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Überfahrt von Gomera, Kanaren auf Sal, Kapverden

Am Montag Mittag war es dann endlich soweit, wir und unsere She San fühlten uns parat, der Wind kam aus der richtigen Richtung, die Hauptdünung zwar immer noch nicht, aber das ist wohl normal um diese Jahreszeit, also müssen wir da durch.

der Süden von La Gomera, Playa de Santiago
der Süden von La Gomera, Playa de Santiago

Nach der Ausfahrt von San Sebastian de la Gomera haben wir vorsichtshalber mal nur die Genua gesetzt, und das war auch gut so, denn die Winde, die da aus den Tälern der Insel auf uns hinunter geblasen haben, waren alles andere als stetig. Ständig stand die Genua wieder auf der anderen Seite, es war richtig nervig.

Regenbogen
Regenbogen
Reto beim Wassermachen ;-)
Reto beim Wassermachen 😉
schon wieder beim Wassermachen, diesmal im Regen
schon wieder beim Wassermachen, diesmal im Regen

Dann etwas weiter weg von La Gomera wurde der Wind konstanter, und viel! In den Spitzen hatten wir sicher an die 25 Knoten, und mit dem Seegang zusammen war das dann selbst auf unserem Katamaran schon ein rechtes Geschaukel. Die Hauptdünung von Nordwest und oben drüber die andere vom Wind aus Nordost trafen sich irgendwie direkt unter unserem Schiff und wir lernten zum ersten Mal kennen, dass es ganz schön nass sein kann, auch auf einem Katamaran… Nach dem ersten Gutsch Salzwasser bis in den Salon mussten wir neue Regeln einführen, so wie “immer sofort die Salontüre schliessen” und “die Decksschuhe müssen vor Betreten des Salons ausgezogen werden” (Anmerkung des Skippers: Regel=Weisung der Capitana). Das – zusammen mit täglichem Bodenputzen- hat sich dann auch bewährt, um den Salzgehalt an Bord auf ein erträgliches Mass zu beschränken.

Was auch neu war für uns beide an diesen ersten Tagen der Überfahrt, es wurde uns beiden zum ersten Mal so richtig flau im Magen und wir können nun gut all die Segler verstehen, die vom Unwohlsein in den ersten Tagen einer Reise berichten. Nun nach 3 Tagen war auch bei uns wieder alles prima, aber als wir uns daran gewöhnt hatten, wurde dann auch der Wind weniger…

Nun, was ist so passiert in all den Tagen (fast 6 Tage und 769 Meilen von La Gomera bis nach Palmeira auf Sal)?

und beim Wiedereinziehen der abgerissenen Reffleine
und beim Wiedereinziehen der abgerissenen Reffleine

Am ersten Tag hat es uns als erstes dann gleich mal die Reffleine vom 2. Reff verrupft, war nicht so schlimm in dem Moment, da wir mit dem 3. Reff auch immer noch fast 7 Knoten Fahrt gemacht haben. Die Reparatur gingen wir dann erst 2 Tage später an, als der Wind langsam abnahm und wir an Ausreffen überhaupt dachten.
Dann haben wir durch die hohe Geschwindigkeit und das zusätzliche “Wellen-Hinabsurfen” unseren Schleppgenerator überfordert, seitdem läuft die Fehlersuche auf hohen Touren. Armin der Entwickler des Systems unterstützt uns dabei mit allen Kräften, vielen Dank.

Weihnachtlicher Tisch, vor allem ist er mal endlich aufgeräumt ;-)
Weihnachtlicher Tisch, vor allem ist er mal endlich aufgeräumt 😉
zum Wachwechsel gibt es die Geschenke: Vanillekipferl, Stollen und Schokitrüff
zum Wachwechsel gibt es die Geschenke: Vanillekipferl, Stollen und Schokitrüff

Dann haben wir natürlich auch Weihnachten gefeiert: nach dem Sundowner-Bier haben wir mit dem Satelliten-Telefon unsere Familie angerufen, dann gab es zur Feier des Tages einen aufgeräumten Salontisch, damit unser Weihnachts-bäumchen auch wirklich zur Geltung kommen konnte und ein Weihnachtsmenü mit Salat mit Orangen und Baumnüssen (Walnüssen) und unserem kleinen Bonito mit Ratatouille als Hauptgang.
Um Mitternacht, als Reto dann zur Wachablösung aufwachte, gab es sogar “Geschenke”, feine Vanillekipferl aus der Türkei, Buttermarzipan-Ministollen (vom Lidl Spanien) und spanische Schokitrüff (lange nicht so gut wie die von Retos Mama Felicitas, aber immerhin…). Damit war klar, was wir während der nächsten Nachtwachen naschten.

Apropos Nachtwachen: während der ganzen Übefahrt hat uns der Mond fast immer das Meer ausgeleuchtet, denn wir hatten mittendrin Vollmond und nur in einer Nacht einen bedeckten Himmel. Es gibt dann fast nichts schöneres, als im Steuerstand sitzen, den Mond anschauen und eine Tasse Tee mit Vanillekipferl geniessen, während das Schiffli die Wellen rauf und runtersurft 😉

Dann standen wir vor der Wahl entweder alles Tuch rauf und Geschwindigkeit machen was geht, damit wir am Samstag noch vor Dunkelheit ankommen, oder es gemütlich nehmen und wenn es sein muss, am Schluss noch einbremsen, um so am Sonntag morgen anzukommen. Wir entschieden uns für die Variante 2, besser sicher und langsam und weniger stressig.

In der Nacht von Freitag auf Samstag hat dann auch tatsächlich der Wind abgestellt, so konnten wir es ruhig nehmen, etwas Motoren, dann “dümpeln”.

Während dem wir so am dümpeln waren, wir hatten nur die Genua draussen bei wenig Wind, hab ich versucht, ein Nachmittags-Schläfchen zu machen, da höre ich Reto rufen “Fiiiisch, Fiiiisch!!”. Ich stürme nach oben und sehe ihn an der linken Angel, dabei höre ich auch die rechte Angel knattern und in einem Affenzahn ausrauschen.

Haben doch tatsächlich innerhalb von 1 Minute 2 Fische gebissen, und was für welche!!!

gleich 2 so riesen Goldmakrelen auf einmal - gerade aus dem Wasser ändert sich die Farbe und sie werden dunkel und blass
gleich 2 so riesen Goldmakrelen auf einmal – gerade aus dem Wasser ändert sich die Farbe und sie werden dunkel und blass
aufgehängt am Dinghi-Motor- Galgen - so ist er wenigstens für etwas gut...
aufgehängt am Dinghi-Motor- Galgen – so ist er wenigstens für etwas gut…

Nachdem wir beide etwas näher an Bord haben, holen wir erst den ersten, dann den zweiten mit Hilfe von Gaff und einer Leine um die Schwanzflosse an Bord. Klar, dass dabei etwas Blut verspritzt wurde (Skipper: es war ein Gemetzel) – ich war von oben bis unten rot gesprenkelt.

und nun geht die Arbeit erst richtig los, ausnehmen, filtetieren, enthäuten....
und nun geht die Arbeit erst richtig los, ausnehmen, filtetieren, enthäuten….
eigentlich hätte es Falafel zum Znacht geben sollen, so gibt es halt Fisch zum Salat ;-)
eigentlich hätte es Falafel zum Znacht geben sollen, so gibt es halt Fisch zum Salat 😉

Die anschliessenden Stunden habe ich dann halt mit der Fischverarbeitung verbracht, erst Fleisch rausschneiden, häuten, Ceviche machen, Steaks putzen, und und und… Reto hat zum Glück den Putzteil übernommen und unser eher rotbraunes Deck wieder weiss gemacht. Kurz vor Mitternacht -als wir beide den ersten Fischschock überwunden und langsam wieder Appetit hatten – gab es dann auch endlich das erste Probiererle…

Ach ja, was sind die Fakten? Es waren 2 Goldmakrelen mit Länge 1.20 m und 1m, Gewicht 8.5 kg und 5.5 kg, das ergab am Ende dann ca. 5.5 kg Fleisch.

kurz vor Sal wird endlich die Kapverdische Fahne gehisst, zusammen mit der gelben Quarantäne Fahne
kurz vor Sal wird endlich die Kapverdische Fahne gehisst, zusammen mit der gelben Quarantäne Fahne
uff, geschafft, wir sind glücklich und geniessen eines der letzen Cruzcampo, bald gibt es Sagres ;-)
uff, geschafft, wir sind glücklich und geniessen eines der letzen Cruzcampo, bald gibt es Sagres 😉
der Mercado Municipal von Palmeira, ziemlich überschaubar...
der Mercado Municipal von Palmeira, ziemlich überschaubar…
Strand von Palmeira und die Bucht voll mit Schiffen - ganz vorne links ein besonders schönes ;-)
Strand von Palmeira und die Bucht voll mit Schiffen – ganz vorne links ein besonders schönes 😉

Und gleichzeitig kommt Sal immer näher, und wir sind aufgeregt, zum ersten Mal mit unserem Schiffchen ausserhalb Europa anzukommen. Nach der Einfahrt in die Bucht von Palmeira geht es dann keine 5 Minuten, schon kommt uns ein Mann in einem Dinghi entgegen (D’Jay heisst er, erfahren wir später) und lotst uns ganz vorne zu einem Platz, an den wir uns ohne ihn nie hingetraut hätten. Cool, und ich bin ganz happy, dass ich mich offensichtlich auf portugiesisch gut mit den Kapverdern verständigen kann.

So sitzen wir dann da, geniessen unser Ankunftsbier und sind beeindruckt von unserer neuen Umgebung. Irgendwie ist es völlig exotisch und anders, eben nicht mehr Europa.
Die Fischer bringen ihren Fang an Land und die Einheimischen kommen in kleinen Booten von überall auf der Insel, denn es ist Sonntag und in Palmeira ist am Sonntag Festa.
Am Abend gibt es Tanz und Espeitinhos (Spiesschen vom Grill). Also gehen wir halt trotzdem wir  hundemüde sind am Abend tanzen – es ist einfach herrlich. Jung und alt, alle sind unterwegs, ein richtig schönes Dorffest.

Am nächsten Morgen klarieren wir erst mal ein, der Polizeibeamte ist super freundlich (mein Portugiesisch hilft vielleicht auch mit, seine Redseligkeit zu unterstützen) und wir sind positiv überrascht. Bei der Frage wie lange wir bleiben wollen erklärt er uns, “na, mit dem Boot dürft ihr 90 Tage bleiben, aber wenn es Euch gefällt, dann müsst ihr einfach eine Nacht nach draussen segeln und dann dürft ihr wieder einreisen”. Ich habe das Gefühl, das erzählt er auch nicht jedem, nun gut, so lange haben wir aber wohl auch nicht Zeit.
Die nächsten 2 Tage sind Starkwind, da wir bleiben mal schön an unserem Ankerplatz, danach werden wir sehen, was für Möglichkeiten uns das Wetter so lässt. Sicher planen wir ein paar  Wochen auf den Kapverden zu verbringen.

Las Palmas und La Gomera

Im Baumarkt in Las Palmas haben wir ein Brett erstanden, das muss nun mit dem Velo transportiert werden...
Im Baumarkt in Las Palmas haben wir ein Brett erstanden, das muss nun mit dem Velo transportiert werden…
soweit hält es mal am Rucksack
soweit hält es mal am Rucksack
also geht es zurück auf Schiff mit dem Brett auf dem Rücken
also geht es zurück auf Schiff mit dem Brett auf dem Rücken

 

 

Die Rückseite der Kathedrale von Santa Ana in der Altstadt La Vegueta von Las Palmas
Die Rückseite der Kathedrale von Santa Ana in der Altstadt La Vegueta von Las Palmas
man fühlt sich wie zu Kolumbus' Zeiten
man fühlt sich wie zu Kolumbus‘ Zeiten
Fisch und gerunzelte Karoffeln und ein leckeres Cruzcampo dazu, was will man mehr?
Fisch und gerunzelte Karoffeln und ein leckeres Cruzcampo dazu, was will man mehr?
Las Palmas von noch weiter oben
Las Palmas von noch weiter oben
Markt in Vega de San Mateo
Markt in Vega de San Mateo
ein Tal nach dem anderen
ein Tal nach dem anderen
Teror, wir geniessen ein Bier auf dem Platz vor der Kirche
Teror, wir geniessen ein Bier auf dem Platz vor der Kirche
und sind begeistert von der Hauptstrasse in Teror
und sind begeistert von der Hauptstrasse in Teror
die rechte Seite der Häuserreihe hat die schönsten Holzbalkone
die rechte Seite der Häuserreihe hat die schönsten Holzbalkone

Nach all den arbeitsreichen Tagen in Las Palmas sind dann endlich mit dem wichtigsten durch.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

So gönnen wir uns noch einen abendlichen Ausflug in den Stadtteil La Vejeda, mit seinen vielen schönen Kneipen und alten, gut restaurierten Gebäuden

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

und einen Tag Fahrradausflug auf Gran Canaria mit all seinen Schluchten (Barrancos) und den dazugehörigen kurvenreichen Strassen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dann geht es einen kurzen Nachtschlag nach La Gomera, denn da wollten wir sowieso auch gerne hin. Am Anfang pfeift es noch ganz hübsch, aber als wir dann im Windschatten von Gran Canaria sind, stellt der Wind ab.

erfolgreiche Inbetriebnahme des Wassermachers
erfolgreiche Inbetriebnahme des Wassermachers
zum Sundowner...
zum Sundowner…
geniessen wir heute unser selbst entsalzenes Trinkwasser, hmm auch fein ;-)
geniessen wir heute unser selbst entsalzenes Trinkwasser, hmm auch fein 😉
und der kleine Bonito wird zum Znacht parat gemacht
und der kleine Bonito wird zum Znacht parat gemacht

Prima, denn wir möchten sowieso erst Mal den Wassermacher in Betrieb nehmen und dazu müssen wir sowieso die Motoren anwerfen und ausserdem ist es ganz gut wenn es dabei beim ersten Mal nicht ganz so schüttelt… Wie immer bei Inbetriebnahmen geht natürlich nicht alles von Anfang an so wie man es sich vorstellt, aber nach knapp 2 Stunden üben und schrauben ist es endlich soweit: wir verkosten das erste selbst gemachte Trinkwasser 😉
Das macht besonders viel Freude, da wir das Ding ja von Grund auf selbst geplant und jedes Einzelteil zusammen gesucht haben, und nun funktioniert es tatsächlich, sehr schön.

Gerade als der Wassermacher am rödeln ist, kommt noch ein kleiner Bonito an Bord, prima, fürs Znacht ist somit auch gesorgt. In der Nacht ist Motoren angesagt und wir geniessen wieder mal die unendlich vielen Sterne und einige Sternschnuppen und das Funkeln von dem phosphoriszierenden Plankton. Denn jedes Mal wenn eine Welle am Schiffsrumpf bricht, kommen ganz viele Teilchen im Meer zum Leuchten.

Anfahrt auf San Sebastian de la Gomera
Anfahrt auf San Sebastian de la Gomera
nachdem der kleine schon halb verspeist ist, muss jetzt noch der grosse geputz und filetiert werden
nachdem der kleine schon halb verspeist ist, muss jetzt noch der grosse geputz und filetiert werden
unser Liegeplatz im Hafen von San Sebastian
unser Liegeplatz im Hafen von San Sebastian
Hafen von San Sebastian, unsere She San ganz hinten links neben dem orangen Salvamar - Rettungsboot
Hafen von San Sebastian, unsere She San ganz hinten links neben dem orangen Salvamar – Rettungsboot

Kurz vor La Gomera meint Reto gerade “soll ich die Angelruten reinnehmen?”, als im gleichen Moment die Angelrolle knattert. Vor lauter Angst, dass wir in den Hafen donnern hab ich dann erst Mal das Segel reingenommen und den Motor gestartet, allerdings so langsam, dass uns der Fisch erst mal unters Schiff abgehauen ist, gefährliche Sache, da sich dann die Angelleine um die Propeller oder Ruder wickeln könnte. Wir haben ihn aber dann doch ohne Schaden an Bord gebracht, unser bisher zweitgrösster (essbarer) Fisch, ein Bonito mit 55 cm Länge ;-).
Kurz darauf quartieren wir unsere She San im Hafen von La Gomera neben dem knall orangen Salvamar – Rettungsschiff geniessen erst mal die Ruhe nach 2 Wochen Grossstadt.

auf Gomera gehts entweder rauf oder runter
auf Gomera gehts entweder rauf oder runter
Blick hinuter auf Vallehermoso
Blick hinuter auf Vallehermoso
Los Roques, die Felsnasen bestehen aus erstarrter Lava
Los Roques, die Felsnasen bestehen aus erstarrter Lava
Palmen in den Bergen, das haben wir nicht in der Schweiz ;-)
Palmen in den Bergen, das haben wir nicht in der Schweiz 😉
und hinter jeder Kurve geht es interessant weiter
und hinter jeder Kurve geht es interessant weiter
San Sebastian de la Gomera mit Teneriffa im Hintergrund
San Sebastian de la Gomera mit Teneriffa im Hintergrund
Gomera's Gipfel mit Teneriffa und Teide
Gomera’s Gipfel mit Teneriffa und Teide
und nochmal die Los Roques ...
und nochmal die Los Roques …

 

 

 

 

 

 

 

Und dann zieht es uns natürlich erst Mal in die Berge, also erste Priorität Fahrradtour: wir helfen ein wenig mit dem Bus nach, der erspart uns mal die ersten 500 Höhenmeter, dann gehts aber bergauf und rundherum durch den Nationalpark Garajonay durch dichten Lorbeerwald.
Die Nordseite der Insel gefällt uns schon sehr, vor allem das Vallehermoso (das schöne Tal). Nach weiterem Anstieg bis zum (fast) höchsten Punkt der Insel kommen wir aus dem Staunen fast nicht mehr hinaus, so beeindruckend sind die Schluchten und Fels/Lavastein Formationen.

Also beschliessen wir 2 Tage später nochmal mit den Wanderschuhen den höchsten Punkt der Insel zu besuchen und geniessen die super angelegten und gepflegten Wanderrouten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dann werden noch alle Polster gewaschen und ein paar Wartungspunkte erledigt, unter anderem das Wechseln der Dieselfilter. Reto meinte noch “ich hab noch 15 min” und war ganz glücklich, wie problemlos das diesmal mit der richtigen Technik und etwas mehr Geduld funktioniert hat. Dann höre ich auf einmal “ich brauch Papier” und ein riesen Geschimpfe, leider hat er das Hähnchen am Diesel-Wasserabscheider vergessen zu schliessen, bevor er den Haupthahn geöffnet hat. Wäre ja nicht so schlimm, wenn da nicht direkt darunter die Vorfilter vom Wassermacher installiert wären. Wir hatten uns bei der Auswahl dieses Ortes auch überlegt, ob das nicht ein Problem werden könnte, aber dann entschieden, kein Problem, wir halten halt immer etwas unter, wenn wir dort mit dem Dieselfilter hantieren. Nun ja, Murpehy’s Law sagt, das was passieren kann, dann auch passiert, also putzen wir die Filter in allen Details, aber sie stinken immer noch nach Diesel. Also alles demontieren, mit Seife waschen, neue Filterkerzen rein…. Ein paar Stunden später ist dann wieder alles i.O.

Dann treffen wir noch Petra und Ben, die von hier aus über den Atlantik segeln und uns den wertvollen Tip geben, noch einen Tag mehr abzuwarten, so dass nicht nur der Wind aus der richtigen Richtung kommt, sondern auch die Wellen sich etwas beruhigen. Durch die deftigenTiefdruckgebiete im Norden entsteht wohl am Sonntag noch eine 5 Meter hohe Dünung aus Nordwest, die trifft dann auf den Wind aus Nordost, am Montag soll es besser sein, wir lassen uns schnell überzeugen, dass man nicht freiwillig in die Waschmaschine gehen sollte.

cooler Sound, vor allem "kanarischer" Merengue, Salsa und Cumbia, alles tanzt und keiner hört mehr auf
cooler Sound, vor allem „kanarischer“ Merengue, Salsa und Cumbia, alles tanzt und keiner hört mehr auf
mit diesen kleinen Bötchen gehen die Ruderer über den Altlantik!
mit diesen kleinen Bötchen gehen die Ruderer über den Altlantik!
eines der beiden Mädchenteams am Start der Antlantic Challenge
eines der beiden Mädchenteams am Start der Antlantic Challenge
und hier das Boot ROW2RECOVERY, die 4 Jungs haben alle 1 oder 2 Beinprothesen, Respekt!!!
und hier das Boot ROW2RECOVERY, die 4 Jungs haben alle 1 oder 2 Beinprothesen, Respekt!!!

Also nützen wir die Zeit und gehen wir erst nochmal Merengue und Cumbia tanzen.

 

 

 

 

Und heute morgen beobachten wir die Abfahrt der Ruderer. Unglaublich, die gehen in Teams von 4, 2 oder auch 1 Mann hier los, und brauchen im Schnitt 60 Tage für die 3000 Meilen nach Antigua. Wir schauen uns die Grösse der Ruderbötchen an und stellen uns vor, wie oft die durch eine Welle abgeduscht werden. Und dann natürlich noch den ganzen Tag und Nacht Rudern… Wow, was für eine Leistung.

 

 

 

 

 

 

Mehr Info findet ihr unter www.taliskerwhiskeyatlanticchallenge.com

Der Plan ist also morgen Montag, 21. Dezember los, Distanz direkter Weg bis nach Sal sind 760 Meilen, wir rechnen ca. 6 bis 7 Tage, wenn alles gut geht.
Das heisst, dass wir unser Weihnachten dieses Jahr auf dem grossen Meer verbringen werden, also wünschen wir allen Blog Lesern schon mal ein ganz fröhliches und gemütliches Weihnachten!