Pasarwajo, Buton und Labuanbajo, Flores

Pasarwajo

Pasarwajo Regierung
Die Regierungsgebäude von Pasarwajo überblicken die Bucht…
FAD und Moschee in Pasarwajo Bucht
…und in der Bucht stehen einige Fischfangplattformen (FADs)

Unser nächster Stop ist Pasarwajo, gegenüber auf der Südostseite der Insel Buton.

Auch hier werden wir gleich sogleich freundlich von Rusdi empfangen, der wahrscheinlich extra ein Boot gemietet hat, um uns zu besuchen.

Maniok Ernte und Zubereitung

Maniok Ernte
Bei Rusdi und Familie bei der Maniok Ernte…
Kassuami Herstellung
…und Kasuami Herstellung…
Kassuami
…hier das fertige Kasuami aus dem geriebenen, gepressten und anschliessend gedämpften Maniok…
Traditional Meal
…und dazu gibt es Kua Ikan, gedämpfte Papaya und natürlich Sambal

Am nächsten Morgen treffen wir ihn an Land, er hat schon ein Programm für uns für den Tag, wir sollen mit seiner Familie traditionelles Essen zubereiten und essen.

Zunächst müssen wir jeoch noch einen guten Ankerplatz finden, das dauert leider 2 Stunden, so dass die Phase vom Zubereiten dann etwas beschleunigt wird.

Reto muss eine Wurzel vom Maniok ernten, die ich dann schälen muss und zum Kasuami weiterverarbeite.

Kasuami ist das im Bananenblätter- Hütchen gedämpfte Cassavamehl, das ganz frisch fast wie ein lockeres Brot zu essen ist.

Dazu gibt es gedämpfte Papaya und Parende (Fischsuppe), natürlich wie immer mit den besten Zutaten gewürzt, vom Zitronengrass über frische Kurkuma Wurzel über natürlich Zwiebel, Knoblauch, Chili und vielem mehr.

Festival Budaya Tua Buton

Am Nachmittag werden wir Rusdi’s Chef, dem Tourismusdirektor von Pasarwajo, vorgestellt und erfahren viel über das gewaltige Festival Budaya Tua Buton, dass in zwei Wochen stattfinden wird. 2019 Tänzer werden daran teilnehmen, 219 Kleinkinder in Heilkräutern gerollt, 219 Mädchen in die Pflichten einer Ehefrau eingeweiht, 219 Jungen beschnitten und 219 grosse Platten mit Essen von den Teilnehmern gebracht. Warum diese komische Zahl frage ich, die Antwort ist einfach: damit sich jeder erinnern kann, wie viele es im 2019 waren… 😉

Hier der Platz an dem das Festival jedes Jahr stattfindet,halt ohne die 2019 Tänzer… 😉

Wenn wir da bleiben würden, wären wir natürlich in der Runde der Ehrengäste, auch unsere Visaverlängerung wäre schon organisiert. Zwei Wochen ist trotzdem zu lange, auf dem Rückweg zum Schiff kündigt sich unser erster Besuch in Thailand an, jetzt müssen wir vorwärts machen…

Tauchen mit dem Mandarin Fisch

Unser erster „Muck Dive“ steht an, das bedeutet man taucht nicht in guter Sicht umgeben von schönen Korallen, sondern irgendwo im Sand, weil es dort bestimmte Viecherl gibt, die man sonst nicht findet.

Mandarin Fish
Der Mandarinfisch lebt hier am Pier…
Mandarin Fish
…und kommt erst kurz vor dem Abend aus seinen Löchern…
Moray Eal
…und diese riesige Moräne hat mir einen dementsprechend riesigen Schreck eingejagt!!

Am Nachmittag um 4 Uhr machen wir unser Dinghy neben einem Fischerpier fest, tauchen ein ins etwas trübe Wasser, am Boden liegt aller möglicher Müll. Wir sind auf der Suche nach dem Mandarin Fisch, ein 5 Zentimeter langes orange blau gestreiftes Fischerl, dass hier leben soll.

Tatsächlich finden wir am Ende vom Pier auf 6 Meter Tiefe das scheue Fischerl, sobald wir ihn zum Fotografieren beleuchten, haut er natürlich ab.

Aber es kommen noch mehr, auch grosse und kleine Feuerfische und eine riesige!!!! Moräne.

Englisch zum Verständnis der Kulturen

Am Freitag nachmittag sind wir eingeladen in Rusdi’s Englischschule.  Seit 20 Jahren betreibt er diese mit dem Ziel den Schülern Englisch beizubringen, damit sie sich selbst eine Meinung bilden können über andere Kulturen und offen sind für den Kontakt mit Menschen aus anderen Ländern.

Einmal pro Woche ist der Schwerpunkt Kultur und wir sollen der Gruppe etwas von der Schweiz erzählen. Erst einmal geniessen wir aber die Tänze aus Buton.

Da wir uns in einer muslimischen Stadt befinden habe ich ein hochgeschnittenes T-Shirt und eine lange Hose an. In der Kulturstunde sind aber alle traditionell gekleidet, also bekomme ich noch ein dickes langärmliges Hemd und einen unter die Acheln reichenden dicken Sarong umgebunden, alles 3 lagig also, ich fühle mich wie im Schwitzsack und darf dann auch noch tanzen!!

Besuch der Schnapsbrennerei in den Bergen

Der Wind lässt auf sich warten, wir verlängern nochmal um einen Tag und nehmen Rusdí’s Einladung an, mit dem Roller eine Schnapsbrennerei in den Bergen zu besuchen. Reto wird bei Ruslin und ich bei Rusdi auf den Roller gepackt, wir geniessen die Fahrt, die wir eigentlich gerne auch mit den Mountainbikes gemacht hätten…

Distillery
Die Schnapsbrennerei irgendwo auf dem Land…
Cloves
..und zum ersten Mal sehen wir die Nelken auf einem Baum

Angekommen im Garten bewundern wir die Destille und verkosten den Saft, der aus der Palme fliesst und schon leicht anfängt zu gären, wir sind erinnert an Elato und Lamotrek in Mikronesien, aber der Saft schmeckt sehr sauber (im Gegensatz zu dem ein oder anderen Tuba dort…).

Bauer Gafar zeigt uns ausserdem seine Nelkenbäume und Muskatbäume, letztere hundert an der Zahl und jeden Tag muss er die reifen Nüsse von allen ernten!!

Zurück im Dorf verkosten wir das Endprodukt, das versetzt mit 9 Kräutern/Gewürzen eine wahre Heilwirkung haben soll. Leider kann ich nur ein kleines Fläschchen kaufen, also werden wir halt nur ein wenig gesunder ;-).

In der Küche bei Gafar und seiner Frau:

Abschied an Bord von SHE SAN

Als Dankeschön laden wir Rusdi und Familie zu einem Spaghetti Essen auf die She San ein, zu neunt sitzen wir um unseren Cockpittisch. Nach dem Essen gibt es warmen Zaraba, ein Getränk aus Nelken, Zimt, Kondensmilch und Palmzucker, es wärmt das Herz zum Abschied, sie singen „I am sailing” für uns“.

Goodbye Dinner
Zum Abschied von Egi, Indra, Ririn, Alif, nasria, Rusdi und Ruslin kochen wir Spaghetti auf der She San
Und hier das 360 Grad Video über Pasar Wajo
Pasar Wajo, South Sulawesi, Indonesia - SHE SAN Sailing (360 VR)

270 Meilen von Pasarwajo nach Labuanbajo

Doch keine Zeit zum traurig sein, am nächsten Morgen geht es weiter, wir brechen auf, um die 270 Meilen nach Labuanbajo auf Flores zu segeln.

Wir sind etwas besorgt wegen der hier üblichen FADs (Fish Attraction Devices), doch es sind schon deutlich weniger als wir weiter nordöstlich gesehen haben.

FAD
Wenigstens sind die FADs hier aus Bambus und nicht mehr aus Stahl…

Das Timing ist nicht schlecht, kurz vor Sonnenuntergang sind wir auf mehr wie 1600 m Wassertiefe, dort sehen wir auch den letzten FAD. Kunststück, denn in der Nacht sind die Dinger praktisch nicht zu erkennen.

Am Morgen sind wir ein gutes Stück vor der Insel Sansangiang, erst dort auf ca. 1500 Meter entdecken wir den nächsten FAD. Als es wieder dunkel ist sind wir an Bonerate vorbei und wieder im tiefen Wasser, wir fühlen uns sicher.

Labuanbajo

Weacicu beach anchorage
Unsere gemütliche Bucht in Weacicu liegt 1.5 Meilen nördlich von Labuanbajo

Gegen Mittag fällt der Anker in der kleinen Bucht Waecicu 1.5 Meilen nördlich von Labuanbajo, hier gefällt es uns.

Die Bucht ist ruhig, umringt mit Hügeln und ausser ein paar Hotels und Touristenbooten ist nicht viel los hier.

Labuanbajo
Labuanbajo von oben, rechts die riesige Baustelle der neuen Marina…
Tourist boats
…die Bucht ist voll mit Ausflugsbooten und Tauchbooten…
Independence day celebration
Am 17. Juli ist Tag der Unabhängigkeit, wir kommen leider als alles schon vorbei ist…
Army Soldiers
…und können nur noch ein paar Fotos machen, hier mit den Soldaten der indonesischen Army

Im Gegensatz dazu ist in Labuanbajo der Rummel gross.

Jedes Fleckchen im Hafen ist belegt mit Ausflugsschiffen, an der Hafenfront wird ein Hochhaus gebaut, wir lesen, dass es eine Marina geben soll.

Aus den oft offenen Kanälen riecht es dementsprechend, ein Touranbieter und Tauchshop reiht sich an den nächsten.

Nicht so ganz das was uns gefällt, aber wir sind ja auch nicht zum Spass hier.

Komplizierte Visa Verlängerung in Labuanbajo

Wir müssen nämlich unsere Visa verlängern, ein Segler in Davao hat uns dafür Labuanbajo empfohlen… Als wir zum ersten Mal bei Alfons im „Kantor Imigrasi“ auftauchen, stellt sich jedoch schnell heraus, dass der Chef seitdem gewechselt hat. Von wegen einfach… Sie brauchen das Original des Sponsorenbriefes. Dieser „Sponsor letter“ muss von einem Indonesier ausgestellt sein, der damit quasi dafür bürgt, dass wir nichts anstellen. Es ist mancherorts schon abgeschafft und ersetzt durch die Vorlage eines Bankauszugs, in den meisten Ämtern aber immer noch erforderlich und hier neuerdings im Original!!!

Die nächsten zwei Tage verbringen wir damit, das Beschaffen der Originale aufzugleisen. Mehrzahl deswegen, da wir von unserem bisherigen Sponsor auf unseren Freund Nico in Ambon wechseln möchten, nur dazu brauchen wir nun auch das Original der „Sponsor Change Letter“, ein unglaublicher Zirkus finden wir.

Nun gut, es geht eine Woche bis wir die Dokumente da haben, dann verbringen wir noch zweimal zwei Stunden auf dem Office, da der Computer nicht richtig funktioniert und die Daten von Reto’s Fingerabdrücken und Foto nicht in das File in Jakarta abspeichern möchte. Erst im letzten Moment am Abend um 17 Uhr, gerade als wir missmutig das Büro verlassen, um am nächsten Tag wieder zu kommen, wird das File akzeptiert und Alfons händigt uns freudestrahlend auch Reto‘s Pass aus.

Dann noch schnell Obst und Gemüse einkaufen, Diesel bunkern und weg hier, denn die Unterwasserwelt von Komodo und Umgebung soll traumhaft sein.

Diesel bunkern

In den meisten Ländern gehen/fahren wir einfach an die nächste Tankstelle, um dort unsere Dieselkanister aufzufüllen. Auch in Sorong hat das vor 2 Monaten (zumindesT einigermassen) so funktioniert.

Pertamina station
An der Tankstelle ist die Hölle los

Hier laufen wir die 3.4 km zur Tankstelle ausserhalb der Stadt und entdecken dort zu unserem Entsetzen, dass die Zapfsäule umringt ist mit sicher 30 Personen, die alle anstehen und wild gestikulieren, um ihre sicher über 100 Kanister gefüllt zu bekommen. Wir suchen nach einem Ansprechpartner, vergebens, der ist sicher mitten im Getümmel und hat somit keine Zeit für uns.

Somit ist klar, alleine schaffen wir das nicht. Als uns am Steg dann Yusuf freundlich begrüsst und einen guten Preis für die Fahrt zu Immigration macht und auch noch anbietet für uns Diesel zu holen, sind wir gleich höchst interessiert. Wir bringen ihm unsere leeren Kanister, das Geld und vereinbaren, den Diesel am nächsten Tag abzuholen.

Natürlich geht es nicht ganz so, wie wir meinen. Der Diesel sieht zwar sehr gut aus, aber es fehlen 20 von 120 Liter und Yusuf ist leider selbst nicht da, er musste in eine andere Stadt. Wir schicken ihm ein Foto und bringen unsere nicht ganz vollen Kanister nach Hause.

Am Abend ruft er uns an, es ist ihm höchst unangenehm, dass das passiert ist. Wahrscheinlich waren wir einfach die letzten, die den Diesel abgeholt haben, und es hat halt dann nicht mehr gereicht…

Yusuf
Yusuf und seine Tochter

Am nächsten Tag holen wir unsere fehlenden Liter ab und sind froh, dass wir uns nicht in Yusuf getäuscht haben, er ist wirklich ein guter Typ.

Gerade als wir zurück zum Dinghy möchten, finde ich den Schlüssel nicht. Ich durchsuche alle Taschen, der Schlüssel ist weg. Entweder verloren oder noch auf dem Schiff ist das Fazit. Es ist der Schlüssel der Schiebetüre und des Dinghyschlosses, mit wird ganz schlecht.

Was tun? Yusuf‘s Mitarbeiter Alex ruft Yusuf an, er schickt Alex, dass er uns die 5 Kilometer nach Waecicu fährt, dort bekommen wir vom Weacicu Inn ein Kanu und Reto paddelt zur She San. Nach 15 Minuten ist Reto wieder zurück und erzählt mir ein Räubergeschichterl… Dabei hat er den Schlüssel dabei, ich hatte ihn am Tisch liegen gelassen….

Indonesische Hochzeit

Und eigentlich wollten wir am nächsten Tag ja los. Wenn da nicht noch die Einladung von Bennie wäre, zu seiner Hochzeit zu kommen. Wir haben Bennie im Komodo Nationalpark Hauptsitz kennen gelernt und er hat uns spontan zu seiner Hochzeit eingeladen. Das können wir uns nicht entgehen lassen, also hängen wir nochmal zwei Tage an.

Am Nachmittag um 4 Uhr beginnt die Zeremonie in der Katholischen Kirche, ausser den 8 traditionell bekleideten Tänzerinnen, die dem Brautpaar voran zum Altar tänzeln ist alles eher bekannt für uns.

Newly weds Bennie and Neta
Das frisch getraute Brautpaar Bennie und Neta

Siprianus, der Schwager von Bennie kümmert sich herzlich um uns, im Anschluss sind wir zum Nachmittagskaffee in das Haus des Brautvaters eingeladen. Dort stehen eine Menge Stühle, die Musik ist fast zu laut, um ein Wort zu verstehen.

Während ich mich mit Bennie unterhalte und mich freue, dass er Zeit für uns hat, muss Reto mit den Männern Schnaps trinken und tanzen.

Danach geht es in die Aula einer anderen riesigen Kirche, es ist bestuhlt für sicher an die 1000 Menschen. Wir sind die ersten, die den beiden Brautfamilien die Glückwünsche ausbringen dürfen, dann wird uns ein Platz zugewiesen und wir warten bis sich der Saal füllt. Es ist unglaublich, wie viele Menschen nach und nach eintrudeln.

Vorne spielt eine Band, als scheinbar alle begrüsst sind, singt Bennie als erstes ein Lied.

Dann müssen die beiden ein Stück Kuchen essen, das symbolisch aus einer Hochzeitstorte Attrappe geschnitten wurde. Ohne Hände nehme ich an und ohne es runterfallen zu lassen.

Nach viel Musik und einiges an Reden und werden wir irgendwann spät abends (wir haben schon unsere Ration „Not -- Cracker“ vertilgt) Reihe für Reihe zum Buffet geschickt.

Im Anschluss wird getanzt, wir machen ein paar Runden mit, dann fallen uns die Augen zu. Es ist 23 Uhr, das sind wir nicht mehr gewöhnt 😉 Ein Freund von Siprianus fährt uns zurück zum Dinghy und vorsichtig tasten wir uns durch die stockfinstere Nacht durch die Riffe zu unserer She San.

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