioniert.

Jetzt müssen wir aber auch noch erfahren, dass auch das Telefonieren nicht super ist. Meine Eltern können mich fast nicht verstehen, wahrscheinlich ist grad eine Wolke vor dem Satelliten… Verärgert stellen wir fest, dass das Inmarsat wahrscheinlich nur bei Sonne und ohne Geschüttel funktioniert…Grummel!

Scheisswetter auf Minerva
An meinem Geburtstag scheint diesmal nicht die Sonne
Scheisswetter auf Minerva
…es schifft und stürmt den ganzen Tag…
Geburtagsfest mit Loupan
Zum Glück haben Ulla und Pelle es geschafft! Zu Mahi Mahi und türkischen Oliven geniessen wir eine feine Flasche Sekt
Chartplotter trackt Position
Der Track sagt alles – es ist nicht gerade ruhig auf Minerva (und unsere Kette ist am Ende um 2 Korallenköpfe gewickelt…)

Den ganzen Tag über stürmt und regnet es, ich backe Kuchen und bereite das Abendessen vor.

Am Nachmittag kommen unsere schwedischen Freunde Ulla und Pelle von der Loupan an, gerade rechtzeitig um ein wenig mit uns zu feiern.

Reto lässt unser Dinghy ins Wasser, um sie abzuholen. Dabei haut es das Dinghy umeinander, dass mir ganz Angst und Bang wird.

Zum Glück geht alles gut, ausser dass sie mehrere Salzwasserduschen abbekommen.

Einen Tag später kommen Hannes und Lydia von der Blue Lilly an, auch sie haben einen rechten Sturm da draussen erlebt.

Wir stellen uns gedanklich ein, die nächste Woche auf Minerva zu verbringen, ich überlege schon ob ich Bier braue, denn der Alkohol wird langsam knapp.

Am nächsten Morgen erfahren wir jedoch von 3 verschiedenen Seiten, dass für das folgende Wochenende ein unangenehmes Tief von Vanuatu nach Fiji ziehen soll, also doch weg hier, obwohl wenig Wind angesagt ist.

Diese Prognose trifft dann auch zu, wir müssen immer wieder den Motor zu Hilfe nehmen, da der Wind schlicht abstellt.

Und wieder mal strahlt die Verproviantierverantwortliche...
Und wieder mal strahlt die Verproviantierverantwortliche…
Abendrot im Pazifik
Sensationelles Abendrot, verheisst aber bekanntlich nicht gerade Wetterbesserung, oder?
Thunfisch
und dann noch 2 Thuna dazu, so ist es recht 😉

Immerhin haben wir Fischerglück mit einer weiteren 1.20 m grossen Goldmakrele und 2 kleinen Bonitos mit je 2.5 kg.

Die Goldmakrele ist diesmal allerdings hart erkämpft, als Reto sie an der Schwanzflosse packt springt sie ihm erst mal ins Gesicht und mir wird halb schlecht, weil ich nicht weiss ob das ganze Blut nun vom Fisch oder von meinem Liebsten kommt.

Nach der ersten Reinigung des Decks wird die gesprungene Lippe inspiziert, zum Glück ist es nur ein Riss, der hoffentlich in ein paar Tagen wieder verheilen sollte.

Nach gut 3 Tagen am Donnerstag Abend sind wir schon mitten in Fiji Gewässern und haben noch 30 Meilen bis Savusavu.

Der Wind stellt mal wieder ganz ab, wir lassen aber das Grosssegel stehen, es könnte ja wieder auffrischen. Mittlerweile sind 6 andere befreundete Yachten in unserer Nähe, zur Sicherheit haben wir den Radar laufen.

Kurz nach Beginn meiner Wache entdecke ich einen fetten Squall (Gewitterzelle) auf dem Radar und sehe, dass er sich uns nähert. “Ich glaube wir sollten besser das Gross runterholen” wecke ich Reto auf, der prompt aufsteht und sich die Rettungsweste überstreift. Ich fahre kaum in den Wind, er lässt das Segel runterfallen und in der gleichen Sekunde (ohne Witz!) springt der Wind von Null auf gut 20 Knoten, im nächsten Moment auf gut 30 Knoten und mehr. Es schüttet waagrecht, wir räumen schleunigst Segel, Schoten und Cockpit auf, bei jedem Mal Türe öffnen kommt ein ganzer Schwall Wasser in unsere Stube…

Zum Glück kommt der Wind “von hinten”, das heisst wir können erst Mal ohne Probleme die Insel Koro passieren. Als nach 2 Stunden immer noch gleich stark aus der gleichen Richtung bläst wird uns klar, dass das wohl mehr als ein einzelner Squall ist. Komplett ohne Segel fahren wir mit immer noch 6 Knoten in Richtung Savusavu, viel zu schnell um nicht mitten in der Nacht auf Land aufzuschlagen.

Dann kommt Reto die rettende Idee, nur mit Einschlagen des Ruders drehen wir bei, und so reduzieren wir auf 1.5 bis 2 Knoten Geschwindigkeit. Damit wäre erst mal Zeit geschunden. Nur sind hinter uns eben auch noch Bonnie, Blue Lilly, Loupan, Vega und Hakuna Matata unterwegs und bei dem Sauwetter haben wir erstens draussen Null Sicht und zweitens wird es unheimlich schwierig auf dem Radar zu erkennen, was jeweils ein Segelboot sein soll.

Wir rufen uns gegenseitig auf dem Funk auf und identifizieren so, wo ein jeder steckt. Nach ca. 6 Stunden nimmt wenigstens der Regen ab und wir erkennen wieder die Positionslichter unserer Freunde, uff. Als es um 6 Uhr langsam hell wird nimmt auch der Wind langsam ab, um 7 Uhr fahren wir um die Landzunge bei Savusavu, das Wasser wird ruhig, jetzt erst mal einen Kaffee trinken…

Flaggenwechsel
Kurz vor Savusavu hisst Reto die Fiji Flagge

Direkt hinter der Loupan fahren wir in Savusavu ein und machen an einer Mooringboje fest. Uff, das wäre geschafft.

Wir brauchten insgesamt für Masden Cove bis Savusavu gut 9 Segeltage (10 Nächte), haben 1269 Seemelen zurück gelegt, 2 Fische verloren und 4 gefangen und haben 3 Tage auf Minerva verbracht.

Bis auf die letzten 10 Stunden hatten wir gute Verhältnisse und im Vergleich zu manch anderer Yacht nur sehr geringe Sorgen und Schäden.

Als nächstes wird “klar Schiff”gemacht, denn die  Vertreter der Behörden kommen an Bord.

Einklarieren in Fji
Bula, welcome to Fiji – Jona von Health und Quarantäne heisst uns willkommen!
Einklarieren in Fji
Nach effizient getaner Arbeit warten Alivina, Lorraine und Eseroma darauf abgeholt zu werden
Einklarieren in Fji
und weiter geht es zum nächsten Schiff

“Bula, willkommen in Fiji!” grinst uns  Jona  mit breitem Lächeln an. Er ist der erste und zuständig für  Health und Quarantäne.

Auch Alivina, Lorraine und Eseroma von Customs, Immigration und Biosecurity sind super freundlich, sehr effizient und geben uns bald das ok an Land zu gehen.

Etwas ferngesteuert machen wir dies am Nachmittag, Geld holen, Behörden zahlen, SIM Karte kaufen, mit unseren Freunden die Erlebnisse der letzten Nacht austauschen… Wir erfahren, dass unsere Freunde bis zu 45 Knoten Wind (83 km/h) gemessen haben, also doch schon ganz schön ordentlich…

Savusavu
und am Abend auf die andere Seite der Bucht
Savusavu
Savusavu Mooringfeld im Morgenrot
Savusavu
Savusavu, ein freundliches überschaubares Städtchen

Komplett erschöpft fallen wir um 17 Uhr beide in den Tiefschlaf und wachen erst kurz vor Mitternacht von dem geplanten “Nickerchen” wieder auf.

Karaoke in der Waitui Marina
Reto und Hannes beim Schmettern eines Country Songs

Am zweiten Abend gehen wir mit Blue Lilly und Bonnie ins Waitui Restaurant und fallen dabei in eine Karaoke Party.

Wir sind fast die einzigen Gäste und nach dem ersten Bier fällt die Scheu. Hannes wünscht sich als erstes Bohemian Rapsodie von Queen, ein wahrlich schwerer Song.

Er schlägt sich gut und im Anschluss schmettern Hannes und Reto eine Vielzahl von Songs, mehr oder weniger gut bekannt. Auch Helen und ich trauen uns etwas zaghafter, es macht riesigen Spass!

Jetzt freuen wir uns mega auf Fiji, seine Inseln, Unterwasserwelt und vor allem seine Einwohner kennen zu lernen.

4 weitere arbeitsreiche Wochen in Whangarei und Umgebung

Parua Bay
Parua Bay – eine Front zieht durch
am Netzli spannen
Ein “letztes” grosses Projekt – das neue Netzli einfassen und spannen

Brrr – ist das eine Schweinskälte!! Ich sitze hier mit 2 langen warmen Hosen, 2 Faserpeltzen, Socken und warmen Pantoffeln.  Innen, wohlgemerkt, Reto ist draussen am Netzlispannen…

Eines von mehreren Tiefs diese Woche zieht grad über uns durch und wir sind ganz froh, dass wir noch gemütlich in der Parua Bay vor Anker liegen.

Dennoch wird es langsam Zeit, dass sich ein Wetterfenster auftut, dass uns erlaubt nach Fiji zu segeln.

Immerhin, langweilig ist es uns bisher noch nicht. Es sind jetzt gut 4 Wochen seitdem unser She San-li wieder im Wasser ist, und bis auf 3 Tage Wandern haben wir jeden Tag voll am Schiff gearbeitet.

Also lasst mich mal von vorne erzählen: aus dem Boatyard verlegen wir uns zurück in die Marina im Townbasin Whangarei, erste Priorität She San wieder zum Segeln parat zu machen.

Bernina upgrade
“Pimp my Sewing Machine” – die alte Bernina wird hochgerüstet

Als erstes rüstet Reto die Nähmaschine hoch – “pimp my sewing machine” nennt er den Vorgang. Ausgerüstet mit dem grösserem Motor, schwereren Schwungrädern, angepassten Zahnriemen und auch noch einem passenden Walking Foot soll die ca. 50 Jahre alte Bernina in Zukunft auch schwereres Tuch nähen können.

Lazybag Reparatur
und schon kann sie den Lazybag problemlos reparieren…

Die nächsten 3 Tage steht dann erstmal die Reparatur des Lazybags auf dem Programm. Neue Reissverschlüsse und unzählige Löcher möchten geflickt werden.

Gut, dass wir aus unserer alten Rettungsinsel auch noch einiges an solidem Material gebrauchen können.

Im Anschluss kommen die Segel wieder rauf und das Ankerlicht möchte repariert werden. Unzählige Male darf ich mit dem Fahrrad quer durch die ganze Stadt, um “ein letztes Mal” die fehlenden Teile zu besorgen. Ich bin eigentlich ganz froh, denn für Sport ist schon lange keine Zeit mehr gewesen.

Hmm feini feini – das Wasser im Fluss lädt nicht gerade zum Baden ein…

Nach einer Woche flüchten wir aus dem Townbasin, wir haben Angst, dass unser schön sauberes Unterwasserschiff wieder anfangt zuzuwachsen.

Parua mit Mt Manaia
Die Parua Bay mit dem Mount Manaia rechts hinten
Andy und Samuel
Andy und Samuel zu Besuch auf der She San – das gibt mal einen stolzen Kapitän!

Nach kurzem Stop vor dem Norsand Boatyard (gut für die “allerletzten” Erledigungen mit Dinghy und Fahrrad) gehen wir weiter in die Parua Bay, wo auch schon die Blue Lilly am Ankern ist.

Juhui! Dort bekommen wir Besuch von Andy und Samuel, die beide ganz begeistert unsere She San kennenlernen. Gute Gelegenheit um endlich mal aufzuräumen und eine erste Pause zu machen in lieber Gesellschaft!!

Winschenservice
Winschenservice . eine rechte Sauerei…
Windmesser Probelauf
der Windmesser im Probelauf

Es folgt der Service der Winschen und das Windmesserli tut auch schon wieder nicht mehr.

Am Mittwoch nach 6 Wochen ohne Sport habe ich die Schnauze voll und wünsche mir einen Tag Wandern. Der Te Whara Track über die Whangarei Heads ist ganz in der Nähe und wir hoffen mit Autostop hin und zurück zu kommen.
Smugglers Bay Mount Lion
Die Smugglers Bay im Aufstieg zum Mount Lion
Ocean Beach
Blick auf den Ocean Beach – fast geschafft 🙂

Wir haben auch Glück – Michael, ein netter hier ansässiger Deutscher fährt uns extra bis zum Einstieg in der Urquarts Bay.

Tatsächlich geht es ganz ordentlich auf und ab, in der Summe geschätzt knapp 1000 Höhenmeter und das noch grösstenteils auf Treppenstufen bis wir dann auf der anderen Seite am Ocean Beach wieder runterkommen… Trotz ein bisserl Knieweh bin ich glücklich über die Abwechslung. Am Ende nimmt uns ein Koreanisches Pärchen zurück bis in die Parua Bay, wir sind froh, denn es sind kaum Autos unterwegs.

Im Mast
Und wieder und wieder muss Reto in den Mast…

Einige Male muss Reto in den Mast, der Windmesser tut wieder nicht mehr, das Fall vom Vorsegel will besser montiert werden, der Radarstecker neu isoliert, eine Schraube am Mastschlitten braucht ein neues Gewinde…

Gewinde schneiden
Das neue Gewindeschneidset – ein tolles Werkzeug!!

“Was haben wir eigentlich all die Zeit ohne Gewindeschneid – Satz getan” fragen wir uns immer und immer wieder. Seitdem wir diesen vor ein paar Monaten (günstig) gekauft haben, haben wir ihn sicher schon bald 10 Mal gebraucht 😉

neues Reffsystem
Reffleinen, Grossfall und Dirk neu nach hinten ins Cockpit gezogen
Ordnung an Bord
und alles ordentlich aufgehängt 😉

Nochmals zurück in der Stadt holen wir die letzten Teile ab, um das Projekt “Reffleinen ins Cockpit” abzuschliessen. Wenn alles gut geht, sollen wir so um einiges sicherer (d.h. ohne immer nach vorne zum Mast zu müssen) vom Cockpit aus reffen können.

Damit nicht alle Leinen an Deck rum liegen haben wir Seilhalter gebastelt, Ordnung ist angesagt!!

Ein paar weitere Tage Arbeit brockt uns Predict Wind ein, das ist der Wetterservice, den wir seit einem Jahr abonniert haben. Beim Check der Systeme wird Reto gefragt, ob er nicht das App updaten möchte.

Ihr neues App-Update aber leider verlangt, dass man erst die alte Version löscht und sagt einem im Anschluss, dass die neue Version sich aber nur mit der neuesten Softwareversion vom jeweiligen Betriebssytem laden lässt… Diese zu updaten ist uns nun weder gelungen am Windowsrechner, den wir eigens für den Funkverkehr haben noch am Mac, trotz gut 25 GB Daten, die wir deswegen verbraten haben.

Abschied Maya
Abschied von der Maya Crew – Sniff!
Townbasin nach Regen
Das Townbasin nach dem Regenschauer

Ein letztes Mal besuchen uns Asma, Herbert, Adam und Sammy von der Maya zu einem etwas improvisierten Raclette. Wir müssen Abschied nehmen, denn sie sind bald auf dem Weg zurück in die Schweiz, snif!

Abenstimmung bei Riverside
Abendliche Abfahrt aus dem Townbasin
Te Matau a Pohe Brücke öffnet
Die Brücke Te Matau a Pohe öffnet eigens für uns

Am Dienstag Abend kurz vor Sonnenuntergang machen wir zum letzten Mal die Leinen los im Townbasin, die Brücke öffnet für uns um 17.35 Uhr, wir geniessen die Stimmung und brausen zum Ankerplatz vor dem Norsand.

Nachdem der Anker fällt noch ein Telefonat in die Heimat – ich darf meiner Tante Liesl zum 95. Geburtstag gratulieren! Von ganzem Herzen viel Gesundheit und bleib noch lange so fit wie Du bist!

Abschied von Robusta und Maya
Abschied von Robusta und Maya

Dann ein allerletztes Mal Abschied von unseren Schweizer Freunden und ein letztes Mal gemütlich grillieren im Boatyard. Liebe Maya, wir sehen Euch irgendwann in der Schweiz, liebe Robusta, wir sehen Euch hoffentlich bald in Vanuatu!

Abfahrt
…ein hoffentlich letztes Mal den Fluss hinunter…
Mt Manaia
Weil die Gipfelzacken so schön aussehen, möchte ich auf den Mount Manaia..
Mt Manaia
Schöner Ausblick auf die Raffinierie 😉
Mt Manaia
Die Zacken von der anderen Seite
Mt Manaia
Blick auf die Bergkette, die wir eine Woche vorher (von recchts nach links) überschritten haben

Am Mittwoch verlegen wir uns erneut in die Parua Bay, eigentlich soll es am Donnerstag nach Opua weitergehen.

Vor lauter Wetterdaten analysieren sitzen wir am Donnerstag um 10 Uhr immer noch da. Wir sehen, dass wir für Opua schon zu spät sind und bleiben einfach da.

Am nächsten Tag steht der Mount Manaia auf dem Programm, ist zwar nicht besonders hoch, dafür geniessen wir das Panorama.

Werkzeug
Kaum Werkzeug an Bord…
Grünspan
Ein bisserl Grünspan über die Jahre

Und langweilig haben wir immer noch nicht. Wir korrigieren den weitgehend waagrecht verlegten Küchenabfluss, bauen neue Wasserhähne ein und während Reto Werkzeug sortiert, bin ich am Vorhänge verschönern…

Motukiore
Gegenüber der Insel Motukiore – bei Niedrigwasser soll man hier rüberlaufen können
Wanderweg Motukiore
..für uns ist selbst der normale Weg noch nicht wirklich begehbar..
Wanderweg Motukiore
…da un sich die Vögel etwas leichter…

Ein ausgedehnter Spaziergang führt uns zur Motukiore Insel, ein wunderschöner Weg am Strand, bei Niedrigwasser zumindest… Auf die letzten paar hundert Meter landen wir in den Mangroven im Sumpf, aus dem wir uns nur über den Golfplatz retten können.

“So, und wann fahrt ihr denn endlich los?”, werdet ihr Euch fragen. Seit Wochen studieren wir täglich die Wetterkarten, und alle Modelle sagen Tag für Tag ein anderes Szenario als am Vortag. Den einen Tag sind wir enthusiastisch und denken es geht bald los, den nächsten enttäuscht…
Heute aber sieht es so aus, als kommt jetzt doch ein Slot für uns. Wenn alles gut geht, machen wir morgen, Samstag, den 25. Mai die Leinen los um nach Fiji zu segeln.

 

4 Wochen Schuften im Norsand Boatyard Whangarei

Trailer Norsand Boartyard
She San auf dem Trailer im Norsand Boatyard
Trailer Norsand Boartyard
dann zieht sie der Traktor “einfach” aus dem Wasser
Mussels from Townwasin Whangarei
Oha – gut 4 Monate im Townbasin haben deutliche Muschelkolonien hinterlassen
Mussels from Townwasin Whangare
Das gröbste ist abgeschabt, es gibt einige Schubkarren voll…

Nach Heimatbesuch und Landreise ist es nun höchste Zeit, dass wir uns wieder um unser Schiffchen kümmern.

Am 26. März wird unsere She San von David und Kevin vom Norsand Boatyard auf den Trailer gehockt und aus dem Wasser gezogen. Wir sind dabei ganz entspannt, alles geht sehr professionell und kontrolliert vor sich.

Nicht ganz so kontrolliert wie wir das gewohnt sind war die kurze Fahrt von der Marina im Townbasin zum Boatyard, denn trotz vorherigem Check hat der Backbord Propeller nicht mehr besonders viel Schubkraft erzeugt.

Als wir dann näher hinsehen, ist auch klar warum: die 4 Monate im Townbasin haben ihre Spuren hinterlassen: eine dicke Schicht von Pockenmuscheln überzieht das Unterwasserschiff. Den ersten Abend verbringen wir mit grobem Abkratzen und Murray muss am nächsten Morgen mehrere Schubkärren voller Muscheldreck wegkarren.

Nach dem Hochdruckreinigen erwartet uns eine erste Überraschung –
Antifouling Cracks
Nach dem Hochdruckreinigen wird die erste Überraschung sichtbar…
Antifouling Cracks
…das Antifouling löst sich überall dort wo es bisher immer hartnäckig war
Antifouling abnehmen
Mühsame Arbeit, mit dem Stechbeutel krazt Reto Zentimeter für Zentimeter vom Antifouling ab
Die 2 Osterhasen Reto und Berry in der Arbeitsmontur

die bisher gnadenlos dicke Schicht von Antifouling hat sich an vielen Stellen abgelöst und das ganze sieht aus wie ein Flickerlteppich.

Wir diskutieren die Optionen, kaufen uns eine Schleifmaschine und machen uns an die Arbeit. Während Reto die losen Stellen vom Antifouling entfernt, versuche ich die tausenden verbleibenden Pockenmuscheln mit dem Stechbeutel abzukratzen.

Beides ist super mühsam aber nach ein paar Tagen sehen wir Fortschritte. Dann meint Hannes von der Blue Lilly ganz locker: “Jetzt seids eh schon so weit, jetzt könnts es auch grad noch richtig machen, alles abnehmen und mit Epoxi wieder neu aufbauen. Des habts eh in 2-3 Tag.”

Wir nehmen uns seinen Rat zu Herzen, schliesslich wären dann wirklich endlich mal die 15 Jahre Antifouling überall weg und wir hätten eine einheitliche Basis rundherum. Tatsächlich heisst es aber nochmal eine Woche lang mit dem Stechbeutel (dt. Stemmeisen) Zentimeter für Zentimeter abtragen, alles abschleifen und die letzten dicken hartnäckigen Stellen wieder und wieder mit Abbeizmittel wegnehmen…

Während Reto sich also voll und ganz dem alten Antifouling widmet, kümmere ich mich um die Reinigung vom Gelcoat. Mit den richtigen Mitteln gehen die Algen der Pazifiküberfahrt endlich weg, zusammen mit Roststellen und sonstigem Dreck. Mir macht es Spass, dabei geht wenigstens etwas vorwärts.

Zum Essen bleibt tagsüber oftmals nicht viel Zeit, ausserdem ist Reto zu dreckig, um das Schiff zu betreten. Unsere herzliche Nachbarin Carole von der Grey Goose sieht Reto am Mäuerchen hocken und teilt ihre Toffies mit ihm.
Ostereier
Fröhliche Ostern! Etwas improvisiert mit Edding bemalten Eiern und selbst gemachter Mayonaise

Am Ostersonntag jedoch gibt es im Schnellverfahren bemalte Eier mit selbstgemachter Mayonaise. “Ist nicht schwer” meint Reto, der generell mehr Geduld hat als ich. Ich brauche ganze 3 Eigelb, damit ich endlich die Sauce dick bekomme…

Reto spielt ein Ständchen auf Jade’s Ukulele
Der Boatyard ist voll mit befreundeten Schiffen, unsere Nachbern Jadean zum Beispiel haben wir schon in Huahine kennen gelernt. Man hilft sich gegenseitig mit Know How und Tips und Tricks, Werkzeug und Material. Anja und Thomas von der Robusta leihen uns ihren Staubsauger, wir sind froh, so müssen wir den wenigstens nicht kaufen.

Trotzdem wir unsere Fahrräder haben sind wir froh von Jadean, Anna Caroline, Grey Goose und oftmals Blue Lilly mit zum Einkaufen genommen zu werden, vor allem die Baumärkte muss ich häufig besuchen…

Band Norsand Boatyard
David (am Schlagzeug links hinten) spielt mit seiner Band auf im Boatyard
Maya und Carapitanga zu Besuch im Boatyard

An den Abenden treffen sich alle Segler rund um den Gasgrill. Das ist erstens gesellschaftlich sehr schön, zweitens für die Bordfrau sehr praktisch, denn somit ist Kochen und Küchenarbeit ausgelagert und drittens kann an Bord alles Werkzeug und Material liegen und stehen gelassen werden, man braucht es am nächsten Tag ja sowieso gleich wieder.

Auch das ein oder andere Festchen wird gefeiert: David spielt mit seiner Band, Luci hat 25. Geburtstag und unsere Freunde von der Maya und der Carapitanga besuchen uns.

Endlich kann der Wiederaufbau losgehen
Einige Kilo altes Antifouling gehen in den Abfall
Der kritische Tag: Noch eine Lage Epoxi, dann sobald “Daumennagelfest” das Antifouling darüber…
…die Hälfte ist geschafft…

Die Wetterprognose meldet schön bis am Wochenende, das möchten wir zum Malen nützen bevor ab Montag ein Sturm angesagt ist.

Wir schleifen und kehren und entfetten was geht, so dass wir am Samstag dann endlich sind, die 1. Schicht Epoxi aufzutragen.

Am Sonntag morgen sobald die Luftfeuchte in Ordnung ist malen wir die 2. Schicht Epoxi und direkt im Anschluss die erste Lage Antifouling. Wir lernen von Hannes wie wichtig es ist, hier den richtigen Zeitpunkt zu erwischen, damit das Antifouling auch auf dem Epoxi haften bleibt.

Juhui! Die erste Lage Antifouling ist im Trockenen und wir atmen erst mal auf!

Uff, wir sind erleichtert, jetzt können wir uns endlich in Ruhe auch um andere Sachen kümmern…

Als nächste Priorität sind da die Ruderschäfte, die schon einige Löcher haben und aus denen Wasser raus tropft. Reto bohrt den Lochfrass aus wie ein Zahnarzt und macht ein paar Testbohrungen in das Ruder, um den Schaden zu beurteilen.
Lochfrass Ruder
Die Ruderschäfte zeigen Lochfrass – hier wurde aber schon mal irgendwann geschweisst…
Ruderlager Ausbau
Ausbau der alten Ruderlager, zum Glück gibt es das Multitool!
Ruderlager Einbau
Ein paar Stunden später sind die neuen Lager wieder eingepasst

Zum Glück gehen die Löcher im Metall nicht sehr tief und im Ruder scheint die Struktur auch noch in Ordnung zu sein.

Eine nächste Überraschung aber sind die Ruderlager.

Während wir die Innenteile schon von Deutschland mitgebracht hatten, zeigt sich aber trotzdem ein zu grosses Spiel.

Wir bestellen die Lager am Donnerstag abend von Foutaine Pajot in Frankreich und bezweifeln, dass es rechtzeitig für unseren Einwasserungs termin klappt.

Eine Woche später am Freitag früh (3 Tage vor dem Termin) bringt mir David das Päckchen aus Frankreich, wir können es fast nicht glauben! Eine hervorragende Leistung von Muriel von Fountaine Pajot und Fedex! Reto macht sich sofort daran, die alten Lager rauszuschneiden und schon am Abend hat er die neuen Lager fertig einsilikoniert.

Gelcoat Politur
Endlich das richtige Poliermittel, so macht die Arbeit Spass 😉

Fast eine Woche lang poliere ich das Gelcoat, die Arme und Schultern fallen mir fast ab. Das erste Mittel, das mir empfohlen wurde, ist ein richtiger Scheiss. Es trocknet viel zu schnell ein und ich muss dann alles mit der Hand wegrubbeln… Zum Glück finde ich nach ein paar Tagen ein besseres Poliermittel, dass sich fast von selbst nur mit der Maschine ins Gelcoat polieren lässt. Dann macht es wieder Spass und unser She San-li glänzt endlich wieder wie seit Jahren nicht mehr ;-).

Auslösen Rettungsinsel
Reto zieht an der Leine, um die Rettungsinsel auszulösen
Aufblasen Rettungsinsel
Eine Minute später ist sie aufgeblasen
und sorgt für eine schöne Abwechslung im Boatyard

Am Samstag nachmittag machen wir eine kleine Pause und blasen unsere 15 Jahre alte Rettungsinsel auf. Gespannt sehen wir alle zu, und tatsächlich, sie bläst sich auf (Link zum Video siehe Facebook).

Im Anschluss testen wir die 8 Mann Rettungsinsel auf der Wiese und können uns nicht vorstellen, darin unterwegs sein zu müssen. 24 Stunden später ist sie fast platt, an den Ventilen waren 2 Löcher… – gut dass wir nun eine neue dabei haben!

Nächste Prio – das Gäste WC. Schon beim Ausbau des Tankes stellen wir fest, dass dieser noch nie ausgebaut worden war. Die dicke Silikonschicht, mit der der Stutzen eingeklebt war, lässt daran keinen Zweifel.
WC Tank
Ein Geniestreich! Der Ablaufstutzen ist einsilikoniert und kann nur durch Abschneiden entfernt werden…
Revision WC
Schöne Sonntagsarbeit – die WC Teile möchten geputzt werden…
Eno Ofen
Reparatur des Backofens – um die Türe zu richten, muss Reto den ganzen Ofen zerlegen…

Also hilft alles nicht, Reto muss als erstes den Auslaufstutzen absägen, damit das Ding überhaubt raus kommt.

Im Anschluss hilft nur der Schraubstock, den abgesägten Stutzen auch noch rauszubekommen.
Es folgen einige Tage des Reinigens und Entkalkens.

Am Sonntag morgen habe ich die wunderbare Aufgabe, die WC Teile zu säubern… “ Welcome in Paradise” sagt unser Bootsnachbar nur, als er mich an der Arbeit sieht.

Vergleich von vorher…
…und 3 Wochen später
Und nochmal weils so schön ist – vorher…
… und 3 Wochen später 🙂
Fest mit Carapitanga und Maya
Abschied von unseren Freunden Vivi, Felipe und Moana von der Carapitanga – wann werden wir uns wohl wiedersehen?
Lucy and friends
und nochmal Musik Session mit Herbert, Lucy und Freunden
2 Tage später ist das wichtigste für das Einwassern getan und schwupps liegt unsere She San wieder im Wasser.
Eigentlich schade, dass man den neuen Unterwasseranstrich nur beim Schnorcheln sehen wird…
…und ab geht es wieder ins Wasser…
…nach 4 Wochen harter Arbeit strahlen wir beiden von Ohr zu Ohr 😉
Wir motoren, diesmal ohne Probleme zurück ins Townbasin und machen uns daran, die “letzten” Arbeiten und Einkäufe zu erledigen.

5 1/2 Wochen Neuseeland im Campervan

Juhui, endlich geht es los. 10 Tage lang haben wir wie verrückt nach einem geeignetem Auto gesucht. Wie man das hier so macht, wollten wir eines kaufen, und zwar am besten nicht zu teuer und gross genug um darin zu schlafen.

Tokerau Beach in der Doubtless Bay
Der erste Hammer Camping Platz – Tokerau Beach in der Doubtless Bay
Mit 1.73m kann ich genau gerade auf dem Rücken liegen…

Aber etwas spät in der Saison finden wir nichts mehr, was sich ganz am Ende der Saison auch wieder verkaufen lassen würde.

Also mieten wir einen Toyota Estima als ausgebauten Campervan mit Zertifikat “Self Contained”.

Das soll in der Theorie heissen man ist unabhängig von irgendwelchen Serviceeinrichtungen und kann somit an allen Plätzen übernachten, an denen Free camping erlaubt ist.

Gerade als wir den Deal mit dem Vermieter abschliessen entpuppt sich bei Reto eine fette Ohrenentzündung und draussen im Pazifik zerstört Cyclon Gita den Süden von Tonga und Fiji. Gita soll bis nach Neuseeland weiter ziehen und wir sind dementsprechend beunruhigt.

Also erstmal ab in den Norden, dann ist der Abstand zur She San noch nicht so gross.
Cape Reinga
Ganz oben im Norden der Nordinsel: Cape Reinga…
Leuchtturm von Cape Reinga
… mit dem berühmten Leuchtturm
Etwas weiter südlich die riesigigen Sandünen von Te Paki

Über Kerikeri und den Tokerau Beach erreichen wir Cape Reinga, gerade rechtzeitig als die grossen Busse sich wieder verziehen.

Dann passiert das erste Malheur:
Auf dem Weg zum Campingplatz verlieren wir unser Reserverad und finden es am nächsten Morgen wieder…
…dann heisst es wieder montieren und ausgeschlagene Halterung verbessern…

Wir hören ein ordentliches Geklapper, steigen aus und stellen fest, dass der unter dem Kofferraum angebrachte Käfig vom Reserverad auf der Strasse schleift.

Wir sehen das Rad nirgendwo und denken “das hat uns einer geklaut”.

Die folgenden Whatsups mit dem Vermieter lassen uns etwas an unserer “No worries- Full insurance” zweifeln.
Am nächsten Tag fahren wir an der Stelle vorbei und siehe da, da liegt ja ein Reifen! Der muss wohl unserer sein…

Wir arbeiten uns über Kaitaia, Ahipara und das uns schon bekannte Kohukohu Richtung Süden
Der Tane Mahuta im Waipoua Wald ist mit ca. 2000 Jahren wohl einer der ältesten Baume der Welt – hier der untere Teil…
und hier der obere.
Dafür ist der Te Matua Ngahere mit seiner Breite von 16.4 m wohl einer der dicksten…

und setzten mit der Fähre über nach Rawene. Ziel sind die riesigen Kauri Bäume.

Am nächsten Tag ziehen wir an Auckland vorbei mit einem Halt in Muriwai.
In Muriwai bewundern wir die Küste und die Basstölpelkolonie
Streiten oder küssen sie jetzt?
Und endlich einer der in die Kamera sieht 😉
Gemütliches Grillieren am Horahora Domain am Lake Karapiro
Nach erneutem Besuch des Ohrendoktors in Rotorua
Das ehemalige Badehaus in den Goverment Gardens von Rotorua
Zusammen mit tausend anderen beobachten wir wie der Geysir Lady Knox mit Waschpulver zum Leben erweckt wird – natürlich gehen dann alle gleichzeitig im Anschluss in den Park…
Dieser farberfrohe Tümpel trägt den Namen “Artits Palette”, ein interessantes Farbschauspiel dank der Mineralienablagerungen
Ganz am Ende überrascht uns noch das intensive Grün des Teufelsbades (Devils Bath)
Gratis zu besuchen sind die Mud Pools, zwar weniger farbig, durchaus aber sehr lohnenswert
Auch das Thermalbad im Kerosene Creek ist gratis, nur der Bikini war danach etwas sandig 😉
Huka Falls – das Nadelöhr im Abfluss aus dem Lake Taupo
Campen im Regen am Lake Taupo – was alles in so ein kleines Auto reingeht 😉

folgen wir dem Touristenstrom und besuchen das Wai-O-Tapu Thermal Wonderland pünktlich um 10 Uhr zum “Erwecken des Geysirs”.

Was für ein Fehler! Wir landen mitten im ärgsten Touristenstrom und werden regelrecht durch den Park geschoben…

Wir flüchten von dem Regen in Taupo und Umgebung und machen uns auf den Weg nach Wellington.
Erster Blick auf die Südflanke des Mount Ruapehu…

Der Wetterbericht vom Vortag meldet gerade mal 35 Knoten Wind obwohl Gita dort ziemlich drüber geht. Gerade 100 km vor Wellington hören wir im Radio “all flights cancelled in and out of Wellington”, halten Kriegsrat und verziehen uns hinter die nächste Bergkette. Dort schüttelt uns der Sturm zwar ordentlich durch, aber sonst sind wir in Sicherheit.

Wellington von Mount Victoria

Nach dem Ausblick vom Mount Victoria parken wir direkt neben dem Nationalmuseum und erkunden die lebhafte Innenstadt.

Die Bluebridge Fähre bringt uns in 3.5 Stunden von Wellington nach Picton

Am nächsten Morgen noch ein paar Stunden durch das Museum und schon geht es ab mit der Fähre nach Picton auf der Südinsel.

Dort treffen wir Bob und Liz und verbringen ein paar schöne Stunden mit ihnen
Beim Wandern in den Marlborough Sounds…
…am Snout view point treffen wir auf einen einsamen verspielten Seelöwen…
..und am Weg auf ein California Quail mit 2 Küken
Die nächsten Tage steigern wir den Anspruch der Wanderungen und machen den Cable Bay Walk nördlich von Nelson und den Mount Robert am Lake Rotoiti.
An der Westküste zwischen Westport und Greymouth
Die Punakaiki Pancake rocks sind auch bei Ebbe einen Besuch wert
Abendessen mit Sonnenuntergang am Strand bei Greymouth
Wie in “Mittelerde” von Lord of the Rings…
…mit wundersamen Gestalten…
…und knallblauen Pilzen
Endlich mal wieder Brauereigeruch – wir besuchen Rob in der Monteith’s Brewery

Dann erreichen wir die Westküste, plagen uns noch den Mount Te Kinga hoch und trotz allen Wetterberichten ist für die nächsten Tage Regen vorausgesagt. Der kommt dann auch. Wir nutzen die Gelegenheit für einen Brauereibesuch bei Monteith’s und Brewery Manager Rob nimmt sich viel Zeit für uns.

Am Nachmittag verziehen wir uns nach Okarito in einen gemütlichen Camping mit überdachten Gemeinschaftsräumen, da kommen plötzlich Lydia und Hannes von der Blue Lilly ums Eck. Wir freuen uns riesig und endlich gibts mal wieder “Bootgespräche” 😉
Trotz anfänglichem Regen marschieren wir zum Aussichtspunkt auf den Franz Josef Gletscher
und sind beeindruckt auf rund 400 m Höhe auf einen Gletscher zu treffen!
Blick auf den Fox Gletscher vom Lake Matheson
Als der Regen im Westen weiter zunehmen soll, verziehen wir uns schleunigst über den Haast Pass.
Am Lake Wanaka erste Anzeichen von blauem Himmel…
…am Lake Hawea gleich noch mehr.
Wanderung auf den Hügel hinter dem Kidds Bush Camping
Gut dass man es ihnen schon ansieht, dass man sie besser nicht isst !
Regenbogen am Lake Hawea
Abendstimmung am Kidds Bush Campground
und Sonnenuntergang
Fast 16 km und 1170 hm für diesen und viele andere herrliche Blicke: Lake Hawea vom Istmus Peak aus

Wir geniessen 2 Tage am Kidds Bush Camp Ground und mit Wanderungen am Lake Hawea.

Über Wanaka und Cromwell
Endlich mal wieder grillieren…
…hmmm, sieht das nicht fein aus?
fahren wir weiter nach Arrowtown und Queenstown.
Der Kawerau Gorge auf dem Weg nach Queenstown bietet etwas für Natur- und Weinliebhaber…
…und Adrenalinsuchties.
Arrowtown wird den Touristen verkauft als Historical Site 😉
…und in Queenstown ist die Hölle los!
Dafür sind wir etwas ausserhalb von Queenstown umringt von Berg und See…
… haben einen schönen Ausblick auf das Nordende des Lake Wakatipu und die Gletscher des Mount Earnslaw
und finden einen wunderschönen, nur leider sandfliegenreichen Platz direkt am See
Zum ersten und einzigen Mal übernachten wir gratis mitten in der Stadt – hier am alten Bahnhof von Lumsden (zusammen mit ca. 80-100 anderen…)
Nächstes Ziel ist der Milford Sound.
Die Mirrors Lakes auf dem Weg zum Milford Soundmachen ihrem Namen alle Ehre
Kurz vor dem Homer Tunnel werden die Berge steil und eindrücklich
Und endlich – das ist er der Blick auf den Milford Sound mit Mitre Peak (links) und seine verschneiten Kollegen gegenüber
Den grossen Wasserfall sehen wir nur von der Seite, da wir auf die Schiffsfahrt durch den Sound verzichten (machen wir ja sonst immer…)
und ist das nicht ein schönes Foto 😉 ?
Am Hollyford Camp verweilen wir uns mit dem Besuch des Museums und lesen die Geschichten über Davey und Murray Gunn…
und staunen über so manches 🙂
Gemütlich geht es bergauf von The Divide zum Key Summit
…wieder einmal durch den Märchenwald

Wir planen die Hinreise ab Mittag und die Rückreise ebenfalls ab Mittag und tatsächlich- wir haben keine Busse und auch sonst nicht viel Verkehr!

Und als wir gerade wieder in Te Anau Empfang haben, sind unsere Freunde Hugh und Annie von der Vega gerade mal 15 km weiter südlich in Manapouri.
In Manapouri treffen wir Hugh und Annie von der Vega und werden von ihnen zum Abendessen verwöhnt.

Also nichts wie hin, wir haben uns viel zu erzählen.

Mit ihren Tips und Infos und einem Blick auf das Wetter entscheiden wir so schnell wie möglich zu Mount Cook zurück in den Norden zu fahren. “Der Berg ruft!” Und was für ein eindrücklicher!

Brotzeit am Lake Ruataniwha vor Twizel
Wir gesellen uns zu vielen anderen am White Horse Hill Camping vor dem Müller Gletscher…
… und treffen Lydia und Hannes am Hooker Valley Track
Und endlich ist er da, der Mount Cook..
…ein beliebtes Ziel, wie man sieht!
Und noch so ein schöner Zufall, wir treffen auch Dan und Christie von der Te Poe Rava
Der Müller Gletscher beim Aufstieg Richtung Sealy Turns/Müller Hut
Die Gipfel des Mount Cook
Ebenso ein Highlight ist der Lake Pukaki und die Wanderung um und auf den Mount John.
Wanderung auf und rund um dem Mount John am Lake Pukaki
und wieder spiegelt der See 🙂
Dann gehen wir weiter auf den Arthurs Pass während die Blue Lillys schon mehr nach Norden ziehen müssen.
Die Kalksteinfelsen am Castle Hill, Arthurs Pass
Blick vom Bealy Spur track auf das Tal vor dem Arthurs Pass
und noch etwas höher kommt noch ein Moorseeli dazu
Schön aber kalt und voller Sandfliegen – Camping am Lake Lyndon
Weiter gehts Richtung Kaikoura und Picton, mit Abstecher nach Hanmer Springs.
Hanmer Springs Ferry Bridge
Die Ferry Bridge kurz vor Hanmer Springs
Lobster Kaikoura
Frische Langusten am Parkplatz in Kaikoura
Seals Kaikoura
Ein junger Seelöwe
Seals Kaikoura
und hier der grimmige Papa, der uns anfaucht, als wir zu nahe kommen…
Peninsula Walway Kaikoura
Unsere Wanderung auf der Kaikoura Peninsula ist sehr schön…
…aber ganz schön stürmisch!
Am Abend bleiben wir mal wieder gerne im Auto sitzen und kochen zur Abwechslung mal Päcklisuppe und Schnellkochnudeln…
Surfer am beliebten Meat Works Camping und Surf Spot
Cape Campbell Leuchtturm
Sonnenaufgang am Marfells Beach
Wanderung auf den Mount Robertson – leider ein Berg ohne Gipfelblick
Wir sind erstaunt – wo wir wandern fahren die jungen Burschen mit ihren Motorrädern rauf und runter!
Wettbewerb der verrückten Postkästen – hier ein Männchen aus drei Gasflaschen
Unsere Fähre läuft ein in Picton – wir “müssen” wieder in den Norden 😉
Von Wellington fahren wir in einem Tag zum Tongariro National Park, der Wetterbericht scheint ok für eine Bergtour.
Aber auch auf der Nordinsel ist es schön – wunderbarer Platz am Meer am Ngatitoa Domain nördlich von Parirua
Dort fragen wir die Einheimischen, was sie denn am Strand sammeln – siehe da, es sind Muscheln…
Eine Stunde später geniessen wir unsere ersten selbst geplückten Muscheln – lecker!
In Wanganui steigen wir auf den War Memorial Tower
und werfen einen Blick in das wirklich hübsche historische Städtchen
Abendstimmung im Tongariro National Park: Tongariro (links) und Ngaurohoe (rechts)
Trotz einiger Bewölkung machen wir uns morgens um 7 auf den Weg auf den Ruapehu.
Der Ngauruhoe beim Aufstieg zum Ruapehu
…und nochmal von fast zuoberst.
Am Kraterrand des Ruapehu…
…leider kommt genau dann der Nebel über die Kante, wir verpassen die Sicht auf den Kratersee um ca. 5 min…
..und es reicht grad so für ein Gipfelfoto…
…schnell mach ich mich an den Abstieg
Nächstes Ziel Auckland.
Am Lake Taupo dampft es aus dem Wald…
Mein erster Kiwibaum!
In Auckland geben wir unser Auto ab, ohne Probleme, uns fällt ein grosser Stein vom Herzen
In Auckland besuchen wir Andy – wir haben uns zuletzt vor ca. 25 Jahren gesehen
Hafenrundgang mit Andy und Ian – wir erfahren alles über die wichtigsten Schiffe…
…und dürfen sogar den original America’s Cup (mitte) bewundern, umgeben von Luis Vuitton Challenger (li) und Luis Vuitton Cup (re)

Wir werden von meinem Studienkollegen Andy abgeholt und verbringen einen letzten unvergesslichen Ferientag in Auckland.
Heute geht es mit der She San in den Boatyard, jetzt ist endlich wieder mal arbeiten angesagt 😉

Heimatbesuch

Liebe Familie, liebe Freunde, liebe Blog Leser,

hier ein paar kommentierte Fotos aus unserem Heimaturlaub in Europa.

Weihnachtsbaum
Wir geniessen Weihnachten mit voll geschmücktem Baum und vielen Geschenken… obwohl wir uns ja seit Jahren NICHTS schenken 😉
..mit viel feinem Essen und dem ersten Teil der Familie…
Graubünden
…dann gehts ins winterliche Graubünden…
Weihnachten Calanda
…und wir feiern weiter mit feinem Bier…
Weihnachtsguazli
…und geniessen die Kunstwerke von Felicitas, die sicher kaum Kalorien haben 😉
Skitour Graubünden Grüsch
Als Ausgleich die erste Skitour…
Skitour Graubünden Grüsch
und ich bin froh, dass ich es nach 3 Jahren Pause noch kann..
Dann endlich – der Kompassvergleich !
Eisbahn Schiers
und am Neujahrstag müssen alle zum Schlittschüahla aufs Eis
Eishalle Schiers Hockey Match
Jannik (mitte) und Fionn (rechts) in Action bei bestimmt unter 0 Grad in der Eishalle in Grüsch
Schneeketten
Und wieder mal heisst es im Schneesturm Ketten montieren
Lawine Safiental
Wegen dieser Lawine war das Safiental ein paar Tage lang gesperrt
Auch in der Westschweiz bei Sylke und Michel schneit es heftig…
so dass wir uns gerne in der gemütlichen Hütte aufwärmen…
und uns abends zusammen mit Kathrin und Paul von ihnen mit Flammkuchen verwöhnen lassen
Skitour Avers Graubünden Roman
Dann endlich mal ein Tag mit Sonne UND Pulver und ich darf mit Christa und Roman auf Skitour im Avers
Skitour Avers Graubünden
Nach gut 1100 Höhenmetern Aufstieg geniessen wir den Rundumblick…
Skitour Avers Graubünden Roman
…aber noch viel mehr die jungfräulichen Hänge und den optimalen Pulverschnee auf dem gesamten Weg runter!!!
In der Zwischenzeit ist Reto mit Jannik und Gabirela am Hockey spielen…
Pany Schneesturm
Dann kommt endlich nochmal der richtige Schnee…
Pany Schneesturm
…der das Spuren schon fast unmöglich macht.
Zuletzt wünschen wir uns noch ein paar Mal Fondue und Raclette und Jannick, Fionn und Fabienne kommen gerne mit dazu.
So einen Klapf Schnee gibts es 4 Tage hintereinander
Wiedersehen nach 9 Jahren – wir treffen meine Önkel Hanshorst und Erich
Tokyo Skytree
Und zurück gehts mit halben Tag Stop in Tokyo, wo der Besuch des Skytree leider nicht lohnenswert ist…
Senso-ji temple Tokyo
…dafür erstaunen die fleissigen Besucher des Senso-ji Tempels…
Senso-ji temple Tokyo
…die sich trotz strömenden Regen nicht abhalten lassen.
Und während ich in Faserpelz und Regenjacke friere bewundere ich die Damen in ihren Kimonos und vor allem den Flip Flops ;-)!
Shibuya Crossing Tokyo
Shibuya Crossing: neben all dem Verkehr und den Menschen trägt ein jedes Hochhaus eine Grossleinwand, die alle lautstark und farbenfroh auf sich aufmerksam machen

Vielen Dank Euch allen, die uns allesamt verwöhnt haben und entschuldigt bitte, wir haben kaum richtig gute Fotos gemacht.
Wenn ihr noch gute Fotos habt, könnt ihr uns diese gerne zuschicken, wir können sie dann auch gerne noch einfügen :-).

Ausserdem bitten wir alle, die wir nicht geschafft haben zu sehen, vielmals um Entschuldigung!

Viele Grüsse aus dem zur Zeit mega verregneten Whangarei

 

3 Wochen Whangarei und via Auckland und Hongkong nach Bayern

In Whangarei fühlen wir uns unmittelbarer wohl. Die Marina ist überschaubar, das Zentrum hat Kleinstadt- Charakter und die ganze Stadt ist voll mit Läden, die für Segler interessant sind.

Whangarei town basin
Whangarei Town basin – vom Mast der She San aus
Whangarei town basin
Abendstimmung – Sonnenuntergang ist erst nach 8 Uhr abends!!!

Bei unserem ersten Erkundungstrip treffen wir zufällig auf den heiss ersehnten Canvas Shop, den Edelstahlschweisser, den Autoshop und diverse Klempner Läden.

Direkt gegenüber der Marina ist der riesige günstige Pack´n Pay Supermarkt, der die Herzen der Verproviantier – Verantwortlichen höher schlagen lässt. Mit guten Angeboten und einer riesigen Auswahl ist für jeden etwas dabei. Aber da wir ja nun gerade nicht für wochenlange Trips jenseits der Zivilisation einkaufen müssen, muss ich mich ganz schön zusammenreissen.

Grossrevision unseres Herdes – jedes Teilchen wird zerlegt und geputzt…

Neben kleineren Reparaturen wie die Überholung unseres Herdes oder der Austausch der Wasserhähne in der Küche geht es vor allem darum, wo was beschaffen. Wir finden heraus, dass vor allem Ersatzteile internationaler Firmen meist relativ teuer sind, daher ist es gut Vergleiche anzustellen.

Die grösste Sorge ist die Rollvorrichtung unserer Genua, sie verliert seit Monaten Fett und lässt sich schon recht schwer drehen.
Jetzt wird es Ernst – die Rollvorrichtung der Genua muss dringend revidiert werden…
…ein paar Tage später ist alles wieder bereit zur Montage.

Also gehen wir den Punkt an, lockern die Wanten und bauen das Teil aus.

Das schwierigste ist, die Dichtungen und Klemmringe zu entfernen. Zwei Tage gehen wohl nur dafür drauf, aber unsere neu erstandenen Klemmring- Zangen sind wohl auch ein wenig windig für den Einsatzzweck..

Nach vier Tagen ist alles wieder zusammen, das Rigg ist wieder justiert und wir sind stolz und um einige Erfahrung reicher.

Auch zum Wandern und Velofahren hat Whangarei einiges zu bieten.
Wir wandern in den Whangarei Heads mit Franzi und Pesche!!

Wir machen ein paar Ausflüge und geniessen die Landschaft und die Abwechslung.

Whangarei
Whangerei vom Aussichtspunkt aus
immer wieder bedeindruckt mich die Kreativität der Kiwis bezuglich ihrer Briefkästen – hier die Mikrowelle
Whangarei falls
Die Whangerei Falls – wunderschön und per Wanderweg gut mit dem Fahrrad oder zu Fuss erreichbar
Eine Schuhreinigungs – Station! Selbst innerhalb von NZ soll keine Erde verschleppt werden…
Pataua
Die Fussgängerbrücke in Pataua, die Anreise per Velo über die vielbefahrene Strasse im Süden ist mühsam und gefährlich…
Pataua
…die Rückfahrt über die Strassen im Norden gefält uns gut.
Der Mair Park ist zu Fuss, mit dem Velo oder selbst mit dem Paddelbord (nur bei Hochwasser) ein schönes Ausflugsziel.
Die Marina ist mittlerweile voll mit befreundeten Yachten, so wird es uns auch abends nie langweilig.
Churrasco brasileiro – Vivi und Felipe von der Carapitanga verwöhnen uns mit Unmengen von Fleisch und Bier 😉
Mair park Whangarei
Auf dem Meet and Greet führen die Kinder uns traditionellen Maori Gesang auf.
Und auch hier wird fleissig in den Ausliegerkanus gepaddelt

In der dritten Woche stellt die Marina Leitung dann auch noch einen kleinen schwimmenden Ponton mit einem Gemeinschaftsgrill auf, dann ist das Socializing perfekt. Reto stellt begeisert fest “man kann sich treffen ohne dass ich das Schiff aufräumen muss !”.

Die letzten Tage räumen und putzen wir dann doch was geht, wir wollen unsere She San doch in einem ordentlichen Zustand alleine lassen.

Am Montag, 11.12. morgens ist es dann soweit, wir nehmen den Bus nach Auckland.
Auckland
Auckland Skyline und Hafen – kein Wunder heisst es heute die City of Sails
ferry building Auckland
Das Gebäude der Fähren – Ferry building
Sky tower Auckland
Sky tower von unten
Sky tower Auckland
Aussicht von oben…
Weihnachten naht…
Maritime museum Auckland
So haben die Schiffe hier früher ausgesehen…
Maritime museum Auckland
und so heute – hier die Black Magic, die Neuseeland zum ersten Mal beim America´s cup 1995 zum Ziel führte.
Indischer Lunch – lecker!

Auckland ist unsere erste Grossstadt seid Panama, der Verkehr und der Lärm ist für uns gewöhnungs-bedürftig…

Wir besichtigen die Stadt, besuchen den Sky Tower und verbringen fast einen Tag nur im Marine Museum.

 

 

 

 

 

 

Am Dienstag Nacht geht unser Flieger nach Hongkong, 12 Stunden später, dort morgens um 8 stehen wir in Hongkong Central und schauen verdutzt den umhertastenden Menschen um uns herum zu.
Hongkong
Hongkong von oben…
…wir erfrieren fast am Victoria Peak.
Von Touristen hochgelobt – der Stanley Market. Nett, aber nicht wirklich eigens die lange Anreise nach Stanley wert, finden wir.
floating market Hongkong
Das schwimmende Restaurant in Aberdeen
Hektik wie wir sie nicht mehr gewohnt sind…
Chinesische Farbenpracht…
Kleiner Markt im Central
Man Mo Temple Hongkong
Räucherstäbchenaltar im Man Mo Temple
Man Mo Temple Hongkong
Man Mo Temple

Wir leisten uns ein Hop on Hop off Ticket und geniessen die Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Am Victoria Peak bin ich fast am Erfrieren und froh über die gelbe Regenjacke vom Busunternehmen…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beim Feierabendverkehr kommt der Bus nicht mehr vorwärts, wir besuchen den Man Mo Tempel zu Fuss und streifen durch ein paar interessante Ecken mit farbenfrohen Märkten.

 

 

 

 

 

 

Skyline Hongkong
Langsam kommen die Weihnachtsdekos zur Geltung…
Skyline Hongkong
…und als es finster ist zeigt jeder was er kann…
Skyline Hongkong
besoners hübsch das Rentier.

 

 

Am Abend erleuchtet die weihnachts-geschmückte Skyline, der Wettbewerb über die schönste Beleuchtung scheint gross zu sein.

 

 

 

 

Etwas müde verziehen wir uns wieder an den Flughafen, wo wir um Mitternacht in den zweiten Langstreckenflug nach München steigen.

Wieder klappt alles prima und 12 Stunden später, Ortszeit 5.30 früh, kommen wir in die Ankunftshalle in München.

Nach weiteren 12 Stunden Flug kommen wir morgens um 5.30 Uhr in Münschen an werden überraschend von meiner Schwester Gaby und ihrem Freund Markus abgeholt.
Ein bisserl später zu Hause – das lang ersehnte Weisswurst Frühstück!!!

Wir erwarten nicht, jemanden zu kennen, doch da steht auf einmal meine Schwester Gaby und ihr Freund Markus vor uns, mit einem grossen Willkommens- Ballon und 2 Calanda in der Hand.

Wir freuen uns riesig und sind total baff. Damit hatten wir nicht gerechnet, und schon gar nicht um diese Uhrzeit!

Nun noch knapp 2 Stunden Autofahrt und kurz Weisswürste, Brezen und Weissbier einkaufen. Das Wiedersehen mit meiner Mama und das anschiessende Weisswurst Frühstück geniessen wir in vollen Zügen!

Von Opua nach Whangarei – 3 Wochen voll mit Wandern und Fahrradfahren

Opua
Die Bucht von Opua ist voll mit Mooringbojen

Dank dem Gutschein für eine Woche gratis Marina Aufenthalt, den wir in Tonga am Blue Water Festival gewonnen haben, steht unsere She San sicher in Opua in der Marina.

Wir nützen die Gelegenheit, packen unsere Fahrräder und machen uns auf Northland zu erkunden.

Opua Mountain bike trail
Auf dem wunderschönen Fahrradweg sind leider in kurzen Abständen diese Schikanen eingebaut.

Direkt hinter der Marina geht ein 87 km Fahrradweg los, den möchten wir nützen um in den Westen der Insel zu fahren. Der Weg ist super ausgebaut, oftmals auf der alten Zugtrasse, nur hat es relativ viele Gatter, bei denen wir jeweils absteigen und das Fahrrad durch eine eigens dafür konstruierte Schikane schieben müssen.

Hunderwasser toilets Kawakawa
Die Hundertwasser Toiletten in Kawakawa, das letzte Werk des berühmten Österreichers, der in Kawakawa seinen Lebensabend verbrachte.
Pukeko
Ein Pukeko, wie wir dank Internet herausfinden 😉
und endlich mal wieder saftige Wiesen voll mit Kühen…
…aber auch riesige Palmen wachsen überall
Hokianga ferry Rawene Kohukohu
Wir nehmen die Fähre von Rawene nach Kohukohu und überqueren damit das Meer auf der Westseite von Neuseeland..

Nach den ersten 10 km machen wir kurz Halt in Kawakawa um die Hunderwasser Toiletten zu besichtigen (und zu benützen natürlich bei der Gelegenheit gerade auch). Dann geht es weiter durch ländliche Umgebung, vorbei an vielen für uns neuen Vögeln, Kühen und Schafen.

In Kaikohe machen wir nach 47 km Mittag und finden zufällig heraus, dass der Veloweg in einer Art Sackgasse endet und es von dort keine Fähre auf die andere Seite des Hokianga Meeresarmes gibt.

Also ändern wir unseren Plan und fahren die nächsten 45 km auf Highway und Sandstrasse nach Rawene, denn dort gibt es eine Autofähre.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Night Sky lodge Kohukohu
in Kohukohu geniessen wir den freudlichen Empfang und die heisse Dusche in der Night Sky Lodge
Anschliessend im Pub ist Halloween Party für die Kinder und wir sind froh über ein paar Bier und eine Portion Fish und Chips
und sieht sie nicht zum Fürchten aus?

Abends um 6 Uhr stellen wir nach 94 km und einigen Höhenmetern fest, dass die Auswahl an Unterkünften in Kohukohu nicht sehr gross ist und checken in die für uns eher teure, dafür wunderschöne Night Sky Lodge.

Die freundliche Besitzerin fährt extra mit dem Auto in die Stadt, um zu sehen, ob wir im Pub noch etwas zu essen bekommen. Dort ist Halloween Kinderparty und vor lauter Trubel hat niemand ihren Anruf gehört.

Nach einer heissen Dusche und einem kurzen Spaziergang zum Pub stehen wir mitten im Halloween Getummel und geniessen ein paar Bier und eine Portion Fish und Chips.

 

 

 

Blühende Bäume, grüne Wiesen und Kühe
Turkey
Truthähne…
Opua Mountain bike trail
und immer wieder Holzlaster, die uns mit einer ordentlichen Staubwolke versehen.
Ngawha hot springs
Die heissen Quellen in Ngawha haben viele verschiedene Becken mit und ohne Schlamm…
wir bevorzugen von 39 bis maximum 41 Grad Celsius aber lieber ohne Schlamm…
Opua Kauri Walk
Ein Kauri Baum im Opua Kauri Walk

 

 

 

Mit Blick auf den Wetterbericht, Regen ist angesagt, beschliessen wir am zweiten Tag die Runde nicht allzu weit Richtung Norden auszudehnen und fahren über mehrere Highways und den Fahrradweg zurück nach Kaikohe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dort belohnen wir unsere müden Knochen mit einem Bad in den heissen Quellen von Ngawha und fahren über weitere Highways und Schotterstrassen zurück bis in den Wald überhalb von Opua.

Nach insgesamt gut 230 km und etwa 2300 hm fahren wir nach 3 Tagen wieder in Opua ein und sind froh erst mal ein paar Tage nicht mehr auf dem Sattel sitzen zu müssen.

 

 

 

 

 

Da das schlechte Wetter nicht wirklich so schlimm wird nützen wir die nächsten zwei Tage noch für das Erkunden vom Wanderweg nach und dem Einkaufen in Paihia und verziehen uns dann in die Ankerbucht hinter Russell.

Russell Yacht Club
Der Russell Yacht Club hat ein angenehmes Dinghy Dock,
Russell Yacht Club
und am Sonntag abend gibt es Live Musik
Russell Duke of Marlborough
Russell ist einen Spaziergang wert, hier das Duke of Marlborough Hotel

Russell gefällt uns sehr gut, der Yacht Club hat einen sehr schönen Dinghysteg und bis zum Dorf sind es nur ein paar Hundert Meter.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Blick Richtung Kerikeri Inlet
Haruru falls
Die Haruru Wasserfälle in der Nähe von Paihia

Mit dem Fahrrad und der Personenfähre nach Paihia machen wir einen Ausflug zum Mountainbike Park.

Nach ein paar Runden Up und Downhill Biken möchten wir weiter nach Kerikeri, um die touristischen Sehenswürdigkeiten dort zu besuchen, es soll wunderschön sein.

Doch rund um uns herum sind Verbotsschilder, ein Weiterfahren macht keinen Spass mehr. Also fahren wir die Alternativroute zu dem Haruru Wasserfall, aber auch der Wanderweg zurück ist für Fahrräder verboten. Also wieder über den Highway zurück nach Paihia, wir haben das Gefühl Fahrradfahrer sind in Neuseeland nicht sehr willkommen.

Die nächsten Tage kommt Starkwind zuerst aus Nord, dann aus Süd, so verziehen wir uns in der Bay of Islands je nach Windrichtung in verschiedene Buchten.

Omakiwi
Nach dem Spaziergang liegt unser Dinghy ganz schön weit auf dem Trockenen…
Urupukapuka
Die Otehei Bucht auf Urupukapuka
Urupukapuka
Noch ist der Campingplatz in der Urupukapuka Bucht komplett leer…
Und sind die Schäflein nicht herzig?
die älteren wurden gerade frisch geschoren, etwas weniger schön, dafür wahrscheinlich schnell…
Neben dem Weg ist das Gras so weich, dass wir gemütlich sanft gebettet unseren Picknick einnehmen
Urupukapuka
dann geht es weiter an der steilen Ostküste entlang auf und ab…
Urupukapuka
…und etwas später an den Buchten der Westküste entlang…
Urupukapuka
wieder zurück.
Variable Oystercatcher Torea
Am Strand entdecken wir zwei Variable Oystercatcher Torea
California Quail
und zwei California Quail spazieren vor uns vorbei
Oke Bay
auch die Oke Bay wäre eine gut geschützte Bucht bei starken Winden aus Südost
und überall blüht es

Da es nicht oft regnet gehen wir fast jeden Tag Wandern.

Von der Omakiwi Cove fahren wir mit dem Dinghy in die Cable Bay von Urupukapuka und wandern einmal rund um die ganze Insel. Während der Süden und Westen eine schöne Bucht nach der anderen hat, ist der Nordosten und Norden der Insel eher abschüssig und schroff.

Auch auf den Pukehuia zieht es uns, mit 320 m der höchste Hügel in der Umgebung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Reto repariert das Stand up Paddle Bord, das wir von der Full Circle geschenkt bekommen haben
mein erster Versuch auf dem Ding zu stehen – vorsichtshalber hab ich mal den Neopren angezogen…

 

 

In Opua haben wir von unserem Stegnachbarn ein Stand up Paddle Board mit einem grossen Riss an der Naht bekommen. Dank dem Zweikomponenten Kleber von Hugh von der Vega repariert Reto nun das Board und nach 24 Stunden trocknen ist es endlich soweit.

Ich mache meinen ersten Ausflug mit dem SUP und bin erst mal ganz schön skeptisch, denn bei den Temperaturen möchte ich nicht so gerne ins Wasser fallen. Doch Reto hält und coacht mich geduldig “leicht in die Knie, wie beim Skifahren…” und schon bald geht es recht gut.

Dann wird es langsam Zeit, dass wir weiter gehen Richtung Whangarei.

Dolphins Cape Brett
Auf dem Weg Richtung Cape Brett…
Dolphins Cape Brett
..begleiten uns eine Gruppe Delphine…
Dolphins Cape Brett
für ein paar Meilen.
Cape Brett
Cape Brett Leuchtturm
Dolphins Cape Brett
Und ganz am Schluss springen sie begeistert…
Dolphins Cape Brett
…noch mal extra schön vor meine Kamera.
Hole in the rock Piercy island
Dann noch ein Foto vom berühmten “Hole in the Rock” und raus geht es in das Geschüttel im offenen Meer.

Auf dem Weg ums Cape Brett begleiten uns eine Gruppe Delphine, sicher fast eine Stunde lang.

Sie sind gross und schnell und kratzen sich immer wieder abwechselnd den Rücken an den Rümpfen der She San und scheinen einen Riesenspass zu haben.

Erst kurz bevor wir am Cape Brett in das offene Meer hinaus fahren verschwinden sie und lassen uns alleine in dem grauslichen Geschaukel.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wnangamumu
Kurze Zeit später steht She San friedlich in der fast rundherum geschützten Whangamumu Bucht
Wnangamumu whale station
der Dampfkessel der alten Walfängerstation
Whangamumu
Wanderung von Whangamumu zum Pukehuia
Ein wilder Bienenstock
Achtung, bitte keine Kiwis überfahren!
Whangaruru
Wanderung bei Whangaruru

 

 

Ein paar Meilen weiter südlich ankern wir in der Bucht von Whangamumu, dort ist es wieder ruhig und das Meer ist spiegelglatt. Toller Ort zum Paddle Boarden 😉

Doch auch zum Wandern ist es hier prima. Wir gehen einen wunderschönen Rundweg, der uns zum zweiten Mal zum Pukehuia führt.

Nach gut 4 Stunden sind wir wieder in unserer Bucht und ich stelle fest, dass die 800 Meter Auf und Ab für meine Knie gerade so genug sind.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am nächsten Tag segeln wir 12 Meilen weiter in die Bucht von Whangaruru, auch hier wunderbar ruhig und sehr schön zum Wandern.

 

 

 

 

Auf dem Weg nach Whangarei zieht der ein oder andere Squall vor uns durch
…danach scheint wieder die Sonne, doch beim Sonnenbaden heisst es sich warm anziehen.
Whangarei bridge
Kurz vor der Marina im Townbasin Whangarei wird eine moderne Brücke extra für uns geöffnet.

 

Über Tutukaka 20 Meilen weiter südlich segeln wir schliesslich bis um den Bream Head am Eingang nach Whangarei und dort die 15 Meilen den Fluss hinauf.

Wir segeln tatsächlich bis 3 Meilen vor der Marina, denn dort wird es dann etwas zu schmal.

 

 

 

 

 

Kurz vor dem Town Basin rufen wir über Funk die Brücke an und innerhalb weniger Minuten wird der Verkehr gestoppt und die Brücke für uns geöffnet.

Da wir so viel Wind hatten, sind wir etwas früher als erwartet und gerade eine Stunde nach Niedrigwasser. Mutig fahren wir trotzdem bis in die Marina. Reto liest am Tiefenmesser 1.1 Meter , aber wir haben 1.3 Meter Tiefgang… Er erwartet, dass es bremst, aber nichts passiert.
Uff, wir sind drinnen ;-).

Nach einer Nacht am Besuchersteg machen wir unsere She San an den Pfosten im Becken fest, hier ist nun für die nächsten Monate ihr “Sommerlager”.

Von Haapai, Tonga über das Minerva Riff nach Opua, Neuseeland

Am Samstag morgen verlegen wir uns von Foa nach Pangai, dem Hauptort von Haapai, um vorschriftsmässig so schnell wie möglich dort einzuklarieren.

Bei der Ausfahrt von Foa haben wir ein besseres Licht als am Vortag und stellen fest, dass wir am Vorabend (den Wegpunkten im Führer folgend) fast geradewegs über einen Boomie (=Korallenkopf) gefahren sind. Die Wegpunkte sind wohl nicht ganz exakt bestimmt worden…

Kurze Zeit später stellen wir in Pangai fest, dass am Samstag alles zu ist, natürlich auch die Zollstelle (entgegen der Aussage in besagtem Führer, es sei am Samstag vormittag offen…).

Leicht grummlig trotten wir durch das so gut wie verlassene Dorf und entdecken das Mariners Cafe, wo wir uns zur Verbesserung unserer Stimmung ein Bierchen gönnen. Leider sind auch diese lokalen Biere nicht ganz nach meinem Geschmack, trotzdem ist es nett mit Magda zu chatten und in ihrem Gästebuch nachzusehen, wer schon alles hier war.

Uoleva Tonga Haapai
Uoleva – für uns bisher die Insel mit dem längsten begehbaren Strand – man beachte die tiefen Fussstapfen
Uoleva Tonga Haapai
auch die Rückseite ist wunderschön und umgeben von einer grossen Lagune bis zum Aussenriff
Uoleva Tonga Haapai
…Sandstrand ohne Ende…
Uoleva Tonga Haapai
hier unsere She San in der Bucht, die wir ganz für uns alleine haben…
Uoleva Tonga Haapai
Abendstimmung in Uoleva
Haapai Tonga
WIr finden auch lebende Korallen..
Haapai Tonga
…mit denunterschiedlichsten Formen…
Haapai Tonga
…beim Schnorcheln in Uoleva

Magda bringt uns auf die Idee für das Wochenende die 4 Meilen weiter südlich nach Uoleva zu gehen, was wir dann prompt tun. In der nördlichen Bucht ankern wir komplett alleine und fühlen uns wie weit abseits jeglicher Zivilisation.

Am gleichen Nachmittag besuchen wir den Strand für unseren ersten Strandmarsch, nur vom Schiff aus bis in den Süden der Insel und zurück sind wir schon 2 Stunden unterwegs.

Am Sonntag müssen wir natürlich den Rest sehen, und sind trotz zügigem Schritt insgesamt 3.5 Stunden unterwegs.

Vor allem die Westseite der Insel hat es in sich, so herrlich der Strand auch aussieht, man sinkt ganz schön ein und fühlt sich wie im Winter beim Stapfen durch tiefen Schnee…
Wir tragen beide einen rechten Muskelkater in den Wadeln davon, ich freue mich “recht so, endlich mal wieder was gescheites getan!”.

Zum Ausgleich gehen wir dann noch ein paar Mal Schnorcheln…

 

 

 

 

Pangai Tonga Haapai
Die Fähre aus der Hauptstadt kommt an in Pangai
Uiha Tonga Haapai
Die Fischer vom Dorf bringen ihren Fang heim.
Uiha Tonga Haapai
Der Dorfladen von Uiha gibt eine gute Übersicht über die Konsumeigenschaften
Uiha Tonga Haapai
Die Frauen brauchen 2 Monate bis so eine Matte fertig gewebt ist!
Uiha Tonga Haapai
Getrockneter Fisch, hier mal ganz ohne Fliegen!
Uiha Tonga Haapai
Die Dorfkirche hat auch schon mal bessere Zeiten gesehen…
Uiha Tonga Haapai
Das Dorf ist sehr gepflegt und ein jeder hat sein Gärtchen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein paar Tage später gehen wir mit Umweg über Pangai eine Insel weiter südlich, nach Tatafa im Norden von Uiha. Rund um unseren Ankerplatz gibt es viele interessante Korallenköpfe, die wir bei ruhigem Wasser abschnorcheln.

Dann statten wir dem Dorf Uiha einen Besuch ab. Die Dorfbewohner sind freundlich, aber sehr zurückhaltend.

Bei einer Familie fragen wir nach Papaya und bekommen einen Sack voller kleiner Mangos, immerhin, das sollte wieder für ein paar Tage Vitamine geben…

 

 

 

 

Die Frauen sind alle emsig am Flechten dieser traditionellen Matten, die um die Hüfte gebunden werden. Ich frage wie lange es geht, bis eine fertig ist. “Zwei Monate” – wow, ich staune nur!

 

 

 

 

 

 

 

Bei unserer Wanderung durchs Dorf erkenne ich die prächtige angemalte Kirche aus dem Führer wieder, nur sieht sie aus, als wäre gerade ein Sturm drüber gefegt.

Auch realisieren wir, dass fast alle Häuschen hier die gleichen Fertigelement – Häuschen sind, die wahrscheinlich nach dem letzten grösseren Sturm von einem hilfsbereiten Land gespendet wurden.

Haapai Tonga
Unser Ankerplatz zwischen Uonukuhahaki und Uonukuhihifo

Wir ziehen weiter Richtung Süden an den Ankerplatz zwischen Uonukuhihifo und Uonukuhahaki, denn unsere Freunde Dan und Christie von der Te Poe Rava haben so von hier geschwärmt. Vor allem das Ladd Reef soll so schön zum Tauchen sein. Das möchten wir sehen.

Zum Auskundschaften tuckern wir die 1.5 Meilen mit dem Dinghy hinaus zum ersten der beiden Riffe und schnorcheln das ganze erst Mal ausgiebig ab. Auch wir sind restlos begeistert, Korallen und Fischwelt und allein die Struktur der Felsbrocken mitten im Meer ist sensationell. Neben ein paar Thunas sehe ich von weiten einen Hai und kurz darauf noch einen schlafenden Ammenhai in einer Höhle direkt unter uns.

Wir möchten am nächsten Tag zurückkommen, aber nur wenn das Wetter ruhiger wird, denn der Dinghytrip ist schon nur mit der Schnorchel- Ausrüstung kein richtiger Spass.

Am nächsten Tag ist es regnerisch und komplett bedeckt und so soll es erst mal bleiben. Nach einer Woche in trauter Zweisamkeit und mit der Aussicht auf den baldigen Trip nach Neuseeland stellen wir fest, dass wir beide die Schnauze voll haben von den einsamen Ankerplätzen. Vorsichtig auf unserem Track zurück fahrend gehen bei fast 0 Sicht zurück nach Uoleva. Dort stehen mittlerweile 15 Yachten mit vielen Freunden von uns.

Der Wetterslot nach NZ wird konkreter, wie immer haben wir eine lange Liste der letzten Arbeiten vor Abfahrt. Nochmal in den Mast, alles prüfen und den verhockten Windmesser schmieren, nochmal den Rumpf abkratzen, alles verstauen, vorkochen, von der Maya Crew verabschieden…

Das Wetterfenster ist zwar irgendwie unüblich und nicht so wie wir es gelernt haben, aber der Wetterguru Bob McDavitt schreibt uns, dass es möglich ist. Also machen wir uns am Sonntag, 15.10. zusammen mit unseren Freunden von Vega und Loupan auf in Richtung Minerva Riff.

Minerva
Das Minervariff ist bei Tag meist eigentlich gut sichtbar …
Minerva
…aber selbst weniger wie eine halbe Meile entfernt sind auf dem Radar nur kleine Punkte zu erkennen!
Minerva
Duplicat und Nautilus stehen neben dem Pass und haben schon einen schönen Tauchgang hinter sich

Mit 5-6 Beaufort und halben Wind rauscht unser She San-li mit 6 bis 8 Knoten dahin, gemessene Spitze sind 13 Knoten Geschwindigkeit. Nach gut 2 Tagen erblicken wir das Riff, aber erst als wir kurz davor sind. Selbst auf dem Radar ist es eine halbe Meile vorher nicht erkennbar!!

Die Einfahrt ist unproblematisch und wir ankern sogleich direkt neben der Einfahrt neben der Nautilus, die uns begeistert von ihrem Tauchgang erzählen. Das möchten wir auch nützen. Die Sonne scheint, der Wind ist grad mässig, wir sind nicht allzu müde. Also schnell alles ausgepackt, Dinghy gewassert und hinaus ans Aussenriff neben dem Pass.

Wir lassen uns ins Wasser fallen und tauchen ab an einer wunderschönen Korallenwand, so etwas haben wir bisher selten gesehen. Ich deute Reto, dass er doch Fotos machen soll. Kurz darauf deutet er mir in die andere Richtung – “aha, ein kleiner Hai”.

Dann sehen wir noch einen und noch einen. Wir drehen uns um und auf einmal wird uns bewusst, dass es sehr viele sind, und immer mehr und immer mehr.

Minerva
Erst war die Gruppe noch “überschaubar”…
Minerva
… dann kurz darauf unzählbar…

Sie schwimmen alle neugierig um uns herum, Reto macht Fotos und filmt und irgendwie finde ich es noch spannend. Automatisch bleiben wir dicht zusammen. Dann kommt auf einmal in der Horde der kleinen Grauhaie ein ca. 3 Meter langer “Grosser” dazu. Wir schauen uns an und sind uns einig auzutauchen. Der Routine entsprechend geht Reto als erster ins Dinghy. Bis er mir Bleigurt und BCD abnimmt beobachte ich die Kameraden unterhalb von mir, aber sie scheinen zum Glück schon deutlich weniger interessiert als noch ein oder zwei Minuten vorher.

Als auch ich im Dinghy bin erzählt mir Reto mit weit aufgerissenen Augen “erst hat der eine an meiner Taucherflosse geknäbberlet, und dann kommt dann noch dieser Grosse, dann hat es mir definitiv gereicht”. “Schluck, das ändert natürlich die Sachlage nochmal gewaltig, wenn sie schon anfangen zu probieren…”

Minerva
Wir verziehen uns in die Südkurve
Minerva
Muschel beim Riffspaziergang
Minerva
und dass diese Koralle hier trotz Trockenfallen bei Niedrigwasser überleben kann?
Minerva
die hier hat wenigstens noch Wasser rundherum,,
Minerva
She San und DInghy liegen friedlich hinter dem Riff…
Minerva
…während am Aussenriff die Wellen brechen und ein dicker Schauer im Anmarsch ist
Reto geniesst den Auslauf durch die Pfützen
Minerva
das Riff ist noch recht breit, wir mussten uns ganz anstrengen, um schnell genug vor der Flut wieder beim Dinghy zu sein!!

Etwas enttäuscht über den kurzen Tauchgang verziehen wir uns in den Süden des Minerva Riffs. Im Südwesten stehen bereits Nautilus, Duplicat und Loupan, doch wir möchten sicher gehen gut geschützt zu sein in den starken Südwinden der nächsten Tage und gehen eine Meile weiter südlöstlich.

Der Anker hält prima und das Riff lässt lediglich bei Hochwasser eine kleine Welle drüberschwappen, wir schlafen jedenfalls göttlich.

Am nächsten Tag mittags treffen wir die Crews der anderen Yachten zum Riffspaziergang bei Niedrigwasser. Mit unseren Strand – Patscherln lässt es sich recht gut über das RIff laufen, wir geniessen den Auslauf gerade bevor es zu blasen und zu regnen anfängt. Den Rest des Tages machen wir es uns im Salon bequem und schauen seit Ewigkeiten mal wieder einen Film an.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Donnerstag morgen sollte der gröbste Wind vorbei sein, also verlegen wir uns zu den anderen Yachten. Wir treffen uns auf der Vega zur ausgiebigen Kaffee- und Wetter – Diskussionsrunde und warten dann nochmal die Meinung vom Wetterguru Bob ab. Bob sagt “es geht”, also beschliessen alle 5 Crews, am Freitag von Minerva Richtung Neuseeland zu gehen. Um unser Defizit an Geselligkeit aufzuholen laden wir alle zum Sundowner auf die She San ein, es gibt Rumpunsch zusammen mit Hummus, Pop Corn und Linsen, alles was vor Neuseeland noch weg muss.

Als die Gäste weg sind möchten wir zeitig schlafen gehen, die letzte ruhige Nacht vor dem längeren Schlag möchten wir noch geniessen. Aber von wegen ruhig! In der Zwischenzeit hat der Wind noch ein wenig weiter Richtung Südsüdost gedreht und dort wo wir neben unseren Freunden nun stehen wackelt es fast wie draussen auf hoher See. Unter grossem Geschimpfe verziehe ich mich in unsere Reisekoje hinter dem Tisch im Salon, dort ist es wenigstens etwas angenehmer.

Dementsprechend gut eingeschaukelt aber etwas müde gehen wir am Freitag morgen Anker auf mit Ziel NZ. Nach dem Pass setzen wir wohlweisslich das Gross im 2. Reff, dazu noch die Genua und ab geht die Post mit 10 bis 12 Knoten. Mir ist nicht mehr ganz wohl, also schnell noch 2 Reffs in die Genua. Die nächsten paar Stunden rocken wir mit 8 bis 10 Knoten über die steilen Wellen, es rumpelt ordentlich und ich verzichte sogar freiwillig aufs Fischen. In meiner Wache am Nachmittag verpasse ich den Moment, als wir den 180. Grad überschreiten. Zur Busse bekommt der Meeresgott Rasmus verspätet einen guten Schluck Metaxa.

Abendstimmung auf dem Weg nach NZ
…und nochmal am nächsten Tag…
Mittlerweile müssen wir schon mit der warmen Decke schlafen, selbst tagsüber!

Über Nacht gibt der Wind ab und schon am nächsten Mittag müssen wir das Blechsegel setzen, wir sind wie erwartet nun im Zentrum des Hochs, das Meer ist glatt und die Sonne scheint. Trotzdem wird es seit Minerva schon deutlich kälter, wir haben die Faserpelze, dicken Socken und Skiunterwäsche ausgepackt.

Erst am 3. Tag können wir wieder einen schönen Segeltag geniessen, die Winde kommen aus nördlichen Richtungen und wir machen einen Schnitt von fast 6 Knoten.

In der Nacht wissen wir zwar, dass ein Trog mit schlechtem Wetter auf uns zu kommt, aber wir sind froh überhaupt vorwärts zukommen, daher ist das Gross nur im 1. Reff. In meiner Wache um 1 Uhr morgens weiche ich noch 3 Mal einem Squall aus, dann kommt auf dem Radar ein “grösserer klein gepunktelter” auf und zu, dem ich nicht mehr ausweichen kann. Stetig nimmt der Wind zu und frischt bis auf 35 Knoten auf. Ich rolle die Genua komplett ein, doch selbst dann sind wir noch ordentlich schnell.

Kurz nachdem wir dem Spuck ein Ende setzen und das 2. Reff ins Gross binden nimmt der Wind auch wieder ab und am Morgen dümpeln wir wieder mit 4 Knoten dahin…

Mit Gegenwind ist der Track ein ziemliches Zickzack…
… und das Vorankommen etwas mühselig (VMG heisst Value Made Good, also Geschwindigkeit zum Ziel…)

Ab Mittag kommt der Wind dann genau aus der Richtung, wo wir hin müssen. Mit beiden Motoren direkt gegen an ist anfangs zu ruppig, und als wir versuchen, nur unter segeln vorwärts zu kommen, segeln wir entweder komplett nach Ost oder nach West, aber machen kaum eine Meile Richtung Ziel.

Also besser ein Motor und mit den Segeln so hart am Wind, dass wir relativ angenehm noch etwas Weg zum Ziel gut machen. Reto sagt “kein Problem, wenigstens sehen wir so etwas von der Landschaft ;-)”.
Das geht dann nächsten 36 Stunden so, zwischendrin sind wir dann doch auch mal ein wenig genervt.

Na wenigstens kurz vor Schluss noch ein kleiner Thuna mit feinem hellen Fleisch
Am letzen Mittag gibt es die letzten “verbotenen” Lebensmittel wie frisches Gemüse und Milchprodukte und die letzten Linsen..
Land in Sicht – Reto hisst die NZ und die Quarantäneflagge
Opua Quarantine
Mike und Katie erwarten uns schon vor dem Quarantäne Dock in Opua
Beim wohlverdienten Bier und Burger (endlich keine Linsen mehr…)
die Bay of Opua in der Abendsonne

Dann dreht der Wind endlich auf West, wir setzen Segel und “brausen” mit 5 Knoten nach Süden.

Am letzten Abend dreht er dann noch auf Nordwest und wir fräsen mit halben Wind mit 6 bis 7 Knoten Richtung Opua.

Und endlich stehen zum letzten Mal Linsen auf dem Tisch, nach ca. 6 Wochen mit abwechselnd Kichererbsencurry, Hummus und Linsencurry.

 

 

 

 

Die letzten 1.5 Stunden segeln wir in die Bay of Islands, das Wasser ist flach, die Sonne scheint, wir werfen unsere ersten Blicke auf das für uns neue Land.

Am Nachmittag kurz vor 4 machen wir am Quarantänedock in Opua fest.

Kurz darauf kommen Mike und Katie von der Quarantänebehörde an Bord.

Wir haben schon alles ausgefüllt, zeigen ihnen die letzten “heiklen” Vorräte, alles kein Problem, 15 min später sind wir einklariert. Einzig unsere Pfeffersprays müssen wir abgeben, die fallen hier unter das Waffengesetz…

Wir verlegen uns in die Marina und sind froh hier zu sein. Nach 2 Bier und einem Burger im Cruising Club fallen wir in unser Bett und schlafen uns erstmal aus.

Am Morgen hat es 16 Grad im Schwimmer und draussen begrüsst uns eine Nebelwelt, doch es geht nicht lange und die Sonne wärmt uns auf und lässt den Nebel verschwinden.

Für die 929 Meilen vom Minerva Riff bis nach Opua haben wir 7 Tage 7 Stunden gebraucht. Es war eine insgesamt friedliche Reise, nur ein paar Stunden ca. 25 Knoten kurz nach der Abfahrt und die Stunde mit 35 Knoten als der Trog über uns durchzog. Wir sind sehr zufrieden, denn immerhin ist dies eine der schwierigeren Passagen, bei denen man zum falschen Zeitpunkt unterwegs ganz schön in Stürme kommen kann.

In den nächsten Tagen möchten wir hier die Gegend mit dem Fahrrad erkunden, dann geht es irgendwann weiter Richtung Whangarei.

Tonga, das letzte Königreich im Pazifik – wir geniessen Vava’u

Neiafu Tonga
Blick auf die Bucht von Neiafu vom Mount Talau
Neiafu Tonga
Links der “Hafen” mit der Anlegestelle zum Einklarieren

Also sind wir jetzt hier im Königreich Tonga. Cool, wir freuen uns darauf!

Dabei haben wir auf dem Weg von Niue nach Tonga doch tatsächlich die Datumsgrenze überschritten.

Während wir in Niue noch unsere Zeit nach UTC -12 eingestellt hatten, ist es hier in Tonga in diesem Moment UTC +13.

Um uns vor Ankunft in Tonga der Zeit anzupassen, haben wir dies um Mitternacht beim Eintrag ins Logbuch umgesetzt. Somit hat für uns praktisch der 9. September 2017 nicht existiert.

“Einen Tag zuvor – am 8. September 2017 – haben wir von Trimmis aus gesehen die halbe Erde umrundet, und sind somit nun offiziell wieder auf dem Heimweg ;-)”, sagt Reto.
“Blödsinn eigentlich, denn wir sind ja viel weiter östlich in Marmaris gestartet”, sage ich, die es immer etwas genauer nimmt…

Wie auch immer, jetzt sind wir da. Und nach den Monaten in Polynesien mit französischem und zuletzt neuseeländischem Einfluss ist es hier irgendwie ganz anders, viel exotischer.

Neiafu Tonga
Mecki steigt einfach zu uns an Bord, um Schutz vor dem Regen zu suchen. Kurze Zeit später gibt er Reto eine Ukulele Lektion…

Als es am zweiten Tag hier so richtig schön zu regnen beginnt, kommt ein Mann in einem Boot zu unserem Schiff und meint ziemlich selbstbewusst, er würde jetzt zu uns ins Cockpit kommen, damit er nicht so nass werde. Ich überlasse Reto die Diskussion und kurze Zeit später, es regnet in der Zwischenzeit Bindfäden, sitzt er bei uns im Cockpit… Nach einer Weile entdeckt er Reto´s Ukulele, und es geht nicht lange spielen die beiden ein paar Ständchen zusammen und er erzählt Reto seine Lebensgeschichte.

Richtig herrlich ist zum ersten Mal im Südpazifik der Obst und Gemüse Markt.

Produce Market Neiafu Tonga
Der Markt in Neiafu, endlich macht Gemüse Kaufen wieder Spass 😉
Selbst “unser” Zollbeamter holt sich seine Ration Vitamine in Form von Taroblättern.

Die Auswahl ist für uns ungewohnt gross und auch wieder ziemlich bezahlbar.

Selbst schöne Tomaten gibt es mit ca. CHF 3,-/kg (anstatt in Franz. Pol an die CHF 8-10.-/kg) ganz erschwinglich.

Richtig günstig aber sind Pak Choi, Weisskraut und Taro Blätter. Mit den Taroblättern mache ich wunderbaren Spinat mit Zwiebeln, Ingwer und Curry und ein wenig Kokosmilch, herrlich!

Neiafu Tonga
Neiafu – ein paar Meter ausserhalb vom Zentrum wird es gleich recht ländlich…
… und an jedem Hauseck endecken wir eine Horde junger Schweine
Dem Schmuck und Plakat nach ist dies sicher die Grabstätte einer wichtigen Persönlichkeit…

Auf unserem ersten Spaziergang durch Neiafu fallen uns als erstes die vielen Schweine auf, die meisten davon sind umringt von einer ganzen Schar von Ferkeln.

Auch die Gräber sind hier wieder speziell geschmückt mit bunten Decken und künstlichen Blumen und oftmals sogar einer Plackatwand.

Nach ein paar Tagen denken wir, dass der Regen vorbei ist und machen unseren ersten Fahrradausflug über die Hauptinsel der Vava’u Gruppe.

Während man in Neiafu selbst kaum gegrüsst wird (klar, hier gibt es zu viele Palangi = Ausländer), freuen wir uns um so mehr, als uns Erwachsenen und Kinder in den Dörfern herzlich zu winken und lächeln.

Eine Horde neugieriger Kinder in Holeva – alle bis auf die Kleine rechts vorne können schon Englisch!
Tuanuku Tonga
Das südlichste Dorf der Insel – Tu’anuku
Der Computer Center in Longomapu
und wieder eine Horde Schweinderl

In Holeva ganz im Osten der Insel müssen wir Halt machen um etwas zu essen. Es geht keine 5 Minuten und wir sind umringt von einer ganzen Kinderschaar, alle neugierig und sehr aufgeschlossen.

Ein paar Kilometer weiter setzt dann der Regen ein, wir verholen uns unter das Dach einer Art Bushaltestelle und plaudern mit 2 Brüdern, die auf dem Rückweg von der Schule sind. Sie fragen “you like to eat pig?”.

Wir lehnen dankend ab obwohl es sicher eine interessante Erfahrung gewesen wäre. Als der Regen nachlässt fahren wir zurück nach Neiafu, sind am Ende dann aber doch pitschnass zurück…

Am nächsten Tag probieren wir es noch einmal und haben diesmal ein besseres Wetter.

Wir erkunden den Westen der Insel mit den Dörfern Tefisi, Tu’anuku und Longomapu und fahren an unzähligen fleissigen Menschen in ihren Taro Plantagen vorbei.

Neiafu Tonga
Die Sonntagsmesse in Neiafu ist ein eindrückliches Erlebnis…
…alle sind festlich gekleidet…
… besonders neu für uns der Hüftschmuck und dass auch die Männer jeweils einen Rock tragen
…und selbst die kleinsten sind herausgeputzt…

Am Sonntag lassen wir uns den Besuch der Kirche nicht entgehen. Hier können wir die Sonntagsgewänder bewundern und den Gesang geniessen.

Während die Männer traditionell über ihren Rock ein Stück Matte um die Hüfte gebunden haben, tragen die meisten Frauen einen Gürtel mit rundherum geflochtenen Streifen. Gute Idee, ich kann mir vorstellen, dass es unter diesen Matten furchtbar heiss wird…

 

 

 

 

 

 

 

 

Direkt nach der Messe machen wir uns endlich auf, die Inselwelt mit dem Schiff zu erkunden, wir segeln nach Port Maurelle, einem sehr gut geschützten Ankerplatz auf der Insel Kapa. Das Schnorcheln in Port Maurelle ist etwas enttäuschend.

Am nächsten Tag gehen wir mit dem Dinghy in den Norden der Insel A’a, doch leider sind auch hier die meisten Korallen am Riff abgestorben.

Swallows Cave Vavau Tonga
Der Eingang zum Swallows Cave im Norden von Kapa..
Swallows Cave Vavau Tonga
…auch eindrücklich innen oberhalb vom Wasser…
Swallows Cave Vavau Tonga
…aber auch Schnorchler…
Swallows Cave Vavau Tonga
…und ein riesiger Fischschwarm geniessen die Höhle.

Weiter gehen wir zum Swallows Cave, den wir über und unter Wasser geniessen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Noch am Nachmittag verholen wir uns in die Bucht von Vaka’eitu, denn hier in der Umgebung gibt es eine Vielzahl von Schorchel und Tauchspots.

Diving Vavau Tonga
Wir entdecken eine neue Farnart…
Diving Vavau Tonga
…treffen auf gewaltige Korallenstrukturen…
Diving Vavau Tonga
…aber auch viel Kleinzeugs, das uns Freude macht.
Diving Vavau Tonga
Mitten im Scharm dieser blauen Fische schwimmt mir der Clownfisch vor die Linse…
Diving Vavau Tonga
… und hintendran dann noch einer ;-).
Diving Vavau Tonga
Auch die lila Korallen sind sehr schön..
Diving Vavau Tonga
..oder diese gelbe “Hutkoralle” (Reto erinnert sich dabei an einen schweizer Militärhelm)
Diving Vavau Tonga
oder diese hier? Die Fischlein kucken leider grad alle weg.

Also geht es die nächsten zwei Tage mit dem Dinghy hinaus in den Kanal zwischen Vaka’eitu und Ovaka.

Wir betauchen die Korallenköpfe mittendrin, die Pagodas. Selten haben wir bisher so grosse Korallenköpfe und Teller gesehen, aber auch viele schöne kleine Sachen gibt es zu entdecken. Leider ist ein Grossteil der Korallen tot, so freuen wir uns über alles was lebendig ist…

Auch das Schnorcheln im Coral Garden auf der Westseite des Riffs zwischen Vaka’eitu und Nuapapu ist wunderschön, nur muss man es sich verdienen.

Nur kurz vor oder nach Hochwasser kommt man mit kräftigem Schmimmen durch die Brecher auf die andere Seite des Riffs. Dort finden wir eine bisher selten gesehene Vielzahl von Korallenformen und Farben. Am schönsten sind die grünen und intensiv blauen “Romanesco – Röschen” – Korallen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In der Bucht von Vaka’eitu leben Hika und David mit einem Teil ihrer 11 Kinder. Ein paar Söhne leben auf der Hauptinsel in Nuku’alofa, um dort in die Schule zu gehen. Das Geld dafür muss erst mal verdient werden, daher machen Hika und David zwei Mal in der Woche ein “Tongan Feast”, mit gebratenem Schwein und allerlei lokalen Gerichten und Unterhaltung für die Segler.

Tongan Feast Vakaeitu
Vorbereitung zum Tongan Feast bei Hika und David – Fred muss das Schwein drehen.
Vakaeitu Tonga
Am Südstrand von Vaka’eitu mit Blick auf Mounu und Euakafa
Vakaeitu Tonga
Bucht von Vaka’eitu mit Blick auf Lape

Natürlich lassen wir uns das nicht entgehen und begutachten schon am Nachmittag die Spanferkel über dem Feuer.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tongan Feast Vakaeitu
Hika und David laden ein zu Tisch, die Auswahl, Qualität und Menge ist reichlich!
Tongan Feast Vakaeitu
Rosemary and Roslyn führen mit sehr viel Scharm und Eleganz die hier typischen Tänze auf
Fred steigt für uns geschwind mal auf die Palme um ein paar Trinknüsse runterzuwerfen…

Am Abend beim Feast muss ich aber schnell feststellen, dass ich immer noch nicht besonders gerne Schwein hab, daher bin ich froh um die vielen anderen Gerichte mit Fisch, Huhn und viel Gemüse, allesamt super lecker zubereitet!

Im Austausch für ein paar Zigaretten holt uns Fred, der 22 jährige Sohn der Familie, eine ganze Reihe Trinknüsse frisch von der Palme.

Aber nicht einfach mit einem langen Stecken oder so, wie bisher. Fred klettert auf die Palme und noch in einem rechten Tempo (vermutlich ginge ihm sonst zwischendrin die Kraft aus…). Oben angekommen wirft er alle erreichbaren Nüsse vom Baum. Wir geniessen das Kokosnuss Wasser und machen aus dem Fleisch ein ordentliche Portion Kokos Glacé, das wir wiederum mit der Familie teilen.

Sie haben hier keinerlei Strom auf der Insel, da die Solaranlage beim letztjährigen Cyklon zerstört wurde. Das wichtigste – das heisst ihre Handys lassen sie auf den hier ankernden Segelschiffen  zum wieder aufladen…

Nach fast einer Woche in Vaka’eitu möchten wir nach Euakafa, dort soll es zwei Tauchplätze und eine interessante Wanderung geben. Leider hält unser Anker auf dem kleinen Fleck mit etwas Sand über den Felsen im Norden der Insel nicht. Auch der auf der Karte eingezeichnete Ankerplatz  im Westen gefällt uns nicht, es ist relativ tief und der Schwel kommt unangenehm um die Insel. Also verziehen wir uns wieder auf die Westseite von Kapa.

Mariners Cave Tonga
Wir tauchen ein in den Mariners Cave…
Mariners Cave Tonga
…und 13 Meter weiter unten wieder hinaus.
…und so langsam gewöhnen wir uns an das Tauchen in Höhlen.

Trotz einiger Bewölkung rüsten wir leicht genervt unser Tauchzeug. Mit dem Dinghy fahren wir die 2.4 Meilen zum Mariners Cave und siehe da, die Sonne kommt raus. Wir geniessen den Tauchgang und tauchen gleich zweimal durch die Höhle, die zwei Ein-/Ausgänge hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aufgrund der Wetterprognose verziehen wir uns am nächsten Tag in die Bucht von Tapana.

Hier sollten wir am Dienstag und Mittwoch von den angesagten bis zu 30 Knoten Wind und vielem Regen geschützt sein. Aber was passiert? Es ist beide Tage super schön, na prima. Trotzdem sitzen wir hier fest, denn Reto liegt mit einer lästigen Grippe für zwei Tage im Bett.

Kenutu Tonga
Die Westküste von Kenutu ist Riffaussenseite, man sieht es hier.
Kenutu Tonga
Der kleine Pass zwischen Kenutu und Lolo soll eigentlich schön zum Schnorcheln und Tauchen sein. Als wir dort sind, sind die Brecher eindeutig zu gross…
Kenutu Tonga
She San mutterseelenalleine vor Kenutu

Erst am Freitag morgen geht ein rechter Sturm über uns hinweg, ein paar Stunden später scheint wieder die Sonne. Auch gut, denken wir uns und verholen uns an den Ankerplatz Kenutu ganz im Osten der Vava’u Gruppe. Hier sind wir maus – allein und geniessen es.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neiafu Tonga
Im Süden von Neiafu…
Mala Tonga
…fahren wir ein letztes Mal mit den Rädern bis gegenüber von Mala Island – links unten die Schweinefamilie beim Strandausflug 😉
Pangaimotu Tonga
Häuschen in Pangaimotu – man beachte die Verwendung von alten Autoreifen als Dekoration und Blumentopf

Am Sonntag segeln wir zurück nach Neiafu, wir möchten noch Diesel und Gemüse bunkern, die Fahrräder noch einmal rausnehmen und im Anschluss von Sand und Erde befreien (für die Einfuhr nach NZ…) und dann in die Ha’apai Gruppe im Süden Tongas weiter zu ziehen.

Doch der Wetterbericht ist erst mal ein paar Tage lang nicht dafür.

 

 

 

 

 

 

 

 

So bleiben wir halt in Neiafu und nehmen am Blue Water Festival teil.

Neifau Tonga Blue Water Festival
Die Jungs sind sehr vielseitig, neben Musik, Gesang machen sie abwechselnd Tanz und Show – Einlagen…
Stolz begrüssen uns die Kinder in ihrem Festagsgewand…
…mit teils aufwendigen Konstuktionen mit Blütenund Blättern als Hals und Hüftschmuck…
dann wird aus Herz und Seele gesungen…
…und getanzt!
Für uns ist sie der Star des Tages, ein Mädchen, die immer fröhlich lächelt..
Dann sind die älteren Mädel dran..
Neiafu Tonga
…und am Schluss wird nochmal mit aller Inbrunst gesungen 🙂

Das heisst jeden Tag und Abend “Programm” mit viel Kultur und Essen aus Tonga, viele Infos für Neuseeland und immer inmitten einer grossen Gruppe von Seglern.

Vor allem die Cultural Show in der Hosea Schule gefällt uns gut. Die Kinder sowie Mütter sind alle fein herausgeputzt und mit natürlichem und künstlichem Schmuck behängt.

Grosse und Kleine singen und führen die typischen Tongaischen Tänze auf. Bei den Mädchen sind dabei vor allem die Handbewegungen wichtig, die Jungs hüpfen eher etwas wilder herum und schlagen sich “Schuhplattler – mässig” auf die Füsse.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Ende der Aufführung singen alle zusammen ein Lied mit dem Inhalt “Wir lieben Euch – möge Gott Euch auf Eurer Reise beschützen” und dann dürfen/müssen die Yachties noch 2 Lieder Polonaise und Disko mittanzen, herrlich!

Mike von der Quarantäne Behörde in Whangerei klärt uns endlich auf, was man an Lebensmittel mit nach NZ nehmen darf. Es gibt den einen oder anderen Aha Effekt und ich bin froh über jeden Tag, an dem wir die nicht “einführbaren” Lebensmittel noch verputzen können. Besonders interessant findet Reto als es Kichererbsen – Curry mit Hummus gibt ;-).

Dann tut sich Mitte der Woche ein Wetterfenster für den Schlag nach Ha’apai auf, wir klarieren “national” aus (muss man hier beim Wechsel der Inselgruppe) und gehen Anker auf Richtung Süden.

Zum Glück sind wir schon für am Nachmittag an dem Ankerplatz Maninita, denn nur bei dem Anblick der Einfahrt in diese Mausefalle dreht es mir schon den Magen um. “Bei diesem Wind und Schwel nicht machbar” beschliessen wir und versuchen zwei weitere der Ankerplätze im Süden der Gruppe, allesamt nicht machbar.
Nachdem wir 3 Stunden im Kreis rumgesegelt sind enden wir leicht entnervt kurz vor Taunga in Ngau.

Am nächsten Morgen um 5 Uhr gehen wir los für die 60 Meilen nach Ha’apai. Unterwegs sehen wir 7 Mal Wale, leider alle zu weit weg um ordentliche Fotos zu machen. Aufgrund der nachlassenden Winden schlupfen wir nachmittags um 5 Uhr kurz vor einem Regenschauer in die Riffgespickte Einfahrt der Ankerbucht vor Foa. Uff, dass wäre mal geschafft, ohne einen Kratzer am She San -li!!

Von Palmerston über Niue nach Neiafu, Tonga

Bob Marsters Palmerson
Bob Marsters Familie hat kurzzeitig 11 Personen mehr… nach 1 Woche ist es hart Abschied zu nehmen (Foto von Pelle Berg SY Loupan)

Also nehmen wir schweren Herzens von Bob und seiner Familie sowie all unseren Yachtie Kollegen Abschied.

Der Besuch auf Palmerston war wirklich ein einzigartiges Erlebnis.

Es hat immer noch 25 Knoten Wind und kaum sind wir aus der Abdeckung von Palmerston fängt unser She San-li ganz schön an zu schwanken. Es spritzt einiges an Salzwasser durch die Luft, also ziehen wir es vor, im Salon “in der trockenen Stube” zu sitzen.

Dann sehe ich, wie eine Welle in unser Cockpit schwappt, gerade noch rechtzeitig schliesse ich die Türe… Ich sehe zu wie das Wasser abläuft und über die Schiene unserer Schiebetür landen dann doch noch ein paar Liter Salzwasser in der Stube. Das hatten wir bisher noch nie, der Seegang muss also schon ordentlich sein…

Das Etmal vom ersten Tag ist 171 Meilen, ganz ordentlich. Aber so soll es nicht weiter gehen, bei einer besonders grossen Welle fällt das Segel etwas ein und als es wieder Wind fasst, gibt es einen ungewohnten Knall.

Mit ungutem Gefühl ziehe ich auf dem Weg nach draussen schon gleich mal meine Rettungsweste an und tatsächlich, irgendetwas ist ausgerissen, wir müssen das Segel schnellstens bergen.

Ein paar Minuten später ist das Segel irgendwie in die in Segelkajüte gestopft und der Schaden ist schnell analysiert. Das Band am Segelkopf ist ausgerissen, es hat wohl zu viel an den Dyneema- Leinen gerieben.

Nach 2 schnellen Tagen reisst unser Screecher aus aber Reto findet natürlich einen Weg ihn mit Bordmitteln wieder zu reparieren…

Während ich die Wache übernehme, geht Reto erst mal ein Nickerchen machen. Ich bin zuversichtlich, dass er im Anschluss eine Lösung parat hat.

Und tatsächlich ist es so. Die nächsten Stunden verbringt er bei dem grauslichen Geschaukel auf der WC Schüssel sitzend und arbeitet ein neues Dyneema ein, das das eh viel zu schwache Band ersetzt.

Als es am nächsten Nachmittag wieder etwas ruhiger ist, setzten wir den Screecher dann wieder problemlos im Windschatten der kleinen Genua. So langsam haben wir Übung in diesen Manövern…

Wir erreichen Niue am Morgen um 4 Uhr nach 385 Meilen und knapp 3 Tagen. Dank den Angaben von unseren Freunden auf der Loupan, die 3 Stunden vorher da sind, trauen wir uns bis ins Mooringfeld und machen an der ersten Boje fest, die wir sehen.

Wir kommen sonst nie nachts an, aber hier in Niue ist es wirklich unproblematisch. Mit je einem Bier und den Spaghetti Resterln im Magen, legen wir uns in die Koje, aber oh je, hier schaukelt es ja schlimmer als draussen unterwegs. Der Wind hat auf nördlich gedreht, der Schwel kommt um die Insel rum und lasst die Boote tanzen. Mürrisch verziehe ich mich in unsere “Reisekoje” hinter dem Salontisch, aber auch da ruckelt es noch zünftig…

Ein paar Stunden später machen wir uns zum ersten Mal auf zur Mole, wir haben Termin zum Einklarieren.

Niue Alofi
Der Pier mit dem Kran ist eine grosse Hilfe..
…einfach anhängen, aussteigen, hochziehen…
auf den Wagen runterlassen, dann Dinghy auf den Parkplätzen parkieren.

Wir sind höchst gespannt auf den Dinghykran, von dem wir schon gelesen haben.
Tatsächlich ist es (zumindest zu zweit) gar kein Problem.

Ich steige aus und manövriere den Hacken an die richtige Stelle, Reto hängt das Dinghy mit Hilfe von zwei Festmachern dran und steigt aus (das schaut jeweils noch ein wenig akrobatisch aus…).

Ich “hebe” das Dinghy bis über die Mauer der Mole, Reto holt das Wägelchen und ich lasse das Dinghy darauf runter.

Dann nur noch zum nächsten freien Dinghy Parkplatz schieben und vorsichtig vom Wägelchen runterheben.
Das ganze ist zwar etwas aufwendig, dafür steht das Dinghy während dem Landgang sicher an Land.

Das Einklarieren ist völlig unproblematisch, der Beamte für Einwanderung und Zoll holt uns unten am Pier ab und fährt uns die 200 Meter den Hügel hoch zur Customs Warenhalle. Dort füllen wir geschwind 2 Formulare aus, Stempel in die Pässe und fertig.

Im Anschluss wandern wir durch Alofi und sind überrascht wie sauber und modern alles aussieht. Bei Gills Indian Restaurant geniessen wir unser erstes neuseeländisches Bier und je einen Roti (indischer Teigwrap mit Hühnerkartoffelcurry) um CHF 3.50, sehr fein!!

Am Sonntag und Montag das Wetter dann so schlecht, dass wir grösstenteils an Bord bleiben und froh sind, jetzt nicht segeln zu müssen… Einzig zum fast schon traditionellen Kirchenbesuch am Sonntag schaffen wir es. Wir stellen fest, dass auch in Niue alle Frauen Hüte tragen, aber ausserdem noch in weiss gekleidet sind. So fallen wir nicht – Hut – tragende bunte und bleiche Touristen nochmal mehr auf…

Lakepa Alofi
Nach einer Stunde erreichen wir das Dorf Lakepa auf der anderen Seite der Insel.
Niue
Die ganze Insel ist voll mit Gräbern, hier direkt an der Kirche,…
…die meisten davon aber irgendwo am Wegrand…
…oder mitten im Garten…
…und manche sogar mit eigenem Häuschen.
Matelau Niue
Nördlich von Matelau ganz im Norden der Insel machen wir die erste Pause…

Am Dienstag morgen ist es dann endlich etwas freundlicher, also packen wir die Fahrräder aus und erkunden den Nordteil der Insel.

Die freundliche Dame von der Touristinfo hat uns all die Sehenswürdigkeiten gut beschrieben.

Da viele der Grotten und Schluchten vor allem bei Niedrigwasser gut zu besichtigen sind, timen wir unsere Tour dementsprechend.

Am Morgen fahren wir Richtung Osten, dann Norden und sind so ca. 1.5 Stunden vor Niedrigwasser an den ersten beiden ganz im Norden, dem Matapala Chasm und den Talava Arches.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beim Velo abstellen im Wald überfallen mich die Moskitos.

Matapala Chasm
dann geht es zum Chasm…
Talava Arches
und anschliessend über knapp 20 min Fussweg zu den Talava Arches
Talava Arches
…1 Stunde vor Niedrigwasser kann man schon auf das Korallenplateau rausgehen.
Naumkula Niue
Platz ist hier kein Problem, jedes Dorf hat eine riesige Dorfwiese…
Vanilla beans
Wir treffen auf unsere ersten Vanillebäume

Um Antimückenmittel zu sparen, verzichte ich auf das Bad im Matapala Chasm. Danach werde ich zum Glück verschont und kann die Wege durch den tropischen Wald und durch die Höhlen geniessen.

Die Talava Arches (Bögen) beeindrucken uns sehr, besonders aber gefallen mir die von oben gut sichtbare Korallen und Fischwelt in den Schluchten am Korallenplateau.

Etwas weiter südlich gehe ich in den Limu Pools Schorcheln, und trotz dem unheimlich klaren Wasser habe das Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt.

Ich sehe stellenweise komplett verschwommen, kann die Umgebung und die Fische gar nicht geniessen. Erst als ich wieder draussen bin, fällt mir der Bach mit Frischwasser auf, so dass ich meine Sehstörung durch die Vermischung von Süss- und Salzwasser erkläre.

 

 

 

 

 

 

Palaha Niue
In der Palaha Höhle
“Achtung, Übergang von Kokosnusskrabben” (auf Polyn. Uga)

 

 

Auf dem Rückweg nach Alofi sehen wir unter anderem noch die Palaha Caves, wunderbare Tropfsteinhöhlen mit allem was dazugehört.

 

 

 

 

 

 

Am nächsten Tag steht der Süden auf dem Programm, doch der Start wird etwas verzögert.

Zwischen der She San und dem Ufer steht eine halbe Stunde lang eine Walmama mitsamt dem Kleinen…
…und zufällig schnorcheln wir gerade mit der Go Pro um unser Schiff..
…mit langsamen Bewegungen schwimmen die beiden neben uns durch…
…und tschüss, weg sind sie wieder.

Am Morgen ist es teils regnerisch und wir müssen erst mal um unser Boot rumschwimmen, wobei wir zufällig auf ein Walbaby mit seiner Mama treffen.

Ein gewaltiger Anblick, alleine schon das Kleine. Und die Mama natürlich erst, was für ein enorm grosses Tier und wie elegant die beiden dann miteinander herschwimmen!!

Als wir dann endlich starten, kommen wir auf die Idee auch noch gerade auszuklarieren, dazu müssen wir zur Government Office am Flughafen, wo auch der Zoll sein Büro hat.

Wir radeln also dort hin, finden auch das nur auf Maori angeschriebenen Gebäude und treffen auf ein Grossraumbüro mit Beamten. Wir geben unsere Ausreisezettel, 80 NZ Dollar pro Person und unsere Pässe ab und sind 15 min später ausklariert.

Anapala Chasm
der Absteig zum Anapala Chasm
Togo Chasm
und etwas später der Abstieg zum Togo Chasm
Togo Chasm
…ein wunderbarer Weg führt durch die Felslandschaft nach unten…
…ein Sandstrand mal etwas anders…
Togo Chasm
das letzte Stück geht über eine steile Leiter- wir verzichten mit unsereren Veloschuhen ist es mir nicht ganz geheuer.
Togo Chasm
dafür werden wir mit einer tollen Aussicht auf die Felsen vor der Küste belohnt.

Jetzt also endlich Velofahren – im Nieselregen… Da wir den Weg bis in den Osten nach Liku nicht finden, geht es halt geradewegs zum Anapala Chasm, einer eindrucksvollen Schlucht, wo leider aber nur sehr wenig Licht einfällt.
Im Anschluss radeln wir zum Togo Chasm, ein herrlicher Ausflug.

Erst geht es durch den Wald, danach durch eine surrealistische Felslandschaft voll mit Korallenspitzen bis ans Meer hinunter.

Das heisst für uns fast bis ans Meer. Mit unseren Fahrradschuhen mit den Klicks unten dran verzichten auf die steile Leiter und geniessen lieber die Aussicht von oben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg Richtung Tonga. Wir sind noch keine 2 Stunden unterwegs, da rauschen wieder mal beide Angeln aus, und zwar schnell.

yellow fin tuna
Kurz nach Abfahrt in Niue beissen diese 2 Gelbflossen Thunfische (7.5 und 9 kg) …
..also schnell die Filets rausschneiden und dann ab in den Kühlschrank…
Nach 2 Tagen ist Tonga in Sicht – wir nähern uns Vava’u und Reto hisst die selbstgenähte Flagge.
Der rundherum geschütze Hafen von Neiafu wird von vielen Seglern geschätzt – an unserem ersten Tag scheint auch noch die Sonne
die Dorfkirche von Neiafu

Wir bekommen beide an Bord und freuen uns riesig über unsere bisher grössten Thunas, zwei Yellowfin mit 7.5 kg und 9 kg!!

Gut dass es diesmal nicht ganz so arg schaukelt, denn die nächsten Stunden bin ich mit Arbeit versorgt… ;-).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Leider stellt nach einem Tag der Wind ab, wir motoren den Rest und kommen nach 55 Stunden und 245 Meilen in Neiafu in der Vava’u Gruppe in Tonga an.

Die nächste Herausforderung ist das Einklarieren hier. Von unseren Schweizer Freunden bekommen wir wertvolle Tips…

Trotzdem geht das Prozedere ganze 4 Stunden, alleine um die Dokumente für den Zoll auszufüllen brauche ich 1.5 Stunden…

Als alles erledigt ist, plaudert der mittlerweile aufgetaute Beamte lustig noch eine halbe Stunde weiter mit Reto, während noch andere 5 Yachten auf ihre Abfertigung warten…

Unglaublich, aber irgendwie ein Erlebnis. Und wir werden so gerade etwas auf das neue Land eingestimmt und sind sehr gespannt mehr von Tonga kennen zu lernen, wenn das Wetter es dann mal zulässt!!!