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Von Sizilien nach Menorca, Balearen

Also hatten wir insgesamt tatsächlich eine ganze Woche, in der wir sicher in San Nicola l’Arena festgemacht waren. Das war auch wirklich gut so, denn nach den Gewitterstürmen am Wochenende hatten wir Mitte der Woche während mehr wie 24 Stunden einen Starkwind Scirocco aus dem Süden, der doch immerhin mit fast immer 25 bis 30 Knoten durch das Häfeli blies. Ganz schön gewöhnungsbedürftig, aber mit dem Vorteil, dass die “normalen” Winde von 15 bis 20 Knoten uns seitdem gar nicht mehr stören…

die Oliven von Mimmo sind fertig und tatsächlich die besten Oliven, die wir jemals gegessen haben, unglaublich fein
ach ja übrigens, die Oliven von Mimmo sindj jetzt fertig und tatsächlich die besten Oliven, die wir jemals gegessen haben, unglaublich fein
die ersten Bananen (in San Nicola..)
die ersten Bananen (in San Nicola..)

Und was macht man nun eine geschlagene Woche in so einem “Kaff”? Gar kein Problem, erst mal waren wir damit beschäftigt, die Tatsache zu verarbeiten, dass der Ersatzanlasser doch auch schon wieder zu ersetzten ist – hierbei half das Heineken im Kiosk zu dem wir eh immer gehen mussten um Zugang zum Internet zu bekommen und auch der herrliche Sizilianische Weisswein, den wir beim Bäcker entdeckt haben (2 l um EUR 3.-, aber astrein ;-)).

Und erste Priorität war natürlich die beiden Teile dann auch zu beschaffen. Den Anlasser fanden wir dann vom deutschen 1a-Anlasser.de im Internet zum weniger wie einem Drittel und noch dazu schneller als beim Yanmar Händler in Palermo, Lieferfrist 2 bis 3 Tage per UPS.

Küste nördlich von San Nicola l'Arena, auf dem Weg nach Porticello (wir suchen ein Relé életrico 12 V 30 A ;-) )
Küste nördlich von San Nicola l’Arena, auf dem Weg nach Porticello (wir suchen ein Relé életrico 12 V 30 A 😉 )
Porticello, ein richtiger Fischerhafen
Porticello, ein richtiger Fischerhafen
2 Sizilianer zeigen uns ihren Fang, unter anderem den Oktopus (das andere war wohl nicht ganz erlaubt, so hab ich auf ein Foti verzichtet ;-) )
2 Sizilianer zeigen uns ihren Fang, unter anderem den Oktopus (das andere war wohl nicht ganz erlaubt, so hab ich auf ein Foti verzichtet 😉 )

Für das Relais wurden wir ins 15 km entfernte Portocello verwiesen. Dorthin machten wir uns dann mit dem Fahrrad – Juhui endlich wieder Bewegung – nur halt leider an der Küstenhauptstrasse entlang. Da Portocello ein grösserer Fischerhafen ist, haben wir dort auch jede Menge an brauchbaren Sachen gefunden, neben den Elektrikteilen zum Beispiel auch noch einen Lötkolben um EUR 15.-

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Reto am "basteln" ;-)
Reto am „basteln“ 😉
Starterrelay mitsamt Kabel neu und alt
Starterrelay mitsamt Kabel neu und alt
und Reto ist wieder mal im Mast um die Ursache der Vibrationen zu prüfen...
und Reto ist wieder mal im Mast um die Ursache der Vibrationen zu prüfen…
... und ganz oben um die Rolle für die Amateurfunkantenne und Ersatzfall zu installieren
… und ganz oben um die Rolle für die Amateurfunkantenne und Ersatzfall zu installieren

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch der Amateurfunk wurde installiert und Reto ging wieder mal in den Mast, um die Rolle für die Antenne anzubringen. Mit Hilfe von dem Funk können wir unterwegs Wetterdaten abrufen (ein gutes Gefühl ;-)) und kleine Emails versenden und empfangen. Und jedesmal wenn der Funk gestartet wird, wird eine Positionsmeldung an die Webpage gesendet, so könnt ihr verfolgen wo wir auf dem Meer unterwegs sind ;-).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Blick vom Nationalpark aus auf die Küste bis Porticello und links die Bucht von Palermo
Blick vom Nationalpark aus auf die Küste bis Porticello und links die Bucht von Palermo

Als dann alles wichtige erledigt und am laufen war genossen wir auch noch den direkt neben dran liegenden National- park-Hügel und fanden eine astreine Mountainbike- strecke mit vielen schönen Ausblicken, sogar bis in die Bucht von Palermo.

pünktlich wie abgemacht kommt der freundlich UPS Mann direkt bis an unseren Pontoon ...
pünktlich wie abgemacht kommt der freundlich UPS Mann direkt bis an unseren Pontoon …
und bringt unser ersehntes Päckchen mit 2 Anlassern aus Deutschland
und bringt unser ersehntes Päckchen mit 2 Anlassern aus Deutschland

Und dann – wir waren natürlich gespannt und auch ein wenig angespannt – dann kam tatsächlich pünktlich wie von einer 1a deutschen Firma und UPS zu erwarten am Donnerstag nachmittag das Päckchen an. Gleichzeitig haben wir uns für die Überfahrt nach Sardinien bzw evtl. Balearen eine Wetterberatung geleistet, und als diese am Donnerstag Abend reinkommt, sehen wir Chancen auf die Balearen durchzuziehen.

 

 

 

 

Am Freitag morgen regnet es zwar noch, aber der Wind kommt wenigstens nicht mehr voll auf die Nase, also nix wie los zu unserem ersten mehrtägigen Schlag.
Leider war der Wetterservice etwas zu positiv mit der Windprognose und wir motoren sicher gut die Hälfte der Strecke. Ansonsten ist es aber sehr angenehm, wenig Welle, Wind wenn er da ist, von hinten, so dass wir Stück für Stück unseren Parasailor kennenlernen.

der Parasailor gibt uns immer wieder zu tun, wir sind ihn noch nicht gewöhnt, aber wenn es läuft ist es sensationell...
der Parasailor gibt uns immer wieder zu tun, wir sind ihn noch nicht gewöhnt, aber wenn es läuft ist es sensationell…
der erste Gast an Bord
der erste Gast an Bord
Nun wird die Spanische Flagge gehisst - schön wars in Italien, nun sind wir gespannt auf Spanien ;-)
Nun wird die Spanische Flagge gehisst – schön wars in Italien, nun sind wir gespannt auf Spanien 😉

Die Nachtwachen sind problemlos und in diesem Fall sogar wunderschön. Alle drei Nächte ist der Sternenhimmel klar über uns, und die ein oder andere Sternschnuppe huscht vorbei. Ich entdecke den I Pod und die Musik, die ich vor 20 Jahren gehört hab wieder (alles auf Spanisch, ich muss ja schliesslich meinen Kopf von Italienisch auf Spanisch umstellen…). Reto entdeckt wieder wie er wie im Militär Powernaps macht und sich so mit mehreren kurzen Schlafeinheiten über Wasser halten kann. Wir versuchen ansonsten beide, wenn wir auf Wache sind, den anderen nur wenn nötig zu wecken, so dass jeder seinen Rytmus finden kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

gerade als wir so nett am Segeln waren kurz vor Menorca noch ein paar Gewitterzellen -und nun schnell runter mit dem Parasailor, denn die Böen sind gar nicht lustig...
gerade als wir so nett am Segeln waren kurz vor Menorca noch ein paar Gewitterzellen -und nun schnell runter mit dem Parasailor, denn die Böen sind gar nicht lustig…
Anfahrt auf Menorca in der kein gutes Wetter profezeienden, aber doch sehr schönen Abendstimmung
Anfahrt auf Menorca in der kein gutes Wetter profezeienden, aber doch sehr schönen Abendstimmung
"unser Hafen" in der Cala Figuera mit dem Blick raus Richtung Illa del Rei und Sa Mola
„unser Hafen“ in der Cala Figuera mit dem Blick raus Richtung Illa del Rei und Sa Mola

Am letzten Tag begegnen wir noch ein paar Gewitterzellen, die sich unheimlich schnell bilden und uns vor allem mit dem Parasailor ganz schön stressen, und als wir in Menorca fest sind sehen wir, wie es im Süden blitzt und donnert, uff – das war gerade mal wieder rechtzeitig im Hafen bevor es draussen ungemütlich oder gefährlich wird.
Wir freuen uns am östlichsten Ort von Spanien angekommen zu sein und wieder ein “neues” Land zu erleben. Fernando von der Marina Port Mahon empfängt uns super kompetent und freundlich und verzeiht mir meine italienischen Ausrutscher im Spanisch und wir freuen uns über Internet Empfang am Schiff und und und 😉

Mao - Mahon Altstadt
Mao – Mahon Altstadt
Hafen von Mao
Hafen von Mao
Altstadt Mao
Portal de san roc , Altstadt Mao
Blick vom Plaza del Carmen auf Fischmarkt und Kirche
Blick vom Plaza del Carmen auf Fischmarkt und Kirche

Die Stadt Mao – Mahon ist übersichtlich aber sehr schön und nicht zu touristisch und es ist wie Kleinstädte so sind – sehr praktisch, alles ist da und noch dazu erreichbar.

 

Also werden ein paar Wünsche erledigt, z.B. Wunsch von uns beiden: eine spanische SIM Karte;

Wunsch von Reto: wir kaufen einen Drucker, der ist nötig um Papier- Backup-Karten zu drucken, falls doch mal die Elektronik ausfällt;

Wunsch von der Hausfrau: Besuch verschiedener Supermärkte unter anderem ein Lidl 😉 – am nächsten Tag gibt es Weissbier und Bretzn zu Gaspacho und spanischem Schinken und Käse 😉

Und wir sind wieder mal froh sicher festgemacht zu sein, denn von Dienstag bis Donnerstag bläst der Tramontana (=Mistral) hier gemäss dem lokalen Sprichwort “la tramontana dura tres dias, sinon una semana…” (der Tramontana dauert immer 3 Tage, und wenn nicht, dann dauert er eine Woche lang).

 

 

Jetzt ist Donnerstag nachmittag und es wird langsam ruhig, aber Fernando hat uns gewarnt, „wenn ihr direkt im Anschluss rausgeht, sind die Wellen halt noch 3-4 Meter hoch“. Also geniessen wir es hier bis morgen früh, dann geht es weiter an die Spanische Küste – wohin ? – mal sehen, was der Wind diesmal so vor hat 😉 ihr könnt es ja auf dem Positionslink verfolgen 😉

Von Griechenland nach Italien durch das Ionische Meer und rüber auf Sizilien

Gewitterstimmung mit Abendrot über Lefkas Hafen
Gewitterstimmung mit Abendrot über Lefkas Hafen

Also genossen wir den Hafentag, an dem es wirklich zu grauslich war, nur einen Fuss vors Schiff zu setzen und machten sinnvolle Sachen wie Blog schreiben (ich) oder schlafen (Reto).

der Nordausgang von Lefkas, einmal pro Stunde lässt die Brücke die Yachten durch
der Nordausgang von Lefkas, einmal pro Stunde lässt die Brücke die Yachten durch

Am nächsten Tag war die Gewitterfront vorbei und es regnete nur mehr normal, also weiter geht es mit anfangs schönem Segeln, später unter Motor nach Ormos Lakka auf der Insel Paxoi südlich von Korfu.

Ormos Lakka auf der Insel Paxoi südlich von Korfu
Ormos Lakka auf der Insel Paxoi südlich von Korfu

Ganz unerwartet geniessen wir das Wasser (Reto macht das Unterwasserschiff sauber, damit unser She San-li auch ja schnell läuft) und die Ruhe in der Bucht.

 

 

Korfu
Korfu
Korfu
Korfu

Dann am Sonntag unter Motor nach Korfu bzw. Marina Gouvia nordwestlich von Korfu Stadt, da man dort gemäss unserem Führer ausklarieren muss. Der Plan war mit den Velos die Stadt besuchen und vielleicht noch auf einen Hügel ein paar Höhenmeter machen. Um kurz vor 14 Uhr machen wir an der Tankstelle der Marina noch einen Stop um Diesel zu bunkern.

der Motor nach dem Löschen
der Motor nach dem Löschen
der verkokelte Anlasser
der verkokelte Anlasser
Unser schöner Liegeplatz für eine Nacht, die Anlegestelle für die Boote mit technischen Problemen ;-(
Unser schöner Liegeplatz für eine Nacht, die Anlegestelle für die Boote mit technischen Problemen ;-(

Gerade als der Tank voll ist sieht Reto aus dem rechten Motorenraum Rauch kommen. Oha, was ist denn das? Reto rein in den Motorenraum, ich sofort den ersten Feuerlöscher an ihn weitergegeben und 3 weitere geholt, der Tankwart kommt und bringt seinen grossen Feuerlöscher mit, als er sieht, dass es raucht und natürlich sind alle hyper-nervös, da die Tankstelle ja so ziemlich der dümmste Platz für einen Brand ist.

Der erste 2 kg Feuerlöscher reicht aber vorig, da Reto den Brandherd schnell lokalisiert hat, es war  der Anlasser vom Motor. Super, was tun? Alles ist voller Löschpulver und so toll manövrierfähig sind wir mit einem Motor nicht. Aber die Jungs von der Marina sind sofort zur Stelle und ziehen uns in das Becken vor der Tankstelle, dort ist sowieso der Platz für Schiffe mit technischen Problemen.

Und anstatt ein Anlegerbier zu trinken und Korfu mit dem Velo zu erkunden sind wir halt wieder mal am schrauben. Was für ein Glück, dass wir uns entgegen der Meinung mancher Experten in Marmaris schon einen Ersatzanlasser angeschafft hatten (ich musste den am Töff auch schon 2 mal ersetzen). 2 Stunden später lief der Motor wieder, danach aber musste noch das ganze Pulver wieder aus dem Maschinenraum geputzt werden.

Am nächsten Tag wurden dann noch 2 Sicherungen nachgerüstet, um solche Fälle in Zukunft zu verhindern, aber die Grundursache ist natürlich immer noch nicht klar. Eine Vermutung war, dass durch den Kontakt vom Tankstutzen zu unserem Edelstahltank ein Potentialunterschied zu dem Kurzschluss führte.

Am Mittag waren wir wieder reisebereit und fanden es sei Zeit nach Italien weiter zu ziehen. Die nette Lady von der Port Police hatte uns am Morgen gesagt, kein Problem, bis um 15 Uhr können wir bei ihr ausklarieren. Als wir dann mit unseren Papieren da standen, sagte sie “ja und mit dem Transit Log müsst ihr dann noch nach Korfu Stadt rein”. Super, also was tun? Doch nochmal eine Nacht in der teuren Marina? Als wir auf den Wetterbericht schauen, wird es klar, wir müssen diese Nacht nützen, es wird nicht besser.

Nachtschlag auf dem Weg nach Italien
Nachtschlag auf dem Weg nach Italien

Also mit dem Schiff nach Korfu Handels-hafen, Papiere dort bei der Port Police abstempeln und im Anschluss noch zu den Customs, das Transit Log abgeben und los geht es an Korfu’s Küste Richtung Norden und Albanien, dann westlich nach Italien.

In der Nacht hat es 6 bis 7 Beaufort Wind, wir sausen am Wind mit dem 3. Reff eingebunden trotzdem immer noch mit 8 Knoten Richtung Italien. Der Kurs ist gegen die Wellen relativ anstrengend, als ich versuche meine ersten Stunden Schlaf zu bekommen, habe ich das Gefühl, dass sich bei jeder 3. Welle der Lattenrost vom Bett hebt und wieder runterknallt, also geht es lieber etwas eingekringelt auf die Salonbank. Dadurch, dass wir so schnell sind, passieren wir bereits morgens um 4 St. Maria di Leuca, wo wir evtl. eine Nacht hätten bleiben können.

der Flaggenwechsel von Griechenland nach Italien
der Flaggenwechsel von Griechenland nach Italien

Also direkt weiter nach Gallipoli, dort warten uns 2 Paletten Hausstand, Werkzeug ect. auf uns. Eigentlich nur mehr 35 Meilen vom Cap bei St. Maria di Leuca, aber wir brauchen dann tatsächlich nochmal 9 Stunden gegen den Wind, den dieser ist voll auf der Nase. Im Nachhinein sagt Reto “gegen den Wind, das machen nur Idioten oder Anfänger”, wir überlegen kurz zu welcher der beiden Gruppen wir uns zählen und meinen nur “Cunter il Vent…” (siehe 1. Woche Türkei).

Dementsprechend erleichtert machen wir in der Marina Blue Salento fest, die uns eigentlich ja nicht aufnehmen wollten, nur dank der Beziehungen von Francesco, einem Freund von meinem Bruder Alfred und seiner Frau Anna konnten wir dort überhaupt rein. Francesco war es auch, der unsere Paletten beherbergt hat und deren Inhalt zusammen mit Antonio, dem Bruder von Anna uns in einer Rekordzeit aufs Schiff geschafft hat. Wow, ich wusste, dass wir viel eingepackt hatten, aber als das dann alles auf dem Schiff stand, war ich ein wenig unsicher, wie wir alles unterbringen. Aber kein Problem, ein paar Stunden später sind die meisten Dinge an ihrem Platz und seit dem freuen wir uns kontinuierlich über die schönen Sachen.

Wir geniessen die neuen TelleR (Danke Alfred!) und nach 8 Wochen weissen Käse die Auswahl an Schinken und Käse ;-)
Wir geniessen die neuen Teller (Danke Alfred!) und nach 8 Wochen weissen Käse die Auswahl an Schinken und Käse 😉

Der Wasserschlauch von Felicitas, der Kärcher zum Velo und Schiff abspritzen, die Crocks, der Ofen zum Brot aufbacken, das Geschirr, das wir von Alfred bekommen haben, die Werkzeuge, die wir jetzt schon Wochen lang hätten brauchen können…

Gallipoli Altstadt ist wirklich einen Besuch wert
Gallipoli Altstadt ist wirklich einen Besuch wert
Gallipoli old town
Gallipoli old town

 

 

Neben dem Aufräumen geniessen wir am nächsten Morgen noch kurz Gallipoli und da der Wetterbericht aufs Wochenende wieder Gewitter meldet, entscheiden wir uns wieder einen Nachtschlag Richtung Süden zu machen.

 

 

 

 

 

Am Anfang segeln wir (mit dem ersten Reff) mit schönen 7 Knoten im Mondlicht, es ist einfach herrlich so denke ich. Als mich dann Reto während meiner Freiwache um 4 Uhr weckt, ist es leider vorbei mit herrlich. Kurz zuvor war er durch eine Gewitterzelle gesegelt und der Blitz hatte direkt neben ihm eingeschlagen.

die Gewitter auf dem Radar Display - beim Katz und Maus Spiel mit uns
die Gewitter auf dem Radar Display – beim Katz und Maus Spiel mit uns
Sonnenuntergang auf dem Weg nach Italien
Sonnenuntergang auf dem Weg nach Italien

Der Radar meldet weitere Gewitterfelder, also Motor rein und das Katz und Maus- Spiel beginnt. Den ersten paar können wir noch gut ausweichen und bleiben sogar auf Kurs, irgendwann fahren wir wieder zurück, wo wir herkommen und sehen “Mist, jetzt haben wir keine Chance mehr auszuweichen, also umkehren und den besten Weg mittendurch.

die Hafeneinfahrt von Rocella Ionica - der sicherste Weg ist erst mal bis kurz vor die Mole darauf zu fahren, ja nicht in der Einfahrt!! Zum Glück hilft uns Davide ;-)
die Hafeneinfahrt von Rocella Ionica – der sicherste Weg ist erst mal bis kurz vor die Mole darauf zu fahren, ja nicht in der Einfahrt!! Zum Glück hilft uns Davide 😉
die mittelalterliche Stadt Caulonia
die mittelalterliche Stadt Caulonia
die mittelalterliche Stadt Caulonia
Caulonia
der Blick herunter von Caulonia aus
der Blick herunter von Caulonia aus
die Burg von Rocella Ionica
die Burg von Rocella Ionica
Cactus fruits everywhere
Cactus fruits everywhere
typisches Stadtbild in Calabrien: die Männer sitzen auf dem Bänkli und schauen und tratschen
typisches Stadtbild in Calabrien: die Männer sitzen auf dem Bänkli und schauen und tratschen
kilometerlange Strände in Rocella und Umgebung
kilometerlange Strände in Rocella und Umgebung

Also wir am Mittag in Rocella Ionica einlaufen – die Einfahrt ist dann auch noch spannend 😉 und festmachen sind wir überfroh und Reto hat erstmal die Schnauze voll von Gewittern.
Da die nächsten Tage aber nach wie vor mit Gewitterrisiko gemeldet werden, heisst es nun endlich mal die Velos auspacken, die Gegend erkunden und ein paar Höhenmeter machen.

Coole Sache, so treffen wir neben den unendlich langen Sandstränden auf Plantagen mit Orangen, Olivenheine, Kaktusfrüchte, Granatäpfelbäume, herrliche Hügellandschaften, das Mittelalterliche Städtchen Caulonia und natürlich auch Rocella Ionica selbst, mitsamt Palacio und Burg.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Calabrien im Oktober - zumindest die Autobahn schaut mal sehr leer aus, weit und breit kein Auto in Sicht
Calabrien im Oktober – zumindest die Autobahn schaut mal sehr leer aus, weit und breit kein Auto in Sicht
Reto bei der Olivenernte
Reto bei der Olivenernte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Highlight ist natürlich die Olivenernte zusammen mit Mimmo und seinen Söhnen und ich bekomme erklärt wie man schwarze Oliven 1 Woche lang wässert und danach mit Salz und Gewürzen einlegt.

 

 

 

ich darf mir die reifsten schwarzen Oliven raussuchen
ich darf mir die reifsten schwarzen Oliven raussuche
Mimmo, der uns spontan zur Olivenernte einläd und mir die besten schwarzen Oliven mitsamt Rezept mitgibt
Mimmo, der uns spontan zur Olivenernte einläd und mir die besten schwarzen Oliven mitsamt Rezept mitgibt

 

 

 

 

 

 

 

hier gibt es die Pizza nur in Einheiten von halben Metern, zusammen mit einem feinen Heineken ein gute Sache ;-)
hier gibt es die Pizza nur in Einheiten von halben Metern, zusammen mit einem feinen Heineken ein gute Sache 😉

 

 

 

 

 

 

 

 

Apropos Essen, in der Hafenpizzeria kann man nur Pizzas ab einem halben Meter bestellen…

 

 

 

 

 

 

An dem Montag morgen, als wir eigentlich weiter wollten, verbringen wir nochmal einen geschlagenen Vormittag damit, die verschiedenen Wetterberichte zu studieren und uns eine Taktik weiter zu kommen zu überlegen, mit dem Fazit “es ist zur Zeit einfach beschissen”. Alle paar Tage kommt wieder eine Front mit hohen Gewitterrisiken und als wir dann auch noch von den Tornados in Südfrankreich hören, sind wir erstmal völlig verunsichert…Aber auch unsere Schweizer Nachbarn Guido und Liz, die schon seit 8 Jahren mit dem Schiff unterwegs sind, sind verunsichert und bleiben auch erstmal im Hafen.

der erste Bonito des Tages steht schon auf dem Tisch...
der erste Bonito des Tages steht schon auf dem Tisch…
und schon wieder ein Bonito
und schon wieder ein Bonito
gefolgt von 2 Kollegen während der erste schon fürs Mittagessen als Sushi und fürs Abendessen als Ceviche parat war
gefolgt von 2 Kollegen während der erste schon fürs Mittagessen als Sushi und fürs Abendessen als Ceviche parat war

Und wie wir dann das Ionische Meer in Richtung Westen verlassen zeigt sich wieder mal unser Fischerglück. Gerade am morgen kurz nach dem Auslaufen der erste, dann mittags als der erste schon am Tisch steht, kommen Nummer 2 und 3 des Tages dazu – die 3 scheint unsere Fisch-Glückszahl zu sein 😉

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

die Strasse von Messia, mitten durch Skylla und Charybdis
die Strasse von Messia, mitten durch Skylla und Charybdis
Anfahrt auf San Nicola d'Arena
Anfahrt auf San Nicola d’Arena
San Nicola, ein überschaubarer aber gut geschützter Hafen
San Nicola, ein überschaubarer aber gut geschützter Hafen
wenn die dunklen Wolken über den Berg ziehen und die Sonne ab und zu raus kommt ;-)
wenn die dunklen Wolken über den Berg ziehen und die Sonne ab und zu raus kommt 😉

IMG_1913In Reggio di Calabria dann wieder einen Tag Starkwindpause bevor es weiter geht in einem Nachtschlag fast nur unter Motor bis nach San Nicola L’Arena etwas östlich von Palermo. Es war eine böse Front gemeldet mit viel Gewitter und Starkwinden.  Daher suchten wir uns diesen Hafen aus, der einerseits guten Schutz verspricht und andererseits gemäss den Wetterkarten durch die geographische Lage etwas im Schutz der Nordküste liegt. Pietro, der Mitarbeiter der Anlegestelle meint es dann auch sehr gut mit unserem She San-li und sie wird auf der einen Seite mit 5 Mooringleinen auf 4 Klampen verteilt und auf der anderen Seite mit 5 Festmachern auch auf 4 Klampen verteilt eingespannt wie in einem Spinnennetz. So können wir – trotz den zum Glück hier nur 30 Knoten Wind – schlafen wie die Murmeltiere.

 

 

 

Dann wäre eigentlich der Plan gewesen von Montag auf Dienstag nach Sardinien weiter zu hopsen aber wie das so ist mit den Plänen…
Erstens ist am Dienstag ist das Gewitterrisiko dort, wo wir dann wären so hoch, dass die nächste Ohrfeige garantiert wäre, und zweitens? Ja,  zweitens haben wir gestern (natürlich Samstag nachmittag, als wieder alle Geschäfte zu sind) festgestellt, dass das Relays zum Startermotor der Auslöser für unseren Kabelbrand war und nun schon wieder auf dem Weg war einen zweiten Brand zu verursachen… Also am Montag erst mal los und Yanmar- Händler suchen… Aber wir haben “Zeit”, denn das nächste dann hoffentlich stabilere Wetterfenster kommt erst Ende der Woche…